Es gibt Lieder, die man hört. Und es gibt Lieder, die einen hinüberbegleiten. Wardruna haben «Helvegen», den Weg nach Hel, neu eingespielt und als «Helvegen II» ins Dunkel hinausgeschickt wie ein Totenboot mit brennendem Segel.
Das Original beschloss 2013 das Album «Yggdrasil», das zweite Kapitel jener Trilogie, in der Wardruna die Runen des älteren Futhark zum Klingen brachten. Es war von Anfang an, was es bis heute ist: Ein Totenlied mit der härtesten Wahrheit der Hávamál. Vieh stirbt, Sippen sterben, du selbst stirbst wie sie, nur der Nachruhm der Toten bleibt. Zehn Jahre später hob das Label den Song in einer Jubiläumsbox unter die Ikonen der Band.
Der Weg wird neu gegangen
Mehr als ein Jahrzehnt lang wuchs der Song auf den Bühnen weiter, wechselte Gewand und Arrangement, bis er bei Abdankungen und Gedenkfeiern rund um den Globus ankam. Wo der Pfarrer verlegen nach Floskeln greift, singt ein Norweger in uralter Sprache und plötzlich versteht jeder. Im Musikfilm von Tuukka Koski verkörpert die finnische Tänzerin Sofia Ruija eine Verstorbene: Kein Grusel, kein Kitsch, sondern Abschied ohne Trostpflaster, Seelenbegleitung bis an die Gjallarbrú.
Für die Sammler kommt eine 12-Zoll-Vinyl in «Marbled Fog», Seite A «Helvegen II», Seite B die «Skaldic Version». Gepresst wird nur, was im Vorbestellfenster über den Bandshop geordert wird, ausgeliefert im Februar 2027. Wer Hindarfjälls Fassung oder das Album «Birna» kennt, ahnt, wohin dieser Pfad führt. Er ist kalt. Und jeder geht ihn allein…






«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







