In der modernen Kultur preist die wissenschaftliche Gemeinschaft den Dissens als ein Mittel zur Vermehrung des Wissens. Für den Ur-Faschismus ist Dissens Verrat
Dieses Zitat von Umberto Eco habe ich in den letzten zwei Jahren schon mehrfach anbringen müssen. Bisher immer im Zusammenhang, dass vermehrt Mediziner und Naturwissenschaftler ausgegrenzt, beleidigt und stigmatisiert wurden, wenn sie dem vorgegeben Regierungsnarrativ widersprachen.
Jetzt hat die Cancel Culture ein neues Level erreicht. Da die Bücher von Frau Krone-Schmalz nicht mehr in das politische Narrativ der woken Gutmenschen passen, werden sie im Beck-Verlag nicht mehr verlegt. Die offizielle Begründung lautet, sie würden überholt sein. Man muss dazu wissen, dass es sich beim Beck-Verlag um einen Fachbuchverlag handelt, der sich auf Geschichte und Politikwissenschaften spezialisiert hat, also zwei Wissenschaften, in denen es immer wieder mal vorkommt, dass sich bestimmte Ansichten, Thesen und Schlussfolgerungen der Autoren als überholt erweisen. Allerdings nur, wenn es eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, nämlich einen Dissens gegeben hat, denn «der kritische Geist trifft Unterscheidungen, und zu unterscheiden ist ein Zeichen von Modernität». (ebenfalls Eco) Auf solch eine kritische Auseinandersetzung verzichtet der Beck-Verlag wohlweislich. Gabriele Krone-Schmalz berichtete jahrelang aus Moskau für die ARD und galt immer als kompetente Kennerin der russischen Politik, Kultur und Mentalität. Dafür wurde sie nicht nur von ihren damaligen Journalistenkollegen, sondern auch von vielen anderen Menschen hochgeschätzt. In ihren Büchern hat sie sich damals schon gegen die Russland-Politik des «Wertewestens» ausgesprochen und diese zu recht scharf kritisiert. Damit passt Frau Krone-Schmalz natürlich nicht in das vorgegebene Politik narrativ vom bösen Russen schlechthin, dem alle ohne Abstriche zu folgen haben.
Die FAZ geifert daher genüsslich und brandmarkt ihre Bücher als «Putin Ramsch» und berichtet geradezu frohlockend, dass ihre Bücher nicht mehr aufgelegt werden. Der seit Gründung der Bundesrepublik von konservativen Schmutzblättern geradezu manisch gepflegte Sowjet- und später Russenhass hat jetzt eine neue Stufe erreicht: Man kann ihn bis zum Exzess ausleben. Ich empfehle der FAZ in einem ihrer nächsten Artikel die Säuberung von Bibliotheken vorzuschlagen, wie sich das für gute faschistische Staaten und ihren geistigen Brandstiftern gehört. Es könnte ja sein, dass sich dort noch andere Bücher befinden, die das Verhalten der Nato zu Russland kritisieren…







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