Hans läuft mit einer Sprühpistole durch sein Dorf und versprüht eine Flüssigkeit auf die Strassen, auf die Häuser, auf die Felder und in die Gärten. Die Anwohner wundern sich und rufen die Polizei. Die Polizei fragt überrascht: «Sagen sie mal, Hans, was versprühen sie da?» Hans antwortet: «Ich versprühe ein Mittel gegen Krokodile.» Polizei: «Aber hier gibt es doch gar keine Krokodile!» Hans: «Natürlich gibt es hier keine Krokodile, weil ich ja auch etwas gegen Krokodile versprühe!» Polizei: «Das ist ja toll, dann werden wir dafür sorgen, dass es zur Pflicht wird, dass jeder diese Substanz versprüht, denn wir möchten nicht, dass Krokodile hier Einzug nehmen und unsere Kinder fressen!»
Es vergeht ein wenig Zeit, bis alle Menschen im Umkreis voller Angst Hans die Substanz abkaufen und alles kreuz und quer versprühen. Hans wird zum reichsten Mann der ganzen Umgebung und bekommt sogar eine Auszeichnung, weil er sich für die Sicherheit der Kinder einsetzt. Sogar am Eingang seines Dorfes wird ein Schild aufgestellt: «Hans‘ Dorf, hier werden Kinder geschützt».
Die Substanz hat jedoch verschiedene Auswirkungen auf die Menschen und ihre Tiere. Einigen geht die Maisernte zunichte, bei anderen verenden die Kühe qualvoll, und die Kinder bekommen Hautausschläge und erkranken teils schwer. Aber das alles ist weit weniger schlimm als die Möglichkeit, dass ein Krokodil die Kinder auffressen könnte. Niemand traut sich, nach dem «Warum» zu fragen, geschweige denn, an Hans‘ versprühter Substanz zu zweifeln, denn Tatsache ist: Seit Hans im Dorf sprüht, ist kein Krokodil mehr gesichtet worden!
So funktioniert politische Promotion…







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