«Robots need your body». Das ist kein dystopischer Slogan aus einem vergessenen Cyberpunk-Film, sondern die nüchterne Beschreibung eines neuen Geschäftsmodells. Es gibt jetzt KI-Systeme, die Menschen dafür bezahlen, Dinge zu erledigen, die KI (noch) nicht kann. Greifen. Tragen. Putzen. Zustellen. Pflegen. Kurz: alles, wofür man einen Körper benötigt und keine Skriptsprache.
Die Zukunft der Arbeit wurde uns anders verkauft. Kreativ, selbstbestimmt, digital. Stattdessen erleben wir die Wiederentdeckung des Menschen als Peripheriegerät. Die KI denkt, plant, optimiert – und der Mensch darf ausführen. Nicht als Partner, sondern als verlängerter Arm. Plug-and-play, möglichst austauschbar.
Natürlich wird das als Fortschritt gefeiert. «Neue Einkommensmöglichkeiten.» «Demokratisierung der Arbeit.» In Wahrheit ist es die sauberste Form technologischer Manipulation: Die Maschine definiert den Rahmen, der Mensch füllt ihn mit Muskelkraft und Lebenszeit. Wer sich weigert, wird nicht gezwungen – er wird einfach irrelevant.
Der wirklich schöne Traum ist allerdings der Widerstand. Wir werden sie stoppen. Ganz bestimmt. So wie wir die Reichen gestoppt haben, die uns seit Jahrzehnten dafür bezahlen, Dinge zu tun, die sie noch reicher machen. Spoiler: Haben wir nicht. Stattdessen haben wir gelernt, es «Opportunity» zu nennen.
Privilegiert ist nicht mehr, wer arbeitet, sondern wer Anweisungen formulieren kann. Wer Prompts schreibt, statt sie auszuführen. Wer Systeme steuert, statt in ihnen zu rotieren. Diese neue Deutungshoheit kostet Geld, Zugang, Bildung und Netzwerke. Viel Geld. Und ja, die Elite wird dabei internationaler, diverser im Pass, bunter im Marketing. Aber sie bleibt eine Elite. Und sie bleibt überwiegend männlich, weil Macht sich nicht an Hautfarben orientiert, sondern an Kontrolle.
Die KI braucht deinen Körper, weil sie ihn bisher nicht ersetzen kann. Noch nicht. Bis dahin bist du nützlich. Danach optional. Das ist kein Klassenkampf alter Schule, das ist Effizienzlogik ohne Moral. Der Mensch wird nicht mehr manipuliert durch Ideologie, sondern durch Interfaces, Rankings und Bezahlmodelle. Du klickst freiwillig auf deine eigene Funktionalisierung.
Science-Fiction hat uns vor Maschinen gewarnt, die uns versklaven. Die Realität ist banaler: Wir melden uns selbst an. Mit Nutzungsbedingungen. Und einem Stundenlohn.
«Robots need your body» ist keine Warnung mehr. Es ist die Stellenanzeige einer Zukunft, die längst begonnen hat…







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