Zwei Männer. Zwei Weltreligionen. Eine Health-Bar. Der Petersplatz als Kampfarena – die Kulisse sitzt perfekt, denn grössenwahnsinniger wird es selten. Spieler 1: Papst Franziskus, oberster Stellvertreter Gottes auf Erden, bewaffnet mit Weihrauch-Spezialattacke, päpstlichem Unfehlbarkeits-Shield und zweitausend Jahren institutioneller Gewalt als Backup. Spieler 2: Bob Marley, Prophet des Rastafari, Meister des Redemption-Song-Finishers und mit einem natürlichen Rohstoffvorrat gesegnet, der jeden Vatikan-Weihrauch alt aussehen lässt.
Der Hintergrund: Petersplatz, Kolonnadenflügel, Hochglanz-Barock – das volle päpstliche Prachtpaket als Kulisse für ein Match, das die Engel im Himmel tatsächlich zum Lachen bringen dürfte. Was das Bild dabei unterschlägt: Beide Lager predigen Frieden, Liebe und Erlösung – und beide haben blutende Biografien hinter vergoldetem Rahmen versteckt. Der eine in Marmor gemeisselt, der andere in Vinyl gepresst. Moralisch liegen sie erstaunlich nah beieinander. Nur die Garderobe trennt sie wirklich.
Und die Gläubigen beider Seiten kaufen weiter fleissig die Merchandise-Artikel – und nennen das Spiritualität!
(via Yurii Yeltsov)






«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







