Das bildgewaltige Action-Epos «Pfad des Kriegers» von Regisseur Roel Reiné (Hard Target 2, Black Sails) entstand an Original-Schauplätzen in Belgien, Deutschland, Dänemark und Holland und erzählt die Geschichte des friesischen Freiheitskämpfers Radbod. Hier hatte man eine gute Geschichte, gute Schauspieler, ausreichend Komparsen, aufwändige Sets – und hat letzlich doch alle Chancen verschenkt.
Leider gelingt es Regisseur Roel Rein in sage und schreibe 154 Minuten nicht, den Zuschauer zu packen. Die Schlachtszenen sind bildgewaltig eingefangen und bieten furiose Actionszenen, doch die ruhigen Minuten – und von denen hat es viele, sind viel zu langfädig, zäh und aufgesetzt. Rein bemüht sich um pompöse Bilder, dafür ist das relative schmale Budget jedoch nicht ausreichend, für meinen Geschmack ist der Film auch ein wenig zu viel angelehnt und die Eigenständigkeit fehlt. Wenn nicht der grossartig Cast mit Soren Malling (Kommissar Wallander), Gijs Naber (Die Heineken Entführung) und «Breaking Bad»-Star Jonathan Banks den Film über Wasser halten würde, könnte man spätestens nach 10 Minuten wieder abstellen Das Movie ist zwar gut gemeint, aber doch recht schlecht ausgeführt. Da hilft es leider auch nicht, dass für die doch blutigen Schlachtszenen Hunderte von Statisten rekrutiert wurden.
Schildwall? Schlachtordnung? Taktik? Brauchen die Mannen um Radbod alles nicht! Stattdessen gibt es immer wieder wirres, völlig unrealistisches Massenkloppe. In der finalen Schlacht zum Beispiel hatte man viiiiiiel Zeit, um die Jungs mit den Strohballen oder den Typen mit dem Speer vom Pferd zu holen. Stattdessen wartet man und wartet und wartet und wartet und labert und labert und labert. Am Ende kommt dann noch pünktlich auf die letzte Minute Hilfe und eine der Damen musste ja dann doch noch unbedingt weg. Platter und umständlicher ging es ja wohl nicht. «Redbad» wie der Film im Original heisst, sieht man die geringen Produktionskosten von rund 7 Millionen Euro überall an. Die Kämpfe verkommen zu einem pompösen, aber doch recht unterhaltsamen Drama von zwei Stunden und vierzig Minuten, das um – mindestens – eine Stunde hätte verkürzt werden sollen. Zudem gibt es historische Fehler, welche als solches nicht hätten im Film Platz finden dürfen und so ist das ambitionierte Werk von Roel Reiné höchstens etwas für Fans historischer Epen, welche sich auch nicht vor eine fast 3 stündigen Laufzeit abschrecken lassen. Fans von Vikings sollten die Finger davon lassen…








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