Freunde, habt ihr als Kind vielleicht die Mumins kennengelernt? Paasilina oder Niemi gelesen? Lieber Arvo Pärt oder doch Lordi? Kaurismäki oder Iron Sky? Dieser Horrorfilm aus dem hohen und sehr kalten Norden zerlegt genüsslich die Mär vom netten Weihnachtsmann. Und das macht er rundum gelungen. Ein irgendwie unkategorisierbarer Film, der unbestritten und auf alle Fälle äusserst schräg ist. Technisch wie schauspielerisch brillant und derart hervorragend zum finnischen Kultur-Oeuvre passend, dass bei grösserer Bekanntheit höchster Kult-Status-Alarm gegeben ist.

Doch was ist «Rare Exports» eigentlich? Wir sehen famose Landschaftsaufnahmen, hauptsächlich aus Norwegen – und die deprimierende Lebenssituation der im Lauf der Zeit festgefahrenen ehemaligen Nomaden und trotzdem ist es kein Dokumentarfilm. Ein süsser Fratz, der ein wenig an Lindgrens Michel erinnert und doch ist es kein wirklicher Kinderfilm. Zielgenau durch die Nacht geworfene Spitzhacken und doch ist es kein Slasher. Coole Oneliner der Lappen, aber es ist auch kein Actioner. Nein, die haben einfach nicht mehr zu sagen. Ein böses Märchen. Hmm, vielleicht. Der zumeist unnötige Subtitel für die deutschsprachige Fassung trifft es wohl am ehesten: Eine Weihnachtsgeschichte und so sollte man das wohl stehen lassen.

Keine Sekunde langweilige achtzig Minuten pure Finnen-Coolness mit einem Ensemble von kuriosen Charaktern irgendwo am Rande des Wahnsinns. Und dann noch diese Geschichte mit und um den Santa und seine Wichtel. Wenn man bedenkt, dass sich die Finnen als legitimer Heimatort des Santas sehen, könnte man fast annehmen, dass ihnen das eigentlich eher lästig ist, zumindest dem Herrn Regisseur. Ich will nicht zu viel verraten, aber die Handlung dreht und wendet sich in einer Art organisierten Chaos und auch der Titel spielt noch eine gewichtige Rolle. Grosses Lob für die Auswahl von Per Christen Ellefsen als Riley, der immer irgendwie kurz im Film auftaucht und neben seinem Part so eine Art Erzähler gibt. Ah ja, und finnisch ist «Rare Exports» und dementsprechend ein wenig schräg. Und schräg ist er wirklich.

Das Cover des Films vergleicht den finnischen Regisseur Jalmari Helander mit «Gremlins»-Macher Joe Dante. Nur ist das ein bisschen weit hergeholt. Das Einzige, was dieser Streich und «Gremlins» gemein haben, ist die sarkastische Behandlung des Weihnachtsfests. Stilistisch kann ich dagegen keine Schnittmenge erkennen. Ein Vergleich mit Was-auch-immer ist aber auch gar nicht nötig, denn «Rare Exports» funktioniert auf seine eigene Weise ganz vorzüglich. Die Story ist durch und durch originell von der frischen Grundidee bis hin zum pfiffigen und verblüffend warmherzigen Schluss. Zumindest wenn wir ihn mit dem sonst eher kaltschnäuzigen Unterton ins Verhältnis setzen. Dazwischen gibt es eine Spannungskurve steiler als ein Aufstieg zum Korvatunturi. Haben wir sonst schon einige Filme nach guter Ausgangsidee erbärmlich absaufen sehen – dieser hier wird sogar mit jeder Minute besser. Fröstelnde Weihnacht und gelungene Bescherung aus dem kalten Norden.


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