Jedes Mal, wenn irgendwo auf der Erde ein Sturm weht, ein Fluss über seine Ufer tritt oder die Sonne etwas zu enthusiastisch scheint, steht die Klimaalarm-Industrie schon bereit – Pressemitteilung vorformuliert, Kamera läuft, Hysterie auf Anschlag. Der Klimawandel war’s. Natürlich. Immer.
Die New York Times verkündete seelenruhig, der Klimawandel habe europäische Überschwemmungen doppelt so wahrscheinlich gemacht. Die BBC übertraf das locker: Hitzewellen in den USA seien satte 35-mal wahrscheinlicher geworden. Bloomberg nicht zu vergessen: Die Amazonas-Dürre? 30-mal klimagemachter als ohne CO₂. Woher diese erstaunlich präzisen Zahlen stammen? Aus der sogenannten «Attributionsforschung» — einer Disziplin, die Wissenschaftler wie Roger Pielke treffend als «taktische Wissenschaft» bezeichnet. Diese diene rechtlichen und politischen Zwecken, unterliege nicht immer der Überprüfung durch Fachkollegen und die Ergebnisse würden im Allgemeinen über Pressemitteilungen verbreitet.
Pikant dabei: Weder der IPCC noch die zugrundeliegende wissenschaftliche Literatur stellen annähernd so starke und bestimmte Behauptungen auf — das ist kein Klimaskeptiker-Stammtisch, das ist Pielke selbst, der den medialen Irrsinn auseinandernimmt.¨
Aber wozu braucht man Peer-Review, wenn Milliardäre, die «Net Zero» als neues Geschäftsmodell entdeckt haben, die Studien finanzieren und gleichgeschaltete Medien sie unkritisch weiterverbreiten? Otto sei sich darüber im Klaren, dass die Hauptfunktion solcher Studien darin bestehe, Klagen gegen Unternehmen für fossile Brennstoffe zu unterstützen. Wissenschaft als juristische Waffe, finanziert von Interessengruppen, verbreitet ohne Gegenkontrolle — willkommen in der Klimakirche des 21. Jahrhunderts. Wer widerspricht, wird als «Leugner» exkommuniziert. Der Scheiterhaufen wartet. Er ist natürlich klimaneutral.
Nobelpreisträger enttarnt Klimadaten-Trickserei — aber wen interessiert’s?
Stellen wir uns kurz vor, ein Nobelpreisträger für Physik betritt eine internationale Klimakonferenz, nimmt die heiligen Datentafeln der Klimareligion in die Hand und fragt ganz simpel: «Stimmt das hier eigentlich?» In einer vernünftigen Welt würde dies Schlagzeilen machen, Untersuchungen auslösen und vielleicht – nur vielleicht – den einen oder anderen Milliarden-Fördertopf zum Versiegen bringen. In unserer Welt hingegen wird der Mann als «Leugner» abgestempelt und die Maschine läuft weiter. Business as usual.
John Clauser, Nobelpreisträger für Physik 2022, kein Hinterhof-Skeptiker, kein bezahlter Erdöl-Lobbyist, sondern einer der renommiertesten Naturwissenschaftler der Gegenwart, hielt auf einer internationalen Klimakonferenz einen Vortrag, der es in sich hatte. Sein Ziel: Die vielzitierten Beweise für eine angebliche Klimakrise auf ihre Substanz zu überprüfen. Sein Werkzeug: Elementare Mathematik. Sein Befund: Vernichtend.
Im Fokus stand ein Artikel aus dem Jahr 2012, erschienen im renommierten Physics Today, verfasst von zwei Wissenschaftlern der amerikanischen Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA. Die zentrale Behauptung des Textes: Extreme Wetterereignisse nehmen durch den Klimawandel zu. Klingt vertraut. Klingt nach jedem zweiten BBC-Beitrag seit 2015. Klingt nach Konsens.
Clauser’s Methode zur Überprüfung war von bestechender Schlichtheit — fast schon beleidigend simpel für eine Wissenschaft, die Billionen rechtfertigen soll: Er nahm die vom Artikel selbst angegebenen Werte des US-Klimaextreme-Index für den Zeitraum 1910 bis 2011, trug sie als Streudiagramm auf und erstellte davon ein zeitliches Spiegelbild. Dann präsentierte er beide Grafiken nebeneinander und forderte sein Publikum auf, herauszufinden: Welche zeigt den «echten» Verlauf, welche ist umgekehrt?

Quelle: John Clauser/The Exposé
Das Ergebnis war so entlarvend wie ernüchternd — die beiden Grafiken waren schlicht nicht voneinander zu unterscheiden. Kein erkennbarer Trend, keine eindeutige Richtung, kein «jüngster Anstieg», den die NOAA-Autoren so vollmundig verkündet hatten. Clauser brachte es auf den Punkt: «Wenn Sie nicht erkennen können, welche dieser Grafiken korrekt dargestellt ist, lässt sich der behauptete Anstieg extremer Wetterereignisse nicht aus den eigenen Daten der Autoren ableiten.»
Und dann die Frage, die eigentlich jeder Steuerzahler, jeder Politiker, jeder Journalist stellen müsste: «Sind Sie wirklich so zuversichtlich, dass Sie bereit wären, Billionen Dollar darauf zu setzen?» Billionen. Nicht Millionen. Billionen. Für Grafiken, die man nicht mal richtig herumhalten kann. Clausers abschliessende Bezeichnung für diese Methode war nicht diplomatisch, nicht ausgewogen, nicht «beide Seiten haben Argumente»: Er nannte es «betrügerische Pseudowissenschaft.» Punkt. Kein Weichspüler, keine akademische Umschreibung.
Und hier liegt der eigentliche Skandal – nicht einmal, dass solche Studien existieren, denn Schlechtes findet sich in jeder Disziplin. Der Skandal ist, dass genau diese Art von methodisch unhaltbarer Arbeit zur Grundlage globaler Energiepolitik, Billionen-teurer Transformationsprogramme und gesellschaftlicher Umerziehung geworden ist. Dass Regierungen auf Basis von Grafiken, die man problemlos auf den Kopf stellen kann, Industrien zerstören, Heizungen verbieten und Bauern enteignen.
Die Klimakirche braucht keine Beweise – sie braucht Gläubige. Und wer zweifelt, bekommt keinen Peer-Review, sondern einen Shitstorm. Clauser hat das gewusst und trotzdem gesprochen. Das verdient Respekt. Der Regen weiss von all dem nichts. Er fällt trotzdem – klimaneutral, unbeeindruckt und ohne Pressemitteilung.




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