Bei einem Startup in der südchinesischen Wirtschaftsmetropole Shenzhen haben findige junge Leute eine App entwickelt, die Chinas Gesundheitssystem revolutionieren soll: Bürger bekommen einen kleinen Chip unter die Haut implantiert, der jede Körperfunktion misst und an die Smartphone-App sendet. Damit soll es möglich sein Behandlung überwachen oder falls jemand zu viel Alkohol trinkt, kann dies die App melden und als Bestrafung zum Beispiel die Krankenversicherung oder Rentenzahlung kürzen. Stolz führten die Entwickler ein Werbevideo vor…
Die vom Chip erfassten Informationen schickt die App an einen zentralen Server, der die Daten von Millionen Menschen sammelt und auswertet. So können die Behörden auf einen Blick sehen, in welchen Regionen auffällig viele Bürger unter Bluthochdruck, Diabetes oder anderen Beschwerden leiden. Sie können die Betreffenden dann per Push-Nachricht zum richtigen Arzt schicken, die Behandlung überwachen – und jene bestrafen, die sich nicht daran halten. Ein Angestellter erklärte dies an einem einfachen Beispiel: Meldet die App, dass jemand zu viel Alkohol trinkt, könnte man ihm die Krankenversicherung oder Rentenzahlung kürzen.
Die chinesische Regierung lässt keinen Zweifel daran, dass sie ihre digitalen Überwachungssysteme keinesfalls auf ihr eigenes Territorium beschränken will. Staaten, in deren Infrastruktur sie investiert – nicht nur in Asien und Afrika, sondern auch in Europa – könnten bald mit besonderen Angeboten konfrontiert werden: Daten gegen Geld. Und wer nicht mitspielt, bekommt weniger Aufträge.
Es muss nicht so kommen wie befürchtet. Wenn Europa aufwacht und seine Interessen in der Welt entschlossen vertritt. Wenn die Länder Europas beginnen, eine Vision für die nächsten Jahrzehnte zu entwickeln, statt immer nur im Hier und Heute herumzutappen. Eine grosse, aber nicht unlösbare Aufgabe. Dies ist so wichtig, dass wir darüber eigentlich ebenso viel reden sollten wie über Corona.






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