Die weltweite Brotkrise, die gerade einsetzt, ist kein Wetterereignis. Sie ist ein bürokratisches Produkt, hergestellt aus Sanktionspolitik, Iran Krieg, Energie-Embargos und einem Plan, der seit Jahren in den Strategiepapieren von Davos, Brüssel und der UN steht – und nun einfach ausgeführt wird. Die Bauern in den USA geben auf. In Australien, Argentinien und Kanada ist die Lage parallel. Die globale Brotgetreide-Versorgung schrumpft – und sie schrumpft nicht zufällig.
4,25 Millionen Hektar Land, die niemand mehr bewirtschaftet
Die USDA, jene Behörde, die ihre Schätzungen historisch dort schönt, wo die Wall Street es honoriert, musste dieses Mal eine Zahl vorlegen, die nicht zu kaschieren war: 4,25 Millionen Hektar Weizen stehen in den USA verlassen auf dem Acker, aufgegeben, abgeschrieben, dem Boden überlassen. Die kleinste amerikanische Weizenernte seit 1972 und, pro Kopf gerechnet, die schlechteste der Menschheitsgeschichte. 37 Prozent Aufgaberate heisst im Klartext, dass mehr als jeder dritte Hektar, der vorbereitet, ausgesät, gedüngt und bewirtschaftet wurde, nun ungeerntet bleibt.
Die Mathematik des Wegwerfens
Der Diesel kostet das Doppelte, der Stickstoffdünger ein Vielfaches, die Erntemaschine benötigt beides in nicht ganz kleinen Mengen. Wenn am Ende der Rechnung herauskommt, dass die Ernte weniger einbringt als die Erntefahrt kostet, lässt der Bauer das Feld stehen. Das ist kein landwirtschaftliches Problem mehr, das ist Triage am offenen Markt. Pro Farmer prognostizierte vor Wochen eine Ernte unter 8 Millionen Hektar, die USDA übertrifft dies jetzt mit 4,25 Millionen verlassenen Hektar – und jeder, der die Behörde kennt, weiss: Diese Zahl ist nach oben geschönt. Wenn die Trockenheit weiterläuft und der Diesel weitersteigt, wird die reale Bilanz erheblich düsterer ausfallen.
Der globale Gleichschritt
Pro Farmer, eine Organisation, die normalerweise mit dem Begriff Food Shortage so vorsichtig hantiert wie ein Sprengmeister mit der Lunte, schreibt nun offen von «rising food shortage fears». Wenn die Branchenpresse den F-Begriff verwendet, ist die Mahlzeit schon halb verloren. Australien stürzt um 17 Prozent ab, Argentinien um beinahe 25 Prozent, Kanada um 12,5 Prozent, die EU um über 6 Prozent und Russland trotz Rekordvorjahr um weitere 5 Prozent – der Welt-Weizenmarkt schrumpft drei Prozent im Jahresvergleich. Und das in einem Jahr, in dem indische Reisanbauflächen wegen Düngermangels reduziert wurden, weil Ammoniakwerke wegen explodierender Gaspreise vom Netz gingen. Eine Verkettung, die so zufällig daherkommt wie ein Domino-Aufbau zufällig ist.
Der schöne Begriff Transformation
Die WEF-Reden, die UN-Papiere, die EU-Strategiepapiere lesen sich seit Jahren wie ein Drehbuch. «Transformation of food systems», steht in der Agenda 2030. «Plant-based protein future», verkündet Davos. «Reduce nitrogen fertiliser use by 20 percent», verlangt die Brüsseler EUdSSR. Die Niederlande zwingen Bauern in den Hofverkauf. Sri Lanka liess sich auf Bio-Pflicht ein und produzierte sich mit organischer Inbrunst in die Staatspleite. Bill Gates kauft seit Jahren amerikanisches Ackerland zusammen, inzwischen einer der grössten privaten Eigentümer im Land – aus Bauernromantik ist diese Akkumulation schwerlich erklärbar.
Zufall mit Plan-Charakter
Der Trick funktioniert über das Wort «Zufall». Die Dürre ist Zufall. Die Energiekrise ist Zufall. Die Düngerpreise sind Zufall. Die Sanktionen, die diese Düngerpreise treiben, sind eine politische Notwendigkeit ohne Zusammenhang mit Lebensmitteln. Die Pipeline-Sprengung war Russland, oder die Ukraine, oder Atlantis – auf jeden Fall niemand, der zur Rechenschaft gezogen wird. Die NATO-Mitglieder, die ihre Düngerproduktion auf Eis legten, taten dies aus Versehen. Dass exakt jene Stoffe verteuert wurden, die einen Erntebetrieb ökonomisch tragen, ist eine bedauerliche Koinzidenz.
Wer den Plural «Koinzidenzen» im selben Satz wie «Welthunger» liest und nicht stutzt, hat das vergangene halbe Jahrzehnt verschlafen. Eine Reduktion der weltweiten Weizenproduktion um drei Prozent in einem Jahr, in dem auch Reis verliert, in dem auch Soja knirscht, in dem Düngemittel knapp werden, ist kein landwirtschaftliches Wetterphänomen. Das ist ein politisch herbeigeführter Engpass mit Pressetext.
Die Folgen, die niemand auf Davos vorrechnet
Brot wird teurer. Nudeln werden teurer. Mehl wird teurer. Weizen geht zu grossen Anteilen ins Tierfutter, also wird auch Fleisch teurer, Milch teurer, Eier teurer. Das trifft den Schweizer Mittelschichthaushalt im Migros-Korb mit zwanzig bis dreissig Franken mehr pro Woche. Es trifft den ägyptischen Beamten, dessen Familie subventioniertes Fladenbrot isst, mit der nackten Existenzfrage. Es trifft den jemenitischen Bauern, der ohnehin im Krieg lebt, mit der nächsten Hungerwelle.
Und während die Regale erste Lücken zeigen, sitzen in Genf, Brüssel, New York und Davos jene Bürokraten und Stiftungsmilliardäre, die seit Jahren «sustainable food transformation» predigen und nun mit Genugtuung beobachten, dass die Realität ihrem Skript folgt. Es sei alles ungeplant, behaupten sie. Es seien alles unvorhergesehene Folgen, schwören sie. Es sei nur Zufall, dass Dünger, Diesel, Düngerausgangsstoffe und Düngerproduktionsanlagen alle gleichzeitig defekt sind und niemand sich verantwortlich fühlt. Hungersnot ist nicht das Unfallprodukt einer schlechten Erntesaison, sondern das geplante Endergebnis einer Energie- und Düngerpolitik, die Lebensmittelproduktion seit Jahren absichtlich verteuert und das Resultat anschliessend als Wetterereignis verkauft.
1972 wurde das letzte Mal weniger Weizen geerntet – damals kam jedoch niemand auf die Idee, den Mangel als «sustainable food system» zu vermarkten. Heute benötigt es ein ganzes Davoser PR-Departement, um den geplanten Engpass als Klimadrama zu verkaufen! Man stranguliert die Versorgung mit Diesel-, Dünger- und Sanktionspolitik, schaut den Bauern beim reihenweisen Aufgeben zu und nennt das Ganze «Climate Adaptation»! Am Ende wird der leere Brotkorb auf dem Schweizer Frühstückstisch genau die Farbe tragen, die jene PowerPoint-Folie hatte, auf der seine Verknappung beschlossen wurde – pastellgrün, ESG-zertifiziert und transformationsfromm!









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