Der innere Richter: Warum wir uns täglich selbst bestrafen
Sadomasochismus ist eines dieser Wörter, die man lieber in den Keller sperrt, gleich neben «Schuld», «Begehren» und «Selbstverantwortung». Zu unbequem. Zu entlarvend. Stattdessen hantieren wir routiniert mit Narzissten, Borderlinern und Bipolaren. Die haben Etiketten, die klingen klinisch, sauber, handhabbar. Sadomasochismus dagegen riecht nach Peitsche. Also nach Sex. Also nach etwas, das man wegkichert und nicht ernst nimmt. Perfekt, um es nicht anfassen zu müssen.
Dabei stecken wir bis zum Hals darin. Gesellschaftlich. Politisch. Vor allem privat. Sadomasochismus ist längst nicht mehr das Hobby einer Domina im Kellerstudio, sondern der heimliche Motor unseres Alltags. Er trägt Turnschuhe, vibriert in der Hosentasche und heisst App.
Ich bin mein eigener Herr und mein eigener Knecht. Mein Richter und mein Henker. Die Schrittzähl-App zeigt mir, dass ich heute wieder versagt habe. Unter zehntausend Schritte. Untragbar. Also stehe ich auf und marschiere los, nicht aus Lust, sondern aus Gehorsam. Schaffe ich es trotzdem nicht, folgt die Strafe. Keine Schokolade. Zwei Tage. Ordnung muss sein. Moral auch.
Das Perfide daran ist: Die Lust ist nicht weg. Sie wurde nur umprogrammiert. Lust entsteht nicht mehr aus Bedürfnis, sondern aus Unterwerfung. Aus dem Abarbeiten von Vorgaben. Aus der Erlösung, wenn die To-do-Liste leer ist. Wer kennt ihn nicht, diesen kurzen, schalen Glücksmoment, wenn alles abgehakt ist und man sich für fünf Minuten als guter Mensch fühlen darf.
Fitnessstudios, Ernährungsratgeber, Selbstoptimierungs-Gurus. Sie alle halten das Getriebe am Laufen. Sie wissen, was richtig ist. Besser als du. Und sobald du das glaubst, gibst du deine eigenen Bedürfnisse ab wie alte Kleidung. Die App übernimmt. Die Peitsche auch.
Dass diese Mischung aus Lust und Strafe kein modernes Phänomen ist, wusste man schon im Mittelalter. Der «Hexenhammer» beschreibt eine fromme Jungfrau, geplagt von erotischen Träumen. Der Dominikanermönch urteilt: Das Begehren selbst ist die Strafe. Grandios. So bleibt die Lust erhalten und die Selbstgeisselung gleich mit.
Herr und Knecht. Richter und Henker. In einer Person. Das ist kein Fetisch. Das ist unser Alltag…
Der innere Richter: Warum wir uns täglich selbst bestrafen
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«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.
Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.
Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.
Draven präsentiert Geschichten aus der Gruft mit allerlei Geheimnisvollem aus den unheimlichen Tiefen des Netzes und aus jeder Ecke der Welt. Seit dem Jahre 2007 wird Dir hier ein cooler Weblog-Mix aus Musik, Movies, Comics, Horror, Games, Kunst, Radio, Trash, Punk und Heavy Metal geboten – genau so wie es sein soll! Denn glaube mir, nichts ist trivial.
When there’s no more room in hell, the dead will dance on earth! Freunde, die Gruft präsentiert: Dravens Radio from the Crypt! Hier wird Euch ein handverlesenes Musikprogramm geboten, welches von Draven speziell für die besten Leser des Internetz zusammengestellt wurde. Von Punk bis Rock, von Folk- bis Thrash-Metal, für jeden finsteren Musikgeschmack das Richtige. Natürlich immer noch ein Stückchen lauter und besser!
Duldest du Leugner auf deiner Seite?
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Immunitätsleugner, Impfschädenverharmloser und diejenigen, die das unendliche Leid von Kindern und alten Menschen negieren, sicher nicht!
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