Es gibt Stimmen, die singt ein Mensch. Und es gibt Stimmen, die singen durch einen Menschen. Nytt Land gehören zu jener seltenen Sorte, bei der man sich nicht sicher ist, ob man gerade Musik hört – oder ob ein uralter Wald beschlossen hat, sich endlich selbst zu Wort zu melden.
Mit ihrer neuen Single «Mansi» aus ihrem aktuellen Album «Aba Khan» öffnen sie wieder einmal ein Tor, das vermutlich aus gutem Grund jahrhundertelang verschlossen war. Im Zentrum steht die Stimme von Natalia Pakhalenko – nicht einfach ein Gesang, sondern eher ein Ruf. Kein Ruf nach Aufmerksamkeit, sondern nach Erinnerung. Als würde etwas in dir angesprochen, das älter ist als dein Name und älter als deine Geschichte.
Unterstützt wird sie von der Stimme Anatoly Pakhalenkos, die klingt, als hätte sie den Winter persönlich überlebt und dabei beschlossen, nie wieder über belanglose Dinge zu sprechen. Gemeinsam erschaffen sie keinen Song im üblichen Sinne. Sie erschaffen einen Zustand. Eine Passage. Einen Moment, in dem du kurz vergisst, dass du ein modernes Wesen bist, um dich stattdessen daran zu erinnern, dass du eigentlich aus Erde, Atem und ein bisschen kosmischem Trotz bestehst.
«Mansi» wirkt weniger als eine Veröffentlichung und mehr wie eine Rückkehr. Nicht Nytt Land kehren zurück. Sondern etwas in dir. Manche Musik will gefallen. Diese hier will erinnern…

«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








