Am 11. Februar klopfte es an der Tür von Nadine Ellis-Maffei, einer kanadischen Farmerin. Die Mutter dreier Kinder, die das Abendessen zubereitete, schickte zunächst ihre kleine Tochter an die Tür. Auf der Veranda stand eine Polizistin. Sie teilte Ellis-Maffei mit, die Provinzpolizei von Ontario habe beobachtet, dass sie auf Facebook Sympathien für den «Freedom Convoy» bekundet habe – eine landesweite Strassenblockade, mit der Tausende von Truckern seit Wochen gegen eine berufsbezogene Impfpflicht, aber auch gegen die Corona-Politik der Regierung demonstrieren. Die Beamtin händigte Ellis-Maffei ein Informationsblatt über «friedlichen Protest» aus und erläuterte höflich: «Es ist nur eine proaktive Massnahme, um sicherzustellen, dass Sie Ihre Rechte kennen!» Weil Ellis-Maffei den Besuch filmte, wurde der gespenstische Moment öffentlich. Er bewegt sich irgendwo zwischen Orwells «1984» und Chinas Überwachungsstaat, auch wenn er im verschneiten Kanada spielt.

Es war einmal ein Kanada, das immer das Recht auf friedlichen Protest verteidigen wollte
Es war einmal ein Kanada, das immer das Recht auf friedlichen Protest verteidigen wollte

War Kanada, das Reich des Anti-Trump-Posterboys Justin Trudeau, nicht das linksliberale Traumland? Falls das zutrifft, so zeigt dieser Traum gerade seine dystopische Seite. Denn Polizisten, die plötzlich vor der Tür regierungskritischer Bürger stehen, sind erst der Anfang. «Ich war verblüfft», sagte die Mutter von drei Kindern, die eine Farm im Peterborough County in Ontario betreibt Toronto Sun. «Ich kann es immer noch nicht glauben. Zu sagen, dass ich wütend bin, ist eine Untertreibung», sagte sie in einem Facebook-Post über den Vorfall. «Das ist nicht in Ordnung! Was Sie hier in meinem Video sehen, ist kein OPP-Beamter, der höflich zu mir nach Hause kommt, um mich darüber zu informieren, wie ich friedlich protestieren kann», fügte sie hinzu. «Das ist in jeder Hinsicht eine Verletzung meiner Privatsphäre, eine Einschüchterungstaktik und eine riesige Verschwendung Steuergelder.» Trudeau, der in Sachen Diversität, Einwanderung und Klima keine Gelegenheit zur fortschrittlichen Profilierung auslässt, hat das Notstandsrecht verhängt – zum ersten Mal, seit es 1988 verabschiedet wurde, um das Kriegsrecht von 1914 zu beerben. Der Premierminister behandelt die Trucker (viele davon sind übrigens Sikhs, also einer sozial benachteiligten Einwanderergruppe angehörig) damit wie Terroristen. U.a. wurden die Bankkonten von jedem, der in Verbindung mit den Protesten steht, eingefroren.

Totalitäre Methoden als letzte Reserve einer vermeintlich linken Politik, die gar nicht mehr auf die Idee kommt, sich ihrer Kritik durch die Bevölkerung zu stellen? Unwahrscheinlich, dass das gut geht. Laut einer Umfrage, welche die Tageszeitung «National Post» veröffentlichte, sind zwei Drittel aller Kanadier dafür, die Massnahmen zu beenden und mit dem Virus zu leben. Die Moral des Justin Trudeau hat sich so oder so entlarvt. Als vor zwei Jahren Bauern in Neu-Delhi Strassen blockierten, um gegen neue Landwirtschaftsgesetze zu demonstrieren, erklärte Trudeau seine Solidarität: «Kanada wird immer da sein, um das Recht auf friedlichen Protest zu verteidigen.» Davon ist im eigenen Land nicht viel übriggeblieben – doch damit bewegt sich Trudeau in gutem Kreise, auch hierzulande werden Freiheitsrechte im Namen der Pandemie massiv beschnitten und mit massiver Gewalt in verschiedenen Formen durchgesetzt. Was in Kanada läuft ist ein kleiner Vorgeschmack darauf, was auch bei uns von Politikern und Covidianis gefordert wird, um kritische Bürger des Mittelstandes zum Schweigen zu bringen…

Es war einmal ein Kanada, das immer das Recht auf friedlichen Protest verteidigen wollte

Übrigens wird noch weitere Psychoterror von der Regierung in Ottawa betrieben, indem Haustiere von Demonstranten, die in Haft genommen werden, enteignet oder gar einzuschläfert werden! Wie tief kann man noch sinken!? «Achtung Tierhalter bei Demonstrationen: Wenn Sie aufgrund von Vollstreckungsmassnahmen nicht in der Lage sind, Ihr Tier zu versorgen, wird Ihr Tier für 8 Tage in Schutzhaft genommen, auf Ihre Kosten. Wenn nach 8 Tagen keine Vorkehrungen getroffen wurden, wird Ihr Tier als abgegeben betrachtet.» Schöne Neue Normalität!

Es war einmal ein Kanada, das immer das Recht auf friedlichen Protest verteidigen wollte


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