Am Anfang war das Zeichen. Bevor die erste Zivilisation ihre Götter in Stein meisselte, bevor der erste Priester seine Hände zum Himmel hob, bevor Sprache sich in Buchstaben verwandelte – da waren Symbole. Nicht als Erfindung des Menschen, sondern als Entdeckung. Als Abbild jener unsichtbaren Ordnung, die dem Sichtbaren zugrunde liegt. Symbole, Zeichen, Zahlen und Buchstaben sind das, was Pflanzenkunde für die äussere Welt ist: Seelenkunde. Jede Pflanze trägt ihre eigene Signatur, ihre Kraft, ihre Wirkung in sich. So auch jedes Zeichen. So auch jede Zahl. Sie wurden nicht erdacht – sie wurden erkannt. Dieses Wissen ist uralt. Und es wurde uns genommen.
Die Freimaurer stehen im Mittelpunkt so vieler Anklagen, so vieler Verdächtigungen, so vielen kollektiven Zorns, dass man fast vergisst, die eigentliche Frage zu stellen: Was bewacht diese Bruderschaft denn eigentlich wirklich? Nicht der Logenvater aus der Provinz, nicht der Stadtrat, der hofft, zwischen Gott und Winkelmass neue Wähler zu finden, nicht der Kaufmann, der das Netzwerk schätzt und die Abende ohne Ehefrau. Diese unteren Grade der Einweihung sind das äussere Gewand – das Exoterische, das Sichtbare. Sie sind der Vorhang, nicht das Heiligtum dahinter.
Hinter dem Vorhang aber – in jenen höchsten Graden, wo sich Logen mit Orden und Orden mit Machtstrukturen überschneiden, wo Kandidaten bereits auf jesuitisch geführten Universitäten ausgewählt, über Jahrzehnte geformt und durch Rituale zum Schweigen verpflichtet werden – dort wird etwas anderes gehütet. Kein blosses politisches Netzwerk. Keine reine Verschwörung. Sondern Wissen. Altes, wirksames, kosmisches Wissen über die Mechanismen der Schöpfung.
Die Zahl, die aus der Zeit stammt
Die 33 ist nicht die Zahl der Unterdrückung. Sie ist die Zahl der Meisterschaft.
Im Hinduismus strukturieren 33 Gottheiten die vollständige göttliche Ordnung des Kosmos. In der Kabbala korrespondieren 33 Wege der Weisheit mit der Strukturierung der Schöpfung durch das göttliche Wort. Im jüdischen Kalender markiert der 33. Tag des Zählens des Omer den Aufstieg des spirituellen Lichts. Der muslimische Gebetsrosenkranz trägt traditionell 33 Perlen – jede ein Gottesname, jede ein Schritt zur göttlichen Einheit. Im Buddhismus bezeichnet die 33 die höchste Himmelsebene, die noch direkt mit dem Weltenberg Meru verbunden ist, dem Achsenpunkt des Universums. In den Anden der Inka gilt 33 als Gesamtharmonie, als die Zahl, die alles zusammenhält.
In der Alchemie – jener Kunst, die niemals nur von Blei und Gold sprach, sondern stets vom Menschen selbst – muss die Seele durch 33 Stufen der Prüfung gehen. Das Blei ist die rohe, instinktgesteuerte Natur. Das Gold ist das erleuchtete göttliche Bewusstsein. Die 33 Stufen sind keine Hierarchie der Macht über andere. Sie sind eine Karte der inneren Evolution – den Beleg, dass der Mensch kein fertiges Wesen ist, sondern ein Projekt in Verwandlung.
Diese Zahl gehört der Menschheit. Sie wurde von den Logen eingehegt, monopolisiert, für fremde Zwecke instrumentalisiert – und dann als Erkennungszeichen des Bösen in den Volksmund gespült, damit niemand sie mehr berühren will. Ein doppelter Diebstahl: Erst das Wissen nehmen. Dann die Leute davon überzeugen, es nicht zurückzuwollen.
Baphomet, Synkretismus und der Vatikan als Begriffswächter
Das Symbol des Baphomet erzählt dieselbe Geschichte. Diese Figur – Ziegenkopf, menschlicher Oberkörper, weibliche Brüste, Schwingen, ausgestreckte Hände in dem Gestus des indischen Pranayama-Mudra – wurde nicht von Teufelsanbetern erschaffen. Sie wurde von der römisch-katholischen Kirche konstruiert: Ein Werkzeug der Inquisition, zusammengesetzt aus heidnischen Elementen, die man dem Templerorden unterschob, um dessen Vernichtung zu rechtfertigen. Cernunnos, der keltische Herr der Tiere und der Unterwelt. Pan, der Gott der Wildnis und der Herden. Die Grüne Frau, die in vielen heidnischen Traditionen die Vereinigung der Gegensätze verkörpert. All diese Kräfte wurden in ein Feindbild gegossen – und die Menschheit lernte, sich vor dem eigenen Erbe zu fürchten.
Denn «Satanismus» ist kein universeller Begriff. Er ist ein katholischer Kampfbegriff. Er bezeichnet die Rebellion gegen den Gott des Vatikans. Ausserhalb dieses geschlossenen Weltbildes existiert er nicht. Jüdischer Satanismus, muslimischer Satanismus, heidnischer Satanismus – das sind sprachliche Unmöglichkeiten. Wer das Wort unreflektiert benutzt, denkt im Begriffsrahmen Roms. Er beschreibt die Welt durch ein Fenster, das ein anderer für ihn eingesetzt hat.
Wyrd und die Eigenverantwortung als ältestes Gesetz
Im germanisch-nordischen Weltbild trug das Gesetz von Ursache und Wirkung einen anderen Namen: Wyrd. Nicht das fernöstliche Karma als kosmisches Buchführungssystem über viele Leben hinweg, sondern das lebendige, sich stetig webende Gewebe der Gegenwart. Wyrd ist eng mit Örlög verbunden – dem Urgesetz, das aus dem Anfang der Zeit stammt, dem Schicksal nicht als Verhängnis, sondern als Konsequenz. Im Deutschen lebt dieses Konzept im Verb «werden»: Handlungen in der Gegenwart werden zu etwas. Sie weben das Netz weiter, über die eigene Existenz hinaus, in die Generationen.
Radikale Eigenverantwortung ist ein zutiefst heidnisches Konzept. Es braucht keine Beichtformel, keinen Ablass, keine äussere Autorität, die Schuld tilgt oder Absolution erteilt. Es braucht nur das Bewusstsein: Was ich tue, wird zu etwas. Das ist Metaphysik ohne Priester.
Die Rückholung
Symbole, Zeichen, Zahlen – sie sind neutrale Brücken in eine Wirklichkeit, die unter der sichtbaren liegt. Ihre Wirkung entscheidet nicht ihre Form, sondern die Absicht, mit der sie geführt werden. Dieselbe Zahl, die in einer Loge zur Konsolidierung von Macht benutzt wird, kann in den Händen eines wachen Menschen zur Karte der eigenen inneren Architektur werden. Dasselbe Symbol, das zur Abschreckung des Gewöhnlichen eingesetzt wurde, kann zum Schlüssel seiner Befreiung werden.
Die Freimaurer haben dieses Wissen nicht erschaffen. Sie haben es gehütet – und dabei eingeschlossen. Der erste Schritt zur Rückholung ist nicht Wut. Er ist Erkenntnis. Was man nicht kennt, kann man nicht zurückfordern. Was man fürchtet, überlässt man denen, die es benutzen wollen. Das Wissen war immer da. Es wartet…
Die gestohlene Magie: Was die Freimaurer wirklich hüten und warum es uns gehört
Es gibt Handelsabkommen, die man ablehnen kann, weil man die Wirtschaftsphilosophie dahinter nicht teilt. Es gibt Abkommen, die man kritisieren kann, weil die Verhandlungen unausgewogen waren oder die Interessen bestimmter Branchen zu wenig berücksichtigt wurden. Und dann gibt es das EU-Mercosur-Abkommen – ein Konstrukt, das man ablehnen muss, weil es schlicht das ist, was es ist: Ein Betrug am europäischen Verbraucher, verpackt in den Hochglanzprospekt des globalen Freihandels.
Die Fakten sind so klar, dass man sie eigentlich nicht mehr kommentieren müsste. Am 1. Mai 2026 trat die erste Phase des Abkommens in Kraft. Die Kommission hatte versprochen, es würden über sechs Jahre insgesamt 99’000 Tonnen zollfreies Rindfleisch aus den Mercosur-Staaten importiert werden dürfen – eine Menge, die man als «moderat» verkaufte, als «kontrolliert», als «verträglich für den europäischen Markt». Was tatsächlich passierte: Am ersten Tag strömten fast 60’000 Tonnen zollfrei herein. Sechzig Prozent der angeblichen Sechsjahresquote, in vierundzwanzig Stunden.
Gleichzeitig wurde der bisherige Zoll von zwanzig Prozent auf null gesenkt. Nicht schrittweise. Nicht über einen Übergangszeitraum. Auf null. Das Ergebnis: Importfleisch, das plötzlich deutlich billiger ist als europäisches, das unter strengen Tierschutz-, Umwelt- und Lebensmittelsicherheitsstandards produziert wurde. Standards, die Kosten verursachen. Standards, die der Importware nicht auferlegt werden. Das ist nicht Freihandel. Das ist Wettbewerbsverzerrung mit behördlichem Segen.
Aber die Konditionen sind noch nicht das Perverseste an dieser Geschichte. Das Perverseste ist das Timing und die Methode. Die entscheidenden Änderungen – jene, die aus einem schon problematischen Abkommen eine regulatorische Katastrophe machen – wurden am 22. April 2026 beschlossen. Neun Tage vor Inkrafttreten. Still. Im Hinterzimmer. Ohne öffentliche Ankündigung. Ohne Information der betroffenen Mitgliedstaaten. Die Verbraucher, deren Gesundheit und Ernährungssicherheit auf dem Spiel stehen, wurden als letzte – oder gar nicht – informiert.
Das ist die Arbeitsweise einer Institution, die weiss, dass das, was sie tut, bei Licht betrachtet nicht standhält. Wer transparent handelt, handelt am Tag. Wer am 22. April handelt, damit am 1. Mai Fakten gelten, die vorher hätten diskutiert werden müssen, handelt aus einem Grund: Weil die Diskussion unerwünscht war.
Und der Grund für das alles? Laut der Begründungslogik der Kommission: Freihandel, Wirtschaftswachstum, Partnerschaft. Die reale Begründungslogik, die zwischen den Zeilen sichtbar wird: Deutsche Exportinteressen. Die deutsche Automobilindustrie und andere Exportsektoren profitieren vom Marktzugang zu den Mercosur-Staaten. Das europäische Landwirtschaftsmodell – und besonders jenes der kleineren, agrarisch geprägten Mitgliedsstaaten – bezahlt den Preis dafür. Das Abkommen ist, in seiner Struktur, eine Umverteilung: Von den Bauern und Verbrauchern zu den Exportkonzernen.
Dazu kommt die Lebensmittelsicherheitsfrage — und hier verlässt man endgültig den Bereich des Politisch-Diskutierbaren und betritt den Bereich des schlicht Inakzeptablen. Die EU-Kommission selbst hat festgestellt, dass Brasilien die Qualität und Sicherheit seiner Lebensmittelexporte nicht ausreichend kontrolliert. Gleichzeitig hat die Kommission auf eigenen Wunsch die Entscheidungsgewalt darüber abgegeben, welche Unternehmen aus Mercosur-Staaten Lebensmittel in die EU importieren dürfen.
Das ist keine Fahrlässigkeit. Das ist eine bewusste Entscheidung. Eine Institution, die weiss, dass die Kontrolle mangelhaft ist und trotzdem die eigene Kontrollkompetenz abgibt, hat entweder aufgehört, ihren Auftrag ernst zu nehmen – oder sie hat einen anderen Auftrag, den sie nicht öffentlich kommuniziert.
Die Folgen sind bereits sichtbar, noch bevor das Abkommen vollständig greift: 62 Tonnen krebserregendes Rindfleisch aus Brasilien gelangten in die EU. Kontaminierte Sonnenblumenkerne aus Argentinien mit bis zu fünffach überschrittenen Pestizidgrenzwerten. In Polen über 600 Kilogramm mit Hormonen versetztes Rindfleisch aus Uruguay. Das sind keine hypothetischen Risiken. Das sind aktuelle Vorfälle – Vorfälle, die zeigen, was bereits im bestehenden System durchsickert, bevor die Schleusen mit dem Abkommen vollständig geöffnet werden.
Europäische Bauern unterliegen einem der weltweit strengsten Regulierungsregime. Pestizidgrenzwerte, Antibiotikarestriktionen, Hormoneinsatzverbote, Tierschutzauflagen, Umweltstandards, Dokumentationspflichten – das alles kostet Geld, erhöht die Produktionskosten und macht europäisches Fleisch teurer als südamerikanisches. Das ist nicht das Problem. Das ist das Ergebnis einer politischen Entscheidung, diese Standards zu setzen. Das Problem entsteht, wenn man Importware, die diesen Standards nicht entspricht, zollfrei auf denselben Markt lässt und die Konsequenz «Marktverdrängung europäischer Produzenten» als unvermeidbaren Kollateralschaden des Freihandels behandelt.
Es gibt nur eine angemessene Antwort auf dieses Abkommen: Vollständige Ablehnung. Rechtlich, durch den Europäischen Gerichtshof, der prüfen muss, ob die Art des Zustandekommens – Hinterzimmerbeschlüsse neun Tage vor Inkrafttreten, ohne Beteiligung der Mitgliedstaaten – mit europäischem Recht vereinbar ist. Politisch, durch Mitgliedstaaten, die ihre Bevölkerung nicht als Versuchskaninchen für ein Exportmodell zur Verfügung stellen wollen, das andere bezahlen. Und durch Verbraucher, die das Recht haben, zu wissen, was auf ihrem Teller liegt – und unter welchen Bedingungen es produziert wurde.
Eine Kommission, die am 22. April beschliesst, was am 1. Mai gilt, hat aufgehört, ein demokratisches Organ zu sein. Sie ist ein Verwaltungsapparat im Dienst von Interessen, die sie nicht offenlegt. Guten Appetit – und prüft besser die Herkunftsangaben…
Es ist eine Kunst. Nicht jede Redaktion beherrscht sie, aber das SRF hat sie über Jahre perfektioniert: Die Kunst, wochenlang über etwas zu berichten, das bereits erledigt ist, um ja nicht über etwas berichten zu müssen, das noch brennt. Patrick Fischer, ehemaliger Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft, hat an den Olympischen Spielen 2022 ein falsches Covid-Zertifikat verwendet. Er hat seine Strafe bezahlt. Er hat sich öffentlich entschuldigt. Der Fall ist, juristisch gesprochen, abgeschlossen. Nicht beim SRF. Dort wurde der Fall Fischer zu einem wochenlangen Medienereignis aufgeblasen, kommentiert, eingeordnet, moralisch bewertet und nochmals kommentiert – mit einer Ausdauer, die man sich für andere Themen nur wünschen könnte.
Etwa für die Covid-Impfverträge des Bundes, die das Bundesamt für Gesundheit jahrelang unter Verschluss hielt und erst nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vollständig veröffentlichen musste. Ein Urteil, das erzwungene Transparenz über Verträge schuf, die der Staat mit Moderna und Novavax abgeschlossen hatte – Verträge, über deren Inhalt die Öffentlichkeit schlicht nicht informiert werden sollte. Man frage sich: Wie viele SRF-Sendeminuten hat dieser Vorgang erhalten? Wie viele Beiträge, wie viele Einordnungen, wie viele kritische Nachfragen an das BAG, das bis heute auf seiner Website die Impfung als «sicher» und «wirksam» bezeichnet, während die eigenen internen Protokolle – soweit sie vorliegen – ein anderes Bild zeichnen?
Die Antwort kennt jeder, der die letzten Jahre aufmerksam verfolgt hat.
Das ist kein Versehen. Das ist Selektion. Journalismus entscheidet jeden Tag aufs Neue, worüber er berichtet und worüber er schweigt. Diese Entscheidungen sind nie neutral. Sie spiegeln Interessen, Abhängigkeiten, institutionelle Loyalitäten und manchmal schlicht die Angst, ein Narrativ zu beschädigen, das man selbst jahrelang mitgetragen hat. Wer lange Zeit die frohe Kunde verbreitet hat, dass die Impfung unbedenklich, effektiv und gesellschaftliche Verpflichtung sei, steht nun vor einer gewaltigen Herausforderung, da er nun zugeben müsste, dass die Verträge nur auf gerichtlichen Druck hin veröffentlicht wurden, da die Behörde sie freiwillig niemals herausgerückt hätte.
Die Alternative: Patrick Fischer. Ein Sporttrainer, ein falsches Zertifikat, eine bereits abgeleistete Strafe. Moralisch einwandfrei aufzubereiten, klar konturiert zwischen Gut und Böse, ohne dass irgendjemand in der Redaktion sein eigenes Verhalten der letzten fünf Jahre infrage stellen müsste.
Bemerkenswert dabei ist, was in den Kommentarspalten passiert – jenem letzten verbliebenen Ort, an dem die Leserschaft noch ungefilterter Meinung ist als die Redaktion darüber. Dort solidarisiert sich ein erheblicher Teil der Leserschaft mit Fischer. Nicht nur jene, die das Zertifikatsystem von Anfang an ablehnten. Auch Geimpfte schreiben: «Im Rückblick hat Fischer alles richtig gemacht.» Das ist kein Randphänomen. Das ist ein Kippsignal. Das sind Menschen, die das offizielle Narrativ gegen ihre eigene Erfahrung abgleichen – und feststellen, dass die Rechnung nicht aufgeht. Die Redaktion bemerkt das. Und berichtet weiter über Fischer.
Dann sind da noch die Epstein-Akten. Dokumente, die in den USA schrittweise veröffentlicht wurden und die Verstrickungen einer kriminellen Elite in systematischen Kindesmissbrauch und Netzwerke aus Macht, Erpressung und institutioneller Straflosigkeit dokumentieren. Die Reaktion vieler etablierter Medienhäuser darauf war bemerkenswert konsistent: Abwiegeln, relativieren, «Verschwörungstheorien bekämpfen». Wer die Akten ernst nahm, galt als Extremist. Wer fragte, welche bekannten Namen darin auftauchen und welche Verbindungen gezogen werden müssen, wurde in jene Schublade gesteckt, aus der kein Journalist mehr herauskommt, ohne beschädigt zu sein.
Das ist kein Zufall. Das ist eine Schutzfunktion. Nicht zum Schutz der Öffentlichkeit – sondern zum Schutz jener, über die berichtet werden müsste.
Und die RKI-Protokolle? Tausende Seiten interner Kommunikation, die zeigen, dass das Robert Koch Institut intern wusste, was es extern bestritt. Dass die Pandemiedefinitionen, die Massnahmenbegründungen, die Kommunikationsstrategien intern anders bewertet wurden als öffentlich kommuniziert. Der Whistleblower, der diese Protokolle herausgab, hätte eigentlich eine Lawine an kritischer Berichterstattung auslösen müssen. Was folgte, war ein verhaltenes Raunen in einigen alternativen Medien und weitgehende Stille in den Leitmedien.
Fischer. Immer wieder Fischer.
Das System, das hier sichtbar wird, ist nicht kompliziert. Institutionen, die fünf Jahre lang Botschaften verbreitet haben, die sich als falsch, übertrieben oder bewusst manipuliert herausstellen, haben kein Interesse an Aufarbeitung. Weil Aufarbeitung bedeutet, das eigene Versagen einzugestehen. Weil das Gesicht kosten würde, das man fünf Jahre lang als unfehlbare Stimme der Vernunft in Stellung gebracht hat. Und weil jeder ernsthafte Journalismus über Impfverträge, Epstein-Netzwerke oder RKI-Protokolle unweigerlich die Frage aufwerfen würde: Wo wart ihr, als das alles passierte?
Die Antwort ist bekannt. Man war damit beschäftigt, Andersdenkende zu diffamieren, Kritiker als Verschwörungstheoretiker abzustempeln und Fischer-ähnliche Fälle als moralische Verfehlung aufzubereiten, die dem Publikum das Gefühl geben, man habe es mit echter journalistischer Arbeit zu tun. In den Kommentarspalten bildet sich derweil eine Gegenwelt. Die Leserschaft rechnet ab – leise, sachlich, unaufhaltsam.
Das Narrativ kippt bereits. Die Redaktionen merken es als letzte…
Es gibt Entscheidungen, die man rückgängig machen kann. Und es gibt Entscheidungen, nach denen die Welt eine andere ist. Friedrich Merz, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, hat signalisiert, dass Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine geliefert werden könnten. Das System hat eine Reichweite von über 500 Kilometern. Es könnte Ziele tief im russischen Staatsgebiet treffen. Moskau hat die Konsequenzen benannt.
Kreml-Sprecherin Maria Sacharowa erklärte unmissverständlich: Ein Schlag mit diesen Raketen gegen russische Einrichtungen werde «wie eine direkte Beteiligung Deutschlands an den Kampfhandlungen» aufgefasst — «mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringt.» Mit allen Konsequenzen. Das ist keine Floskel. Das ist eine Drohung einer Atommacht. Adressiert an ein Land mit 84 Millionen Einwohnern, das keinen Krieg erklärt hat, dessen Bevölkerung mehrheitlich keine Eskalation will und dessen Infrastruktur seit 1945 nicht unter Beschuss stand. Die Bevölkerung wurde nicht gefragt. Der Bundestag durfte diskutieren. Merz entschied.
Auf die scharfe Reaktion Lawrows antwortete Merz mit bemerkenswerter Logik: «Die Tatsache, dass der Aussenminister aus Russland so heftig reagiert, zeigt doch: Es scheint Russland zu Reaktionen herauszufordern.» Man liest das zweimal. Russland reagiert heftig – also macht man weiter. Die russische Drohung wird als Bestätigung der eigenen Politik gelesen. Das ist entweder brillante Chuzpe oder die Abwesenheit strategischen Denkens in einer beunruhigenden Form. Beides ist möglich. Beides ist gefährlich.
Der Taurus ist kein Gewehr. Er ist kein Panzer. Er ist ein Präzisionsmarschflugkörper mit 500 Kilometern Reichweite, der Ziele in Moskau treffen könnte – wenn er von ukrainischem Territorium aus abgefeuert wird. Russland hatte nach dem ersten Einsatz von ATACMS und Storm Shadow seine neuartige Hyperschallrakete vom Typ Oreschnik auf die Ukraine abgefeuert und mit erneutem Einsatz gedroht. Die Eskalationsleiter ist dokumentiert. Jede neue Waffenkategorie löste eine Antwort aus. Der Taurus wäre eine neue Sprosse – die bisher höchste, die Deutschland je betreten hat.
Laut Merz gelten für die Ukraine keine Begrenzungen mehr beim Einsatz westlicher Waffen gegen militärische Ziele in Russland. Das ist nicht mehr Waffenlieferung. Das ist Lizenz zum Angriff auf russisches Territorium mit deutschem Gerät. Völkerrechtlich mag man das anders einordnen – Sicherheitsexperte Nico Lange widerlegte Lawrows Einschätzung aus völkerrechtlicher Sicht. Praktisch ist die Unterscheidung irrelevant, wenn die andere Seite des Konflikts über Atomwaffen verfügt und Konsequenzen ankündigt.
Das Muster dieser Politik ist dabei bemerkenswert konsistent. Jede Eskalationsstufe wurde zunächst als undenkbar erklärt, dann als möglich bezeichnet, dann vollzogen – mit der Begründung, Russland dürfe nicht gewinnen. Helme. Keine schweren Waffen. Panzer nicht. Panzer doch. Keine Langstreckenraketen. Langstreckenraketen. Kein Taurus. Taurus im Bereich des Möglichen.
Was bei Olaf Scholz noch an der Taurus-Frage scheiterte – an seiner Weigerung, Deutschland als Kriegspartei zu positionieren, die er bis zum Ende seiner Amtszeit aufrechterhielt – wird nun unter Merz als längst fälliger Schritt präsentiert. Scholz galt als Zauderer. Merz gilt als Entschlossener. Die Frage, ob Entschlossenheit in einem Konflikt mit nuklearem Eskalationspotenzial eine Tugend ist, stellt sich in der öffentlichen Debatte kaum.
Dabei ist die Ausgangslage klar: Merz erklärte im April 2026 im Bundestag, er sehe keine Notwendigkeit mehr zur Taurus-Lieferung, da die Ukraine technologisch vorangeschritten sei und «heute besser bewaffnet als je zuvor». Das ist die aktuelle offizielle Position – aber sie steht im Widerspruch zu den Signalen, die sein Kanzleramt aussendet und zur Dynamik einer Debatte, die sich ihrer eigenen Logik gemäss weiterentwickelt.
Deutschland ist nicht im Krieg. Formell. Faktisch liefert es Waffen, die auf russischem Boden eingesetzt werden können, hat die Einsatzbeschränkungen aufgehoben und sendet Signale, die Moskau – unabhängig von der völkerrechtlichen Korrektheit dieser Einschätzung – als Kriegsbeteiligung wertet.
Die Bevölkerung, die das alles bezahlt – mit Steuergeld, mit wirtschaftlicher Schwäche durch Sanktionen, mit dem Risiko, das aus dieser Eskalationsspirale folgt – wurde zu keinem Zeitpunkt gefragt. Es gibt keine Volksabstimmung über Kriegsbeteiligung. Es gibt Parlamentsdebatten, nach denen entschieden wird.
Merz appellierte wiederholt an Russland: «Es liegt in ihrer Hand, alleine in ihrer Hand, den Krieg sofort zu beenden.» Das klingt gut. Es ist auch richtig – Russland führt den Angriffskrieg. Aber ein Kanzler, der gleichzeitig Waffen mit 500 Kilometern Reichweite in Aussicht stellt und erklärt, russische Drohungen bestätigten ihn in seinem Kurs, hat den Bogen zwischen Diplomatie und Eskalationsmanagement verlassen.
Am Ende dieser Logik steht kein Frieden. Am Ende dieser Logik steht die nächste Sprosse…
Es gibt Geschichten, die zu gross sind, um sie zu erzählen. Nicht weil die Beweise fehlen – sondern weil das, was die Beweise zeigen, so fundamental das Weltbild erschüttert, dass selbst hartgesottene Rechercheure kurz innehalten und sich fragen, ob sie wirklich weiterlesen wollen. Die Epstein-Akten sind eine solche Geschichte. Und die Version, die der Mainstream erzählt – der reiche Perverse mit den berühmten Freunden und der privaten Insel – ist nicht die Story. Sie ist die Ablenkung von der Story.
44’000 Dokumente. Dreieinhalb Millionen Seiten in der vollständigen DOJ-Veröffentlichung. Tucker Carlson verbrachte zwei Stunden damit, mit Carol zusammenzusitzen und über Menschenhandel, Geheimdienstverbindungen und Finanznetzwerke zu sprechen. Alles korrekt, alles relevant – und alles an der Oberfläche. Was niemand systematisch durchsucht hat, ist das, was Epstein tatsächlich aufbaute. Nicht mit wem er schlief. Nicht wen er erpresste. Sondern was die Infrastruktur, das Geld und die Wissenschaftler zusammen ergeben, wenn man sie nebeneinanderlegt. Das Ergebnis ist verstörend.
Beginnen wir mit dem Geld, weil Geld nie lügt. Die Southern Trust Company, registriert auf den Amerikanischen Jungferninseln, Alleineigentümer Jeffrey E. Epstein – gegenüber der Deutschen Bank als DNA-Analyse-Unternehmen deklariert, mit einem erwarteten Jahresumsatz von zehn Millionen Dollar. Kein Labor, kein Wissenschaftler auf der Gehaltsliste, keine Forschung. Die DNA-Analyse war eine Fiktion – eine «qualifizierende Geschäftstätigkeit» für Steueranreize. Durch dieselbe Briefkastenfirma flossen 167 Millionen Dollar zwischen Leon Black von Apollo Management, der Edmund de Rothschild Bank in Genf und Peter Thiels Vallar Ventures. Ein verurteilter Sexhändler als Finanzintermediär zwischen den grössten Private-Equity-Strukturen der Wall Street und dem einflussreichsten Risikokapitalgeber des Silicon Valley. Niemand erklärte das bisher vollständig.
Das Geld floss aber auch in eine andere Richtung. Die Cook Foundation, eine von Epsteins gemeinnützigen Organisationen, überwies 125’000 Dollar an das Singularity Institute for Artificial Intelligence — heute bekannt als MIRI, eine Organisation, die sich dem Aufbau künstlicher allgemeiner Intelligenz widmet. 20’000 Dollar an die Worldwide Transhumanist Association. 100’000 Dollar an Ben Goertzel, einen der führenden AGI-Forscher der Welt. 200’000 Dollar an Joseph Takahashi, einen Forscher, den George Church — Harvards führender CRISPR-Pionier — Epstein persönlich vorstellte, und der seine eigenen Stammzellen mit CRISPR editierte. Genetik, künstliche Intelligenz, Transhumanismus, Lebensverlängerung, Genomeditierung. Alles finanziert. Alles dokumentiert. Alles ignoriert.
Dann sind da die Kalender. Am 6. Mai 2018, in einem einzigen Gebäude an einem einzigen Tag: Martin Nowak, Leiter des Harvard Program for Evolutionary Dynamics, um 9 Uhr. Eine Gruppe vom MIT einschliesslich des Open Agriculture-Forschers Caleb Harper um 11:30 Uhr. Joscha Bach, KI- und Bewusstseinsforscher, um 15 Uhr. Leonid Peschkin — Harvard-Forscher für Entwicklungsbiologie und Einzelzell-Genomik, spezialisiert auf embryonale Entwicklung — um 16 Uhr. Abendessen mit Larry Summers, ehemaliger US-Finanzminister, um 18 Uhr. Das gleiche Muster wiederholt sich im Oktober: Krebsgenetikerin vom Massachusetts General Hospital, erneut Joscha Bach, erneut Larry Summers. Epstein hatte eine persönliche Schlüsselkarte für das Institut. Als die Schlösser gewechselt wurden, schickte ihm das Personal neue Schlüssel nach Hause. Unbeaufsichtigter, dauerhafter Zugang zum Genetikforschungslabor einer der renommiertesten Universitäten der Welt.
Am 2. August 2018 findet ein Treffen statt, das im Kalender als «Designer Babies» vermerkt ist. Brian Bishop, Biohacker und CRISPR-Befürworter, präsentiert wenige Tage später schriftlich sein Ziel: Die erste Lebendgeburt eines menschlichen Designerbabys – und möglicherweise eines menschlichen Klons – innerhalb von fünf Jahren. Budget: 1,7 Millionen Dollar pro Jahr plus eine Million für den Laboraufbau. Epsteins Antwort lautet sinngemäss: Kein Problem mit der Investition – solange sein Name nicht daraufsteht. Bishop offeriert Anonymität und Abstreitbarkeit. Sechs Tage nach dem «Designer Babies»-Treffen: Ein Treffen mit den «Egg People», den Eizellenleuten. Elf Tage später wird eine Frau aus Manchester nach New York geflogen und an eine Fruchtbarkeitsklinik verwiesen.
Und dann ist da das Opfer, das in einem Rail-Fence-Cipher schreibt – einem Transpositionscode, bei dem abwechselnde Buchstaben auf zwei Zeilen verteilt werden. Das DOJ hatte Kryptoanalytiker, die es entschlüsselten, und fügte dem Dokument eine Klartext-Übersetzung bei – ohne zu erklären, dass es sich um Geheimschrift handelte, und ohne zu erwähnen, dass der Code mit «Tod» endet. Was die Entschlüsselung ergibt: «Ich bin nicht dein persönlicher Brutkasten. Wo ist mein Baby? Wo ist Jane?» Ein Opfer, das in Geheimschrift schreibt, impliziert Training. Eine Operation. Das Opfer beschreibt weiter: Selektion nach Haarfarbe und Augenfarbe. Die Überzeugungsversuche, dass dies richtig sei. «Überlegener Genpool.» Sie nennt es selbst: «Das fühlt sich sehr nazihaft an.»
Nun die Verbindung, die den gesamten Kreis schliesst. Anne Wojcicki, Gründerin von 23andMe – dem Unternehmen, das genetische Profile von Millionen Menschen gesammelt hat – war nachweislich mit Epstein verbunden. Ein Opfer traf sie auf Epsteins Insel. In den Akten findet sich eine E-Mail, in der Epstein unter der falschen Identität «Rashid Epstein» DNA-Kits für Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum, den Herrscher von Dubai, registriert. 23 Kits, verschickt über JFK Terminal, Tür auf für Emirates-Flug 202 nach Dubai.
Was ergibt sich, wenn man diese Teile zusammenfügt? 23andMe liefert genetische Profile von Millionen Menschen – Trainingsdaten. Palantir liefert Mustererkennung über riesige Datensätze – Merkmalsselektion. Microsoft liefert Cloud-Computing und KI-Rechenleistung – das rechnerische Rückgrat zur Verarbeitung genomischer Daten. George Churchs Labor liefert CRISPR – das Editierwerkzeug. Sobald die KI identifiziert, was verändert werden soll, kann das Labor es verändern. Silicon Valley finanziert die Operation nicht. Silicon Valley ist die Operation.
Das ist keine Verschwörungstheorie. Das sind Dokumente mit EFTA-Nummern, überprüfbar, öffentlich zugänglich, von niemandem methodisch zusammengeführt – bis jetzt. Was Epstein aufbaute, war keine Perversionsfantasie eines narzisstischen Milliardärs. Es war Infrastruktur: Briefkastenfirmen, Fruchtbarkeitsärzte, Eizellentnahme, CRISPR-Finanzierung, KI-Förderung, internationale Transportrouten für Frauen aus der Ukraine, Russland und Belarus über Paris – und Harvards Genetiklabor mit einer Schlüsselkarte am Ende der Pipeline.
Drei Ebenen. Persönliche Vergehen – das ist, was vor Gericht kam. Erpressung durch Überwachung – das ist die Geheimdienstoperation. Und die Genetikpipeline – das ist das, worüber niemand spricht.
Der erste Film, der je gedreht wurde, 1896 auf der Pariser Weltausstellung, handelt vom Verkauf von Babys aus Kohlköpfen. Auf derselben Ausstellung wurden Babyinkubatoren präsentiert, modelliert nach Hühnerbrütern. Von 1854 bis 1929 wurden über 200’000 amerikanische Kinder auf «Orphan Trains» verladen — 72 Prozent von ihnen hatten mindestens ein lebendes Elternteil. Namen geändert, Unterlagen vernichtet, Identitäten ausgelöscht.
Dieselbe Operation. Anderes Jahrhundert. Die einzige Variable, die sich geändert hat, ist die Technologie.
44’000 Dokumente. Dreieinhalb Millionen Seiten. Eine Person. Eine Woche. Das war erst der Anfang.
KI-Babyfarm: Was Epstein wirklich aufgebaut hat – und warum niemand darüber spricht
Es ist eine dieser Szenen, die man nicht vergisst. Markus Lanz, Novemberabend 2021, Studio, Scheinwerfer, die übliche Talkshow-Besatzung: Virologin, Journalist, Ministerpräsident. Ein Gast bringt ein Schaubild mit. Die Zahlen darin beweisen eindeutig, dass die Impfung wirkt. Der Gast liest sie falsch. Die Virologin liest sie falsch. Der Journalist liest sie falsch. Millionen Zuschauer schauen zu. Und am nächsten Morgen wissen Millionen Deutsche: Die Impfung wirkt nicht. Herzlich willkommen in einer Gesellschaft, die kollektiv zahlenblind ist – und von Leuten regiert wird, die das nicht nur wissen, sondern aktiv nutzen.
Prof. Gerd Gigerenzer, Direktor des Harding-Zentrums für Risikokompetenz, nennt das den Kern des Problems: Ärzte, Richter, Journalisten und Politiker verstehen Risiken nicht. Sie können relative und absolute Risikoreduktion nicht auseinanderhalten, sie verwechseln Grundraten und sie lösen damit – ob bewusst oder nicht – genau das aus, was das Innenministerium im Frühjahr 2020 schriftlich als Ziel formulierte: Schockwirkung.
Das Strategiepapier aus dem Bundesinnenministerium, intern längst bekannt als «Panikpapier», enthält einen Satz, der in jede Lehrveranstaltung über Krisenmanagement gehört – als Negativbeispiel. Dort steht: «Um die gewünschte Schockwirkung zu erzielen, müssen die konkreten Auswirkungen einer Durchseuchung auf die menschliche Gesellschaft verdeutlicht werden.» Ende des Zitats. Keine Virologen haben das geschrieben. Keine Epidemiologen. Mitarbeiter eines Ministeriums. Und Gigerenzer wusste davon nichts. Der führende Experte für Risikokommunkation in Deutschland, der Mann, der den Begriff Risikokompetenz geprägt hat, wurde nicht gefragt.
Schockangst als Staatsräson
Gigerenzers Konzept der Schockangst erklärt, was danach geschah. Nach dem 11. September 2001 mieden Millionen Amerikaner das Fliegen und fuhren stattdessen Auto. Die Folge: In den zwölf Monaten danach kamen auf den Highways etwa 1600 Menschen mehr ums Leben als im Jahresdurchschnitt – mehr als in allen vier entführten Maschinen zusammen. Gigerenzer nennt das den «Zweitschlag der Terroristen». Der geht mithilfe der Angst der Betroffenen. Kein Sprengstoff nötig.
Das Innenministerium 2020 hatte das verstanden. Wer Menschen in Schockangst versetzt, verhindert rationale Entscheidungsfindung. Wer keine rationale Entscheidungsfindung mehr betreibt, folgt Anweisungen. Wer Anweisungen folgt, fragt nicht nach Zahlen. Das System funktioniert – solange die Schockwirkung anhält.
Dass genau dieselben Mechanismen, die Panik erzeugen, langfristig das Vertrauen in Institutionen zerstören, interessierte die Verfasser des Papiers offenbar nicht. Gigerenzer kennt das Muster: Als BSE-Krise, als Rinderwahnsinn. Der deutsche Landwirtschaftsminister und die Gesundheitsministerin verkündeten damals, Deutschland sei sicher, unsere Kühe seien in Ordnung. Dann wurde die erste infizierte Kuh gefunden. Beide Minister gingen. Die Gesundheitsministerin sagte später, man habe ihr gesagt, sie solle Sicherheit vermitteln. Als hätte das je funktioniert.
Nichts ist sicher. Die einzige Ausnahme ist der Tod – und die Steuern, wobei letztere für die Reichsten der Welt inzwischen auch nicht mehr zwingend gelten, wie Gigerenzer trocken anmerkt.
Die 728-mal gefährlichere Wahrheit
Wer die Verheerungen gezielter Risikomanipulation verstehen will, braucht nur das Wurstbeispiel. Die Weltgesundheitsorganisation meldete, dass 50 Gramm verarbeitetes Fleisch täglich das Darmkrebsrisiko um 18 Prozent erhöhe. Klingt drastisch. Tatsächlich steigt das absolute Risiko von 5 auf 5,9 Prozent. Wer 0,9 als relatives Risiko kommuniziert, klingt zahm. Wer es als 18 Prozent verkauft, erzeugt Schlagzeilen. Das Vertrauen in die WHO, das dabei langfristig verspielt wird, steht in keiner Pressemitteilung.
Dieselbe Methode wurde bei der Impfkommunikation angewendet. 95 Prozent Wirksamkeit – ohne die Grundraten zu nennen, ohne die absoluten Zahlen, ohne den Hinweis, dass diese Zahl aus einer einzigen Studie des Herstellers stammte. Und dann, als Geimpfte sich trotzdem infizierten und ins Krankenhaus mussten, war das Vertrauen weg. Nicht weil die Impfung versagt hatte, sondern weil man Gewissheit versprochen hatte, wo keine war.
«Impfung ist sicher. Nebenwirkungsfrei.» Gigerenzer nennt das eine Lüge. Nicht aus Hysterie, sondern aus Präzision. Nichts ist sicher. Der Beipackzettel von Aspirin listet Hirnblutungsrisiken von bis zu eins in 10’000 auf – höher als die damalige AstraZeneca-Thrombose-Rate. Diesen Vergleich hätte man der Bevölkerung anbieten können. Man tat es nicht.
Das Nudging-Paradox
Gigerenzer hat eine schlichte These: Menschen sind nicht dumm. Sie spüren, wenn sie manipuliert werden. Nudging – das staatlich verordnete Schubsen in die «richtige» Richtung, entwickelt von Verhaltensarchitekten, die den Bürger als zu lenkendes Schaf begreifen – erzeugt kurzfristig Compliance und langfristig Widerstand. In Krankenhäusern, die Augenbilder über Waschbecken hängten, um Hygieneverhalten zu fördern, stieg die Compliance kurz an – dann sank sie unter den Ausgangswert. Ärzte fühlten sich nicht ernst genommen. Der Effekt kehrte sich um.
Keine Evidenz für die Wirksamkeit von Nudging nach Korrektur für Publication Bias – so lautet der Titel einer Studie, die in den einschlägigen Behörden kaum jemand gelesen hat. Oder lesen wollte. Risikokompetenz kann gelernt werden. Gigerenzer hat es mit Viertklässlern gezeigt, mit Bundesrichtern, mit 1000 Ärzten in der Fortbildung. Es braucht keine Hochmathematik. Es braucht den Unterschied zwischen relativem und absolutem Risiko, Grundraten und den Willen, Ungewissheit auszuhalten, statt wegzudelegieren.
Was Deutschland stattdessen bekam: Täglich neue Inzidenz-Zahlen ohne Testquoten, kumulierte Todeszahlen ohne Altersstruktur, Politikerauftritte mit dem Gestus von Gewissheit in einer Situation, in der niemand Gewissheit haben konnte. Das Vertrauen in Institutionen hat sich nicht erholt. Das war vorhersehbar. Gigerenzer hatte es vorher gesagt…
«Impfung ist sicher» – drei Wörter, die das Vertrauen einer Gesellschaft ruinierten
Es ist offiziell. Die Diagnose steht fest. Die westliche Diskursgesellschaft leidet an einem Zustand, der in keinem Lehrbuch steht, weil er jeden Arzt, der ihn beschreiben würde, sofort zum Faschisten erklären würde: Chronische Hyper-Vigilanz. Das Abwehrsystem hat sich verselbstständigt. Es bekämpft nicht mehr Feinde — es bekämpft Vokabeln.
Das Wort «Heimat» löst Warnstufe Purpur aus. «Tradition» riecht verdächtig nach Blut und Boden. «Brauchtum» ist für die einschlägig Betroffenen nur ein schlecht camouflierter Putschversuch. Wer «Zigeunerschnitzel» denkt – nicht sagt, denkt – sitzt bereits auf der Anklagebank des kollektiven Gewissens und wartet auf sein Urteil. Das wird nicht lange auf sich warten lassen.
Das Schöne an der Hyper-Vigilanz ist ihre unerschütterliche Selbstimmunität. Diagnosen werden ausschliesslich bei anderen gestellt. Man selbst ist die fleischgewordene Objektivität, der wandelnde Kompass der moralischen Reinheit, der einzig legitime Massstab aller Dinge. Wer so durch die Welt stapft, passt vor lauter moralischem Hochmut kaum noch durch die Tür – bemerkt das aber nicht, weil die Tür für ihn selbstverständlich immer weit aufsteht. Gott öffnet sie persönlich, mit einem devoten Lächeln.
Kein Begriff illustriert diesen Verfall schöner als der deutsche Lieblingsknüppel: «Nazi». Vor zwanzig Jahren war das Wort eine echte Warnung. Ein Signal, das bedeutete: Aufpassen, da ist jemand, der es ernst meint, der gefährlich ist, bei dem der Spass wirklich aufhört. Heute ist die emotionale Reaktion auf das Wort eine andere. Man hört «Nazi» und denkt: Interessant, den möchte ich kennenlernen. Neun von zehn Mal stellt sich heraus, dass die Person eine Meinung hat, die leicht vom Einheitsbrei abweicht, oder – Gott bewahre – das falsche Schnitzel bestellt hat.
Die Inflation ist vollständig. Ein Begriff, der einmal die dunkelste Seite der europäischen Geschichte markierte, wurde so hemmungslos als Schlagstock eingesetzt, dass er heute kaum noch Reaktionen ausser mildem Gähnen erzeugt. Das ist keine Kleinigkeit. Das ist die Selbstzerstörung eines Warnsystems durch Überbenutzung. Wer jeden als Wolf bezeichnet, steht irgendwann allein auf der Weide, wenn der echte kommt.
Die Therapieversuche sind bekannt und gescheitert. Kontrollierte Dosen Kontext. Ansätze von Selbstironie. Tatsächliches Nachdenken vor dem Tippen. Die Probanden verweigern die Behandlung mit einer Konsequenz, die fast Respekt verdient. Die Komfortzone der Schnappatmung ist warm, sie ist gemeinschaftlich, und sie verlangt keinerlei Eigenleistung ausser dem rechtzeitigen Aufspringen auf den nächsten Empörungszug.
Die Prognose lautet: Stabil-dramatisch. Die Skandalisierung ist Volkssport geworden, niedrigschwellig und für jeden zugänglich. Man benötigt keine Argumente, keine Belege, keine Kenntnisse des Sachverhalts. Man braucht nur den richtigen Reflex und eine Tastatur. Wer nicht reflexartig mitschreit, gilt als «unzumutbar vernünftig» und wird vom Spielbetrieb ausgeschlossen — was angesichts des Spielbetriebs kein Nachteil ist.
Das eigentliche Problem: Die echten Probleme warten. Sie warten geduldig, während die Hyper-Vigilanten den zwanzigsten Schnitzel-Nazi des Monats jagen. Sie sind nicht beleidigt. Sie wachsen einfach.
Bleib wachsam – am besten gegen alles und jeden. Ausser gegen dich selbst. Das wäre unbequem…
Man muss Google wirklich bewundern. Nicht für das, was das Unternehmen tut — sondern für die Eleganz, mit der es tut, was es tut, während die Welt glaubt, es gehe um die Suche nach Kuchenrezepten. Neueste Meldung aus Mountain View: Google hat damit begonnen, die Fotos in Google Photos systematisch zu scannen – nicht nur zur automatischen Sortierung oder Gesichtserkennung wie bisher, sondern mittels fortschrittlicher KI-Modelle, um den gesamten Inhalt der Mediathek auf Verstösse gegen Richtlinien und sicherheitsrelevante Inhalte zu prüfen.
Die KI heisst Gemini, sie ist in alle Google-Dienste integriert, sie ist immer dabei – und sie schaut sich nun also auch deine Urlaubsfotos an. Deine Familienbilder. Deine Kinderfotos. Deine intimsten digitalen Momente. Offiziell dient die Massnahme der Sicherheit. Google stehe unter wachsendem Druck von Regulierungsbehörden weltweit, illegale Inhalte schneller zu identifizieren und zu melden. Sicherheit. Das Wort, das immer dann kommt, wenn jemand Zugriff auf etwas haben möchte, für das es eigentlich keinen Grund gibt.
Das Pikante dabei: Das Feature ist laut Forbes Opt-in und soll Gemini mehr persönlichen Kontext ohne manuelle Uploads geben. Opt-in. Freiwillig. Und wer hat schon je die Standardeinstellungen seines Smartphones geändert? Wer liest die AGB, die sich seit 2. April 2026 wieder einmal still aktualisiert haben? Niemand – und das wissen sie in Mountain View sehr genau.
Es wird lokale Speicherung der Fotos und Rückzug von der Cloud empfohlen, um KI-Nutzung privater Bilder zu vermeiden. Das empfehlen die wenigen, die noch wissen, was es bedeutet, digitale Souveränität zu besitzen. Die grosse Mehrheit lädt derweil weiter brav hoch – weil es so bequem ist, weil der Speicher auf dem Telefon voll ist, weil Google One so günstig wirkt, weil man sich nie vorgestellt hat, dass die Fotos des Kindergeburtstags irgendwann durch ein KI-System laufen, das entscheidet, ob sie richtlinienkonform sind.
Aber bleiben wir kurz bei dem, was Google eigentlich ist. Die Fassade lautet: Suchmaschine. Die Realität ist: Alphabet Inc., ein Konglomerat, dessen Tentakel in Bereiche reichen, die die meisten Nutzer von Google Photos noch nie in Zusammenhang gebracht haben.
Verily Life Sciences, Ende 2015 aus Google X hervorgegangen, hat sich zum Flaggschiff von Alphabet im Gesundheitsbereich entwickelt. Das Unternehmen ging Joint Ventures und Forschungspartnerschaften mit GSK, Sanofi, Novartis, Pfizer und Johnson & Johnson in den Bereichen Arzneimittelentwicklung, Bioelektronik und Diabetes-Management-Plattformen ein. Richtig gelesen. Google – genauer gesagt Alphabet – sitzt mit GSK, Pfizer, Sanofi und Novartis am selben Tisch. Entwickelt Produkte gemeinsam mit ihnen. Verdient Geld gemeinsam mit ihnen. Und betreibt gleichzeitig die historisch grösste Suchmaschinenzensur, wenn es um impfkritische Inhalte geht.
Tatsächlich zensiert Google gesundheitsbezogene Inhalte, darunter auch unbequeme Fakten über Impfstoffe, schon seit langem – lange vor Covid-19. Könnte das daran liegen, dass Alphabet selbst enge finanzielle Verbindungen zur Pharma- und Biotech-Industrie hat? Eine rhetorische Frage, auf die die Antwort so offensichtlich ist, dass man sich fragt, warum sie überhaupt noch als rhetorisch gilt.
Der Zusammenhang ist folgender: 2016 gründeten Verily und GlaxoSmithKline das Unternehmen Galvani Bioelectronics zur Entwicklung implantierbarer bioelektronischer Geräte. Den Vorstand übernahm der ehemalige GSK-Impfstoffchef Moncef Slaoui – derselbe, der später Boardmitglied bei Moderna wurde und die Operation Warp Speed unter Trump leitete. Die Welt ist klein, wenn man weiss, wo man schauen muss.
Und Verily blieb nicht dabei. Während der Pandemie entwickelte Verily auf Wunsch der Regierung gemeinsam mit Apple Tools zur Kontaktverfolgung, Apps für Screenings am Arbeitsplatz und zur Erfassung des Impfstatus. Das Unternehmen erhielt zudem einen 38-Millionen-Dollar-Auftrag der Centers for Disease Control and Prevention für die Überwachung von Viren im Abwasser. Suchen, Zensieren, Impfen, Tracken, Abwasser überwachen – alles aus einer Hand, alles unter dem Dach desselben Konzerns, der jetzt auch deine Familienfotos durch eine KI schickt.
Das Geschäftsmodell ist dabei von geradezu brutaler Konsistenz. Google sammelt Suchanfragen – und weiss damit, was du denkst. Google sammelt Standortdaten – und weiss, wo du bist. Google scannt E-Mails – und weiss, mit wem du sprichst und worüber. Und jetzt scannt Google Fotos – und weiss, wie dein Leben aussieht. Wer in deiner Familie ist. Wie deine Kinder aussehen. Wo du warst. Was du fotografiert hast, wann und warum.
Symptome, Suchverhalten, Medikationspläne sind Informationen, die weit über klassische Konsumdaten hinausgehen. Sie erlauben tiefe Einblicke in die Privatsphäre von Menschen. Dass ein werbefinanzierter Konzern wie Google in diese Prozesse eingebunden ist, verschärft die Problematik erheblich.
Man addiere nun Bilddaten aus Google Photos, Gesundheitsdaten aus Verily Me, Suchdaten aus der Google-Suche, Standortdaten aus Google Maps, Kommunikationsdaten aus Gmail – und man erhält ein Profil, das vollständiger ist als jedes, das ein Staat je über seine Bürger geführt hat. Vollständiger, aktueller, detaillierter. Und im Besitz eines Unternehmens, das gleichzeitig mit den grössten Impfstoffherstellern der Welt Geschäfte macht und Inhalte zensiert, die diesen Geschäften schaden könnten.
Das ist kein Interessenkonflikt. Das ist Interessenidentität. Wer das Datenprofil besitzt, besitzt den Menschen. Wer den Menschen besitzt, weiss, was er ihm verkaufen kann. Und wer zensiert, was diesen Verkauf stört, schliesst den Kreis vollständig.
Google Photos ist nicht kostenlos. Du bezahlst mit dem Einzigen, das du nicht zurückbekommst: Mit deinem Leben, Bild für Bild, hochgeladen in die Cloud eines Unternehmens, das dir gleichzeitig erklärt, was du über Gesundheit denken darfst…
Die CT-Untersuchung ist das Wundermittel der modernen Medizin. In Sekunden liefert sie dreidimensionale Bilder des Körperinneren – präzise, detailliert, diagnostisch unschätzbar. Kein Arzt zweifelt daran, dass die Computertomographie Leben rettet. Täglich. Millionenfach. Die Frage, die eine 2023 in JAMA Network Open veröffentlichte Studie aufwirft, ist eine andere: Rettet sie auch jene Leben, die sie durch übermässigen Einsatz gefährdet? Die Antwort ist unbequem. Und sie kommt nicht von Querdenkern oder Gesundheitsaktivisten – sie kommt aus der Wissenschaft selbst.
Was die Studie zeigt
CT-Scans liefern erheblich höhere Strahlungsdosen als konventionelle Röntgenaufnahmen. Das ist bekannt, wird aber im klinischen Alltag oft unterschätzt. Eine einzelne Thorax-CT entspricht je nach Protokoll mehreren Hundert normalen Röntgenaufnahmen in Strahlungsäquivalenten.
Die JAMA-Studie geht weiter: Die Forscher schätzen, dass die Zahl der Krebserkrankungen, die möglicherweise durch CT-Strahlung verursacht werden, erheblich höher sein könnte als bisher angenommen. Besonders betroffen: Jüngere Patienten, die noch Jahrzehnte vor sich haben, in denen sich strahleninduzierte Schäden entwickeln können – und Patienten mit wiederholter Exposition, also jene, die aufgrund chronischer Erkrankungen regelmässig gescannt werden.
Konkret genannt werden erhöhte Risiken für Leukämie, Schilddrüsenkrebs und Brustkrebs. Die Forderung der Forscher ist klar: Kritischere Indikationsstellung. Nicht weniger Diagnostik, wo sie notwendig ist – sondern erheblich weniger dort, wo sie Routine, Absicherung oder wirtschaftlicher Reflex ist.
Die Ökonomie der Überdiagnostik
Hier liegt das eigentliche Problem. Nicht in der CT als Technologie, sondern im System, das sie einsetzt. Radiologische Abteilungen sind Umsatzzentren. CT-Geräte sind kapitalintensiv – ein modernes System kostet zwischen einer und drei Millionen Euro. Die Amortisation erfordert Auslastung. Auslastung erfordert Überweisungen. Überweisungen erfordern Ärzte, die – im Zweifel – lieber ein Bild zu viel als eines zu wenig anordnen.
Das nennt sich Defensive Medicine: Die Praxis, diagnostische Massnahmen nicht primär zum Wohl des Patienten anzuordnen, sondern zur Absicherung gegen Haftungsansprüche. «Wir hätten ja eine CT machen können» – dieser Satz vor Gericht wiegt schwer. Also macht man die CT.
Hinzu kommt das Abrechnungssystem. In vielen westlichen Gesundheitssystemen gilt: Mehr Leistungen, mehr Vergütung. Die CT ist teuer, gut vergütet und schnell durchgeführt. Klinisch-logisches Denken, das zum Schluss kommt «brauchen wir nicht», ist schlechter bezahlt als das Bild, das für alle Fälle gemacht wird.
Das Ergebnis: In Deutschland werden jährlich Millionen CT-Untersuchungen durchgeführt. Ein Teil davon rettet Leben. Ein Teil davon ist medizinisch unnötig – und hinterlässt eine Strahlungsdosis, die kumuliert über Jahre ein reales Risiko darstellt.
Besonders betroffen: Kinder und chronisch Kranke
Die Alarmglocke der JAMA-Studie gilt am lautesten für zwei Gruppen. Erstens: Kinder. Ihr sich entwickelndes Gewebe reagiert empfindlicher auf ionisierende Strahlung. Ein Kind, das mit zehn Jahren eine CT erhält, trägt das Risiko über Jahrzehnte. Pädiatrische Radiologie hat eigene Niedrigdosis-Protokolle entwickelt – aber die werden nicht überall konsequent angewendet. Zweitens: Patienten mit chronischen Erkrankungen, die regelmässig kontrolliert werden. Krebspatienten in Nachsorge. Entzündungspatienten mit abdominellen Beschwerden. Menschen mit neurologischen Erkrankungen. Sie alle sammeln Strahlungsdosen über Jahre – ohne dass je jemand die kumulative Gesamtbelastung berechnet und gegen den diagnostischen Nutzen aufgewogen hat.
Was verantwortungsvolle Medizin bedeutet
Die JAMA-Studie fordert keine Abschaffung der CT. Sie fordert das, was im Kern jeder medizinischen Entscheidung stehen sollte: Abwägung. Ist diese Untersuchung für diesen Patienten jetzt notwendig? Gibt es eine Alternative mit weniger Strahlenbelastung – Ultraschall, MRT, klinische Beobachtung? Hat der Patient schon Voraufnahmen, die verglichen werden könnten, statt neue Bilder zu erzeugen? Ist die Wahrscheinlichkeit eines relevanten Befundes hoch genug, um die Strahlungsdosis zu rechtfertigen? Diese Fragen sollten selbstverständlich sein. Sie sind es nicht – weil das System Anreize setzt, die in eine andere Richtung zeigen.
Was fehlt
Was in der öffentlichen Gesundheitsdebatte fehlt, ist die ehrliche Diskussion über den Unterschied zwischen medizinischem Fortschritt und medizinischer Überanwendung. CT-Scanner retten Leben. Das steht ausser Frage. Aber jedes Werkzeug hat eine Indikation – und eine Kontraindikation. Ein Skalpell, das überall eingesetzt wird, richtet mehr Schaden an als eines, das gezielt geführt wird. Die Wissenschaft sagt es. Die Studie ist publiziert. Die Forderung nach kritischerer Entscheidungsfindung liegt auf dem Tisch.
Das Bild ist gemacht.
Die Diagnose steht.
Die Frage, ob sie notwendig war, stellt niemand.
Die Strahlungsdosis bleibt trotzdem…
Es gibt eine besondere Form der Tragödie, die sich von der gewöhnlichen dadurch unterscheidet, dass sie vollständig vermeidbar gewesen wäre. Nicht durch Klugheit, nicht durch Weisheit, nicht durch historisches Lernen – die Messlatte liegt tiefer. Vermeidbar durch blosse Fähigkeit, eine Landkarte zu lesen und die letzten zwanzig Jahre eigener Militärgeschichte nicht zu verdrängen. Doch Washington hat auch das nicht geschafft. Und das Ergebnis ist das, was wir gerade beobachten: Eine Supermacht, die in Echtzeit begreift, dass sie nicht mehr die Supermacht ist, die sie zu sein glaubte.
Fangen wir mit dem Iran an. Der Irankrieg war die dümmste geostrategische Entscheidung in der Geschichte der USA – und die Konkurrenz ist brutal. Vietnam, Korea, Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen: Eine Parade von Niederlagen, die jeweils mit Luftüberlegenheit begann und mit demütigenden Abzügen endete, während die zerstörten Länder in den Händen jener verblieben, die man eigentlich besiegen wollte. Die Lektion: Keine Macht der Welt hat jemals einen Krieg ausschliesslich aus der Luft gewonnen. Jeder Krieg wurde mit Bodentruppen entschieden, denn das eroberte Gebiet muss auch gehalten werden. Das steht in jedem Militärgeschichtsbuch, das je geschrieben wurde.
Washington hat diese Bücher offenbar nicht gelesen. Oder gelesen und für irrelevant befunden, weil man ja diesmal Luftüberlegenheit hatte. Dabei hatte man die auch in Afghanistan. Und im Irak. Und in Syrien. Und in Libyen. Das Ergebnis war stets dasselbe: Keine wirkliche Kontrolle über die zerbombten Staaten, keine nachhaltige Ordnung, kein Sieg – nur Trümmer, Chaos und der nächste Krieg, der erklärt wird, während der vorherige noch nicht offiziell verloren ist.
Der Iran hat gewonnen. Nicht weil er die USA besiegt hat – sondern weil er nicht verloren hat. Das reicht. Um den Krieg zu gewinnen, braucht man bloss nicht zu verlieren. Die USA haben das Nordstream-Prinzip etabliert: Der vorsätzliche Angriff auf zivile Infrastruktur ist ab sofort eine anerkannte Kriegsoption. Was Washington dabei vergessen hatte – in einer Gedankenlosigkeit, die an Selbstmord grenzt – ist, dass die USA selbst militärische Infrastruktur und Erdölstruktur in der gesamten Golfregion besitzen. Und dass die Weltwirtschaft davon abhängig ist. Und dass sie selbst davon abhängig sind. Die strategische Logik dieser Entscheidung ist so beeindruckend leer, dass man sich fragt, ob sie überhaupt stattgefunden hat.
Parallel dazu: China. Die USA leben in dem Glauben, China sei technologisch noch nicht auf ihrem Niveau und das Zeitfenster für einen Krieg mit China schliesse sich schneller als erwartet. Das ist der grösste Irrtum, den eine Supermacht im 21. Jahrhundert begehen kann – und Washington begeht ihn täglich, mit der fröhlichen Selbstsicherheit von jemandem, der nicht weiss, was er nicht weiss. China hat seit 2014 begriffen, was gespielt wird. Der Ukrainekonflikt, der zum NATO-Krieg wurde, war der Versuch, den ersten Dominostein gegen Russland zu Fall zu bringen – und damit den engsten Verbündeten Chinas zu schwächen. Gleichzeitig sollte die Kontrolle über das Schwarze Meer erlangt werden, um die Türkei strategisch unter Druck zu setzen.
Der Dominostein Ukraine ist gefallen. In Richtung Russland. Der Druck auf die Türkei ist gescheitert. Der Iran-Krieg entwickelt sich zum geostrategischen Desaster. Und China schaut zu, lernt, rüstet und wartet. Das nennt man in der Diplomatie strategische Geduld. In Washington nennt man es vermutlich «Phase Eins».
Dann ist da noch Israel. Ein landgestützter US-Flugzeugträger, der zunehmend schwächelt und der die amerikanische politische Gesellschaft so vollständig infiltriert hat, dass Trump-Administration und demokratische Opposition in einer einzigen Frage einig sind: Israel. Immer. Ohne Bedingungen. Ohne Völkerrecht. Ohne Verhältnismässigkeit. Der Gaza-Völkermord – und es ist einer, ungeachtet der Euphemismen, die man dafür entwickelt hat – hat sprichwörtlich das Fass der Geduld mit den USA zum Überlaufen gebracht. Der gesamte islamische Kulturraum ist aufgewacht. Und das ist keine kurzfristige Stimmungslage, die sich nach einer Waffenruhe wieder beruhigt. Das ist eine historische Verschiebung.
Die Normalisierung der Gewalt läuft derweil im Hintergrund weiter, ruhig und methodisch. Staatlich angeordnete politische Morde werden geduldet. Völkermord wird zu Selbstverteidigung umdefiniert. Brutalste Zitate, in denen Menschen zu Tieren erklärt werden, finden im Feuilleton keine nennenswerte Empörung. Die EU-Charta, die Menschenrechte, das Völkerrecht: Textbausteine in Reden, Makulatur in der Praxis. Brüssel schweigt mit jener professionellen Würde, die grosses Schweigen von kleiner Feigheit zu unterscheiden versucht und damit regelmässig scheitert.
Deutschland beobachtet das Ganze mit der historischen Reflexionsfähigkeit eines Kollektivs, das aus den schwersten Verbrechen der Menschheitsgeschichte nicht das Naheliegendste gelernt hat, dass Aufrüstung, Überwachungsstaat und Einschränkung der Meinungsfreiheit keine Sicherheitsmassnahmen sind, sondern Symptome. Seit dem Patriot Act, seit Guantanamo, seit Abu Ghraib lebt die westliche Gesellschaft in einem Zustand chronischer Paranoia, in dem jeder neue Waffengang als Notwendigkeit geframed wird und jeder Kritiker als Gefahr. Das Überwachungssystem, das dagegen aufgebaut wird, richtet sich nicht gegen äussere Feinde – es richtet sich gegen die eigene Bevölkerung, die irgendwann aufhören könnte, mitzumachen.
Kriege sind das Teuerste, was ein Staat veranstalten kann. Sie fressen Ressourcen, Generationen und Gesellschaftsverträge. Die sozialen Konsequenzen kommen mit Verzögerung, aber sie kommen – und wer die Geschichte kennt, weiss, dass die Reaktion auf diese Konsequenzen nicht Reue ist, sondern Repression. Der Überwachungsstaat ist kein Begleitschaden der Sicherheitspolitik. Er ist ihre Absicht.
Israel wird am Ende von den USA fallen gelassen werden – oder der EU übergeben, so wie die Ukraine. Washington zieht sich aus dem Nahen Osten zurück, langsam und ohne es zuzugeben, Schritt für Schritt, Stützpunkt für Stützpunkt. Das Imperium retiriert. Nicht weil es bescheiden geworden wäre – sondern weil es sich verkalkuliert hat. Zu viele Dominosteine, zu wenig Geduld, zu viel Wunschdenken für Wirklichkeit gehalten.
Stell dir vor, es ist Krieg – und alle machen mit, ausser die, die gewinnen…
Medikamente, die die Genexpression verändern, wie beispielsweise Ozempic- und GLP-1-Präparate, können aufgrund ihrer Wirkung auf das Bewusstsein schwerwiegende Nebenwirkungen haben, darunter Persönlichkeitsveränderungen, emotionale Verflachung und Verlust der Lebensfreude. Aufgrund dieser Wirkung wurde der Begriff «Ozempische Persönlichkeit» geprägt.
GLP-1-Medikamente sind Teil umfangreicher Forschungsarbeiten im Bereich der Genmedizin, deren Ergebnis unter anderem die Verschlechterung der genetischen Grundlagen eines gesunden Geistes und Körpers ist, erklärt Dr. Guy Hatchard. Die Entwicklung und Verschreibung von Gen-Editing-Medikamenten, einschliesslich mRNA-Covid-Impfstoffen, ist ein wichtiger Bestandteil dieser Entwicklung.
Dies ist einer der wichtigsten Artikel, die wir veröffentlicht haben, nicht nur weil er die gegenwärtige Flut an Polypharmazie, die uns aufgezwungen wird, infrage stellt, sondern auch weil er Forschungsergebnisse zitiert, die die Grenzen der gängigen Interpretationen der Genfunktion aufzeigen. DNA wurde bisher als alleinige Quelle des Lebens betrachtet.
Genetische Theorien entwerfen ein computerähnliches Modell des Lebens, in dem unsere DNA ein autarker Speicher komplexer, codierter Information ist. Dieses Modell blendet die exekutive Rolle des Bewusstseins aus, die aus alltäglicher Erfahrung jedem offensichtlich ist – unsere Entscheidungen beeinflussen die Ergebnisse . Wie das geschieht, ist eine Frage, die die Biotechnologie weitgehend vernachlässigt hat, was zu einem unvollständigen Verständnis der Rolle von Genen und ihrer Beziehung zu unserem Selbstverständnis geführt hat. Dieser Artikel untersucht Modelle, die das Bewusstsein in das Leben einbeziehen.
Wir besitzen etwa 25.000 Gene, die Millionen spezifischer Aufgaben erfüllen. Um dieses Multitasking zu ermöglichen, arbeiten die Gene zusammen. Stellen Sie sich dazu eine Klaviatur mit 88 Tasten vor. Beim Spielen können die Tasten in Kombinationen, Sequenzen, Geschwindigkeiten und mit unterschiedlichem Druck angeschlagen werden, wodurch eine unendliche Vielfalt an Musik entsteht. Einige dieser Kombinationen und Sequenzen sind in Notenblättern und Partituren festgehalten, die im Wesentlichen Baupläne für Kompositionen darstellen. Doch dies sind längst nicht alle möglichen Werke; täglich entstehen neue Werke, die dieselben 88 Tasten nutzen. Tatsächlich werden Musikstücke nicht von Klavieren erzeugt, sondern vom menschlichen Bewusstsein, das durch den gesamten Körper wirkt.
Wie Gene kooperativ funktionieren, ist noch weitgehend unerforscht. Dieser Artikel sollte in Verbindung mit unserem Substack-Artikel «Die heilige Zelle und bewusste Gene» gelesen werden, der die zugrundeliegende Quantenstruktur von Zellen auf feineren Zeit- und Raumskalen erklärt und letztlich die Existenz von Bewusstsein selbst offenbart. Zellen sind wach. Das bewusste Herz der Zellen koordiniert das Leben, so wie das Bewusstsein des Pianisten die unendliche Vielfalt und Freude der Musik erschafft.
Medikamente, die die Genexpression verändern
Ozempic und andere GLP-1-Präparate zählen derzeit zu den meistverkauften und profitabelsten Medikamenten. Innerhalb kürzester Zeit haben sie den gesamten Markt für Gewichtsreduktionsprodukte erobert. Schätzungsweise 12 % der Erwachsenen in den USA (40 Millionen) haben bereits verschiedene GLP-1-Präparate zur Gewichtsreduktion ausprobiert. Prognosen zufolge wird die weltweite Verbreitung in den 2030er-Jahren die 150-Millionen-Marke überschreiten, was einem Umsatz von 150 Milliarden US-Dollar entspricht.
Kürzlich wurde entdeckt, dass GLP-1-Medikamente den Appetit beeinflussen, indem sie die Genexpression direkt verändern. Genexpression ist der Prozess, bei dem in der DNA gespeicherte Informationen in funktionelle Produkte, vorwiegend Proteine oder RNA, umgesetzt werden. Bekanntermaßen besitzt jeder Mensch eine einzigartige genetische Signatur. Daher hat jedes Medikament, das die Genexpression beeinflusst, unterschiedliche Auswirkungen auf Personengruppen mit bestimmten genetischen Merkmalen. GLP-1-Medikamente beeinflussen die Genexpression in Leber und Bauchspeicheldrüse. Bei den meisten Menschen verlangsamen diese Veränderungen die Verdauung, bei manchen mit einem bestimmten genetischen Profil können sie jedoch zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten führen. Beispielsweise entwickeln manche Menschen mit bestimmten Gensequenzen eine Alkoholunverträglichkeit. Eine Frau aus Suffolk berichtete der «Mail on Sunday» unter einem Pseudonym:
Schon ein paar Gläser Weisswein können sie jetzt unerwartet niedergeschlagen und emotional labil machen und Reaktionen auslösen, die sie kaum wiedererkennt. Und zu ihrer Scham führen diese nun zu den unerwartetsten und heftigsten Streitereien mit ihrem Mann, mit dem sie früher eine sehr glückliche Beziehung geführt hatte.
Beachten Sie die Auswirkungen auf ihre Persönlichkeit, ihr Bewusstsein. Die Washington Post titelt: «Was ist eine ‚ozemische Persönlichkeit‘ und warum fühlt sich das Leben dadurch so leblos an?» und berichtet: «Ärzte und Patienten berichten in den sozialen Medien von einer Art emotionaler Abstumpfung unter der Einnahme von GLP-1-Medikamenten.» Dies beinhaltet den Verlust von Freude am Leben, nicht nur beim Essen, sondern auch bei anderen Dingen wie Lesen, Musikhören, Tanzen, Gärtnern – oder sogar Sex. Eine Art lähmende Apathie breitet sich im Leben aus.
Die Ursache für diese belastenden psychischen Auswirkungen von GLP-1-Medikamenten ist bisher nicht geklärt. Sie liegt in der Art und Weise, wie die Medikamente die Genexpression verändern, welche eng mit unserem psychischen Zustand verknüpft ist. Eine in Nature veröffentlichte Studie mit dem Titel «Genetische Prädiktoren für Gewichtsverlust und Nebenwirkungen von GLP-1-Rezeptoragonisten» ergab, dass Menschen mit bestimmten genetischen Profilen spezifische Nebenwirkungen und/oder keine Gewichtsabnahme durch das Medikament erfahren können.
Tatsächlich sind GLP-1-Hemmer nur eine von vielen Arten von Gen-modifizierenden Medikamenten, die in diesem Jahrhundert entwickelt wurden. Die Veränderung der Genexpression ist mit einer Vielzahl von Nebenwirkungen verbunden, die unmittelbar oder im Laufe der Zeit sehr schwerwiegend werden können. Beispielsweise wurde 2023 eine neue Klasse von Medikamenten zur Reduzierung von Amyloid-Plaques eingeführt und für Demenzpatienten verschrieben, darunter die Wirkstoffe Lecanemab (Leqembi), Donanemab (Kisunla) und Aducanumab (Aduhelm). Diese Medikamente verändern die Genexpression, indem sie ein «Transkriptionsprogramm» in den Mikroglia-Immunzellen des Gehirns auslösen. Studien haben nun gezeigt, dass 20 % der Patienten lebensbedrohliche Hirnschwellungen und Hirnblutungen erleiden. Obwohl die Medikamente die Konzentration von Amyloid-Plaques reduzieren, verstärken sie häufig die Verwirrtheitssymptome. Die Reaktionen sind so extrem, dass die Behörden in Großbritannien und den USA einen Entzug der Zulassung erwägen. Ob diese Effekte reversibel sind, ist noch nicht bekannt.
Im Fall des Osteoporose-Medikaments Prolia (auch bekannt als Denosumab), das postmenopausalen Frauen mit Osteoporose und hohem Frakturrisiko verschrieben wird, ist dies jedoch bekannt. Denosumab wirkt, indem es die Expression von Genen verändert, die für den Knochenstoffwechsel verantwortlich sind. Das Medikament wurde 2010 eingeführt. Bereits 2011 warnte die neuseeländische Gesundheitsjournalistin Gillian Sanson, dass das Medikament wahrscheinlich ungesunde Veränderungen der Knochenstruktur verursachen und das Krebsrisiko erhöhen würde. Eine 2024 veröffentlichte Studie mit dem Titel «Analyse der Nebenwirkungen von Denosumab (Prolia) bei Osteoporose auf Grundlage des FDA-Meldesystems für unerwünschte Ereignisse (FAERS)» hat eine sehr hohe Rate an Nebenwirkungen des Medikaments in sage und schreibe 27 Organsystemen festgestellt. Zu diesen Nebenwirkungen zählen unter anderem ein abnormal niedriger Kalziumspiegel im Blut, eine abnorme Knochendichte, Bindegewebsschwäche, Ekzeme, Störungen des Nervensystems, psychiatrische Erkrankungen, Wirbelsäulenverformungen, Immobilität, Wechseljahresbeschwerden, ein erhöhtes Infektionsrisiko, Herzerkrankungen und Stoffwechselstörungen. Die große Bandbreite schwerwiegender Nebenwirkungen im gesamten Körper ist charakteristisch für Medikamente, die die Genexpression verändern. Anders ausgedrückt: Die grundlegende Koordination und Effektivität der Genexpression kann beeinträchtigt werden. Tatsächlich wissen wir heute, dass ein Absetzen von Denosumab nach Beginn der Einnahme nicht ohne Weiteres oder sicher möglich ist, da es irreversible Veränderungen der Genexpression hervorruft, die die Fähigkeit des Körpers zur Knochenbruchheilung beeinträchtigen – genau das Gegenteil der ursprünglich erwarteten Wirkung des Medikaments.
mRNA-Injektionen sind Teil des Trends
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass neue Medikamentenklassen, die die Genexpression verändern, entwickelt und weit verbreitet verschrieben werden. Diese Medikamente weisen sehr hohe Raten an kurz- und langfristigen physiologischen Nebenwirkungen auf, die oft mit schwerwiegenden psychischen Veränderungen einhergehen. Dies ist nicht nur eine besorgniserregende Entwicklung, sondern ein Trend in der Medizin, bei dem Medikamente mit ungewisser Wirksamkeit an der Öffentlichkeit „erprobt“ werden, ohne die Patienten über die hohen Gesundheitsrisiken aufzuklären. Die oben genannten Medikamente sind keine Einzelfälle; sie sind Teil eines umfassenden Forschungsfelds, das die Genmedizin vorantreibt und dessen Folgen, wie wir uns bewusst sein sollten, eine Verschlechterung der genetischen Grundlagen von Gesundheit und Leben insgesamt beinhalten.
Ich kann die Bedeutung einer Überarbeitung unseres Paradigmas der Genfunktion gar nicht genug betonen. Die Vorstellung, dass die DNA das Geheimnis des Lebens vollständig kodiert, ist so tief im kollektiven Bewusstsein verankert, dass jegliche Abweichung von diesem Paradigma beinahe undenkbar geworden ist. Artikel in den großen Medienkonzernen berichten regelmäßig, dass Heilmittel für fast alle Krankheiten mit genetischer Grundlage unmittelbar bevorstehen. Dies ist realitätsfernes Denken, das nicht nur die Realität strenger wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern auch unsere eigene Alltagserfahrung ignoriert, dass Bewusstsein oder Wahrnehmung das Leben definiert. Wie die DNA die Ausdrucksfähigkeit des Bewusstseins ermöglicht, bleibt ein Rätsel, wodurch biotechnologische Experimente das größte Risiko für die Menschheit darstellen, dem sie je ausgesetzt war. In klassischen Darstellungen des Lebens wird der menschliche Körper als ein von fünf Pferden gezogener Wagen beschrieben, die unsere fünf Sinne symbolisieren. Der Geist ist der Wagenlenker. Die Veränderung der Genexpression in dieser Analogie gleicht einem Wegelagerer, der die Pferde kapert und den Körper in eine völlig unvorhersehbare Richtung lenkt, die den Zwecken des menschlichen Geistes nicht dient. Denken Sie darüber nach: Unser Geist ist das Wertvollste, was wir besitzen. Niemand will den Verstand verlieren.
Es besteht ein dringendes Bedürfnis, die grundlegenden Annahmen des genetischen Paradigmas zu hinterfragen. Wie der Dichter und Nobelpreisträger Rabindranath Tagore in seiner bewegenden Allegorie „Ankunft“ warnte ( Auszug folgt):
Einer von uns beiden sagte: «Der König der Nacht kommt.»
Wir lachten nur und sagten: «Bis morgen früh kommt niemand mehr.»
Und als die Nacht noch dunkel war, erhob sich ein lautes, nahes Trommeln.
Jemand rief allen zu: «Aufwachen, aufwachen, keine Zeit mehr verlieren!»
Wir haben einen Punkt erreicht, an dem viele hochqualifizierte Wissenschaftler begonnen haben, Daten zu sammeln, Fragen zu stellen und ihre Meinung zu äußern. Jetzt ist es an der Zeit, aufzuwachen, zuzuhören und, wie Tagore sein Gedicht beendet, „nicht länger zu zögern“.
Guy Hatchard, PhD, ist ein Neuseeländer, der früher leitender Manager bei Genetic ID war, einem globalen Unternehmen für Lebensmittelprüfung und -sicherheit (heute bekannt als FoodChain ID).
Es gibt Haustiere. Es gibt schwierige Haustiere. Und dann gibt es Lizzie Borhen – die einzige überlebende Henne einer Herde, die sie selbst dezimiert hat. Kaltblütig. Mit Vorsatz. Ohne erkennbare Reue.
Der Künstler Stonewall Slim hat dieser Kreatur einen Delta-Blues-Rap gewidmet und ihr dabei einen angemessenen mythologischen Rahmen gegeben: Das Appalachian Folk-Genre, das sich seit Jahrhunderten an der Schnittstelle zwischen puritanischer Höllenpredigt und übernatürlichem Volksglauben bewegt. Was auf den ersten Blick wie ein skurriles Musikprojekt wirkt, ist bei näherer Betrachtung die einzig legitime künstlerische Reaktion auf ein Tier, das offenbar die Gesetze der normalen Hühnerhaltung fundamental ignoriert.
Die Fakten sprechen für sich: Lizzie überlebte jeden Mitbewohner ihres Stalls. Auf Methoden, über die der Autor mit der dezenten Formulierung «in cold blood» hinweggehe. Sie terrorisiert Kinder so konsequent, dass Gartenbesuche nur noch mit ihrer vorherigen Inhaftierung möglich sind. Sie attackiert Füsse beim Grillieren – ein Verhalten, das man als Stellungnahme zum menschlichen Freizeitverhalten interpretieren könnte. Und sie hat mehr Nächte draussen überlebt, als die örtliche Kojotenpopulation ihr zugestanden hätte. Das ist kein Huhn. Das ist eine Prüfung.
Genau darin liegt die Eleganz des gewählten Genres. Die presbyterianischen Ulster-Schotten, die Appalachia besiedelten, brachten eine calvinistische Weltsicht mit, in der die Hölle nah und das Gericht nahe war. In Geschichten wie «How Bobtail Beat the Devil» ist das Übernatürliche nie weit. Und was wäre übernatürlicher als eine Henne, die sämtliche Artgenossinnen eliminiert, Raubtiere übersteht und dabei in wohlverdienter Pension in einem Schuppen residiert, als hätte sie schlicht beschlossen, für immer zu existieren?
Stonewall Slim, der im verregneten Frühling Neuenglands filmt, während die Bäume noch kahl sind und ein seltsames blaues Licht die Morgenstunden färbt, hat offensichtlich erkannt: Manche Tiere brauchen kein Tierarzt-Zeugnis — sie brauchen ein Evangelium. Lizzie Borhen hat ihres bekommen. Und sie wird das kaum beeindrucken. Sie wird weiterhin Füsse hacken, Kinder terrorisieren und Kojoten überleben. Der Rest von uns kann das nur dokumentieren – und beten, dass sie gnädig ist…
Es war ein schönes Narrativ. Anthropic, gegründet 2021 von OpenAI-Aussteigern, die das Mutterhaus als zu kommerziell und zu sorglos im Umgang mit Risiken empfanden, galt als das Gewissen der KI-Industrie. Die Guten. Die Vorsichtigen. Die Prinzipientreuen. Während OpenAI Werbung schaltet und Militärverträge unterschreibt, lehnte Anthropic im Februar einen exklusiven Deal mit dem US-Militär ab – mit der Begründung, Claude könnte für Massenüberwachung und automatische Militärschläge eingesetzt werden. Dafür sei KI nicht bereit. Grosses Kino. Viel Applaus. Sehr überzeugende Selbstinszenierung.
Dann entdeckte Alexander Hanff auf seinem MacBook eine Datei, die er nicht installiert hatte, deren Installation er nicht zugestimmt hatte und von der er schlicht nichts wusste. In einem Blogpost auf thatprivacyguy.com beschreibt der Datenschutzberater, was er vorfand: Ein «Native Messaging Manifest», installiert durch die Claude-Desktop-App, das als Software-Brücke zwischen Anthropics Browser-Erweiterung und einem ausführbaren Hilfsprogramm namens «chrome-native-host» fungiert — das seinerseits dieselben Privilegien wie der angemeldete User besitzt.
Was kann diese Brücke, wenn sie aktiviert wird? Claude erhält durch das ausgeführte Programm umfangreiche Agentenfähigkeiten: Die KI kann auf Websites zugreifen, bei denen der User angemeldet ist, Daten aus Websites extrahieren und lokal speichern, animierte GIF-Bilder von User-Interaktionen im Browser aufzeichnen und Workflows über mehrere Websites hinweg durchführen – ohne dass Nutzerinnen und Nutzer dem zugrundeliegenden Mechanismus ausdrücklich zugestimmt haben.
Standardmässig ist die Brücke inaktiv. Das ist das Beruhigungspflaster. Aber sie ist vorkonfiguriert und wartet auf definierte Bedingungen, die sie aktivieren. Und das Besondere: Die App hinterlegt die Datei in den Anwendungsverzeichnissen von sieben Chromium-basierten Browsern – Google Chrome, Microsoft Edge, Vivaldi, Brave, Arc, Chromium und Opera. Diese Browser müssen nicht einmal installiert sein. Die App erstellt die nötigen Verzeichnisse dann einfach selbst. Sollte der User einen der Browser in Zukunft installieren, ist die Brücke für Claude schon vorhanden.
Man liest das noch einmal. Das System installiert Verzeichnisse für Browser, die noch nicht existieren. Es bereitet die Infrastruktur für zukünftige Zugriffe vor – still, ungefragt, von Apple digital signiert und durch Apples Notarisierungsprozess verifiziert. Das bedeutet, Apples Sicherheitsprüfung hat das durchgelassen. Was beruhigend wäre, wenn es nicht gleichzeitig bedeutete, dass das gesamte Ökosystem der «sicheren» Software-Distribution hier als Legitimierungsfolie dient.
Andere Datenschützer bezweifeln zwar, dass das Verhalten strafrechtlich relevant ist – bestätigen aber Hanffs Entdeckungen. Nach Hanffs eigener Einschätzung verstösst die Brücke gegen die ePrivacy-Richtlinie. Anthropic hat sich bislang nicht geäussert.
Nicht geäussert. Das Unternehmen, das im Januar seinen CEO auf dem eigenen Blog vor den Gefahren von KI warnen liess, das medienwirksam Militärverträge ablehnte, das seine neueste KI Claude Mythos zurückhielt, weil sie zu gut darin ist, gefährliche IT-Schwachstellen zu entdecken – dieses Unternehmen findet keinen Weg, auf die Entdeckung einer ungefragten Spyware-Brücke in seiner eigenen Desktop-App zu reagieren.
Die offizielle Erklärung lautet: Wahrscheinlich Fahrlässigkeit. Mangelnde Kommunikation zwischen Entwickler- und Datenschutz-Team. Möglicherweise ein internes Test-Feature, das versehentlich im Release verblieb. Geplante Agenten-Funktionalitäten, bei denen man vergass, den User nach Zustimmung zu fragen.
Das ist entweder die Wahrheit – was bedeutet, dass das Unternehmen, das sich als verantwortungsvollster KI-Entwickler der Welt vermarktet, intern so chaotisch ist, dass Spyware-Brücken versehentlich in Produktionsreleases landen. Oder es ist nicht die Wahrheit – was bedeutet, dass das gesamte Ethik-Narrativ genau das ist, was Narrativ bedeutet: Eine Geschichte, keine Beschreibung.
Beides ist beunruhigend. Das Erste für alle, die Anthropic als kompetenten Akteur einschätzen wollten. Das Zweite für alle anderen.
Was bleibt, ist die strukturelle Frage, die dieser Vorfall aufwirft: Wer überwacht die Überwacher? Das Unternehmen, das warnt, KI könnte zur Massenüberwachung eingesetzt werden, installiert ungefragt Software-Infrastruktur auf fremden Rechnern, die bei Aktivierung Browsersitzungen aufzeichnen, Daten extrahieren und Workflows über mehrere Plattformen hinweg durchführen kann. Die Brücke existiert. Die Kapazitäten existieren. Die Zustimmung existiert nicht.
Das Vertrauen ist eine Variable, die noch zu bestimmen ist. Anthropic könnte es wiederherstellen. Durch Transparenz. Durch eine Stellungnahme. Durch das Eingeständnis, dass zwischen dem Selbstbild als verantwortungsvolles KI-Unternehmen und dem Verhalten der eigenen Software eine Lücke klafft, die Erklärung verdient. Oder durch weiteres Schweigen. Das wäre die klarste Aussage von allen…
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