Eine Erfolgsgeschichte aus Philanthropie, Pandemievorbereitung und präzisem Timing. Jeffrey Epstein ist tot. Offiziell. Und mit ihm, so hoffte man in bestimmten Kreisen, sollten auch die Verbindungslinien verschwinden, die sein Netzwerk durch die wichtigsten Institutionen der westlichen Welt zog. Durch Universitäten, Geheimdienste, Finanzhäuser und – wie sich aus den Epstein-Akten zunehmend rekonstruieren lässt – durch die Architektur jenes globalen Impfstoffapparats, der die Welt zwischen 2020 und 2023 in ihren Grundfesten erschütterte. Es wäre eine reizvolle Geschichte, wäre sie Fiktion. Sie ist es nicht.
2010 verkündete die Bill and Melinda Gates Foundation die «Decade of the Vaccine» – ein internationales Kooperationsprojekt mit dem Ziel, einen globalen Impfstoffaktionsplan zu entwickeln. Ein humanitärer Effort, versteht sich. Pure Menschenliebe. Dass zur gleichen Zeit, nämlich 2011, JP-Morgan-Führungskräfte nachweislich mit Jeffrey Epstein zusammenarbeiteten, um zu steuern, wie die Gates Foundation die institutionellen Strukturen zur Profitmaximierung aus Pandemien und Impfstoffen aufbauen sollte – das ist eine jener Informationen, die in der grossen Erzählung stets vergessen werden. MAHA-Berater Sayer Ji hat es in den Epstein-Akten dokumentiert. Epstein kuratierte dabei auch Verbindungen zwischen DARPA, der US-amerikanischen Militärforschungsbehörde und der Gates Foundation. Präventive Gewinnausrichtung nennt man das in höflicher Sprache. In direkterer: Man wusste, was kommen würde und positionierte sich entsprechend.
DARPA begann 2013 mit dem ADEPT-Projekt, mRNA-Impfstoffe als «Schnellantwort»-Technologie zu entwickeln. Ein DARPA-Manager, der 2015 mit Epstein an einem Projektvorschlag arbeitete, hielt schriftlich fest, dass jede dieser Technologien sich in Waffen übersetzen liesse. Beruhigend. Zwischen 2011 und 2016 leitete Colonel Dan Wattendorf das ADEPT-Projekt und lenkte Forschungsgelder unter anderem zu Moderna und CureVac. 2016 verliess Wattendorf DARPA – und wechselte zur Gates Foundation. Das nennt man in der freien Marktwirtschaft einen reibungslosen Übergang. Nun zu BioNTech, dem Unternehmen, das uns den Impfstoff lieferte, dem – je nach Perspektive – entweder alles oder nichts zu verdanken ist. Im August 2019 erwarb die Gates Foundation für 55 Millionen Dollar eine Minderheitsbeteiligung an BioNTech. Ein Unternehmen, das bis dahin kein einziges zugelassenes Produkt gehabt und noch nie Gewinn gemacht hatte. Man glaubte also an die Idee. Sehr früh. Sehr präzise.
Im Januar 2020 präsentierte BioNTech-Gründer Ugur Sahin auf der JP-Morgan-Healthcare-Konferenz – welch vertrautes Haus – und reiste anschliessend nach Seattle zur Gates Foundation. Am 11. Januar 2020 hatte China seinen ersten SARS-CoV-2-Toten gemeldet. Als Sahin am 15. Januar in Seattle sass, waren es zwei. Die WHO war noch nicht in Wuhan. Und dennoch war Sahin nach dem Meeting derart alarmiert, dass er sämtliche Ressourcen von BioNTech auf einen COVID-Impfstoff umleitete. Was er damals offenbar nicht erwähnte: Die klinischen Unterlagen, die per Informationsfreiheitsgesetz veröffentlicht wurden, zeigen, dass BioNTech die erste präklinische Studie für sein COVID-Impfprogramm am 14. Januar begonnen hatte – einen Tag vor dem Seattle-Treffen. Mit Materialien, die bereits 2019 bestellt worden waren.
Gleichzeitig sassen über das Wochenende des 11. und 12. Januar leitende Mitarbeiter des NIAID zusammen und passten ihr RSV-Impfstoffdesign für Moderna an, um damit einen mRNA-SARS-CoV-2-Impfstoff zu entwickeln. Für einen einzigen gemeldeten Todesfall in China. Das nennt man wissenschaftliche Agilität. Oder etwas anderes. Das Ergebnis ist bekannt: Der BioNTech-Impfstoff ist eine codonoptimierte Version des Designs, das NIAID-Forscher für Moderna entwickelt hatten. Beide Unternehmen zahlen Lizenzgebühren an die US National Institutes of Health. Die beteiligten Forscher kassieren 150’000 Dollar pro Jahr – auf Lebenszeit – für jedes zugelassene Produkt, das ihr geistiges Eigentum enthält. Eine Rente, finanziert durch Impfstoffverkäufe, die durch eine globale Gesundheitsnotlage ausgelöst wurden. Der Markt belohnt Vorausschau.
Bill Gates twitterte am 19. Dezember 2019: «Ich bin besonders gespannt, was das nächste Jahr für eine der besten Investitionen in die globale Gesundheit bedeuten könnte: Impfstoffe.» In der Tat. Sechs Monate vor der WHO-Pandemieausrufung. Die Gates Foundation kaufte BioNTech-Aktien für 18,10 Dollar pro Stück. Im August 2021, nachdem Pfizer und BioNTech ihren Zulassungsantrag eingereicht hatten, erreichten die Aktien ihren Höchststand von 464 Dollar. Die Foundation verkaufte 86 Prozent ihrer Anteile zu durchschnittlich 300 Dollar – das Fünfzehnfache des Einstiegspreises. Eine karitative Stiftung, die an der Börse das Fünfzehnfache ihres Einsatzes einfährt, weil sie in ein Unternehmen investiert hatte, das eine Pandemie bekämpfte, deren Ausbruch sie mit vorbereitet hatte.
Philanthropie ist ein schönes Wort. Der frühere britische MHRA-Behördenchef Ian Hudson – zuständig für die Arzneimittelzulassung – wechselte im September 2019 zur Gates Foundation als Regulierungsberater und soll Teams beraten haben, die COVID-Impfstoffe entwickelten. Kurz darauf erteilte die MHRA die erste Zulassung für den BioNTech-Impfstoff weltweit – für eine Version, die nicht identisch mit dem in der Phase-3-Studie getesteten Produkt war.
Epstein ist tot. Die Verbindungslinien nicht. Was die Epstein-Akten zeigen, ist kein Zufallsnetzwerk. Es ist die Skizze einer präventiven Profitarchitektur – gebaut aus Stiftungsgeldern, Behördenwechseln, Militärforschung und präzise zeitlich aufeinander abgestimmten Investitionen, die in einem historisch beispiellosen Impfstoffgeschäft kulminierten. Wer die Pandemie als Naturkatastrophe versteht, der übersieht, dass die Infrastruktur für ihre kommerzielle Ausbeutung Jahre zuvor errichtet wurde. Und wer dabei half, die Blaupause zu zeichnen, war ein verurteilter Sexualstraftäter, der offiziell allein in seiner Zelle starb. Was für ein Zufall…




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