Cuphead“ ist ein wirklich originelles „Shoot ‚em up“-Game im Stil der 30er Jahre Trickfilme. Hier kämpfst du als Tassen gegen hypnotisierende Karotten, boxende Frösche und einen Einrad fahrenden Zeppelin. Der wahre Weg liegt im Scheitern. Mittels Scheitern gewinnst du Selbstkenntnis. Nur Scheitern führt zum Erfolg. Nein, das sind keine Tipps aus Selbsthilfebüchern, das ist „Cuphead“. Und „Cuphead“ ist schwer. Und brutal. Und „Cuphead“ ist richtig originell. Besser geht es fast nicht!

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Das Game von Studio MDHR wurde in wenigen Wochen eine Million mal verkauft, nicht obwohl es so anders ist, sondern weil es so anders ist. Vor allem aber zeigt es, was Art Direktion bedeutet. Ein guter Art Direktor gibt einem Game einen unverwechselbaren Look. Der Wert eines Looks ist aber noch lange nicht bei allen Game Studios angekommen. Zu viele versuchen sich in 3D-Orgien mit wackeligem Fotorealismus, was am Ende nur die Grafikkarten-Hersteller freut. „Cuphead“ sieht auch auf einer alten älteren Grafikkarte besser aus als „Call of Duty: WWII“ auf einem Game-Rechner mit allen Details auf 100 Prozent. Und wer hat denn eigentlich gesagt, ein Game müsse wie „Shadow of Mordor“ mit fast 100 GB daher kommen und das Leben seiner Spieler komplett absorbieren? Ich warte auf das erste Game, dessen Spielstand man vererben kann. Nicht so bei „Cuphead“, hier beträgt die effektive Spieldauer rund 10 Stunden. Prima!

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Normalerweise spielen wir in „Shoot ‘em up“-Games zuerst einen langen Level durch, bis wir beim Endgegner landen. „Cuphead“ verzichtet auf das ganze Vorgeplänkel und serviert uns direkt 18 verschiedene Endgegner, die wir besiegen müssen. Zwei bis drei Minuten dauert so ein Kampf und das nach einer langen Anlaufzeit und viel pröbeln. Denn „Cuphead“ ist gnadenlos. Drei Fehler dürfen wir machen, mehr verzeiht uns das Game nicht. Und so probieren wir einmal, zweimal, dreimal, hundert, zweihundert Mal. Ein Balken zeigt uns nach jedem Scheitern, wie weit wir beim Besiegen des Gegners schon gekommen sind. Doch gleichzeitig ist das Game auch fair, denn wir wissen immer, weshalb wir gestorben sind. Einmal zu sehr mit dem Finger gezuckt, den falschen Moment erwischt, immer sind wir selber schuld, wirklich immer. „Cuphead“ ist wie Kunstturnen: Wir müssen die Bewegungen so lange üben, bis sie perfekt sitzen, die Muster der Gegner genau studieren, bis wir die Attacken voraussehen können. Jeder Endgegner hat Schwächen und einstudierte Attacken – unsere Aufgabe ist es, diese herauszufinden. Das geht nur über tausendfaches Probieren, der Weg zum Erfolg liegt also tatsächlich im Scheitern. Aber „Cuphead“ ist so viel besser als ein Selbsthilfebuch für erfolgreichen Misserfolg. Und das liegt an der gesamten Welt, die uns das Game bietet. Alles, wirklich alles in diesem Game wurde mit äusserster Liebe zum Detail gemacht. Mein Spiel des Jahre heisst ganz klar „Cuphead“!

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