Man setzt sich hin, klickt auf „Play“ und bekommt kein Interview, sondern ein Panoptikum geliefert. Corinna Klein spricht mit Dietrich Klinghardt und schon nach wenigen Minuten ist klar: Das wird kein lauwarmer Plausch über Medizin. Das ist ein Rundumschlag. Ein Gespräch, das sich anfühlt wie ein Spaziergang durch ein Minenfeld aus Corona, Bewusstsein, Trauma, Medienkritik, Spiritualität und der leisen, aber beharrlichen Frage, ob wir kollektiv eigentlich noch bei Trost sind.

Klinghardt blickt auf über fünfzig Jahre Praxis zurück und spricht mit der Gelassenheit eines Mannes, der alles schon gesehen hat. Vielleicht hat er das auch. Seine Grundthese ist simpel und maximal unbequem: Unsere Zeit hat nicht nur unseren Alltag verändert, sondern unsere Biologie. Dauerbeschallung durch Medien, permanente Reizüberflutung, ein Gehirn im Dauer-Alarmmodus. Schlaf? Luxus. Stille? Verdächtig. Wach bleibt nur, wer ständig neue, starke Informationen bekommt. Willkommen im Zeitalter des neuronalen Hamsterrads.

Dann Corona. Natürlich. Früher, so Klinghardt, informierte die Wissenschaft die Politik. Während Covid habe sich das Verhältnis umgedreht. Politik erklärte, was Wissenschaft zu sagen habe, der Rest wurde zensiert. Wahrheit als Verhandlungsmasse. Wer widersprach, lernte schnell den Charme digitaler Unsichtbarkeit kennen. Standing Ovations auf Kongressen seien kein Personenkult gewesen, sondern Dankbarkeit. Dafür, dass jemand versuchte, Orientierung zu geben, während andere mit Inzidenzen um sich warfen wie mit Konfetti.

Es geht weiter mit Viren, Laboren, elektromagnetischen Feldern und der Idee, dass Infektionen weniger monolithisch sind, als uns lieb ist. Gleicher Erreger, vollkommen unterschiedliche Krankheitsverläufe. Klinghardt verweist auf Immunsystem, Nährstoffe, individuelle Widerstandskraft. Vitamin D, Vitamin C, Resilienz statt Panik. Wissen, das angeblich bekannt war, aber medial erstaunlich diskret behandelt wurde. Medien, so der Tenor, hätten sich eher als Erfüllungsgehilfen verstanden denn als kritische Instanz. Meinungsbildung als bezahltes Dienstleistungsprodukt. Masken auf, Hirn aus.

Spätestens hier wird klar, dass dieses Gespräch nicht darauf aus ist, beruhigend zu wirken. Es will stören. Es will kratzen. Es will Zweifel säen. Klinghardt spricht von Umweltfaktoren, von Elektrosmog, von Krankheitsmustern, die sich verändern, weil Keime ein Interesse haben, zu überleben. Tod ist schlecht fürs Geschäft, auch für Viren. Die neue Normalität heisst Halsweh statt Leichensack. Fortschritt, irgendwie.

Doch der eigentliche Kern liegt tiefer. Trauma. Psyche. Körper. Klinghardt beschreibt den Menschen als mehrschichtiges Wesen. Physischer Körper, energetische Ebene, Mentalkörper, darüber etwas, das Religionen seit Jahrtausenden beschäftigt. Heilung, sagt er, funktioniert nicht eindimensional. Wer nur an Symptomen herumschraubt, übersieht das System. Trauma hinterlässt Spuren im Körper. Unterdrückte Wut landet in der Leber, Angst in den Nieren. Der Körper vergisst nichts. Er speichert. Geduldig. Nachtragend.

Hier wird das Gespräch fast poetisch. Erinnerungen, die beim Behandeln eines Organs wieder auftauchen. Emotionen, die sich melden, sobald der Körper angesprochen wird. Nicht esoterisch, sondern konsequent gedacht. Der Mensch als Archiv seiner Erfahrungen. Und als Meister der Verdrängung.

Dann die Ebene, bei der selbst abgebrühte Rationalisten nervös auf dem Stuhl rutschen. Bewusstsein. Schwingung. Geistige Felder. Klinghardt spricht von kollektiven Mentalfeldern, die Denken und Verhalten beeinflussen. Konsensrealitäten, erzeugt durch Medien, Angst und Wiederholung. Gute Menschen, die plötzlich Dinge tun, die sie selbst nicht wiedererkennen würden. Covid als Katalysator. Nicht zwingend geplant, aber wirksam. Der Mensch formbar, besonders in Angst.

Deutschland kommt dabei schlecht weg. Nicht als Land, sondern als mentaler Zustand. Schuldprägung, tief verankert. Der Wunsch, «gut» zu sein. Gehorsam als moralische Währung. Nachbarn, die Nachbarn melden. Nicht aus Bosheit, sondern aus Pflichtgefühl. Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich. Und manchmal ist der Reim erschreckend plump.

Zwischendurch wird es still. Wenn Klinghardt über Tod spricht. Über Angstfreiheit. Über die Idee, dass ein Mensch, der seinen Tod akzeptiert hat, schwerer manipulierbar ist. Angst ist der Hebel. War sie immer. Ist sie noch. Wer sie verliert, entzieht sich dem Zugriff.

Am Ende bleibt kein Rezept. Keine Checkliste. Kein «Mach das und alles wird gut». Es bleibt ein Unbehagen. Und eine Einladung. Hinzuschauen. Muster zu erkennen. Verantwortung nicht abzugeben. Weder an Politiker, noch an Experten, noch an Algorithmen.

Dieses Gespräch will nicht gefallen. Es will wach machen. Und das ist vielleicht sein grösstes Verdienst.

Was Corona verändert hat: Medizin, Gesellschaft und Bewusstsein.
Was Corona verändert hat: Medizin, Gesellschaft und Bewusstsein.

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Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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