(Selbst-)Erkenntnis und (Selbst-)Vergebung, beides wird einen schmerzhaften aber befreienden Prozess durchlaufen. Wollen wir die gesellschaftliche Spaltung verhindern, sollten wir alle einen Moment innehalten. Denn aktuell steuern wir direkt auf eine Katastrophe zu. Werden 20 – 30 Prozent der Bevölkerung dauerhaft vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen, wird die «Mehrheitsgesellschaft», die diese Massnahmen ohnehin nur aus Angst und (Selbst-)Hass vorantreibt, stärker darunter leiden und man kann aus volkswirtschaftlicher Sicht nicht auf diese grosse Minderheit verzichten.
Darüber hinaus ist diese Minderheit auch psychisch gesund. Sie leidet zwar unter den Massnahmen der Mehrheitsgesellschaft, kommt aber letztlich – weil flexibel und kreativ – weitgehend damit zurecht. Wir finden eigene Möglichkeiten, damit zurecht zu kommen, verlieren aber weder den Mut, noch den Spass am Leben. Eine grosse Zahl Intellektuelle, Vermögende und Kreative werden auswandern. Andere werden eigene heimliche Communities aufbauen. Viele werden – illegale Wege finden (wie in der Prohibition) – selbst der grösste Polizeistaat kann das nicht kontrollieren. Die Polizei schränkt dann aber dadurch vorallem das Leben der «Mehrheitsgesellschaft» ein, die dadurch noch mehr Angst bekommt. Während die Mehrheitsgesellschaft ihr Leben immer weiter einschränkt, werden wir das Leben immer reichhaltiger geniessen.
Gerade der Blick auf die verängstigte, maskentragende, getestete, 6-monatig geimpfte Restgesellschaft, macht die Freiheit nicht mitzumachen umso attraktiver. Für uns, diejenigen, die Moralkompetenz und gesellschaftliche Resilienz besitzen, diejenigen, die bei Milgram abgebrochen hätten und die bei Asch standhaft geblieben wären, spielt die Zeit. Je schlimmer die Bedrohungen werden, desto wertvoller wird die Freiheit. Je schriller die Worte, desto deutlicher die Angst.
Ich stehe ein für Basisdemokratie, Grund- und Menschenrechte, Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit. Von der Richtigkeit dieser Werte lasse ich mich auch dann nicht abbringen, wenn um mich herum Faschismus herrscht. Ich lasse mich aber auch nicht davon abbringen, mein Leben zu geniessen, um mich an dem Moment zu erfreuen. Eure Angst wird nicht zu meinem Grauen. Eure Zitronen sind meine Limonade. Wie sang Rio Reiser bei «Ton Steine Scherben» schon in den 70ern: «Wir haben nichts zu verlieren, ausser unsere Angst!», hier in einer Cover-Version:
Der Traum ist aus
Ich hab geträumt, der Winter wär vorbei
Du warst hier und wir waren frei.
Und die Morgensonne schien.
Es gab keine Angst und nichts zu verlier’n,
Es war Friede bei den Menschen und unter den Tier’n.
Das war das Paradies.Ref.: Der Traum ist aus. Der Traum ist aus.
Aber ich werde alles geben, daß er Wirklichkeit wird.Ich hab geträumt, der Krieg wär vorbei.
Du warst hier, und wir waren frei.
Und die Morgensonnen schien.
Alle Türen waren offen, die Gefängnisse war’n leer.
Es gab keine Waffen und keine Kriege mehr.
Das war das Paradies.Gibt es ein Land auf der Erde,
Wo dieser Traum Wirklichkeit ist?
Ich weiß es wirklich nicht.
Ich weiß nur eins und da bin ich mir sicher:
Dieses Land ist es nicht.
Dieses Land ist es nicht.Der Traum ist aus zu dieser Zeit.
Doch nicht mehr lange, mach dich bereit.
Für den Kampf um’s Paradies.
Wir hab’n nichts zu verlier’n außer unser Angst
Es ist uns’re Zukunft, es ist unser Land.
Gib mir deine Liebe, gib mir deine Hand!







«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








