Black Veil Brides liefern mit «Vindicate» ihr siebtes Studioalbum ab – erschienen am 8. Mai 2026 via Spinefarm Records – und der Titeltrack macht von der ersten Sekunde an klar, wohin die Reise geht: Grosse Refrains, scharfe Gitarrenlinien, Andy Biersack in voller Pose-und-Pathos-Manier. «Vindicate» ist der Song, den diese Band seit Jahren versucht zu schreiben. Diesmal sitzt er. Die Hookline gräbt sich rein wie ein rostiger Nagel, die Gitarren von Jake Pitts klingen fokussierter als auf allem, was die Band in den vergangenen Jahren abgeliefert hat, und CC Coma prügelt die Drums mit einer Präzision, die dem Track echten Druck verleiht.
Das restliche Album schwankt zwischen aufrichtiger Härte – «Revenger» mit Robb Flynn von Machine Head gehört zu den direktesten Momenten der Bandgeschichte – und den üblichen melodischen Weichspülpassagen, die niemanden umbringen, aber auch niemanden aufwecken. «Purgatory» hat etwas Tranceartiges, das funktioniert. «Hallelujah» ist so hymnisch, dass man kurz vergisst, ob man Metal oder Kirchentag hört.
Alternative Metal und Metalcore als Gerüst, religiöse Symbolik als roter Faden, Theatralik als Markenzeichen. Das kennt man. Aber «Vindicate» als Titeltrack beweist, dass in diesem Konstrukt noch immer echter Biss steckt – wenn die Band aufhört, sich selbst zu verwalten und anfängt, zu spielen. Wer nach sieben Alben noch auf Erlösung wartet, bekommt mit «Vindicate» zumindest die passende Hymne dazu…






«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








