Diese Anleitung ist natürlich rein fiktiv. Ein Schelm, wer Ähnlichkeiten an bestehenden Systemen und Strukturen entdeckt! Diese Schritt für Schritt Anleitung zeigt auf, wie man Stimmvieh züchtet und die Macht über ein Volk zu hält. Die grössten Gefahren für den Machterhalt über ein Volk, hat die Geschichte schon oft gezeigt:
- Wertfrei denkende Menschen
- Intelligente, selbstsichere Menschen
- Freie Meinungsäusserung
- Menschen, die keine existentiellen Sorgen haben
- Fehlende Alternativen und Perspektiven
- Ehrlichkeit
- Bildung und Individualität
Wie man schnell erkennt, ist der Mensch, dem es zu gut geht ein riesiger Gefahrenfaktor. Wie also bekomme man dieses Risiko in den Griff?
Ganz einfach, man beschäftigt das Volk mit Sorgen um es von den grundlegenden Problemen, nämlich eigentlichen Machenschaften, fernzuhalten. Die heutige Zeit bietet vielfältige Möglichkeiten, diese Sorgen zu säen, wirtschaftliche wie soziale. Wenn noch nicht genug vorhanden sind, kann werden einfach ein paar selbst erschaffen, indem man z.B. Arbeitsplätze bedroht oder ein Chaos sät. Hier ist es natürlich von Vorteil, wenn man der eigenen Sprache nicht richtig mächtig ist, denn der einfache Bürger könnte ja verstehen, was man ihm so alles auftischt. Schönfärbungen in der Sprache, gewürzt mit etwas NLP und fehlendes Verständnis einfacher Mathematik fruchten eben nur auf einfältiger Erde. Vielleicht findet sich auch noch eine Möglichkeit, die Schulklassen so zusammenzustellen, dass kein geordneter Unterricht aufgrund von Sprachbarrieren oder persönlichen/religiösen Befindlichkeiten mehr realistisch ist. Möglichst wenig Rechte für Lehrer, wenig Geld für den Bildungssektor, Eltern mit auslastenden Jobs sollten hier den gewünschten Effekt erzielen.
Die Selbstsicherheit eines Volkes kann auch gefährlich wirken, aber dies ist z.B. im deutschsprachigen Europa keine Gefahr, da wir alle noch mit unserer Erbschuld aus dem 2. Weltkrieg belastet sind. Dem Volk wird also fleissig eingeimpft, die Schuld auf sich geladen zu haben, für etwas, das 70 Jahre und mehr vergangen ist. Die freie Meinungsäusserung wird am Besten gleich soweit verhindert, dass sie gar nicht statt findet. Aber wie verkaufe man diese Form der Zensur? Warum benennen wir Zensur einfach nicht in Politische Korrektheit um und ächten jeden Verstoss dagegen mittels Diskreditierung? Dies könnte gleich einen netten Zusatzeffekt haben. Denn wenn sich jemand über die Pflicht des Genderzwangs in der Personalpolitik aufregt, vergisst er vielleicht auch zu fragen, warum so viele Menschen Arbeit suchen?
Auf keinen Fall darf das Volk funktionierende Alternativen kennen! Es muss allen gleich schlecht gehen, was einfach durch eine Umverteilung erreicht werden kann. Der Blick über den Tellerrand darf sich nicht mehr lohnen! Will man nicht Gefahr laufen von seinem Thron gehoben zu werden, muss man auch die Geschichte beachten. Die gesamte Legislative und Exekutive muss in einen Käfig. Ein paar Präzedenzfälle und auch Gerichte, Polizei und Armee sind soweit eingeschüchtert, dass sie brav bleiben. Dazu noch eine Portion Geldsorgen durch mangelnde Investitionen und Beschneidung der Rechte führen mit Sicherheit in die gewünschte Richtung.
Wenn es etwas gibt, dass man seinem Volk nicht zumuten will und kann, dann ist das Ehrlichkeit. Für negativ belastete Begriffe erfinde man einfach neue, Zahlen werden einfach neu oder anders berechnet. Aus Einbrechern werden Schlüsselarbeitskräfte, aus ein paar tausend Arbeitslosen mehr, werden 1% oder so ähnlich aufgrund irgendwelcher statistischer Kreationen. Klingt doch schon alles besser, oder? Zu guter Letzt muss man dafür sorgen, dass niemand am Stuhl sägt oder Machtpositionen auch nur kritisiert und/oder öffentlich diskutiert werden. Also sammle man Daten über alle Arten der Kommunikationswege oder zumindest lässt man das Volk dies denken. Anschuldigungen ignoriere man einfach, sollte z.B. eine grosse Zeitung einem zu sehr in die Enge treiben, wird einfach für die nächsten 5 Jahre kein Interviewtermin frei sein. Als Zuckerguss obenauf kommt noch die Anarchiedrohung. Jeder, der anders denkt als die eigene Linie es vorgibt, ist entweder Extremist oder Anarchist. Somit sollten auch die meisten ruhiggestellt sein.
So dann bleibt zu hoffen, dass diese Anleitung niemand aus unseren Machthabern liest… denn, was eigentlich?


«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








