Momentan versuchen wir die Schäden, welche die Ökonomie an der Natur und den Menschen verursacht mit Technologie zu lösen. Intelligenter wäre es, über die Entfremdung nachzudenken. Wir haben uns vom Leben, von der Natur entfremdet und uns wurden alle Möglichkeiten zu einem selbstbestimmten Leben im eigenen Tempo genommen. Die Entfremdung ist viel umfassender als zur Zeit von Karl Marx. Nietzsche hat diesen gesellschaftlichen Verwesungsprozess mit anderen Worten aber prägnant umschrieben. Wir leben nicht mehr, wir siechen in der Dekadenz.
Wie in der Verwesung verselbständigen sich die Zellen und der Zusammenhalt mit dem Organismus zerfällt. Vieles, was Marx im Ökonomischen vorhergesagt hat, ist eingetroffen, aber wir sollten uns nicht täuschen. Der Wechsel zu einem dringend notwendigen System wird wohl nicht mit einem totalen Crash vonstatten gehen, sondern über mehrere kleinen Zusammenbrüche, denn wir Menschen wehren uns selbst gegen existentiell wichtige Veränderungen so lange als nur möglich. Marx hat sich vor allem betreffend die Politik geirrt. Er überschätzte den Menschen, deshalb glaube ich auch nicht, dass wir zu einer Gesellschaft ohne Privateigentum gelangen werden. Zwar hat die Finanzwirtschaft indirekt mit dem Verbürokratisieren der Wirtschaft durch Manager, die nicht mehr Eigentümer sind, gezeigt, dass auch eine Wirtschaft ohne Privateigentum denkbar ist, aber die Mängel dieser Manager-Wirtschaft, sind so offensichtlich, dass sie wohl keine Alternative bilden können. Leistung und Privateigentum (auch an Produktionsmittel) sind uns zu wichtig, wir werden darauf nicht verzichten. Aber wir müsse lernen, einen völlig neuen Zugang zum Begriff Leben und Lebensqualität zu finden. Vor allem der in die Dekadenz übertriebene Individualismus ist zu korrigieren. Technologie ist hierbei ein eher unwesentlicher Faktor, welcher völlig überschätzt wird und uns eher noch mehr in die Unfreiheit führt, ins Hamsterrad. Technologie muss wieder zum Werkzeug werden und nicht mehr ideologisch verbrämt werden.


«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








