Es beginnt immer harmlos. Mit einem guten Zweck. In diesem Fall: Kinderschutz. Wer könnte schon etwas dagegen haben? Niemand will Zwölfjährige im digitalen Haifischbecken sehen. Also ruft man nach Altersverifikation. Streng. Sicher. Digital natürlich. Und dann steht plötzlich Gesichtserkennung im Raum. In den USA wurde bei Plattformen wie Discord ein System getestet, das vom Start-up Persona bereitgestellt wurde – unterstützt von niemand Geringerem als Peter Thiel. Offiziell ging es darum, sicherzustellen, dass Minderjährige keinen Zutritt zu bestimmten Inhalten bekommen. Inoffiziell wurde aus dem Türsteher ein Datenstaubsauger mit Biometrie-Abo.
Gesichter wurden nicht nur gescannt. Sie wurden mit Watchlists abgeglichen. 269 Prüfmechanismen in 14 Kategorien. Terrorismus. Spionage. Sanktionslisten. Kryptobesitz. Dating-Profile. Social-Media-Aktivitäten. Selbst IP-Adressen, Fingerabdrücke, Selfies und Hintergründe landeten im System – mit Speicherdauer von bis zu drei Jahren. Kinderschutz 2.0: Wer ein Meme postet, bekommt eine biometrische Tiefenprüfung. «Verdächtigte Entitäten» konnten direkt an Behörden gemeldet werden. Ein hübscher Begriff. Entität klingt nach Nebelwesen, nicht nach Mensch. Praktisch, wenn man Überwachung entpersonalisiert. Discord hat die Zusammenarbeit inzwischen beendet. Man könnte es Schadensbegrenzung nennen. Oder PR-Reflex.
Das eigentlich Interessante ist nicht dieser einzelne Fall. Es ist das Muster. Digitale Identität + soziale Medien + politischer Druck = perfekte Kontrollarchitektur. Man stelle sich vor, diese Infrastruktur trifft auf einen Staat, der gerade besonders motiviert ist. Gegen Extremismus. Gegen Desinformation. Gegen Klimasünder. Gegen falsche Meinungen. Gegen alles, was im jeweiligen Moment als Bedrohung etikettiert wird. Die Vorzeichen können sich ändern. Das Instrument bleibt.
Das Internet sollte einst der grosse Gleichmacher sein. Offener Zugang, freier Diskurs, minimale Hürden. Stattdessen entsteht eine Umgebung, in der jeder Login zur Identitätsprüfung wird und jede Identitätsprüfung zum Profiling. Überwachung funktioniert heute nicht mit Stiefeln. Sie funktioniert mit API-Schnittstellen. Der Witz an der Sache: Alles geschieht im Namen der Sicherheit. Wer widerspricht, wirkt sofort wie jemand, dem Kinder egal sind. Ein moralischer Kurzschluss, der Diskussion ersetzt.
Die Frage ist nicht, ob Schutz wichtig ist. Die Frage ist, wie viel Infrastruktur man dafür errichtet – und wer sie später wofür nutzt. Denn wenn Gesichtsscans zur Eintrittskarte ins Digitale werden, ist die Grenze zwischen Plattformregeln und staatlicher Kontrolle plötzlich erstaunlich dünn. Und das war noch nicht einmal das eigentliche Gedankenexperiment…

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«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.
Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen
Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.
Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.
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