«Jack Frost» ist perfekter Trash in Reinkultur. Ein Film, bei dessen trägen Storyaufbau man ständig das Gefühl hat, als hätten die Macher ernsthaft geplant, eine gute Weihnachts-Horrorkomödie zu drehen, wobei niemand bemerkt hat, wie schlecht und billig das alles geworden ist. Allein der bewegungslose Schaumstoff-Schneemann ist schon ein Highlight für sich. Wie erwähnt braucht «Jack Frost» ziemlich lange, um an Fahrt aufzunehmen, aber die zweite Hälfte ist wirklich ein Fest für alle Trashfans. Die Todesszenen sind unfassbar lustig, auch wenn man sich mit expliziter Gewalt für so einen Genrefilm fast etwas zu sehr zurückhält.

Jack Frost nimmt sich selbst wenig ernst, deshalb macht der Film, obwohl es sich hier um riesengrosse Schneescheisse handelt, auch riesengrossen Spass. Man kann dem Regisseur Michael Cooney ja Vieles vorwerfen, zwei Dinge allerdings nicht: Erstens hat er mit Jack Frost nicht versucht einen Pseudohorrorschocker zu drehen, sondern besinnt sich auf alle Tugenden des guten alten Trashfilms und zweitens weicht er ausstattungstechnisch keinen Zentimeter von seiner Thematik ab: Schneemänner! Schneemänner! Schneemänner! Überall Schneemänner! Ich habe noch nie so viele Schneemänner gesehen! Schneemänner im Garten, Schneemänner in den Fenstern, Schneemänner auf dem Sims, Schneemänner in der Küche, Schneemänner an der Schublade, Schneemänner auf der Kleidung und ein Schneemannwettbewerb. Klingt nach Overdose, aber ich hab sie lieb gewonnen die Schneemännlein, allen voran natürlich den guten Jack. Man muss ihn einfach mögen.

Unschuldig dreinblickend, immer einen coolen Spruch auf den eisigen Lippen habend und das realistischste Schneemannkostüm ever tragend, streift er, mordend, durch das kleine Örtchen Snowmonton und schafft etwas, was Jim Levenstein nie geschafft hat. Die bösen SnowmontonerInnen mögen den Schneemann unverständlicherweise aber nicht und versuchen ihn mit amerikanisch-provinzieller Waffengewalt – gekämpft wird mit so ziemlich allem was man gegen Schnee einsetzen könnte – zur Strecke zu bringen. Jack aber er wehrt sich – das kann ich euch sagen! Daraus resultieren ein Schusswechsel mit einer Pfütze, der Tod per Christbaumschmuck oder die Badewannenszene, bei der Hitchcock wohl rückwärts vom Stuhl gefallen wäre… Viele irre Szenen prägen diesen Weihnachts-Ulk und werden mir definitiv im Gedächtnis bleiben. Dementgegen sollte sich der filmaffine Zuschauer lieber nicht gegen die schlechte Kameraführung, gegen die schlechten Schauspieler, gegen die schlechten Requisiten, gegen die schlechte Tonmischung, gegen den schlechten Schnitt und gegen all die anderen schlecht gemachten Dinge wehren. Vielmehr sollte er sich auf das Schlechte in «Jack Frost – Der eiskalte Killer», auf das Schlechte im Trash einlassen. Dann können die witzigen Momente, die kreativen Einfälle, einige erzählerische Kniffe und massenhaft filmische Referenzen so richtig genossen werden – ganz grosses Ehrenwort! Und wer unbedingt will, kann sogar ein wenig Sozialkritik erkennen… Übrigens gibt es im gesamten Film keinen echten Schnee! Teilweise wurden sogar Federn verwendet, um Schnee vorzutäuschen. Mit Jack Frost wurde eine echte Legende geschaffen!


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