«Kickboxer Vengance» ist ein Möchtegern Remake, nur das im Gegensatz zum Original hier absolut keine Atmosphäre aufkommen will. Schauspielerisch eine Katastrophe. Kurz zusammengefasst eine lieblose modernisierte Version, die einfach nicht zündet und so überhaupt nicht funktioniert. Möchtegern Hommage an 80er und 90er Jahre Kampffilme. Da schaut man besser das Original!
Drehbuch ist ziemlich mies, der Hauptdarsteller hat kein Charisma und die Wende im Endkampf ist schlecht inszeniert. Zuerst ist Tong Po knallhart und kein Treffer kann ihn was und und ein paar Minuten später fällt er von jeder Berührung um. Selbst wer Van Damme und Kampfsport mag und da gehöre ich definitiv dazu, wird durch das Filmchen alles andere als unterhalten. Viele coole «Moves» und «Fights» hat es so schon gegeben und man wird das Gefühl nicht los, dass viele der Elemente von «Ong bak», «Undisputed» etc abgekupfert wurden. Sogar Bautista mit seinen 2-3 Sätzen, spielt absolut lustlos. Van Damme dagegen sieht man zum ersten Mal als Meister, zu 95% des Films mit Hut und Sonnenbrille verschleiert und dies egal ob bei Nacht oder bei Regen – was möchte er da wohl verbergen? Oder ist ihm dieser Auftritt schlicht peinlich?
«Kickboxer – Die Vergeltung» zeigt Kampfsport-Action ohne jeden inhaltlichen Anspruch. Alain Moussi, der neue Kurt-Darsteller, erinnert mich an Daniel Bernhardt, der in den «Bloodsport»-Sequels spielte: Kein Charisma-Paket, aber ein guter Kämpfer und man gewöhnt sich irgendwie im Verlauf des Films an ihn. «Tong Po» Dave Bautista überzeugt durch physische Präsenz und ein Grundlevel an schauspielerischen Fähigkeiten, er hat ja schon einige Mainstream-Filme hinter sich. Auch wenn seine Figur durch eine grössere Rolle, mit Text, etwas von ihrer bedrohlichen Mystik einbüsst. Der Original-Tong Po, Michel Qissi, hat übrigens einen Cameo-Auftritt als Häftling. Und Leute, die MMA mögen, dürfte die Anwesenheit bekannter Namen wie Georges St-Pierre, der kämpft und sogar sprechen darf, auch noch beglücken. Beim Abspann wird dann noch van Dammes kultigem Tänzchen aus dem Original Respekt gezollt: Für diese sympathische Einlage geb ich dafür eine halbe Note drauf. Für echte Fans, ist das ein Tritt in den Allerwertesten. Ach ja, und falls man nochmals ein Remake machen möchte, bitte ein anderen Kameramann. Ich kam mir teilweise vor wie in einem besser produzierten Porno. Übrigens war es für den Darsteller von Kurts Bruder Eric der letzte Film, Darren Shahlavi starb am 14. Januar 2015 im Alter von 42 Jahren an einer Herzattacke. Ruhe in Frieden.








«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








