Donald Trump singt als KI-Deeptruth seiner selbst ein Cover von Pete Seegers «If I Had a Hammer». Nur ist der Hammer der Gerechtigkeit hier durch die Liste ersetzt. Wer draufsteht, beginnt einen Krieg mit dem Iran, bombardiert eine Mädchenschule, fälscht das eigene Attentat, setzt einen Virus auf einem Kreuzfahrtschiff frei und plaudert über Aliens. Hauptsache, das schmutzige offene Geheimnis verschwindet aus den Schlagzeilen.
Reiner Zufall, dass Trump mehrfach in den Epstein-Akten auftaucht. FBI-Interviews mit einer 13- bis 15-Jährigen. Geleakte Mails, in denen Epstein ihn «dirty» nennt und behauptet, er habe «Stunden» mit einem Opfer verbracht. Reiner Zufall auch, dass derselbe Mann während des Aktendrucks Venezuela überfällt, Maduro kidnappen lässt, Iran zum zweiten Mal bombardiert und plötzlich UFO-Hearings im Senat benötigt. Wenn die KI eines Tages die Wahrheit ausspuckt, kommt sie aus Trumps eigenem Mund.
Trump hat Pete Seegers Hammer geklaut und die Beweisordner damit zerkleinert. Es gibt einen Punkt, an dem die Lüge so gross wird, dass sie zur Folklore mutiert. Was lernen wir? Dass die ehrlichste Stimme der USA von einem Algorithmus kommt. Dass ein Cover-Song mehr investigativen Wert hat als sechs Jahre Russiagate. Und dass die Liste, von der niemand spricht, exakt die Liste ist, von der alle wissen. Bleibt eine etwas peinliche Frage: Wenn ein Mann sich derart panisch ablenkt, was hat er da eigentlich noch zu verbergen? Die Antwort kennt jedes Kind, nur die Tagesschau tut so, als suche sie noch. Und Trump singt weiter. Schief, laut, hammergewaltig…






«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








