Die meisten Missverständnisse meines Alltags entstehen in Situationen, an denen das Programm WhatsApp beteiligt ist. Chats haben ja inzwischen einen Grossteil meiner Gespräche ersetzt. Das kann Probleme verursachen. Textnachrichten sind ja eine sehr unvollständige Form der Kommunikation. Es fehlen Tonfall, Mimik oder Gesten. Chats sind voller Verständigungslücken. Und unser Verstand beginnt, diese fehlenden Lücken zu schliessen. Wir interpretieren. Und Interpretationen können jede Nachricht vollkommen fehldeuten.
Eigentlich ist es doch lächerlich. Die Überlegungen erwachsener Menschen, wer denn nun wann schreiben darf, wie dieses Emoji denn genau gemeint ist. Und wie gross die Bedeutung ist, die wir dem Zeitraum geben, bis unsere Nachricht beantwortet wird. Man erkennt Wert einer Kommunikationsform daran, wie wenig Missverständnisse sie entstehen lassen kann. Kommunikation ist ein Mittel, empathischer zu sein. Sie dient dazu, nachzuvollziehen, wie andere denken oder fühlen. Textnachrichten arbeiten gegen unsere Empathie, eine Eigenschaft, die bei den meisten ohnehin nicht allzu sehr ausgeprägt ist. Und das muss uns bewusst sein, wenn wir Kommunikationsformen, die eigentlich Ergänzungen sind, zum Mittelpunkt machen. Die meisten Verletzungen entstehen aus Missverständnissen. Also: Verschickt weniger Nachrichten – redet miteinander.


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