«Humans» ist ein Backwood-Slasher aus Frankreich. Die Story ist an sich ganz gut, die Umsetzung ist leider aber nur mittelmässig gelungen. Die Location ist das Highlight in diesem Film. «Humains» (wie der Film im Original heisst) ist sowas wie der kleine, zurückgebliebene Bruder von «The Hills Have Eyes», der sich ins Schweizer Bergland zurückgezogen hat.
Mit dem Zug ins Lötschental? Ok, geschenkt. Nicht gut recherchiert, kann passieren. Was als Wissenschafts-/Abenteuerfilm in schöner Kulisse beginnt, endet leider etwas zu simpel in den üblichen Backwood-Klischees. Dass die beiden Regisseure vorher z. B. für die Effekte in «Inside» verantwortlich waren, merkt man ihrem Debut leider nicht durchwegs an, der schrecklich animierte CGI-Autounfall im ersten Viertel des Films verleitet frühzeitig dazu, den Film nicht zu Ende zu schauen. Doch die düstere Atmosphäre und die aufgebaute Spannung lassen den Horror-Fan dies mit wohlwollen zu übersehen, sind wir doch von Trash-Movies durchaus schlimmeres gewohnt.
Das sozialkritische Thema hat ne Menge Wahrheitsgehalt, doch leider wird das Potenzial alles andere als ausgeschöpft und das Ende in den Sand gesetzt. Trotz zweier bekannter Gesichter (Dominique Pinon und Philippe Nahon) leidet «Humains» vorallem in der zweiten Hälfte an Ideenlosigkeit und sorgt im direkten Vergleich zu anderen französischen Köstlichkeiten für einen eher billigen Abgang. Es gibt mittlerweile so viele Backwood-Slasher und dieser ist keiner, der besonders heraussticht, sondern vielmehr in der Masse untergeht. Wer auf dieses Genre steht und mit nicht allzu hohen Erwartungen an den Film rangeht, wird aber sicherlich gut unterhalten.
«Humans – Sie haben überlebt» wirkt aber nicht billig. Doch leider fehlt es an Glaubwürdigkeit, da stirbt jemand und keinen scheint es wirklich grossartig zu interessieren, nicht mal wenn dieser ein enges Familienmitglied ist. Wer hier stirbt oder am Ende überlebt ist auch uns als Zuseher egal, die Charaktere sind schlecht in Szene gesetzt worden, einigen wünscht man fast den Filmtod da sie einem gehörig auf den Zeiger gehen. Die zufällig zusammengewürfelten Leute sind zwar recht schlecht charakterisiert, aber bildlich scheint, ausser dem genannten Autounfall, alles in Ordnung. Horrorfilme über mutierte Hinterwäldler sind keine Domäne mehr der an Wildnis noch so reichen USA, sondern können selbst in einer scheinbar mit Skiliften bis in den hintersten Winkeln zugetackerten Nation wie der Schweiz stattfinden. Routinierte Horrorschnitzeljagd mit hübscher Optik und mässigen Darstellern, die nicht annähernd an Filme wie «The Descent» oder «The Hills Have Eyes» herankommt und doch für Genre-Fans durchaus gute Unterhaltung bietet.









«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








