Ziemlich genau vor einem halben Jahr haben wir alle eine neue Regierung erhalten. Nicht demokratisch gewählt, es war eher ein Putsch. Covid-19 heisst die neue Ordnung, an der sich alles orientiert. Und wir schauen erstaunt zurück – und ziemlich verängstigt nach vorn.
Gibt es eine weltumspannende Verschwörung? Daran glauben viele, ich nicht. Ich traue es den Regierungen dieser Welt nicht einmal zu, dass sie eine solche auf die Reihe kriegen. Schaut euch die Politiker an, teilweise kann man froh sein, dass die sich am Morgen die Schuhe zubinden können. Die Wahrheit ist vermutlich viel profaner: Wir haben keine Führung. Jedenfalls keine, die dem Namen gerecht wird. Wir haben eine übermächtige Verwaltung – die froh ist, endlich mal etwas spannendes zu tun zu haben und mit Zahlen in abstrusesten Formen jonglieren zu können. Frei nach dem Motto: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!
Den Verwaltern kann man nicht mal einen Vorwurf machen – sie wissen es nicht besser. Der Vorwurf geht an die eigentlich klugen Köpfe, die das alles widerstandslos mittragen und somit unterstützen. Allen voran die Journalisten. Flott fröhlich wird Angst und Panik geschürt und gewisse Verlage publizieren liebend gerne Leservideos, in denen ein Zeitgenosse ohne Maske im Zug live erwischt wird. Es geht schon lange nicht mehr um die Frage, was sinnvoll ist, sondern nur noch um die Frage, wer sich unverschämterweise der Sinnlosigkeit entzieht. Die Sternstunde der Hilfssheriffs und Denunzianten und dank dem aktuellen Journalismus werden diese als Helden dargestellt – und das waren sie schon zu Zeiten des 2. Weltkrieges oder in der DDR, um nur einige Beispiele zu nennen, nicht, sondern die Schergen des Faschismus.
Die Menschen sind mir ein Mysterium. Da sieht man rot, wenn der Nachbar den Abfallsack am falschen Tag an die Strasse stellt oder eben keine Maske trägt, aber man duldet es klaglos, wenn einem monatelang die Reise ins Nachbarland untersagt wird, alle zu einer Maske mit höchst umstrittener Wirksamkeit geknechtet werden und jede Form der Zerstreuung konsequent verboten wird. Nirgends am Horizont regt sich eine politische Kraft, die sagt: Schluss damit! Mehr noch, niemand baut eine neue politische Kraft mit dieser Botschaft auf – obwohl sie offene Türen einrennen würde. Doch es besteht Hoffnung, denn immer mehr merken, was eigentlich für ein Spiel gespielt wird und sind (endlich) so weit, dass sie dabei nicht mehr mitmachen. Es wird Zeit, dass wir endlich unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen und uns wehren – für uns und vor allem unsere Kinder! Wer willst du sein?

(via Robert Süssenbach)






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