Ein Mann im Anzug knattert auf dem Mofa durchs Bild und hält das für Gesellschaftskritik. Dann winkt ihn die Witzepolizei raus und Jan Böhmermann, Deutschlands gebührenfinanzierter Humor-Beamter, muss endlich beweisen, dass er lustig ist. Er fällt durch.
Der Sketch ist Werbung für einen Kinofilm, den die Fans gleich selbst bezahlen sollen. Ausgerechnet dort, wo kein Sender kassiert, wird der Staatskomiker zur Witzfigur.
Stopp, Witzepolizei!
Die Regeln der Truppe um Abu Mohammed sind simpel: Wer lustig ist, darf weiterfahren. Böhmermann erklärt, sein Mofa-Auftritt sei ein «sozialkritischer Gag» mit Bezug auf Rechtsradikale. Getränke-Salim, amtlicher Witze-König der Kontrolle, urteilt trocken: So witzig wie ein Haar in der Suppe. Statt eines Witzes liefert der Satiriker dann sein Bekenntnis: Seine Comedy funktioniere nicht mit Witzen. Geplant sei ein Laster, der ihn überfährt. Selbst die Beamten finden das geschmacklos, nennen es haram und verlangen die Papiere. Als letzte Waffe zückt der Moralapostel sein Lieblingsvokabular: Racial Profiling! Gelacht wird am Ende trotzdem, über Salims Witz, nicht über seinen.
Ananas statt Zwangsbeitrag
Hinter dem Clip steckt die Crowdfunding-Kampagne für den Film «Dies Das Ananas!». Mehr als 1150 Unterstützer haben schon bezahlt, freiwillig. Für zehn Euro gibt es den Download, für 500 Euro den Titel Executive Producer samt After-Party mit einem Ex-Terroristen, der heute Staatsmann spielt. Gezahlt wird per Karte oder per Bitcoin über Lightning. Das Projekt steckt erst in Phase zwei von sieben, die Perks kommen ab Frühjahr 2027. Und falls das Ziel verfehlt wird? «Der Film kommt so oder so.» Ehrlicher war kein Böhmermann-Auftritt je. Er lebt seit Jahren davon, dass niemand seine Satire kontrolliert. Drei selbsternannte Polizisten haben das in einem Clip nachgeholt. Lachen lässt sich eben nicht per Beitragsbescheid eintreiben, sondern nur per Ananas!









