Basierend auf der gleichnamigen Comicbuchreihe von Mitch Hyman entstand im Jahre 2014 die Horror-Komödie «Bubba the Redneck Werewolf», bei der Brendan Jackson Rogers im Regiestuhl sass. In diesem Film werden alle bekannten Klischees der Rednacks durchgekaut und obendrein ist ein roter Teufel zu sehen, der nicht einmal vor einer Nonne Halt macht. In den Rollen sind unter anderem Fred Lass als Bubba, Malone Thomas als Bobbie Jo und Mitch Hyman als Teufel zu sehen, die es tatsächlich schaffen, die Geschichte zum Leben zu erwecken. Die Effekte gefallen und der Humor ist gelungen, so das Genrefans auf ihre Trash-Kosten kommen sollten.

Zugegeben, Bubba (Fred Lass) ist ein bisschen tumb. Naja, eigentlich sehr tumb. Im Prinzip ist er so dumm wie ein Stück Brot. Aber dafür ist er ebenso liebenswert wie gutmütig. In den zwanzig Jahren seitdem «Bubba the Redneck Werewolf» zum ersten Mal in Comics auftauchte, gab es bereits einige Gelegenheiten, den Stoff in Theater- und Fernseh-Versionen zu adaptieren. Wo die Studios letztendlich versagt haben, fanden Mitch Hyman mit einer Handvoll Helfer die Zeit das Charakterkonzept zu verwirklichen und etwas Besonderes zu kreieren. Vielleicht war es Schicksal, dass unabhängige Filmemacher in der Zeit, in der Bubba auf Eis lag, zu der Technik auf Studio-Niveau aufschliessen konnten, wobei sich das Ergebnis absolut sehen lassen kann. Horror, Humor und Hybris machen diesen Hühnchen fressenden, Zigarren-mampfenden und Whiskey-saufenden Werwolf zu dem Helden, den wir alle verdienen. Der Teufel steckt buchstäblich im Detail. Bubbas Erfinder Mitch Hyman spielt den gehörnten Antagonisten höchst persönlich, angelockt von einem wohlmeinenden, aber ansonsten idiotischen Kumpel, der dumm genug ist, seine Seele zu verkaufen, um seine High-School-Geliebte zurückzubekommen.

«Bubba the Redneck Werewolf» ist in seiner Leinwand-Adaption ein launiger und sich zu keiner Zeit ernst nehmender Horrormix, gespickt mit galligem Südstaaten-Flair – über das sich der Film im gleichen Masse lustig macht wie über die Horrormotive, Frauen- und Männerklischees, die Waffenvernarrtheit der Amerikaner oder religiöse Empfindungen. Nein, heilig ist dem Film nicht wirklich viel. Ein guter Grund für den Spass, denn man während der rund 78 Minuten mit «Bubba the Redneck Werewolf» haben kann. Natürlich sollte man wissen, dass die Produktion eher günstig gehalten ist. Das gilt für die Masken, wie für die zahlreichen Nebendarsteller, deren Leistung überschaubar sein mag. Aber auch das teils knallchargige Agieren der Schauspieler passt am Ende ganz gut zum Film selbst. Man muss sich drauf einstellen und nicht zwingend filmische Hochkultur erwarten. Sämtliche Figuren sind brutal überzeichnet – vom Vietnam-Veteran, der seine Eier in der Tet-Offensive verloren hat über die abgehalfterte Barfrau bis hin zum Klischee-Motorradrocker. Der grösste Teil des Films spielt in der lokalen Bar, deren Name sich im Laufe des Films permanent verändert und dabei ein paar Wortspiele offenbart. Erstaunlich ist, dass sogar Sprüche wie «Bumsen macht die Beine schlapp» oder alberne Namen wie «Popelfurz» nicht nerven. Ziemlich drüber ist allerdings die Kotzerei der «Psycho-Tante», hier übertreibt es der Film mit seinem Willen zur Persiflage.

Mit einem Make-up-Design, das es Bubba ermöglicht, der erste filmische Werwolf zu sein, der tatsächlich lächeln kann, während er tötet, weiss die Produktion mit einer coolen Kombination aus praktischen und computergenerierten Effekten zu unterhalten. Clevere Details und gutmütige Seitenhiebe in Richtung Kleinstadtleben schaffen es, die Geschichte in Gang zu halten. Dabei fühlt man sich an Samstagmorgen-Cartoons erinnert – die wirklich gewalttätigen, bevor die Sender entschieden, dass Kinder den Unterschied zwischen Zeichentrick und Realverfilmung nicht erkennen können – kombiniert mit ein paar strategisch gut platzierten Seitenhieben. Atmosphärisch passend gibt es dazu einen stimmigen Mix aus Original Country-Songs und ein paar extra komponierten Countrypunk-Tunes. Vor allem der Titelsong ragt schon textlich heraus, wenn Bubba, der Redneck Werwolf als dumm aber liebenswert beschrieben wird. Funktionieren tut das Ganze, weil man den Machern trotz oder gerade wegen ihrer Limitiertheit im Budget die Leidenschaft jede Sekunde ansieht. Das Gleiche gilt für die Darsteller. Denn man muss solche Dummbaze eben auch erst einmal überzeugend darstellen und das macht vor allem Malone Thomas als Bobbie-Jo herausragend. Sie bildet praktisch den Mittelpunkt des Films. Gerade die Verkörperung der Südstaaten-Schönheit mit überschaubarem Intellekt hätte ganz furchtbar in die Hose gehen können. Thomas‘ Darstellung der stereotypen Redneck-Lady trifft den Nagel aber auf den Kopf.

«Bubba the Redneck Werewolf» ist ein grosser Spass, sofern man sich drauf einlassen kann. Immer vorausgesetzt, man ist sich bewusst, dass schlechter Geschmack und plakatives Schauspiel hier gezielt genutzt werden, um dem Trash-Charakter zu entsprechen. Genau das macht Bubba aber zum perfekten Film für eine Horror-Nacht zu fortgeschrittener und bierseliger Stunde. «Bubba – The Redneck Werewolf» ist einer dieser Filme (wie z.B. das Original von «Evil Dead»), der einfach nicht derselbe wäre, wäre er nicht mit dem Herzblut, der Liebe zum Detail und einem gut angelegten Mikro-Budget verwirklicht worden, das unabhängige Filmstudios dazu zwingt so kreativ wie leidenschaftlich zu sein. Wird er ein Publikum finden, das es verdient diesen Streifen vorgesetzt zu bekommen?


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