In Frankfurt stellt man fest: Bei der deutlichen Mehrheit der derzeitigen Krankenhauseinweisungen ist nicht Corona die Ursache. «Es kommen kaum noch Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung in unsere Kliniken, sondern sie kommen wegen anderer Probleme und es wird dann mehr oder weniger zufällig auch eine Covid-Erkrankung im Aufnahme-Abstrich diagnostiziert», erklärt Vehreschild. Sie schätzt den Anteil dieser Patientinnen und Patienten auf 90 Prozent, sowohl auf den Intensiv- als auch auf den Normalstationen. Die Patientinnen und Patienten hätten in diesen Fällen kaum oder keine Symptome.

Eine hessenschau.de-Umfrage unter den insgesamt sechs hessischen Corona-Schwerpunktkliniken, die Patientinnen und Patienten mit den schwersten Krankheitssymptomen behandeln, zeigt: In dieser Ausprägung bildet das Uniklinikum Frankfurt zwar eine Ausnahme. Aufgrund der steigenden Zahl der Geimpften und der gleichzeitigen Verbreitung der Omikron-Variante zeichnen sich aber ein Trend ab. So teilte etwa das Universitätsklinikum Giessen und Marburg (UKGM) mit, am Standort Marburg seien derzeit rund 70 bis 80 Prozent der Patientinnen und Patienten sowohl auf den Normal- als auch auf den Intensivstation nicht wegen Covid als Haupterkrankung in der Klinik. Sie hätten die Infektion mitgebracht. Der Anteil der Geimpften unter den Corona-Erkrankten liege bei 60 bis 70 Prozent. Das Klinikum Fulda gab an, etwa die Hälfte der Corona-Patientinnen und -Patienten sei tatsächlich wegen der Infektion in stationärer Behandlung. Nur Fälle mit der Hauptdiagnose Covid würden auch gemeldet. Auf den Normalstationen seien zwei Drittel der Covid-Patienten vollständig geimpft, auf den Intensivstationen gelte das für die Hälfte der Fälle.

Corona häufig nur Begleiterkrankung bei Intensivpatienten (Hessenschau I 24.03.2022)
Corona häufig nur Begleiterkrankung bei Intensivpatienten (Hessenschau I 24.03.2022)

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