Man muss es festhalten, bevor die Amnesie wieder einsetzt, die in diesem Land mit einer Zuverlässigkeit wiederkehrt, die jede Zugverbindung beschämt: Es war kein Virus, das zwischen 2020 und 2023 die Gesellschaft in etwas verwandelte, das ihr selbst fremd geworden ist. Viren existieren seit Jahrmillionen. Sie kommen, sie gehen, sie töten die Schwachen, sie verschonen die Starken, sie mutieren ins Harmlose. Das ist ihre Biographie und sie weicht nicht ab. Was abwich, war der Mensch. Oder genauer jene kleine Gruppe von Menschen, die entschieden, dass dieser Virus anders behandelt werden musste als alle vorherigen – anders als die Spanische Grippe, anders als HIV, anders als SARS 1.0, anders als die Schweinegrippe, die 2009 bereits einmal als Generalprobe diente und damals immerhin noch mit einem kläglichen Aufwacheffekt endete, als die bestellten Impfstoffmengen in Lagern vor sich hin schimmelten. Diesmal klappte es besser. Diesmal gab es kein Aufwachen.
Was wir erlebten, war kein medizinisches Ereignis. Es war ein politisches Experiment mit medizinischer Kulisse. Lockdowns, die in keinem Pandemieplan je vorgesehen waren – das RKI hatte sie ausdrücklich als kontraproduktiv eingestuft, wie seine eigenen Protokolle belegen, die ein Whistleblower 2024 veröffentlichte, vier Jahre nach dem Schaden. Maskenpflicht für Kinder in Schulen, obwohl keine Evidenz für deren Wirksamkeit im Alltag existierte und internationale Studien das damals bereits zeigten. Ausgangssperren für Ehepaare nach 22 Uhr, obwohl sie die ganze Nacht nebeneinander schlafen durften. 2G, 3G, Impfpflicht für Pflegekräfte – und all das als Demokratie deklariert, als Solidarität, als Vernunft.
Wer das infrage stellte, war kein Bürger mehr. Er war ein Covidiot. Ein Schwurbler. Ein Gefährder. Und wenn er mit dem Grundgesetz auf die Strasse ging, konnte er sicher sein, dass Polizisten mit Schlagstöcken erschienen, während die Tagesthemen am selben Tag eine Anticoronademonstration als «Rechtsextremisten-Aufmarsch» rahmten — ungeachtet der Familien, Rentner und Ärzte, die dort standen.
Karl Lauterbach erklärte die Impfung für «nebenwirkungsfrei». Das war gelogen. Er wusste es, die EMA wusste es, Pfizer wusste es. Pfizer hatte nach der Zulassung, die auf Basis eines sauberen Verfahrens erteilt worden war, die Produktionsmethode geändert – billiger, schmutziger, profitabler. Die Verunreinigungen wurden intern in eigenen Studien festgestellt. Die Fehlgeburtenrate stieg um über tausend Prozent im Vergleich zur ursprünglichen Charge. Die EMA gab trotzdem den Stempel. «Notlage» war die Erklärung. In der Logik dieses Systems bedeutet Notlage: Die Spielregeln gelten nicht mehr für jene, die sie aufgestellt haben – nur noch für jene, an denen sie angewendet werden.
Und die Gewinner? Amazon verdoppelte seinen Börsenwert. Pfizer schrieb Rekordgewinne, gleichzeitig von der Haftung freigestellt. BlackRock und Vanguard bauten ihre Positionen in allen krisenrelevanten Sektoren aus. Das Weltwirtschaftsforum sprach von einem «Great Reset» und meinte damit keine Metapher. Bill Gates wurde in den Tagesthemen als Medizinexperte gehandelt – ein Mann ohne Medizinstudium, mit Milliarden in Biontech, mit einer Stiftung, die der WHO mehr Geld gibt als die meisten Mitgliedsstaaten und mit einer Familientradition in «Family Planning», die bis zu zwangssterilisierten Amerikanern reicht und zwar legal, bis in die 1960er.
Die EMA, gegründet nach dem Contergandrama um genau diese Form von Industrie-Aufwand-Optimierung auf Kosten der Patienten zu verhindern, kannte die Geschichte. Sie kannte das Muster. Und sie winkte durch.
Die Medien? Berichteten, was ihnen gesagt wurde, synchron, ohne Abweichung. Der Ethikrat? Formulierte, was die Regierung hören wollte. Die öffentlichrechtlichen Sender? Zeigten die Grafiken der Regierung, luden die Kritiker nicht ein und wenn doch, dann vier gegen einen, mit der klaren dramaturgischen Absicht, sie zu vernichten. Der Querdenker – einst Ehrentitel für Einstein, für Alfred Herrhausen, für jeden, der ausserhalb vorgegebener Strukturen dachte – wurde zum Schimpfwort. Zur Diagnose. Zur Begründung für Berufsverbote, Strafverfahren, soziale Ächtung.
Das ist das eigentliche Vermächtnis dieser Jahre. Nicht der Virus. Der Virus war Anlass. Das Vermächtnis ist die Infrastruktur, die jetzt existiert: die Präzedenz für Grundrechtsaussetzungen, die Normalisierung digitaler Ausschlussmechanismen, die installierte Überwachungsarchitektur, die Akzeptanz staatlicher Willkür als «Fürsorge», und — am giftigsten — die kollektive Amnesie, die jetzt einsetzt, alimentiert von einer Klasse von Politikern, die keinen Untersuchungsausschuss wollen, weil sie nicht vergessen hat, was sie getan hat. Sie wollen nur, dass alle anderen vergessen.
Das Erschütterndste ist nicht, dass das passierte. Erschütternd ist, dass es so leicht ging. Dass Millionen mitmachten. Dass die Nachbarn die Nachbarn meldeten. Dass Ärzte Kollegen denunzierten. Dass Eltern ihre Kinder mit Masken in die Schule schickten und es Fürsorge nannten.
Das Virus hat die Welt nicht verändert. Der Mensch hat sich selbst verändert – und zwar in eine Richtung, die schon einmal in der Geschichte sichtbar war, mit bekanntem Ausgang. Wer das nicht sehen will, hat sich entschieden, es nicht zu sehen. Das ist eine aktive Entscheidung. Und sie hat Konsequenzen…



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