Die Doku «Über Galgen wächst kein Gras» thematisiert die Folter und Misshandlungen durch US‑Vernehmer an zum Tode verurteilten deutschen Gefangenen in Landsberg nach 1945 und stellt damit das gängige Bild der «Befreier» als ausschliesslich rechtsstaatlich handelnde Sieger deutlich infrage.
Im Zentrum stehen Aussagen ehemaliger Häftlinge aus dem «Death Block» der Festung Landsberg, die als «Rotjacken» bekannt waren, weil sie als Todeskandidaten eine rote Jacke tragen mussten. Die Doku arbeitet heraus, dass diese Gefangenen über Jahre geschwiegen haben und erst nach den Enthüllungen über Folter in US‑Gefängnissen im Irak bereit waren, ihre Erfahrungen zu schildern.
Die geschilderten Verhörmethoden umfassen körperliche Misshandlungen, psychischen Druck und gezielte Erniedrigung, um Geständnisse zu erzwingen. Einzelheiten der Berichte werden in einen grösseren Zusammenhang gestellt, der auf eine Kontinuität bestimmter US‑Verhörpraktiken von den Nachkriegsprozessen über Vietnam bis Abu Ghraib verweist.
Die Doku greift damit ein Tabuthema der Nachkriegs‑Erinnerungskultur auf, in der die Siegerseite lange kaum kritisch beleuchtet wurde. Sie knüpft an Debatten über Rechtsstaatlichkeit, Siegerjustiz und die Rolle von Geständnissen an, die unter Zwang zustande kamen, und kontrastiert diese mit dem offiziellen Bild amerikanischer «liberators».
Die parallele Bezugnahme auf Irak, Abu Ghraib und moderne «Verhörspezialisten» soll zeigen, dass Misshandlungen nicht als historische Ausrutscher, sondern als wiederkehrendes Muster betrachtet werden können. Für heutige Diskussionen über Menschenrechte, NATO‑Einsätze und westliche Doppelmoral ist die Doku deshalb ein wichtiges Zeitdokument, das zur Re‑Evaluation des moralischen Anspruchs westlicher Kriegsführung anregt.






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