Amon Amarth haben mit «Gjallarhorn» den Eröffnungstrack ihres dreizehnten Albums vorgelegt, samt Video, das keinen Zweifel lässt, wohin der Weg führt: Durch Nifelheims ewige Nacht, hinab zur Wurzel der Weltenesche, an Mimirs Brunnen.
Erzählt wird der älteste Handel der nordischen Überlieferung. Ein grau gewandeter Wanderer schleppt sich durch Eis und schneidenden Wind, fordert einen Schluck aus dem Quell der Weisheit und trifft auf einen Wächter, den nichts erweicht. Mimir schweigt, schüttelt den Kopf, nennt am Ende seinen Preis: Ein Auge. Odin feilscht nicht, er verlangt das Messer. Weisheit gibt es nur gegen Verstümmelung und wer nicht zahlen will, bleibt dumm.
Musikalisch keine Neuerfindung, sondern Handwerk mit Zähnen. Riffs, die wieder nach Marshall-Röhren klingen statt nach Rechnersimulation, ein Refrain, den auf jedem Festivalfeld 20’000 Bierbecher mitgrölen werden, darunter das Trommelgewitter, das die Schweden seit Jahrzehnten trägt.
«The Allfather Awakens» erscheint am 2. Oktober: Zehn Stücke, aufgenommen bei Jacob Hansen in Dänemark, geschrieben unterwegs auf Tour, jeder Song einzeln fertiggestellt statt im Block heruntergerotzt. Und für die Überlieferungs-Erbsenzähler: Das Gjallarhorn gehört eigentlich Heimdall. Snorri lässt Mimir trotzdem daraus trinken. Die Götter nehmen es mit dem Eigentum offenbar nicht so genau, mit dem Preis dafür umso mehr…






«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







