Europa diskutiert ernsthaft, ob man Big Tech zerschlagen muss, um die Demokratie zu retten. Die Antwort ist so offensichtlich wie deprimierend: Natürlich müsste man – aber niemand wird es tun. Stattdessen schauen Politik und Bürger weiter hypnotisiert in den bunten Algorithmus-Strudel, während Google, Meta & Co. längst bestimmen, was wir denken, fühlen und sagen dürfen. Willkommen in der digitalen Besatzung.
Medienwissenschaftler Martin Andree nennt das «Dark Tech» – klingt wie ein Marvel-Bösewicht, ist aber realer als jede Comicfigur. Seine Diagnose: Wir erleben keinen freien Diskurs, sondern eine Monopolisierung der Meinungsmacht. Hass, Lügen und Propaganda werden algorithmisch verstärkt, während klassische Medien mit jeder Schlagzeile weiter an den Rand gedrückt werden. Aber hey, Hauptsache, die Timeline liefert Katzenvideos und Empörungsfeuerwerk.
Die Politik? Sie murmelt irgendwas von «Digital Services Act» und «Digital Markets Act» – EU-Bürokratie, die klingt wie Rettung, aber in Wahrheit so viel bewegt wie ein Luftballon im Sturm. Big Tech lacht sich ins Silicon-Valley-Fäustchen und kassiert weiter Milliarden mit Inhalten, die angeblich nur «durchgeleitet» werden. Redaktionen haften, Plattformen kassieren. Cleveres Geschäftsmodell, dumm nur für die Demokratie.
Andree fordert den «Aufstand». Keine Metapher, sondern ernst gemeint: Raus aus den US-Clouds, Haftung für die Plattformen, Monopole zerschlagen, europäische Alternativen schaffen. Klingt heroisch, doch er selbst räumt ein: Das kostet Jahre wirtschaftlicher Schmerzen. Realistisch betrachtet: Niemand in Brüssel riskiert seine Lobby-Dinners für so etwas.
Studien stützen ihn trotzdem: Selbst kleine Simulationen zeigen, wie soziale Netzwerke automatisch Echokammern, Filterblasen und den Aufstieg extremer Stimmen produzieren. Egal ob man Likes versteckt oder Feeds chronologisch sortiert – das Grundproblem liegt in der DNA dieser Plattformen: Emotion verkauft sich besser als Wahrheit.
Kurz gesagt: Unsere Demokratie wird nicht von Panzern, sondern von Like-Buttons zerlegt. Und während die EU noch prüft, ob man die AGBs von Facebook gendergerecht übersetzen sollte, entscheiden Algorithmen längst, wer morgen die öffentliche Meinung dominiert.
Andrees Fazit ist bitter: Nur noch 10 Prozent Chance, dass Europa seine digitale Souveränität zurückholt. Der Rest ist Netflix – mit Untertiteln aus dem Silicon Valley.







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