Für «Oops – Wrong Planet» braucht man nicht Autist zu sein, auch HSP (Highly Sensitive Person) haben oft das Gefühl ganz anders zu sein, was sogar stimmt und nicht in diese Welt zu passen. Sie nehmen viel mehr wahr, denken komplexer und ihr Gehirn ist daher mit der Reizüberflutung oft überfordert. Einer deutlich erhöhte neuronale Aktivität im Gehirn wurde bei ihnen nachgewiesen. Meist haben sie hohe ethische Standards und neigen zur Perfektion bis hin zum Pedantischen, vor allem als Selbstanspruch.
Mit der Ellenbogengesellschaft, welche sich irgendwie chaotisch durchwurstelt, können sie nichts anfangen. Sie brauchen Klarheit und Ordnung um den Überblick zu behalten. Wegen der ganzen Eindrücke brauchen sie mehr Ruhephasen, was ebenfalls im Widerspruch zu unserer hektischen Gesellschaft steht. Da gibt es Parallelen zum Autismus. Aber es gibt auch grosse Unterschiede. Es gibt autistische Kinder, welche, wenn man sie auf eine Wiese setzt, beim Anblick der vielen chaotischen stehenden Grashalme durchdrehen. Deswegen haben Autisten eine Vorliebe für geometrische Formen.
Wenn man bedenkt, das ca. 10–20 % der Gesellschaft HSP sind, so bedeutet das, dass für 10–20 % diese Gesellschaft, gerade jetzt, pures Gift ist. Das ist nicht wenig und kann nicht ohne negative Auswirkungen bzw. Rückkopplung auf die Gesellschaft bleiben. Noch eine Anmerkung zu «hohe ethische Standards». Dies bedeutet nicht, dass HSP automatisch die «besseren» Menschen sind. Sie haben vielleicht die besseren Chance dazu. Es kann aber im Falle permanenter Überforderung auch ins Gegenteil umschlagen. Dann können die an sich emphatischen und mitfühlenden HSP ausgesprochen kalt und rücksichtslos werden. Das ist dann eine Art Selbstschutz, um der Umwelt die Grenzen zu zeigen oder anzuzeigen, dass die Umwelt übergriffig wird. Der Begriff «Neurotypisch» im Video ist Spitzenklasse. Er umgeht das Problem der Unterscheidung zwischen normal und nicht normal, als unnormal, nicht irgendeiner Norm entsprechend.






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