Machine Head haben am 20. Oktober ohne Vorwarnung «Sutures» auf die Welt losgelassen, die erste neue Single seit «UNATØNED». Ein Song über Nähte von einer Band, die in anderthalb Jahren mehr Gitarristen verschlissen hat als andere Bands Saiten.
Robb Flynn hatte zehn Tage vorher in seinem Abschiedsbrief an die «UNATØNED»-Ära Bilanz gezogen: Sieben Gitarristen, drei davon flogen raus, bevor sie überhaupt eine Bühne sahen. Dazu vier Drumtechniker, vier Monitormischer, mindestens ein Nervenzusammenbruch und sieben Konzerte als Trio, zum ersten Mal in über dreissig Jahren Bandgeschichte. Eine Kapelle, die sich selbst nur noch mit Klammerpflaster zusammenhält. Wer so eine Personalakte führt, schreibt kein Liebeslied. Er schreibt knapp fünf Minuten lang über Wundversorgung.
Chirurgie im Thrash-Takt
Textlich bleibt Flynn bei der Diagnose: Er fragt, ob sich die Scherben überhaupt noch aufsammeln lassen und klammert sich an die älteste Lüge der Menschheit, dass die Zeit schon heilen werde. Die Zeit heilt gar nichts, sie lässt bloss Narbengewebe wachsen. Genau dieses Gewebe hört man: Melodisch, melancholisch, durchsetzt von Thrash-Ausbrüchen mit Maschinengewehr-Kickdrum, bis ein Breakdown die frisch vernähte Wunde wieder aufreisst. Am Ende verabschiedet sich das Ganze akustisch, als hätte der Chirurg das Licht gelöscht. Eingespielt hat Flynn das mit Jared MacEachern und Matt Alston, produziert mit Zack Ohren. Drei Mann, ein Faden, keine Garantie, dass die Naht diesmal hält…






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