Es gibt Bücher, die entstehen aus Leidenschaft. Aus Neugier. Aus dem Wunsch, etwas Schönes zu schaffen. Und dann gibt es Bücher, die entstehen aus Verzweiflung – aus dem Moment, in dem ein Mensch auf die Trümmer seiner Karriere schaut und denkt: Das muss aufgeschrieben werden. Nicht als Rache. Als Beweis. Als Dokumentation des Zustands einer Gesellschaft, die behauptet, Diskurs zu schätzen – und ihn systematisch bestraft. «Mut zum Widerspruch» ist ein solches Buch.

Die Bilanz des Widerspruchs
Lassen wir die Zahlen sprechen, bevor die Rhetorik es tut. Prof. Dr. Günter Roth – Verwaltungswissenschaftler, Hochschule München – ist nicht mehr Professor an der Hochschule München. Warum? Darüber hat er sich vertraglich verpflichtet zu schweigen. Was er sagen darf: Die nackten Tatsachen. Was die nackten Tatsachen bedeuten: Wer widerspricht, zahlt.
Prof. Dr. Wolfgang Stölzle – zwanzig Jahre Institutsleitung an der Universität St. Gallen – ist nicht mehr Institutsleiter. Er hatte sich hochschulöffentlich gegen die Coronamassnahmen ausgesprochen. Aufhebungsvereinbarung. Sommer 2024. Ende.
Prof. Dr. Harald Walach – Risiko-Nutzen-Analyse der Covid-Impfstoffe veröffentlicht. Resultat: 800’000 Downloads in einer Woche. Zwei wissenschaftliche Arbeiten zurückgezogen. Zwei Arbeitgeber los. Medizinische Universität Posen: raus. Universität Witten: raus.
Man bemerke die Effizienz. Kein Prozess. Keine öffentliche Anhörung. Nur die stille, saubere Maschinerie akademischer Entsorgung – so geräuschlos wie möglich, so endgültig wie nötig.

Die Gesichter des Preises
Aber es geht um mehr als Professoren. Es geht um Menschen, deren Namen ausserhalb akademischer Kreise nie gefallen wären – hätten sie nicht den Fehler begangen, nach ihrem Gewissen zu handeln.
Alessandra Asteriti. Professorin in Lüneburg. Äusserte sich zur Genderthematik aus der Perspektive des internationalen Rechts. Den Studierenden gefiel das nicht. Was folgte, nennt das Buch «kaltgestellt und abgeschossen». Ihre juristische Karriere: Am Nagel. Ihr Leben: Irgendwo in Italien. Der Aufbau von Jahrzehnten: Schutt.
Alexander Bittner. Soldat. Sein Vergehen: Er wollte sich nicht impfen lassen. Er blieb standhaft. Er zahlte die Geldstrafe nicht – konnte sie nicht zahlen. Er sass fünf bis sechs Monate im Gefängnis. Wegen eines Stichs in den Arm, den er nicht wollte.
Dr. Carola Javid-Kistel. Ärztin. Sie nahm Maskenatteste ernst – führte tatsächlich medizinische Untersuchungen durch, statt Formulare abzustempeln. Praxis dicht. Verhaftet in Zürich. Frauengefängnis in Deutschland. Freilassung unter Bedingungen, über die sie nicht sprechen darf. Exil in Mexiko. Rückkehr nach Deutschland: Nicht möglich.
Exil. In Deutschland. Im Jahr 2024. Man lese diesen Satz zweimal und frage sich, ob man ihn in einem anderen Kontext akzeptiert hätte.

Der Autoritarismus des Guten
Prof. Roth nennt es präzise: Den «Autoritarismus des Wahren und Guten». Jene besondere Form der Unterdrückung, die sich selbst nicht als solche erkennt – weil sie ja für die richtigen Ziele eintritt. Für Solidarität. Für Sicherheit. Für das Gemeinwohl. Wer gegen diese Ziele argumentiert, ist nicht Andersdenkender. Er ist Feind. Und Feinde müssen nicht überzeugt werden – sie müssen entfernt werden.
Das Verblüffende, so Roth: Gerade im Akademischen blüht dieser Autoritarismus besonders. Dort, wo Diskurs nicht nur möglich, sondern konstitutiv sein sollte für den Betrieb. Wo die Idee der Universität ursprünglich stand: Als Ort des freien Denkens, des Widerspruchs, der unbequemen Frage.
Studenten, die begeistert Zulassungsarbeiten über Demokratiekrisen schrieben – und dann nicht bereit waren, über die grösste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg zu diskutieren. Das Buch, das jemand schrieb, interessierte niemanden. Dass er es im falschen Medium veröffentlichte: Das war das Vergehen. Der Inhalt stand nicht zur Diskussion. Der Ort der Publikation schon.

Was ein Verlag bedeutet, wenn Verlage nicht mehr ausreichen
Discorso – nicht als regulärer Verlag gegründet, sondern als Genossenschaft. Weil die Gründer verstanden hatten: Wer den Diskursraum offenhalten will, darf nicht von denselben Strukturen abhängig sein, die ihn schliessen.
Das erste Buch des Verlags: «Mut zum Widerspruch». Das zweite: «Freisein von Innen«. Keine Bestsellerlisten. Kein Feuilleton. Keine Talkshoweinladungen für die Autoren – die sitzen in Mexiko, in Italien oder schweigen vertraglich.
Rolf Lenzen, 40 Jahre Verlagsarbeit, fasst es nüchtern zusammen: Nach Corona sah er alle Illusionen zerbrochen – wissenschaftliche, gesellschaftliche, politische. Und dann baute er etwas Neues. Nicht gross. Aber aufrecht.

Der Preis – und die Antwort
Das Bemerkenswerte an diesem Buch ist nicht das Leid, das es dokumentiert. Es ist die Haltung, mit der die Autoren auf dieses Leid zurückblicken. Alle sagen: Sie bereuen es nicht. Alle sagen: Sie würden es wieder tun.
Rolf Lenzen zitiert Emmanuel Levinas —-den Philosophen, der das abendländische Denken vom Ich zum Anderen verschob. Die Ethik liegt im Antlitz des anderen: In seiner Verletzbarkeit, seiner Bedürftigkeit, seiner Unendlichkeit. Wer dem anderen ins Gesicht sieht, wird in die Verantwortung gerufen – nicht durch Gesetz, nicht durch Vorschrift, sondern durch das schlichte Faktum der Menschlichkeit.
Das ist, so Lenzen, der Unterschied. Nicht Ideologie. Nicht Mut im abstrakten Sinne. Sondern der Blick auf den konkreten Menschen – den Patienten, den Schüler, den Soldaten – und die Unfähigkeit, wegzuschauen.

Was die Verantwortlichen tun
Jens Spahn trägt Orden. Karl Lauterbach hat einen Ministerposten. In der Schweiz verleihen sie einander Auszeichnungen. Die Ärzte, Professoren und Soldaten, die ihrem Gewissen folgten, sitzen in Mexiko, in Italien, oder haben vertraglich zugesichert, nichts Schlechtes zu sagen.
Verantwortungslosigkeit, so der treffende Begriff aus der Runde, gedeiht genau dann am besten, wenn Verantwortung auf so viele Schultern verteilt wird, dass sie bei niemandem mehr landet. Das Buch existiert trotzdem. Die Frage, die es stellt, bleibt: Wie viel Widerspruch lässt diese Gesellschaft noch zu? Die Antwort steht in den Lebensläufen seiner Autoren…

Sie widersprachen – und verloren alles…
Sie widersprachen – und verloren alles…

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Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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