Zakk Wylde, bärtiger Schutzpatron der Sustain-Note und des bodenlosen Pinch-Harmonics, hat 2018 einen Song über transzendente, alles heilende Liebe geschrieben – und dann ein Video dazu drehen lassen, in dem der Sensenmann seinen Bürotag absolviert. Willkommen bei «A Love Unreal», wo Schmalz und Schädel sich die Hand geben.
Der Track stammt vom zehnten Black-Label-Society-Album «Grimmest Hits», erschienen am 19. Januar 2018. Die Platte schoss auf Platz 4 der Billboard-Charts, kassierte Platz 1 in den Hard-Music- und Independent-Listen und bewies damit, dass eine Marke namens Black Label noch immer Whiskey und Tinnitus gleichermassen verkauft. Der Song selbst ist eine Doom-Ballade von der Sorte, die Wylde im Schlaf schreibt: Schwere Akkorde, schwerere Gefühle, ein Refrain, der dem Gegenüber die ganze Welt verspricht. «A love beyond, a love unreal» – Pathos im Tonnenmassstab, ausgeschenkt mit der gleichen Geste, mit der man sonst ein doppeltes Glas einschenkt.
Und dann das Video. Regisseur Justin Reich, BLS-Hausvideograf, setzt zur tränenfeuchten Liebeshymne ausgerechnet den Tod höchstpersönlich ins Bild – einen Sensenmann, der Alltagsszenen durchlebt, zwischen Zorn, Zuneigung und Wehmut schwankt und am Schluss eine fast zärtliche Erlösung findet. Die zynische Lesart liegt griffbereit: Die einzige Liebe, die wirklich «beyond» und «unreal» ist, holt einen am Ende ohnehin ab, mit Kapuze und Klinge. Wylde verpackt die letzte Gewissheit in eine Powerballade und nennt das Ganze Romantik – was, ehrlich, die ehrlichste Definition von Liebe ist, die der Metal je geliefert hat…






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