Stress ist längst als einer der grössten Gesundheitsfaktoren unserer Zeit anerkannt – doch was auf molekularer Ebene dabei tatsächlich passiert, ist vielen Menschen kaum bewusst. Dr. Bruno Kugel, promovierter Chemiker und Forscher auf dem Gebiet der Biochemie, liefert dazu einen erhellenden Erklärungsansatz: Stress ist auf zellulärer Ebene vor allem ein Problem der Radikalbildung – und Silizium könnte dabei eine weit bedeutendere Schutzrolle spielen, als bislang angenommen wird.
Was passiert beim Stress im Körper?
Wenn der Körper unter Belastung gerät – sei es durch psychischen Druck, körperliche Anstrengung, Umweltgifte oder Fehlernährung – kommt es zu einer unvollständigen Verbrennung von Nährstoffen, insbesondere Kohlenhydraten. Statt einer sauberen Oxidation zu Kohlendioxid und Wasser entstehen dabei reaktive Zwischenprodukte: Freie Radikale. Dr. Kugel unterscheidet dabei zwei Hauptkategorien: Oxidativer Stress durch Sauerstoffradikale und nitrosativer Stress durch Stickstoffverbindungen. Beide können Zellstrukturen, Schleimhäute, Kollagenfasern und die schützende Glykokalyx angreifen – jene zuckerartige Schutzschicht, die Zelloberflächen, Darmwände und Gefässinnenwände auskleidet.
Besonders gefürchtet ist das Hydroxylradikal OH, das Dr. Kugel als das schädlichste aller Radikale im menschlichen Körper bezeichnet. Mit einer Lebensdauer von wenigen Nanosekunden und einer Reichweite von unter zwei Nanometern reagiert es mit nahezu allem, was es in seiner unmittelbaren Umgebung vorfindet – und hinterlässt dabei Schäden, die sich akkumulieren und langfristig zu Erschöpfung, Burnout, Stoffwechselstörungen und chronischen Erkrankungen führen können.
Silizium als molekulares Gegenmittel
Hier setzt die Kernthese von Dr. Kugels Forschungsarbeit an. Silizium – in seiner biologisch wirksamen Form als Orthokieselsäure – besitzt eine besondere chemische Eigenschaft: Das Molekül verfügt über vier reaktive Bindungsarme und kann unter bestimmten Bedingungen zwei Hydroxylradikale gleichzeitig binden. Dabei durchläuft es einen kurzen Übergangszustand mit sechs Bindungen, bevor es wieder zur stabilen vierbindigen Form zurückkehrt. Dieser Prozess ist mit einem rhythmischen Ausdehnen und Zusammenziehen auf molekularer Ebene verbunden – und neutralisiert dabei die schädlichen Radikale, bevor sie Zellschäden verursachen können.
Entscheidend ist dabei die Eigenschaft von Kieselsäure als Grenzflächenmineral: Sie lagert sich bevorzugt an Oberflächen an – Haut, Schleimhäute, Hirnhäute, Lymphknoten, Kollagenstrukturen – also exakt dort, wo oxidativer Stress bevorzugt entsteht und wo Schutz am dringendsten benötigt wird. Lösliche Kieselsäure kann dabei – anders als feste Siliziumverbindungen oder Edelsteine – auch systemisch wirken und über den Blutkreislauf bis in tiefere Gewebeschichten und potenziell bis zu den Hirnhäuten gelangen.
Silizium und das elektrische Gleichgewicht der Zellen
Ein weiterer Aspekt betrifft das elektrochemische Potenzial der Zellen. Gesunde Zellen weisen ein negatives Membranpotenzial von etwa -70 bis -85 Millivolt auf. Unter chronischem Stress verschiebt sich dieses Potenzial in Richtung null – der Körper verliert Elektronen, die Zellen werden «elektronenarmer» und damit anfälliger für Störreize und Erkrankungen. Silizium wirkt als Antioxidans auch in diesem Sinne: Es kann Elektronen abgeben und so das Zellpotenzial stabilisieren, was sich direkt auf die Stressresistenz des Gewebes auswirkt. Dies gilt sowohl für innere Organe als auch für die Haut, die als grösste Körperoberfläche besonders exponiert ist.
Praktische Anwendung und Bedarfsdeckung
Für eine wirksame Supplementierung empfiehlt Dr. Kugel ausdrücklich lösliche Kieselsäure in wässriger Form. Der tägliche Grundbedarf liegt bei rund 40 bis 50 Milligramm, um Verluste über Haut, Haare, Nägel und Ausscheidung auszugleichen. Dieser Bedarf lässt sich weder über siliziumhaltiges Mineralwasser noch über homöopathische Präparate wie Schüssler-Salz Nr. 11 (Silicea D12) in ausreichender Menge decken – letzteres kann als Wirkverstärker dienen, nicht jedoch als alleinige Quelle.
Als Antagonisten, die die Siliziumaufnahme blockieren, nennt Dr. Kugel insbesondere Aluminium – ein Metall, dem wir im Alltag vielfach ausgesetzt sind. Silizium kann auch äusserlich eingesetzt werden, etwa in Bädern oder Umschlägen, wobei der innere und äussere Einsatz sich ideal ergänzen. Natürliche Siliziumquellen finden sich in Kieselerde, bestimmten Getreidesorten, Haferschalen und Bambussprossenextrakten. In der modernen Nahrungsverarbeitung gehen jedoch erhebliche Anteile verloren, was einen gezielten Ausgleich sinnvoll macht – besonders in Lebensphasen hoher Belastung.

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