Mir geht diese Intoleranz mit ihrem selbstgerechten Dauergrinsen inzwischen nicht mehr nur auf die Nerven, sie macht mich müde. Diese Sorte Mensch, die sich selbst für «bewusst», «erwacht» und moralisch über den Dingen schwebend hält, während sie mit erstaunlicher Präzision auf alle einschlägt, die nicht exakt im gleichen Rhythmus atmen.

Es sind jene, die permanent von Liebe, Achtsamkeit und Respekt sprechen. Aber eben nur so lange, bis du eine andere Meinung hast. Dann endet die Liebe schlagartig, die Achtsamkeit verflüchtigt sich und der Respekt wird gegen ein moralisches Skalpell getauscht.

Die Intoleranz folgt einem erstaunlich einfachen Baukasten:

«Ich bin erwacht» heisst übersetzt: Ich habe die Wahrheit gepachtet.
«Du bist noch nicht so weit» bedeutet: Du bist moralisch unterentwickelt.
«Ich handle aus Liebe» meint: Ich darf dich bevormunden.
«Du bist nicht empathisch» heisst nichts anderes als: Du gehorchst nicht meinen Regeln.

Das Ganze kommt mit sanfter Stimme, viel Herzchen-Emoji und einem Tonfall, der suggeriert, man wolle dich eigentlich nur retten. Vor dir selbst, versteht sich.

Besonders faszinierend wird es bei der Doppelmoral. Fleisch essen ist Mord, aber Menschen öffentlich abwerten geht klar. Tiere schützen ist heilig, Menschen mit abweichenden Meinungen beschimpfen ein Akt höherer Ethik. Für Vielfalt sein ist wichtig, solange diese Vielfalt nicht im Denken stattfindet. Gegen Gewalt sein ist Pflicht, ausser es handelt sich um psychische Gewalt durch Schuld, Scham und moralische Erpressung. Dann ist das plötzlich «notwendig».

Das ist der moderne Ablasshandel. Wer die richtigen moralischen Abzeichen trägt – vegan, klimaneutral, Anti-Böller, Anti-alles, was irgendwie nach Spass riecht – bekommt einen Freifahrtschein für soziale Rücksichtslosigkeit. Man darf intolerant sein, solange man dabei die korrekten Schlagwörter benutzt. Ein moralisch zertifiziertes Arschloch bleibt schliesslich ein Arschloch, nur mit besserem Gewissen.

Und jetzt kommt der perfide Teil: Social Media verstärkt diesen Wahnsinn bis zur Unkenntlichkeit. Wenn du durch deine Feeds scrollst, bekommst du den Eindruck, als würde die Mehrheit genau so denken. Überall dieselben Meinungen, dieselben Formulierungen, derselbe erhobene Zeigefinger, dieselbe scheinheilige Empörung. Das fühlt sich an wie gesellschaftlicher Konsens. Ist es aber nicht.

Es ist der verdammte Algorithmus. Er füttert dich mit dem, was er für kompatibel mit deiner vermuteten Bubble hält. Er zeigt dir nicht die Gesellschaft, er zeigt dir eine verzerrte Simulation davon. Eine moralisch optimierte Echokammer, in der Abweichung als Fehler behandelt wird.

Und ich bin nicht allein. Bei weitem nicht. Da ist eine stille Mehrheit, die diese Dauerbelehrung satt hat, diese moralische Erpressung, dieses «Entweder du bist einer von uns oder du bist schlecht». Doch diese Mehrheit schweigt.

Warum? Weil der Preis fürs Reden hoch ist. Shitstorm, Ausgrenzung, Etikettierung. Wer widerspricht, wird nicht diskutiert, sondern aussortiert. Also halten viele den Mund. Nicht, weil sie nichts zu sagen hätten, sondern weil sie keine Lust haben, sich von selbsternannten Lichtwesen moralisch zerlegen zu lassen.

Ich mache da nicht mit. Ich akzeptiere keine Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist, keine Achtsamkeit, die nur für Gleichgesinnte gilt, und keine Spiritualität, die andere Menschen abwertet. Wenn das «bewusst» sein soll, dann bin ich lieber unbequem…

Intoleranz und Doppelmoral: Ich hab endgültig die Schnauze voll


ANZEIGE: Du suchst nach dem einfachsten Weg, Bitcoin zu kaufen und selbst zu verwahren? Die Relai-App ist Europas erfolgreichste Bitcoin-App. Hier kaufst Du Bitcoin in wenigen Schritten und kannst auch Sparpläne einrichten. Niemand hat Zugriff auf Deine Bitcoin, ausser Du selbst. Relai senkt jetzt die Gebühr auf 1 %, mit dem Referral-Code REL105548 sparst Du weitere 10 %. (keine Finanzberatung). Disclaimer wg. EU-Mica-Regulierung: Die Dienste von Relai werden ausschliesslich für Einwohner der Schweiz und Italien empfohlen.

Psst, folge uns unauffällig!

Unterstütze uns!

 
«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.

Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

Um den Betrieb der Seite zu gewährleisten könnt ihr gerne eine Spende per Kreditkarte, Paypal, Google Pay, Apple Pay oder Lastschriftverfahren/Bankkonto zukommen lassen. Vielen Dank an alle Leser und Unterstützer dieses Blogs!
 


Wir werden zensiert!

Unsere Inhalte werden inzwischen vollumfänglich zensiert. Die grössten Suchmaschinen wurden aufgefordert, unsere Artikel aus den Ergebnissen zu löschen. Bleib mit uns über Telegram in Verbindung, spende, um unsere Unabhängigkeit zu unterstützen oder abonniere unseren Newsletter.

Newsletter

Nein danke!