Filmproduzenten-Legende und ehemaliger Hollywood-Studiobesitzer Menachem Golan ist im Alter von 85 Jahren in Tel Aviv gestorben. Golan verlor am Freitag bei einem Familienbesuch im Stadtteil Jaffa das Bewusstsein und konnte von Rettungskräften nicht mehr wiederbelebt werden. Der in Tiberias am See Genezareth geborene Golan leitete zusammen mit seinem Cousin Joram Globus von 1979 bis 1989 die legendäre Hollywood-Produktionsfirma Cannon.
In seinen besten Zeiten produzierte Cannon bis zu mehr als 40 Streifen im Jahr. Golan, der anfangs unter Roger Corman als Regie-Assistent gearbeitet hatte, wurde vor allem mit rechtslastigen Actionfilmen bekannt, ihm haben wir Chuck Norris, Jean Claude Van Damme, die ultrareaktionären «Death Whish»-Filme und die schreckliche «Eis-Am-Stiel» Reihe zu verdanken. Und nicht zu vergessen: Der Mann hat mit dem furchtbaren «Superman IV» im Jahr 1987 ein ziemlich erfolgreiches Comic-Franchise um die Ecke gebracht. Man kann von seinen Filmen halten, was man will, sein immenser Einfluss auf B-Filme und das ganze Action-Genre ist unbestritten.
Cannon besass zur Zeit seiner Hochblüte 1200 Kinos in den USA und Europa. Der Konzern erwirtschaftete Umsätze von bis zu einer Milliarde Dollar im Jahr. Doch kostspielige Projekte trieben den Konzern in die Verschuldung. Golan und Globus verkauften ihn schliesslich an den Grossverleiher Pathé. Privat zerstritten sich die beiden Cousins – und versöhnten sich später wieder. Golan kehrte Mitte der 1990er Jahre nach Israel zurück. Bis 2008 drehte er als Regisseur zahlreiche weitere Filme, darunter «Gianni Versace – Der Mord» (1998) mit Franco Nero in der Rolle des 1997 in Miami ermordeten italienischen Modeschöpfers.
Als Regisseur hat der Mann nicht wenige B-Film-Legenden auf dem Kerbholz: «Delta Force», «Enter The Ninja», «Missing in Action». Als Produzent hatte er seine Finger dann noch in einer ganzen Reihe weiterer Filme im Spiel, unter anderem hat er die Finanzierung von Stallones «City Cobra», «Exterminator 2», «Bloodsport», «Quatermain» und tatsächlich «Masters of the Universe» mit Dolph Lundgren angeschoben. Und er hatte nicht nur Actionschrott am Start, sondern auf seinem Mist sind auch nicht grade wenige echte Genre-Klassiker gewachsen: Der Breakdance-Klassiker «Breakin'», der grossartige «Lifeforce» (aka «Space Vampires») von Tobe Hooper, das tolle Remake von «Invaders from Mars», das sehr unterschätzte Sequel zu «Texas Chainsaw Massacre», Tom Savinis 1990er Remake von «Night Of The Living Dead» und mit dem 1985er «Runaway Train» hat er nicht weniger als einen der besten Actionfilme aller Zeiten zu verantworten. Danke, Mister Golan. R.I.P.








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