Danielle Harris sollte sich auf ihre Schauspielerkarriere konzentrieren, damit kann sie immerhin noch einige Fans um sich scharen. Als Regisseurin kann sie offensichtlich gar nichts und dürfte sich selbst bei ihren eher wenig anspruchsvollen Anhängern noch Bonuspunkte verspielen. Billiger Unfug, der zumindest schon nach 70 Minuten mit dem Abspann erlöst. Länger wäre auch mehr Folter, als ohnehin schon gezeigt wird.
Die heute 37 jährigen Danielle Harris hatte im Alter von 11 Jahren ihren, nennen wir es mal bescheiden «grossen» Durchbruch in der Rolle als Jamie Lloyd in «Halloween 4 – Michael Myers kehrt zurück». Nach einer Durststrecke in den 90ern mit Auftritten in Filmen wie «The Last Boy Scout» oder «Daylight», wurde sie im neuen Jahrtausend dank Rollen in Rob Zombie’s neuen «Halloween»-Filmen, dem zweiten und dritten Teil des Old-School-Slashers «Hatchet» oder dem wirklichen feinen Low-Budget-Stück «Vampire Nation» zu einem «kleinen» Star im Genresektor. Nun also gibt die sympathische Harris ihr Debüt als Regisseurin.
Das hier wenig Zeit und Geld im Spiel war und somit natürlich nicht mit einem aufwändigen Endprodukt gerechnet werden konnte, geht per se vollkommen in Ordnung. Der Titel «Unter Freunden» ist treffend gewählt, denn da mussten Regisseurin Harris und die Autorin und gleichzeitig auch furchtbare Hauptdarstellerin: Alyssa Lobit, sich ihren Cast zusammensuchen. Da die Damen und Herren alle sicher Zeit und nur geringe Gagenforderungen hatten, war das schon mal geschafft. Zu den noch halbwegs bekannten Gesichtern gehören AJ Bowen («You’re Next»), Kane Hodder (Jason Vorhees, ab dem siebten Teil der «Freitag, der 13.»-Serie), die abermals grässliche Jennifer Blanc («Victim»), sowie deren Ehemann Michael Biehn (einst Kyle Reese in «Terminator»), dieser immerhin nur in einem total sinnlosen Cameo, in dem er dafür endlich mal sagen darf, was wohl jeder beim Anblick dieser Grütze denkt: «Wie konnte meine Karriere nur so enden?» Traurig, aber wahr!
Bei «Unter Freunden» ist leider nichts auch nur halbwegs gelungen. Der Cast agiert im Bereich von «Mir-doch-egal» bis langweilig, angeführt von Autorin Alyssa Lobit als Folter-Tante mit dämlichem Jigsaw-Moral-Motiv und der unerträglich heulenden Hackfresse Jennifer Blanc, die schon in dem Regiedebüts ihres Gatten eine reine Zumutung war. Aus der einfachen, aber zumindest irgendwie verwendbaren Geschichte wird eine einzige, spannungsbefreite Torture-Nummer gemacht, zu deren «Highlights» abgetrennte Körperteile, haufenweiser vulgärer Kraftausdrücke und etwas Ficki-Ficki zählen. Zum Teil katastrophal gespielt, durchgehend amateurhaft inszeniert und lächerlich geschrieben erwartet den gequälten Zuschauer weiter nichts, bis auf unsympathische Figuren, deren Pein einem komplett am Arsch vorbeigeht, die sich dann auch noch derart abgrundtief dämlich verhalten, dass man das mit allem guten Willen unmöglich ausblenden kann. Höhepunkte? Keine! Der Film ist von vorne bis hinten misslungen.



«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








