Die meisten Menschen auf diesem Planeten beginnen ihren Tag auf erstaunlich unspektakuläre Weise. Sie stehen auf, trinken Kaffee, überlegen, wie sie ihre Rechnungen bezahlen, ihre Kinder grossziehen oder irgendwie halbwegs würdevoll durch diesen chaotischen Zirkus namens Welt kommen. Kurz gesagt: Sie versuchen zu überleben, ohne dass alles komplett auseinanderfällt. Was sie normalerweise nicht tun, ist morgens aufzuwachen und zu denken: «Weisst du was? Heute hätte ich wirklich Lust, irgendeinen Arbeiter in einem fremden Land zu hassen, der exakt dieselben Probleme hat wie ich.» Seltsam, oder?

Der Elektriker in Deutschland, der LKW-Fahrer in Texas, die Krankenschwester im Iran, der Bauarbeiter in Russland oder der Verkäufer in Israel haben erstaunlich ähnliche Tagesziele. Sie wollen ihre Familien ernähren.nSie wollen in Sicherheit leben. Sie wollen, dass ihre Kinder es einmal leichter haben als sie.

Die wirklich spektakuläre Nachricht ist also nicht, dass Menschen unterschiedlich sind.
Die wirklich spektakuläre Nachricht ist, wie verdammt ähnlich sie eigentlich sind.
Aber hier wird es politisch unpraktisch.

Denn wenn gewöhnliche Menschen plötzlich merken würden, wie ähnlich ihre Sorgen sind, könnte eine unangenehme Frage entstehen: Warum genau sollen sie sich eigentlich gegenseitig hassen?

Und genau an dieser Stelle beginnt das grosse Theater der modernen Welt. Geschichte hat uns immer wieder gezeigt, wie erstaunlich leicht Gesellschaften gespalten werden können. Man benötigt dafür keine übernatürlichen Kräfte, keine geheimen Rituale und auch keinen kosmischen Masterplan. Ein paar Zutaten reichen völlig.

Ein bisschen Angst.
Ein paar geschickt platzierte Narrative.
Ein paar Medien, die jeden Konflikt wie ein Staffelfinale einer Netflix-Serie aufblasen.

Und plötzlich entdecken Menschen Dinge, die sie angeblich voneinander trennen: Nation, Religion, Ideologie, Kultur, Sprache. Interessanterweise sind es fast nie die Dinge, die sie tatsächlich gemeinsam haben. Niemand führt Kriege über steigende Lebensmittelpreise oder über unbezahlbare Wohnungen. Obwohl das erstaunlich viele Menschen gleichzeitig betrifft. Nein, Kriege werden meistens über grössere, edlere, dramatischere Geschichten geführt.

Über Identität.
Über historische Ansprüche.
Über Sicherheit.
Über Moral.

Oder über das altbewährte Lieblingsargument der Geschichte: «Wir mussten uns verteidigen.» Das Faszinierende ist dabei immer derselbe Mechanismus. Die Menschen, die Kriege erklären, sitzen normalerweise sehr weit entfernt von den Orten, an denen sie stattfinden. Die Menschen, die sie ausbaden müssen, leben dagegen genau dort. Das bedeutet: Die Entscheidung und die Konsequenz leben selten im selben Haus.

Politiker sprechen über «strategische Interessen».
Generäle sprechen über «notwendige Operationen».
Kommentatoren sprechen über «unvermeidliche Eskalationen».

Die Familien, die ihre Häuser verlieren, sprechen meist über ganz andere Dinge. Zum Beispiel darüber, wie sie ihre Kinder in Sicherheit bringen. Oder darüber, wie man mit einer Welt weiterlebt, die plötzlich keine Zukunft mehr verspricht. Es ist ein bemerkenswertes System:

Diejenigen, die den Krieg planen, nennen ihn Strategie.
Diejenigen, die ihn erleben, nennen ihn Tragödie.

Und trotzdem funktioniert dieses System seit Jahrhunderten erstaunlich zuverlässig. Warum?

Weil Angst ein fantastisches politisches Werkzeug ist. Wenn Menschen glauben, dass irgendwo da draussen ein existenzieller Feind lauert, sind sie erstaunlich bereit, Dinge zu akzeptieren, die sie unter normalen Umständen niemals akzeptieren würden.

Mehr Überwachung.
Mehr Militarisierung.
Mehr Feindbilder.

Und natürlich die klassische Idee, dass der Mensch auf der anderen Seite der Grenze irgendwie fundamental anders sein muss als man selbst. Dabei ist die Realität viel weniger dramatisch. Der Mensch auf der anderen Seite der Grenze hat wahrscheinlich gerade dieselbe Diskussion über steigende Lebensmittelpreise, schlechte Politiker und zu wenig Schlaf. Aber diese Gemeinsamkeiten sind politisch unbequem. Ein vereinter Arbeiter aus zehn verschiedenen Ländern ist deutlich schwerer zu manipulieren als zehn voneinander getrennte Gesellschaften, die einander misstrauen.

Das ist der eigentliche Trick der Geschichte. Solange gewöhnliche Menschen damit beschäftigt sind, einander zu misstrauen, stellt kaum jemand unangenehme Fragen an die Leute, die tatsächlich Entscheidungen treffen. Es ist ein erstaunlich effektives System. Teile und herrsche funktioniert nicht, weil Menschen dumm sind. Es funktioniert, weil Menschen emotional sind.

Weil sie ihre Familien schützen wollen.
Weil sie Sicherheit wollen.
Weil sie glauben möchten, dass jemand einen Plan hat.

Und genau deshalb ist vielleicht die radikalste Idee unserer Zeit gleichzeitig die einfachste. Dass gewöhnliche Menschen anfangen könnten zu erkennen, wie viel sie gemeinsam haben.

Nicht dieselbe Sprache.
Nicht dieselbe Religion.
Nicht dieselbe Flagge.

Aber dieselben Sorgen.
Dieselben Hoffnungen.
Dieselben Kinder.

Die wirkliche Bedrohung für jede Form von Machtpolitik ist nicht eine andere Nation. Es ist der Moment, in dem gewöhnliche Menschen anfangen zu verstehen, dass sie nie wirklich die Feinde des jeweils anderen waren. Und wenn diese Erkenntnis sich jemals wirklich durchsetzen sollte, würde etwas passieren, das für viele Machtstrukturen deutlich gefährlicher wäre als jeder geopolitische Konflikt.

Menschen könnten anfangen, einander zuzuhören.
Und das wäre für einige Systeme ein echtes Problem…

Die perfekte Kriegsmaschine: Angst im Fernsehen, Hass im Kopf


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«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.

Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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