Epstein-Files: Warum die NZZ lieber relativiert als recherchiert

Es gibt Fragen, die stellen sich nur Menschen, die weit genug vom Geschehen entfernt sitzen. Am besten mit Kaffee, Leitartikel und dem beruhigenden Gefühl, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) hat so eine Frage gefunden. Sie lautet sinngemäss: War es sinnvoll, die Epstein-Files zu veröffentlichen?

Man muss diese Frage langsam lesen, um ihre ganze Eleganz zu erfassen. Sinnvoll. Nicht notwendig. Nicht überfällig. Sinnvoll. Als ginge es um eine Kosten-Nutzen-Analyse eines Infrastrukturprojekts und nicht um die Aufarbeitung eines globalen Netzwerks aus Machtmissbrauch, Menschenhandel und sexuellem Missbrauch Minderjähriger rund um Jeffrey Epstein.

Allein das Wording ist ein Lehrstück intellektueller Selbstverteidigung. Wer fragt, ob etwas «sinnvoll» war, hat sich innerlich bereits vom Inhalt verabschiedet. Es ist die rhetorische Notbremse einer Elite, die Wahrheit nicht leugnen will, aber bitte auch nicht zu genau hinschauen möchte.

Denn diese Frage ist nicht neutral. Sie tut nur so. In Wirklichkeit ist sie der elegante Versuch, Schuld zu relativieren, Täter zu entlasten und den Fokus von den Verbrechen wegzuschieben hin zu den vermeintlichen Nebenwirkungen ihrer Aufdeckung. Plötzlich geht es nicht mehr um Opfer, sondern um Diskursklima. Nicht mehr um Taten, sondern um Befindlichkeiten.

Das Muster ist bekannt. Man problematisiert nicht das Verbrechen, sondern die Konsequenzen seiner Benennung. Man sorgt sich nicht um die zerstörten Leben, sondern darum, dass «die falschen Kreise» sich bestätigt fühlen könnten. Wahrheit wird zur Gefahr erklärt. Aufklärung zum Risiko.

So entsteht diese degenerierte Debattenkultur, in der Harmonie höher gewichtet wird als Realität. Man fragt nicht, wie tief der Abgrund ist, sondern ob es nicht unpraktisch sei, hineinzuschauen. Vielleicht stolpert ja jemand. Vielleicht wird es unangenehm. Vielleicht verliert man die moralische Deutungshoheit.

Was die NZZ hier zeigt, ist kein kluger Zweifel, sondern narzisstische Abwehr. Ein psychologischer Reflex: Wir schauen nur hin, wenn es unsere Selbstwahrnehmung nicht beschädigt. Alles andere nennen wir «nicht zielführend».

Das ist kein Journalismus. Das ist Verdrängung mit Feuilleton-Rand. Und genau dieser Reflex ist der Nährboden, auf dem Netzwerke wie das von Epstein jahrzehntelang gedeihen und wuchern konnten. Im Schutz derer, die lieber fragen, ob es sinnvoll ist, das Licht einzuschalten, als endlich hinzusehen.

War es sinnvoll?
Shame on you, NZZ – für eure moralische Kapitulation im Angesicht der Wahrheit.

Epstein-Files: Warum die NZZ lieber relativiert als recherchiert

Menschenhandel, Milliardenhilfe – und die Tagesschau im Schonwaschgang

Exportgut Kind – und die gepflegte Doppelmoral des Westens

Vor rund 30 Jahren berichtete die Tagesschau über Zustände in der Ukraine, die man damals noch mit einem Rest an journalistischer Scham zeigte. Armut. Waisenhäuser. Menschenhandel. US-Dollar als inoffizielle Leitwährung. Man war näher dran an der Realität – und schaffte es doch, das Entscheidende elegant auszusparen.

Denn wenn Kinder zur Ware werden, ist das kein lokales Problem. Es ist ein Markt. Und Märkte funktionieren nur mit Nachfrage. Die «blühende westliche Ukraine» war schon damals nicht nur Projektionsfläche für geopolitische Hoffnungen, sondern auch Drehscheibe für Schattenökonomien. Menschenhandel ist kein spontanes Chaosphänomen. Er braucht Netzwerke, Logistik, Schutz – und Abnehmer.

Heute spricht man von rund 35’000 vermissten Kindern seit Kriegsbeginn. Eine Zahl, die man kurz schluckt und dann in den Nachrichtenstrom einsortiert. Vermisst klingt fast harmlos. Wie ein verlegter Koffer am Flughafen. Nur dass es hier um Menschen geht. Kinder. Mit Namen, Familien, Gesichtern.

Und während man öffentlich Solidarität beschwört, Waffen liefert und Milliarden mobilisiert, bleibt die dunkle Seite erstaunlich randständig. Der Westen inszeniert sich als moralischer Schutzpatron. Demokratie, Freiheit, Menschenrechte. Grosse Worte. Sehr grosse Budgets. Aber wenn es um systemische Korruption, um organisierte Ausbeutung und um die Frage geht, wer an diesem Elend verdient, wird es plötzlich still.

Doppelmoral ist kein Betriebsunfall, sie ist Struktur. Man verurteilt Menschenhandel offiziell – und übersieht ihn, wenn er geopolitisch unpraktisch wird. Man kämpft gegen Korruption – solange sie nicht die eigenen Narrative stört. Man spricht von Transparenz – und akzeptiert Blindflecken, wenn sie strategisch gelegen kommen.

Die Idee, dass massive Unterstützung auch deshalb so kompromisslos erfolgt, damit gewisse Verflechtungen nicht zu grell beleuchtet werden, gilt natürlich als unanständig. Und doch bleibt die Frage im Raum: Wer profitiert wirklich von Instabilität, von Chaos, von verschwundenen Kindern?

Ein funktionierender Rechtsstaat würde Zahlen wie 35’000 nicht als Randnotiz behandeln. Er würde nachhaken. Er würde verfolgen. Er würde Verantwortliche benennen – egal auf welcher Seite.

Stattdessen erleben wir moralische Empörung im Schichtbetrieb und selektive Aufklärung. Menschenhandel bleibt Empörungsthema, solange er nicht zu nah an Machtstrukturen rührt. Korruption ist verwerflich – außer sie stabilisiert die «richtige» Seite.

Die Kinder verschwinden.
Die Narrative bleiben.

Menschenhandel, Milliardenhilfe – und die Tagesschau im Schonwaschgang
Menschenhandel, Milliardenhilfe – und die Tagesschau im Schonwaschgang

5G – Telefonieren war nie der Plan

Es ist rührend, wie hartnäckig man uns jahrelang erzählt hat, 5G sei für schnelleres Internet. Für Videos ohne Puffer. Für das Internet der Dinge. Für smarte Kühlschränke mit Minderwertigkeitskomplexen. Und dann steht da plötzlich diese Antenne, schaut über Dächer, Wälder und Schlafzimmer hinweg und denkt sich vermutlich: Telefonieren? Wie süss. Denn seien wir ehrlich. Telefonieren konnte man schon vor 5G. Sogar erstaunlich gut. Teilweise mit Kupferkabeln. Steinzeitlich, ich weiss. Also warum das alles?

5G - Telefonieren war nie der Plan

Die Antwort ist banal und deshalb so unerquicklich: 5G ist keine Komforttechnologie. Es ist Infrastruktur. Und Infrastruktur ist Macht.

Die Antenne als modernes Geschütz
Früher stellte man Kanonen auf Hügel. Heute stellt man Sendemasten hin. Sie sehen harmloser aus, haben keine Rauchfahnen und brauchen keine Uniformen. Aber sie teilen eine entscheidende Eigenschaft mit klassischen Waffen: Sie kontrollieren Raum. Denn 5G kann nicht nur kommunizieren. Es kann lokalisieren, verfolgen, kartieren, priorisieren, drosseln, analysieren. Und ja, auch Dinge ansteuern, die sich bewegen. Flugzeuge, Autos, Drohnen, autonome Systeme. Nicht zwingend heute. Aber ganz sicher nicht nie. Wer glaubt, diese Netze seien ausschliesslich passive Datenrutschen, glaubt auch, Überwachungskameras seien nur zur Dekoration da.

Alles eine Frage der Steuerung
Das eigentlich Niedliche an der Debatte ist nicht die Technik. Es ist die Naivität bei der Eigentumsfrage. Diese Antennen gehören selten dem Land, auf dem sie stehen. Sie gehören Konzernen. Beteiligungsgesellschaften. Internationalen Konstrukten mit Briefkästen, Holdings und Geschäftsberichten, die klingen wie IKEA-Möbel. Die Schweiz? Darf oft den Mast dulden, den Strom liefern und hoffen, dass alles gut geht.

Wer steuert die Systeme?
Wer wartet sie?
Wer entscheidet über Updates, Prioritäten, Notfallprotokolle?

Das sind keine esoterischen Fragen. Das sind strategische Fragen. Militärische, wirtschaftliche, geopolitische. Und sie werden garantiert nicht an Gemeindeversammlungen diskutiert.

Dual Use, nur ohne Warnhinweis
Man nennt das Dual-Use-Technologie. Etwas, das zivil daherkommt, aber militärisch einsetzbar ist. GPS war auch mal nur zur Navigation da. Heute ist ohne GPS kein Krieg führbar. 5G ist perfekt dafür:

  • extrem niedrige Latenz
  • hohe Gerätedichte
  • präzise Ortung
  • Echtzeitsteuerung

Das ist kein Netz. Das ist ein nervales System für Maschinen, Fahrzeuge und Infrastrukturen. Ein Nervensystem kann man beruhigen. Oder lahmlegen. Oder umleiten. Je nachdem, wer Zugriff hat.

Die grosse Beruhigungspille
Natürlich wird sofort beschwichtigt. «Niemand würde so etwas missbrauchen.» «Es gibt Gesetze.» «Die Technik ist neutral.» Diese Sätze sind immer die Vorhut des Problems. Technik war noch nie neutral. Sie folgt Interessen. Und Interessen haben selten Landesgrenzen. Niemand behauptet, morgen würde jemand per 5G die Schweiz ausschalten. Das wäre plump. Eleganter ist es, Abhängigkeiten zu schaffen. Systeme, die ohne permanente Verbindung nicht mehr funktionieren. Fahrzeuge, die ohne Netz nicht fahren. Logistik, die ohne Echtzeitdaten kollabiert.

Dann braucht es keine Waffen mehr. Dann reicht ein Update. Oder ein Ausfall. Oder eine Priorisierung, die zufällig woanders greift.

Telefonieren als Alibi
Das Tragikomische ist, dass wir das alles unter dem Label «besseres Internet» verkauft bekommen. Ein paar Megabit mehr. Ein paar Millisekunden weniger. Dafür ein flächendeckendes, fremdgesteuertes Hochleistungsnetz, das jedes Objekt, jede Bewegung, jede Funkzelle kennt.

5G telefoniert nicht.
5G beobachtet, verbindet, lenkt, synchronisiert.

Telefonieren ist das Alibi. Wie bei jeder guten Waffe steht auf der Verpackung etwas Harmloses.

Fazit, ohne Trostpflaster
Man muss keine Angst haben. Angst ist ineffizient. Aber man sollte aufhören, so zu tun, als sei 5G nur eine technische Evolution.

Es ist eine strategische Aufrüstung, getarnt als Serviceverbesserung.
Und wer glaubt, Waffensysteme würden nur dann Waffen sein, wenn sie laut sind und explodieren, hat den letzten Jahrhundertwechsel verpasst.

Der Mast vor deinem Haus telefoniert nicht.
Er wartet…

5G – Telefonieren war nie der Plan

Epstein-Files: Die lange Kunst des Wegsehens

Für alle, die die letzten zwanzig, dreissig oder gleich mehrere Jahrhunderte mental im Energiesparmodus verbracht haben: Hier eine kurze Erinnerung. Für alle anderen eine Zumutung. Die Vorstellung, dass die selbsternannte Elite dieses Planeten generationsübergreifend, systematisch und erstaunlich routiniert Verbrechen vertuscht, ist schwer zu ertragen. Also tut man, was man am besten kann: Man erklärt sie für undenkbar.

Beginnen wir mit einem Namen, der zuverlässig Unruhe erzeugt: Marc Dutroux. Ende der 1990er Jahre ermittelte man gegen ihn. Tatortnähe: Brüssel. Hauptstadt Belgiens. Nebenbei auch politisches Nervenzentrum der EU. Zufall, natürlich. Alles ist immer Zufall.

Dutroux entführte, missbrauchte und ermordete Kinder und junge Mädchen. Das ist der Teil, den man offiziell anerkennt. Der Rest blieb, wie so oft, im Nebel. Denn Dutroux war laut eigener Aussage kein Einzeltäter. Er sprach von Netzwerken, von Schutz, von Rückendeckung aus Politik und Gesellschaft. «Ganz von oben», wie er es nannte. Diese Aussage wurde protokolliert. Und dann mental archiviert. Unter: Bitte nicht weiterverfolgen.

Während der Ermittlungen starben 27 Zeugen unter mysteriösen Umständen. Nicht zwei. Nicht fünf. Siebenundzwanzig! Darunter Ermittler, Justizangehörige, Personen mit direktem Bezug zum Verfahren. In jedem anderen Kontext würde man von systematischer Ausschaltung sprechen. Hier nennt man es bedauerliche Häufung.

Der damalige Hauptankläger Hubert Massa ermittelte einen Monat lang gegen Dutroux. Einen. Monat. Dann beging er 1999 angeblich Selbstmord. Der Begriff «angeblich» ist kein Zynismus. Er ist juristische Höflichkeit. Seine Arbeit verschwand. Die Spuren verliefen sich. Das Verfahren wurde amputiert, nicht aufgeklärt.

Und hier beginnt die eigentliche Geschichte. Nicht mit Dutroux, sondern mit dem Reflex danach. Der Reflex, alles zu isolieren, zu verkleinern, zu individualisieren. Ein Monster. Ein Einzelfall. Ein Unfall der Geschichte. Bloss kein Muster erkennen. Muster sind unbequem. Muster stellen Fragen. Muster verlangen Konsequenzen.

Die Vertuschung ist kein Versehen. Sie ist eine Disziplin. Über Jahrzehnte, Jahrhunderte, Systeme hinweg perfektioniert. Man lässt ermitteln, aber nicht zu lange. Man lässt berichten, aber nicht zu tief. Man lässt empören, aber nur kurz. Danach kehrt Ruhe ein. Die Art von Ruhe, die nur entsteht, wenn Wahrheit systematisch erstickt wird.

Und während man über alte Fälle den Mantel des Vergessens legt, verschwinden neue Kinder. Allein zwischen 2021 und 2023 über 50.000 Flüchtlingskinder in der EU. Verschwunden. Nicht gestorben, nicht gefunden, nicht zugeordnet. Einfach weg. In einer der am besten verwalteten Regionen der Welt. Mit Datenbanken, Grenzsystemen, Überwachung und Verwaltung bis zur letzten Büroklammer.

Man fragt sich nicht mehr, ob es Netzwerke gibt. Man fragt sich nur noch, wie viele Generationen man benötigt, um das Wegsehen zur Tugend zu erklären.

Das eigentlich Erschreckende ist nicht, was geschehen ist.
Sondern wie zuverlässig man gelernt hat, es nicht sehen zu wollen…

Epstein-Files: Die lange Kunst des Wegsehens

DBD: Faith’s Funeral – Ashen Sun

Ashen Sun ist kein Comeback. Es ist ein Rückzug nach innen. Johnny Hagel, jahrelang Bassist und Co-Autor bei Tiamat und Sundown, hat die Bühne nicht verlassen, um Licht zu suchen. Er hat sie verlassen, um Dunkelheit zu destillieren. Diesmal ohne Band, ohne Diskussion, ohne Kompromisse. Alles selbst gebaut. Alles allein. Genau so klingt es.

Das Projekt tauchte 2024 leise auf, fast schamhaft, geschrieben in Isolation. Man hört das sofort. Ashen Sun klingt nach geschlossenen Räumen, nach Gedanken, die sich nicht mehr verlaufen, sondern festfahren. Nach einer Welt, die nicht explodiert, sondern langsam dunkler wird, wie ein Raum, in dem jemand schrittweise das Licht dimmt und vergisst, wieder aufzudrehen.

Musikalisch bewegt sich Ashen Sun im Grenzland aus dunklem Gothic Rock und kalter Elektronik. Ein Rückgrat aus Cold-Wave-Synths, darüber 90er-Melancholie, die nicht nostalgisch zwinkert, sondern ernst bleibt. Cinematische Texturen schleichen durch die Songs, ohne sich anzubiedern oder modern wirken zu wollen. Kein Trend, kein Update, kein Algorithmus. Hagel nennt es «ein Requiem für verblassende Imperien und sterbende Sterne». Pathos? Ja. Unverdient? Nein.

Nach der ersten Single «Faith’s Funeral», welche überraschend schnell Playlists und Reaktionen einsammelte, folgt nun am am 27. März 2026 die sechsteilige EP «Velarium». Textlich ist «Velarium» kein Einheitsgrau, sondern eine Palette aus verschiedenen Schwarztönen. Da ist die Klaustrophobie eines zynischen Geistes. Hingabe, die kippt und ätzt. Städte, die im Rauch verschwinden. Ein Rad, das sich dreht, weil es nichts anderes mehr kann. Der titelgebende Endzeit-Hintergrund von «Velarium». Und zum Schluss dieses neblige Stück, in dem der Schlaf die Toten immer wieder mit ins Zimmer schleppt.

Ashen Sun ist kein Trostpflaster. Es ist ein kalter Spiegel. Und manchmal ist genau das ehrlicher als jedes Licht…

ASHEN SUN - FAITH`S FUNERAL (OFFICIAL VIDEO)
ASHEN SUN - FAITH`S FUNERAL (OFFICIAL VIDEO)

Warum du der Lebensmittelindustrie nicht trauen solltest

Es gibt diese herrlich unbequemen Menschen, die einem das Gefühl geben, als hätte man sein ganzes Leben mit einer Blindfold-Challenge verbracht. Eddie gehört definitiv dazu. Ein Ex-Bodybuilder, Ex-psychiatrischer Krankenpfleger und Vollzeit-Ernährungs-Grossinquisitor. Der Mann, der dir mitten ins Gesicht sagt: «Alles, was du kochst, ist eigentlich kein Essen!» Und man sitzt da, kaut auf seinem Haferflocken-Bagel rum und denkt: Verdammt, der Typ hat leider recht.

Sein Weg dorthin? Der Mann hat Jahrzehnte in psychiatrischen Stationen gearbeitet und dort «Diätpläne» erlebt, die wahrscheinlich selbst Sadisten Schamgefühle bereiten würden: Cornflakes mit Zucker und fettfreier Milch – ein Menü, das Patienten zuverlässig entweder ins Koma oder in die Hypergalaxie katapultierte. Und wenn sie völlig «durchdrehten»? Kein Problem. Eine Dosis PRN-Medikamente und zack: Ruhe im Karton. Wer braucht schon Therapie, wenn Insulin und Sedierung alles regeln.

Irgendwann hatte Eddie genug. Pflege ade, Muskelkult olé. Bodybuilding der 80er: Rohe Eier, rotes Fleisch, Lebertabletten, Muttermilch, wenn man sie irgendwie organisieren konnte. Nicht hübsch, aber effektiv. Keine Proteinriegel, die schmecken wie das Ergebnis von Laborhochwasser. Keine Whey-Shakes, die mehr Emulgatoren enthalten als ein Autopflegesortiment. Nur echtes Essen – nahrhaft und funktional.

Und dann kam die Moderne. Proteinriegel mit Farben, die in der Natur nicht vorkommen. Cereal Bars, die aussehen wie Polierpads mit Nährwertangabe. Whey-Shakes, die angeblich «von der Kuh kommen», aber eigentlich nur eine aromatisierte Streicheleinheit der Lebensmittelchemie sind. Kids laufen ins Gym, trainieren, nehmen einen halben Kilo Zucker in Proteinform zu sich und wundern sich über Depressionen, Akne und Verdauung, die nach bioterroristischer Aktivität riecht.

Eddie beobachtet das, schüttelt den Kopf und denkt sich: «Ich war in den 80ern vielleicht irre, aber so irre war ich dann doch nicht.»

Als selbsternannte Ernährungs-Messiasse und Social-Media-Gurus plötzlich die Fitnesswelt eroberten und predigten, man könne Muskeln auch mit Bagels, Skyr, Barista-Haferdrink und Protein-Cornflakes aufbauen, platzte Eddie irgendwann der Kragen. Seine Tochter überredete ihn, Videos zu machen und siehe da: Viralität durch Wut, Fluchen und gesunden Menschenverstand. Endlich mal jemand, der nicht mit Blender-Smile vor einer Schüssel Chia-Pudding posiert, sondern mit Leidenschaft erklärt, warum moderne Ernährung uns mental und körperlich zerlegt.

Die Community wuchs, teilweise mit Wundergeschichten, die heute offiziell «anektodal» heissen, weil sie nicht von jemandem stammen, der ein CNN-Mikrofon im Gesicht hat. Menschen, die 40 Jahre Medikamente schluckten und plötzlich symptomfrei sind. Eine Frau, die zehn Jahre im Rollstuhl sass und heute wieder läuft – nur durch Ernährungsumstellung. Laut offizieller Doktrin unmöglich. Laut Eddie: Alltag.

Kein Wunder, dass man ihn nicht ins Fernsehen einlädt. Wie soll das funktionieren? Eddie sagt «McDonalds bringt dich langsam um», und direkt danach läuft der Big-Mac-Spot. Das lässt sich schwer koordinieren.

Sein Ansatz? Brutal simpel: Iss echte Lebensmittel. Kein Pulver, kein Labor-Snack, kein «High-Protein»-Wunder aus der Folienverpackung. Iss saisonal. Iss logisch.
Und hör auf, zu glauben, dass Pflanzen, die man ohne Kochen nicht essen kann, das Rückgrat unserer Spezies seien.

Der Mann sagt es, wie es ist: Wir sind Tiere. Tiere essen andere Tiere. Punkt. Keine Kuh hat jemals einen Proteinriegel gemolken. Kein Wolf hat jemals einen Linseneintopf gekocht.

Die Wahrheit ist so simpel wie beleidigend: Wir sind so weit von natürlicher Ernährung entfernt, dass wir inzwischen Allergien gegen Avocados haben, weil sie für Europa in Pestiziden gebadet und unnatürlich herangezüchtet werden. Und dann wundern wir uns, warum die Lippen explodieren und der Hals juckt.

Eddies Schlusswort – und es trifft leider ins Mark:
Wir sind die einzige Spezies, die Pflanzen vor Tieren schützt, indem sie sie mit Gift einsprüht – und dann isst. So dumm sind wir.

Why You Shouldn't Trust The Food Industry! - Eddie Abbew at the Neurobloom Conference (Full Lecture)
Why You Shouldn't Trust The Food Industry! - Eddie Abbew at the Neurobloom Conference (Full Lecture)

Die Pädagogik des Abgrunds: Korrekte Pronomen, falsche Realität

In Kanada hat ein Mensch acht andere Menschen erschossen. Darunter seine eigene Familie. Kinder. Eine Lehrerin. Leben, die am Morgen noch banal und selbstverständlich waren und am Abend nur noch statistisches Material. Doch was folgt, ist kein Versuch zu verstehen. Es folgt ein Ritual. Man spricht nicht mehr über den Menschen. Man spricht über die Identität. Über Begriffe. Über korrekte Bezeichnungen. Über Narrative, die so steril sind, dass sie jede Realität neutralisieren wie ein Desinfektionsmittel, das nicht heilt, sondern nur den Geruch überdeckt.

Jesse begann mit zwölf Jahren, sich als etwas anderes zu sehen. Ein Alter, in dem man früher Bäume erkletterte, sich die Knie aufschlug und irgendwann begriff, dass Identität nichts ist, was man verschreibt wie ein Antibiotikum. Heute ist dieses Alter offenbar ausreichend, um irreversible medizinische Entscheidungen zu legitimieren. Entscheidungen, deren langfristige Folgen selbst die Fachwelt nur in vorsichtigen Fussnoten beschreibt, während die öffentliche Kommunikation bereits absolute Gewissheit simuliert.

Was früher ein Ruf nach Hilfe gewesen wäre, wurde zu einem administrativen Prozess. Ein Formular. Eine Zustimmung. Eine Behandlung. Nicht weil man alles wusste. Sondern weil man es wissen wollte. Die Erwachsenen in diesem Raum waren nicht abwesend. Sie waren da. Eltern. Institutionen. Experten. Medien. Jeder mit seiner Rolle, seiner Verantwortung, seiner moralischen Gewissheit. Jeder überzeugt, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Es ist erstaunlich, wie oft Katastrophen aus genau diesem Gefühl entstehen. Denn nichts ist gefährlicher als ein System, das seine eigenen Zweifel abgeschafft hat.

Ein Kind, das offensichtlich mit sich kämpft, wird nicht mehr als jemand gesehen, der Halt braucht. Es wird zu einem Projekt. Zu einem Beweis. Zu einer Bestätigung einer Idee, die grösser ist als das Individuum selbst. Der Mensch verschwindet hinter der Theorie. Das Leiden verschwindet hinter der Sprache. Und die Sprache ist alles.

Die Presse berichtet inzwischen von einer «Frau», die diese Tat begangen habe. Es ist ein sprachlicher Reflex, der so automatisch funktioniert wie ein Rauchmelder, nur dass er nicht vor Feuer warnt, sondern vor Abweichung. Die korrekte Bezeichnung wird wichtiger als die korrekte Analyse. Die semantische Reinheit ersetzt die moralische Verantwortung. Denn Sprache hat eine praktische Funktion: Sie strukturiert, was gedacht werden darf.

Wenn die Begriffe stimmen, muss die Realität nicht mehr überprüft werden. Niemand fragt, ob ein zwölfjähriges Kind wirklich in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen, deren Konsequenzen ein ganzes Leben definieren. Niemand fragt, ob eine Gesellschaft, die sich selbst als fortschrittlich versteht, vielleicht blind geworden ist für die Fragilität der Menschen, die sie zu schützen vorgibt. Stattdessen stabilisiert sich das System selbst. Es korrigiert die Worte. Es korrigiert die Perspektive. Es korrigiert alles, ausser sich selbst.

Und irgendwo in diesem Prozess wird ein Mensch, der Hilfe gebraucht hätte, zu einem Symbol. Zu einem Beweis. Zu einem Produkt seiner Zeit. Die grösste Tragödie ist nicht, dass niemand Verantwortung trägt. Die grösste Tragödie ist, dass jeder seine Rolle perfekt erfüllt hat.

Die Eltern vertrauten den Experten.
Die Experten vertrauten den Leitlinien.
Die Medien vertrauten der Sprache.
Und die Gesellschaft vertraute sich selbst.

So entsteht keine Sicherheit. So entsteht Kontinuität. Denn ein System, das seine Fehler nicht erkennt, kann sie unbegrenzt reproduzieren…

Die Pädagogik des Abgrunds: Korrekte Pronomen, falsche Realität
Die Pädagogik des Abgrunds: Korrekte Pronomen, falsche Realität

Der Alpenbrand und die Kunst des Verschwindens

Vierzig junge Menschen sterben. In einem Land, das sich selbst wie ein Uhrwerk betrachtet: präzise, zuverlässig, neutral. In der Schweiz funktioniert alles. Züge fahren pünktlich. Banken wissen alles. Behörden sehen alles. Kameras sehen alles. Ausser, natürlich, wenn sie plötzlich nichts mehr sehen. Dann ist die Schweiz nicht mehr das Land der Präzision. Dann ist sie das Land des kollektiven Gedächtnisverlusts. Willkommen in Crans-Montana.

Ein Feuer. Ein Nachtclub. Sekunden, die zu einer Ewigkeit werden. Flammen, die schneller sind als jede Vorschrift. Rauch, der schneller ist als jede Verantwortung. Und danach: Stille. Nicht die ehrfürchtige Stille der Trauer. Sondern die sterile Stille der Verwaltung. Denn nach dem Feuer beginnt das eigentliche Ritual.

Nicht das Trauern. Das Verwalten.

Ein Betreiber wird verhaftet. Dann freigelassen. Gegen eine Kaution, die ungefähr dem Preis eines gut ausgestatteten Sportwagens entspricht. Genug, um symbolisch zu wirken. Nicht genug, um existenziell zu schmerzen. Man nennt das Rechtsstaat. Ein Wort, das beruhigend klingt. Wie ein Schlaflied. Wie ein Versprechen, dass alles seinen geordneten Weg geht.

Und während Familien ihre Kinder begraben, beginnen Behörden, Dokumente zu sortieren. Zuständigkeiten zu klären. Formulare zu prüfen. Und irgendwo, zwischen all den Aktenordnern und Protokollen, verschwinden Dinge. Aufnahmen. Zugriffe. Spuren. Nicht mit einem Knall. Sondern mit einem Klick. «Nicht mehr verfügbar.» Eine technische Formulierung. Neutral. Sauber. Klinisch. Fast poetisch.

Denn nichts verschwindet so elegant wie Verantwortung, wenn sie sich auf viele Schultern verteilt. Verantwortung verdampft, wenn jeder nur ein kleines Stück davon trägt. Am Ende trägt niemand genug, um daran zu ersticken. Das ist die wahre Meisterleistung moderner Systeme. Nicht Kontrolle. Sondern die perfekte Verteilung von Schuld, bis sie unsichtbar wird.

Man wird dir sagen, dass ermittelt wird. Dass Prozesse laufen. Dass Geduld notwendig ist. Dass der Rechtsstaat funktioniert. Und technisch stimmt das sogar. Er funktioniert genau so, wie er gebaut wurde.

Langsam genug, damit Emotionen sterben.
Komplex genug, damit niemand den Überblick behält.
Neutral genug, damit niemand persönlich schuld ist.

Denn Systeme haben keine Gesichter. Keine Gewissen. Keine Albträume. Sie haben nur Verfahren. Und Verfahren brennen nicht. Menschen schon.

Was in Crans-Montana verbrannt ist, war nicht nur ein Gebäude. Es war die Illusion, dass Sicherheit ein Naturgesetz ist. Dass Kontrolle automatisch Schutz bedeutet. Dass jemand am Steuer sitzt. Vielleicht sitzt jemand am Steuer. Vielleicht auch nicht. Vielleicht ist das Steuer längst nur noch eine Attrappe.

Denn moderne Macht zeigt sich nicht mehr durch Gewalt. Sondern durch Distanz. Durch die Fähigkeit, omnipräsent und gleichzeitig nirgends verantwortlich zu sein. Das Feuer war real. Die Toten sind real. Die Familien sind real. Und alles andere?

Ist ein System, das gelernt hat, dass nichts so stabil ist wie eine Wahrheit, die langsam genug verschwindet. Nicht durch Lügen. Sondern durch Zeit. Und durch Schweigen.

Der Alpenbrand und die Kunst des Verschwindens

Bild KI generiert

Davos Heuchelei: Wenn Klimaschutz im Jet landet, sie reden vom Verzicht und buchen die Startbahn

Es gibt Orte, an denen Moral besonders dicht ist. Davos zum Beispiel. Wenn das World Economic Forum (WEF) ruft, landet die Weltelite nicht etwa mit der Bahncard, sondern stilecht im Privatjet. 2026 offenbar über 700 Mal. Man muss ja schliesslich klimaneutral diskutieren, wie andere künftig zu heizen haben.

DER DAVOS-SKANDAL: Geheime Zahlen enthüllt – So krass zerstören die „Klimaretter“ unsere Welt!
DER DAVOS-SKANDAL: Geheime Zahlen enthüllt – So krass zerstören die „Klimaretter“ unsere Welt!

Während Otto Normalverbraucher über CO₂-Steuern, Heizverbote und Fahrverbotszonen belehrt wird, herrscht am Flughafen Altenrhein Hochbetrieb. Kerosin liegt in der Luft wie Chanel No. 5 für Fortgeschrittene. Laut Zahlen, unter anderem von Greenpeace, wurden erneut Rekorde gebrochen. Zehn Prozent mehr Privatjets als im Vorjahr. Klimaschutz wächst eben mit.

Ein einzelner VVIP-Hüpfer von Genf nach Davos pustet mehr CO₂ in die Alpenluft, als ein Durchschnittsbürger im ganzen Jahr verursacht. Aber keine Sorge: Das ist strategische Emission. Hochwertige Emission. Mit Namensschild.

Oben in den Hotels diskutiert man derweil über nachhaltige Ernährung. Käfer statt Kalb. Mehlwurm statt Medium Rare. Der moralische Appetit ist groß. Nur komisch, dass auf den Bergstraßen weiterhin V8-Motoren knurren wie beleidigte Dinosaurier. Offenbar fährt sich Verantwortung besser mit acht Zylindern.

Und dann ist da die mediale Choreografie. Schlagzeilen von der The New York Times erzählen von globaler Verantwortung, historischer Transformation und mutigen Klimazielen. Hinter den Kulissen werden Milliarden-Deals geschlossen, während draußen die Rotoren nachlaufen. Transformation beginnt bekanntlich immer bei den anderen.

Die Doppelmoral ist nicht einmal mehr subtil. Sie ist ein Geschäftsmodell. Man erklärt der Welt, dass Verzicht edel ist – solange er nicht den eigenen Terminkalender betrifft. Man fordert Einschränkungen für alle, die keinen Einfluss haben, und nennt es Solidarität. Selbst fliegt man ein, lässt sich chauffieren und spricht von Systemwandel.

„Wir müssen handeln“, heißt es dann auf den Panels. Gemeint ist: Ihr müsst handeln. Heizung runter, Auto weg, Konsum überdenken. Währenddessen wird im Kerosinregen angestoßen, dass die Welt endlich verstanden hat, wie dringend Veränderung ist.

Sie predigen Wasser und saufen Wein. Oder besser: Sie predigen Leitungswasser und bestellen den teuersten Jahrgang auf der Karte.

Das Klima ist offenbar ein exzellentes Argument – vor allem dann, wenn es die eigene Sonderstellung moralisch auflädt. In Davos wird nicht nur über Nachhaltigkeit gesprochen. Dort wird demonstriert, dass manche gleicher sind als andere.

Davos Heuchelei: Wenn Klimaschutz im Jet landet, sie reden vom Verzicht und buchen die Startbahn

Protokoll einer Elite, die zufällig immer vorbereitet ist

Manchmal ist Geschichte kein dramatisches Ereignis, sondern ein E-Mail-Entwurf. Ein Dokument, das nicht schreit, nicht droht, nicht erklärt – sondern einfach daliegt. Kühl. Nüchtern. Und genau deshalb so unerfreulich. Juni 2015. Während der Rest der Welt noch glaubte, Pandemien seien etwas für Hollywood und Grippeimpfungen für den Herbst, prüft Jeffrey Epstein einen Entwurf für eine Einladung. Thema: Eine geplante globale Pandemie-Verteidigungskonferenz. Empfänger: Bill Gates. Tonfall: sachlich. Ambition: global.

Das Konzept, so liest man, habe bereits «breite Resonanz» gefunden. Als Beleg wird erwähnt, es sei unter anderem «as for instance voiced by Chancellor Angela Merkel recently». Angela Merkel selbst ist nicht Teil der Korrespondenz. Sie schreibt keine Mails. Sie kommentiert nichts. Sie dient als Referenz. Als politisches Gütesiegel. Als Beweis dafür, dass man sich auf der richtigen Flughöhe bewegt.

Das ist der Punkt, an dem Politik aufhört, Dienst am Gemeinwesen zu sein, und anfängt, Kulisse für Macht zu werden.

Politik als Stichwortgeber
Niemand behauptet, Merkel habe an diesem Mailwechsel teilgenommen. Das wäre zu grob, zu leicht widerlegbar. Es reicht völlig, dass ihr Name auftaucht. In einem Dokument, das Jahre vor einer realen globalen Krise ein Verteidigungssystem skizziert, das erstaunlich fertig klingt.

Politik, so scheint es, liefert die öffentliche Erzählung, während andere die Architektur entwerfen. Die Politiker sprechen von Vorsorge, Verantwortung und globaler Zusammenarbeit. Hinter den Kulissen prüfen Leute mit sehr speziellen Lebensläufen Entwürfe und geben Feedback.

Das ist keine Verschwörung. Das ist Arbeitsteilung.

Die Elite und ihr Lieblingswort: Vorsorge
«Pandemie-Verteidigung» klingt beruhigend. Technisch. Alternativlos. Wer will schon gegen Vorsorge sein? Genau darin liegt der Trick. Vorsorge rechtfertigt alles: Strukturen, Budgets, Machtverschiebungen, Ausnahmezustände. Vorsorge braucht keine demokratische Debatte. Sie braucht nur Dringlichkeit.

Und die liefert die Politik. Bereitwillig. Mit Statements, Interviews und dem stets gleichen Unterton: Wir müssen vorbereitet sein.

Vorbereitet worauf?
Auf Szenarien, die zufällig exakt zu den bereits geplanten Lösungen passen.

Protokoll statt Interpretation
Die Dokumente stammen aus vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten. Öffentlich. Nachlesbar. Trocken. Niemand muss sie interpretieren. Sie interpretieren sich selbst durch ihre Existenz.

Ein verurteilter Finanzier kommentiert Einladungen zu globalen Sicherheitskonzepten.
Ein milliardenschwerer Technologe wird adressiert.
Eine amtierende Kanzlerin dient als argumentative Staffage.

Das ist kein Skandal im klassischen Sinn. Kein Rauch, kein Feuerwerk. Es ist schlimmer. Es ist Normalität.

Die korrupte Eleganz der Macht
Korruption muss nicht nach Geldübergabe aussehen. Sie zeigt sich auch als Nähe, als Zugang, als Selbstverständlichkeit, mit der politische Autorität als Referenz benutzt wird, ohne gefragt zu werden.

Manipulation funktioniert nicht über Zwang, sondern über Vorabrahmen. Über das Gefühl, dass Dinge ohnehin schon entschieden sind, bevor sie öffentlich diskutiert werden.

Wenn die Krise dann kommt, wirkt alles alternativlos.
Die Strukturen stehen.
Die Narrative sind vorbereitet.
Die Politiker erklären.
Die Technokraten implementieren.

Fazit, ohne Pathos
Das hier ist keine Deutung. Keine Theorie. Keine Meinung.
Es ist ein Protokoll.

Und Protokolle sind gefährlich, weil sie zeigen, wie ruhig, wie professionell und wie früh Macht organisiert wird – lange bevor die Öffentlichkeit merkt, dass sie Teil eines Plans geworden ist, den sie nie mitgeschrieben hat.

Quelle: U.S. Department of Justice. (2015). EFTA00854560–EFTA00854561. Federal court document release.

Protokoll einer Elite, die zufällig immer vorbereitet ist

DBD: Legacy – Galdorcraeft

Die Hörner sind geblasen, die Runen glühen, der Boden bebt. Grimfrost zieht das Schwert aus der Scheide und entfesselt Galdorcraeft mit ihrer neuen Single «Legacy». Das ist kein Song für Nebenbei. Das ist Schlachtgesang, Ahnenschwur und Faust in der Luft zugleich.

Bei «Legacy» klingt, geht es natürlich um Vermächtnis, Blut und Ehre. Passend dazu donnert er direkt in das kommende Spiel «NORSE: Oath of Blood», das am 17. Februar 2026 erscheint und im Frühjahr auch die Konsolen erobert. Perfektes Match: Digitale Schlachtfelder und nordischer Wahn.

«Legacy» ist ab sofort auf Spotify und so ziemlich jeder anderen Streaming-Plattform verfügbar. Aber ehrlich: Das hier will nicht gestreamt werden. Das will aufgedreht werden. Fenster runter, Lautsprecher hoch, Nachbarn verstören. Das Erbe ist kein Andenken…

Galdorcraeft - Legacy
Galdorcraeft - Legacy

Mehr als ein Bundesrat: Die Bescheidenheit der SRG-Spitze

Es gibt Institutionen, die predigen Verantwortung. Und es gibt Institutionen, die sich diese Verantwortung fürstlich bezahlen lassen. Willkommen bei der SRG SSR – dem öffentlich-rechtlichen Gewissen der Nation, finanziell so stabil wie die Alpen, moralisch selbstverständlich über jeden Zweifel erhaben.

Sieben TV-Programme, siebzehn Radiosender. Dazu Spartenkanäle wie Radio Swiss Pop, Classic und Jazz, Internetportale, Apps, Social Media, TikTok. Man könnte meinen, die halbe Republik sende bereits. 2024 zählte die SRG 5727 Vollzeitstellen. Rechnet man sauber, sind es 6554 Personen. 3146 davon in den Redaktionen. Ein kleiner Staat im Staat – nur mit besserem Tonstudio.

Für Löhne flossen 668 Millionen Franken. 94 Millionen davon an 519 Kadermitglieder. Durchschnitt: 181’233 Franken pro Kopf. Öffentlich-rechtliche Bescheidenheit hat offenbar eine sehr grosszügige Definition. Der Generaldirektor – bis November 2024 Gilles Marchand, danach Susanne Wille – verdient 517’959 Franken plus Nebenleistungen. Mehr als ein Bundesrat. Aber gut, wer das Land moralisch einordnet, sollte auch entsprechend entlohnt werden.

Das Eigenkapital? Über eine halbe Milliarde Franken. Jährlich steigend. Man ist also nicht nur systemrelevant, sondern auch systemstabil. Das alles finanziert durch Gebühren, die man selbstverständlich entrichtet – alternativlos, versteht sich. Solidarität nennt man das. Oder Zwangsabgabe, je nach Perspektive.

Die eigentliche Ironie liegt jedoch nicht in den Zahlen. Sie liegt im moralischen Anspruch. Während man im Programm über soziale Gerechtigkeit, Transparenz und staatliche Integrität diskutiert, sitzt man selbst auf einem Gehaltsgefüge, das mit der Lebensrealität vieler Gebührenzahler ungefähr so viel zu tun hat wie ein Studio-Spot mit Tageslicht.

Und wenn es um Kritik geht, wird es plötzlich juristisch sensibel. Der Rechtsstaat ist heilig – ausser wenn es um strukturelle Fragen zur eigenen Finanzierung oder internen Entscheidungsprozessen geht. Dann wird differenziert, relativiert, eingeordnet. Kritik wird zur Randnotiz, Systemfragen zur Populismuswarnung.

Der Rechtsstaat lebt von Gleichheit. Doch Gleichheit wirkt merkwürdig dehnbar, wenn Institutionen sich selbst überwachen, ihre Mittel selbst verteilen und ihre Narrative selbst definieren. Man kontrolliert – und wird kontrolliert – in einem Kreislauf, der erstaunlich geräuschlos funktioniert.

Finanziell steht die SRG auf sicheren Füssen. Moralisch auch. Zumindest im eigenen Programm. Die Frage ist nur: Wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure, wenn sie gleichzeitig Meinungsmacher, Gebührenempfänger und Systemverteidiger sind?

Öffentlich-rechtlich heisst offenbar: Öffentlich finanziert, rechtlich abgesichert – und komfortabel eingerichtet.

Mehr als ein Bundesrat: Die Bescheidenheit der SRG-Spitze

Hollywood, du kannst einpacken – die KI übernimmt, Seedance 2.0 ist da

Es ist also soweit. Kein dramatischer Trommelwirbel aus Los Angeles, kein Streik vor den Studios, kein Oscar für «Beste Existenzkrise». Sondern eine nüchterne Ankündigung aus China: ByteDance, die Firma hinter TikTok, bringt ein KI-Videomodell namens Seedance 2.0. Ein Quantensprung, sagen die einen. Zivilisationsbruch, sagen die anderen. Hollywood sagt vermutlich gerade gar nichts, sondern ruft seinen Anwalt an.

Die bisher veröffentlichten Clips sind nicht «ganz nett für KI». Sie sind verstörend gut. Nicht in diesem charmant-holprigen Sinne früherer KI-Versuche, bei denen Menschen sechs Finger hatten und Autos rückwärts atmeten. Sondern in der Kategorie: Wenn du nicht weisst, dass es KI ist, hältst du es für eine teure Produktion mit Lichtteam, Tonmeister und einem Regisseur mit schwarzem Rollkragen.

Seedance 2.0 akzeptiert Vorgaben wie ein hypermotivierter Praktikant ohne Gewerkschaftsschutz: Textprompts, Tonspuren, erster Frame, letzter Frame, ein Cartoon-Panel, ein bestehender Videoclip, aus dem Kamerafahrten extrahiert werden. Zeichentrick oder fotorealistisch, Lippensynchronisation, Sounddesign, Special Effects. Alles drin. Lernkurve? Praktisch nicht vorhanden.

Aktuell sind es 15 Sekunden pro Clip. Voll vertont. Für rund einen Euro. Ein Euro. In Hollywood bekommt man dafür nicht einmal den Parkplatz vor dem Studio.

Das Beispiel ist fast schon gemein in seiner Schlichtheit: Ein Foto einer jungen Frau. Ein Foto eines Gesichtspflegeprodukts. Ein Prompt: «Erstelle ein Influencer-Video, in dem sie das Produkt benutzt und erklärt.»
Das Ergebnis: Schnitte, Zooms, Lippenbewegungen, Stimme, Ton, Stil. Kaum vom realen Influencer-Material zu unterscheiden. Und das ohne Kamera, ohne Drehgenehmigung, ohne Gage, ohne Cateringwagen.

Willkommen im Zeitalter der synthetischen Authentizität.

Der Tod der Traumfabrik – oder ihr Upgrade?
Für ambitionierte Filmemacher ist das natürlich ein Traum. Jahrzehntelang hiess es: Du brauchst Budget, Kontakte, Equipment, Glück. Jetzt benötigst du einen Laptop, eine Idee und Kleingeld für die Plattform. Die Demokratisierung der Filmproduktion ist keine Metapher mehr, sondern eine Abrechnung.

Doch während Indie-Kreative jubeln, dürften die Chefetagen von The Walt Disney Company, Warner Bros. oder Universal Pictures leicht nervös auf ihre Tabellen schauen. Wenn 15 Sekunden für einen Euro gehen – was passiert bei 90 Minuten? Was passiert, wenn KI Drehbuch, Casting, Kamera, Schnitt und Vertonung in einem Rutsch liefert?

Hollywood lebt von Kontrolle. Kontrolle über Stars, Narrative, Budgets, Verwertungsketten. KI-Videomodelle reissen diese Kontrolle auf wie eine Studiotür bei einem Orkan. Plötzlich kann jeder eine Szene erzeugen, die visuell mit Blockbustern konkurriert. Nicht perfekt, nicht sofort. Aber schnell genug, um das Machtgefüge zu verschieben.

Und dann ist da das Internet. Sobald Seedance 2.0 für alle verfügbar ist, wird es keine gemütliche Testphase geben. Es wird eine Flut. Werbung, Fake-News, Musikvideos, Kurzfilme, Propaganda, Deepfakes, Kunst, Trash. Alles gleichzeitig. Das Auge verliert seinen letzten Rest an Vertrauen.

Bisher konnte man zumindest noch sagen: «Das sieht zu gut aus, um fake zu sein.»
Dieser Satz ist abgelaufen.

Kreative Freiheit oder totale Verwirrung?
Die Euphorie ist verständlich. Endlich können Ideen ohne Studiofilter umgesetzt werden. Kein Produzent, der fragt, ob das massentauglich ist. Kein Casting-Direktor, der Marktanalysen zitiert. Reine Vision.

Aber Vision ohne Verifikation ist ein zweischneidiges Schwert. Wenn jedes Gesicht, jede Stimme, jede Szene generierbar ist, wird Realität zur Option. Die Grenze zwischen Dokumentation und Inszenierung löst sich auf wie Nebel im Scheinwerferlicht.

Hollywood hat jahrzehntelang Illusion verkauft. Jetzt bekommt es Konkurrenz von einer Maschine, die Illusion billiger, schneller und unermüdlich produziert. Und ohne Stars, die sich beschweren.

Der echte Wendepunkt
Das hier ist kein weiterer Hype-Zyklus. Kein Feature-Update. Es ist ein struktureller Bruch. Filmproduktion wird von einem kapitalintensiven Industrieprozess zu einer skalierbaren Softwarefunktion.

Die Studios können sich wehren. Mit Klagen, mit Lizenzen, mit Lobbyarbeit. Aber sie kämpfen gegen Mathematik. Und Mathematik gewinnt selten durch Nostalgie.

KI wird Hollywood nicht über Nacht auslöschen. Aber sie wird es entkernen. Drehbuchautoren, Cutter, VFX-Teams, Komparsen – viele Rollen werden schrumpfen, verschmelzen oder verschwinden. Die Traumfabrik wird zur Datenfabrik.

Und das Publikum? Wird konsumieren. Wie immer. Nur dass es diesmal nicht mehr weiss, ob es einem Menschen applaudiert oder einem Prompt.

Seedance 2.0 ist kein nettes Spielzeug. Es ist der Moment, in dem Film endgültig zu Code wird. Und Code kennt keine Gewerkschaft, keine Mittagspause und kein Ego.

Hollywood hatte hundert Jahre Vorsprung.
Der Algorithmus braucht offenbar nur ein paar Monate…

Hier ein paar Beispiele, die zeigen, was Seedance auf dem Kasten hat:

Bratt Pitt vs Tom Cruise

Bratt Pitt vs Tom Cruise
Bratt Pitt vs Tom Cruise

New Spiderman Trailer

New Spiderman Trailer
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Will Smith eating Spaghetti

Will Smith eating Spaghetti
Will Smith eating Spaghetti

Will Smith fighting a Spaghetti Monster, Epic Action Film Scene, different Cuts, 80s Movie Scene

Will Smith fighting a Spaghetti Monster, Epic Action Film Scene, different Cuts, 80s Movie Scene
Will Smith fighting a Spaghetti Monster, Epic Action Film Scene, different Cuts, 80s Movie Scene

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