Das Swissmedic-Geschäftsmodell: Wenn der Aufseher vom Täter bezahlt wird

Was Swissmedic mit ihrem eigenen Finanzierungsmodell aufgebaut hat, ist kein subtiler Graubereich regulatorischer Ethik – es ist ein fetter, leuchtend roter Elefant mitten im Raum, den alle höflich ignorieren, während er die Möbel zertrampelt.

Das Swissmedic-Geschäftsmodell: Wenn der Aufseher vom Täter bezahlt wird

Halten wir kurz inne und betrachten wir die nackte Wahrheit, ohne das übliche institutionelle Makeup drüberzuschmieren: Swissmedic, die Schweizer Arzneimittelbehörde, die uns alle vor unsicheren Medikamenten schützen soll, finanziert sich zu über 80 Prozent direkt aus der Tasche jener Industrie, die sie regulieren soll. Darunter fällt eine Aufsichtsabgabe von 0,65 Prozent auf den Fabrikabgabepreis aller in der Schweiz verkauften Arzneimittel und Impfstoffe. Klingt trocken? Ist es nicht.

Rechnen wir mal kurz nach. Eine mRNA-Covid-Dosis kostet zwischen 15 und 30 Franken. Bei Millionen verkaufter Dosen reden wir von einem Umsatz im hohen Hunderte-Millionen-bis-Milliarden-Bereich. Swissmedic kassiert prozentual mit. Bei jeder einzelnen Dosis. Direkt. Automatisch. Ivermectin aus Indien? Etwa 10 Rappen bis 1 Franken pro Tablette. Patentfrei. Seit Jahrzehnten auf dem Markt. Hunderttausende publizierte Studien. Sicherheitsprofil so ausgefeilt, dass der Entdecker dafür den Nobelpreis bekam. Abgabe für Swissmedic: praktisch null.

Man muss kein Wirtschaftsgenie sein, um zu verstehen, was das bedeutet. Swissmedic hat ein direktes, strukturelles, institutionell eingebautes finanzielles Interesse daran, dass teure patentierte Produkte sich gut verkaufen – und ein ebenso direktes Desinteresse daran, dass billige Generika den Markt fluten. Das ist keine Verschwörungstheorie. Das ist Arithmetik.

Und die Konsequenzen? Wir haben sie gesehen. Sofortige Warnungen vor «illegalen Importen» von Ivermectin. Massenhafte Beschlagnahmen und Vernichtung der Präparate. Strafverfahren gegen Ärzte, die nach bestem medizinischem Gewissen handelten. Dr. Manuel Albert, dem eine Strafe von 29’700 Franken aufgebrummt wurde – nicht weil er Patienten geschädigt hatte, sondern weil er versucht hatte, sie vor schwerer Krankheit zu bewahren. Ein Arzt wird zum Kriminellen erklärt, während Pfizer seine Quartalszahlen feiert. Die Ironie schreibt sich von selbst.

Gleichzeitig wurden mRNA-Impfstoffe in einer Geschwindigkeit zugelassen, die jeden klassischen Pharmatologen das Gesicht in die Hände hätte legen lassen. Minimale präklinische Tierdaten. Keine Langzeitstudien – die fanden und finden im Körper der Geimpften statt, was man in anderen Zusammenhängen gerne «unkontrollierter Menschenversuch» nennen würde. Post-Marketing-Surveillance als Ersatz für jahrelange klinische Forschung. Aber kein Problem: Swissmedic war dabei, schnell, entschlossen, geradezu enthusiastisch.

Wohlgemerkt: Von diesen Zulassungen profitierte Swissmedic finanziell. Von einer ernsthaften Prüfung oder Zulassung von Ivermectin dagegen – kein Rappen.

Das nennt man Systemkorruption. Nicht unbedingt im strafrechtlichen Sinne, sondern im architektonischen: Ein System, das so gebaut ist, dass die Interessen der Regulierungsbehörde strukturell mit jenen der Industrie übereinstimmen, kann per Definition keine unabhängige Kontrolle mehr ausüben. Es ist, als würde man den Fuchs zum Aufseher des Hühnerhauses ernennen – und ihn dann auch noch aus dem Hühnerstall heraus bezahlen.

Die Frage, die dabei im Raum steht, ist unangenehm simpel: Wenn eine Behörde an teuren Produkten mitverdient und an günstigen nicht, wie soll ihr Urteil dann neutral sein? Die Antwort: Gar nicht. Sie kann es strukturell nicht sein. Egal, wie integer die einzelnen Mitarbeiter persönlich sein mögen – das System selbst schafft Anreize, die in eine ganz bestimmte Richtung zeigen.

Und die Medien? Schweigen. Denn wer will schon der Überbringer dieser Botschaft sein, wenn Pharmawerbung einen erheblichen Teil der Werbeeinnahmen ausmacht? Wer das alles noch mit «reine Wissenschaft» und «Patientenschutz» wegwischt, darf sich gerne fragen, welche Wissenschaft das sein soll – jene, die von der zu prüfenden Industrie finanziert, bewertet und belohnt wird? Das ist keine Wissenschaft. Das ist eine sehr gut bezahlte PR-Abteilung mit einem Gütesiegel.

Das Traurigste daran: Es braucht keine geheimen Absprachen, keine Hinterzimmer-Meetings, keine filmreife Verschwörung. Das System funktioniert genau so, wie es konstruiert wurde. Transparent, legal, offiziell. Und genau deshalb ist es so gefährlich…

Das Swissmedic-Geschäftsmodell: Wenn der Aufseher vom Täter bezahlt wird

Die Macht braucht keine Ketten – nur Angst

Manchmal wirkt es fast so, als hätte unsere Gesellschaft eine Lieblingsfrequenz: Angst. Dauerbetrieb. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Wenn irgendwo gerade nichts Dramatisches passiert, findet sich garantiert schnell etwas. Krise, Alarm, Bedrohung, Ausnahmezustand – das Grundrauschen moderner Informationsversorgung.

Der Grund ist eigentlich banal. Ein ängstlicher Mensch funktioniert erstaunlich zuverlässig. Er gehorcht schneller, fragt seltener nach und unterschreibt im Zweifel auch Massnahmen, die er vor drei Wochen noch für absurd gehalten hätte. Angst ist kein Nebeneffekt politischer Kommunikation. Sie ist ein ausgesprochen effizientes Werkzeug.

Man könnte fast meinen, sie wird bewusst gepflegt.

Denn wer ständig damit beschäftigt ist, die nächste Katastrophe zu verdauen, hat selten Zeit, grundsätzliche Fragen zu stellen. Ein ruhiger, klarer Geist könnte auf die Idee kommen, Dinge zu hinterfragen. Warum Entscheidungen getroffen werden. Wem sie nützen. Wer davon profitiert.

Und genau da beginnt das Problem.

Ein Mensch, der seine Angst anschaut, statt vor ihr davonzulaufen, wird plötzlich unbequem. Er akzeptiert nicht mehr jede Schlagzeile als Naturgesetz. Er prüft Behauptungen. Er erkennt Muster. Kurz gesagt: Er funktioniert nicht mehr ganz so reibungslos im grossen Getriebe der Dauerpanik.

Das hat allerdings einen kleinen Nebeneffekt: Man fühlt sich dabei gelegentlich ziemlich allein. Denn während der Grossteil der Welt weiter durch die nächste Welle der Aufregung scrollt, steht man plötzlich daneben und fragt sich, warum alle so bereitwillig mitspielen.

Die gute Nachricht: Wer anfängt zu denken, ist selten wirklich allein. Nur deutlich weniger leicht zu steuern.

Die Macht braucht keine Ketten - nur Angst

Einkaufen mit Ausweispflicht: Der Kunde unter Generalverdacht

Früher ging man in ein Geschäft, suchte sich ein Gerät aus, legte Geld auf den Tisch und ging wieder nach Hause. Eine erstaunlich simple Transaktion. Heute scheint selbst der Kauf eines Laptops langsam die Atmosphäre einer polizeilichen Aufnahmeprozedur anzunehmen. Ein Leser wollte bei einer Filiale von MediaMarktSaturn ein Notebook kaufen. Preis: Rund 900 Euro. Kein Container voller Goldbarren, kein gepanzertes Militärgerät, kein Raketenwerfer. Nur ein Laptop. Trotzdem endete der Einkauf nicht mit einer Quittung, sondern mit einer überraschenden Forderung: Name und Adresse bitte. Der Kunde verweigerte höflich die freiwillige Selbstverdatung und ging unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Willkommen im Einzelhandel des Jahres 2026.

Die Erklärung des Unternehmens klingt auf den ersten Blick vernünftig. Man müsse Kundendaten erfassen, um Betrug zu verhindern. Hochpreisige Produkte seien schliesslich attraktiv für Diebstahl oder Missbrauch. Durch eine «nachvollziehbare Zuordnung von Kauf und Person» könnten verdächtige Muster erkannt werden. Man muss zugeben: Die Formulierung ist elegant. Sie klingt nach Sicherheit, Verantwortung und moderner Risikoprävention. Was sie allerdings auch bedeutet: Wer einen Laptop kaufen will, soll sich identifizierbar machen.

Der Kunde wollte ein Gerät kaufen, nicht verkaufen. Trotzdem behandelt man ihn vorsorglich wie jemanden, der möglicherweise ein internationales Betrugsnetzwerk betreibt. Ein faszinierender Fortschritt im Verhältnis zwischen Händler und Käufer. Der moderne Konsument ist offenbar kein Kunde mehr. Er ist ein potenzieller Verdächtiger mit Einkaufswagen. Besonders interessant ist dabei die Begründungskette. Angeblich gehe es um Betrugsprävention. Vielleicht auch um Gewährleistung und Garantie. Oder um «vertragliche und rechtliche Rahmenbedingungen». Man merkt schnell: Die Argumentation ist ungefähr so konkret wie ein Nebel über der Nordsee.

Eine gesetzliche Pflicht zur Identitätsfeststellung beim Kauf von Elektronik unter 1000 Euro existiert jedenfalls nicht. Schon gar nicht im stationären Einzelhandel. Mit anderen Worten: Es handelt sich nicht um ein Gesetz. Es ist eine Entscheidung. Und genau hier beginnt das eigentlich Interessante. Denn solche Entscheidungen entstehen selten zufällig. Sie sind Teil eines grösseren Trends, der sich durch immer mehr Lebensbereiche zieht: Die erkennungsdienstliche Erfassung des normalen Bürgers.

Früher musste man seinen Ausweis zeigen, wenn man ein Bankkonto eröffnete. Oder ein Auto anmeldete. Dinge mit rechtlicher Tragweite. Heute rutscht die Identitätsprüfung langsam in alltägliche Situationen hinein. Onlinekonten, digitale Dienste, Ticketkäufe, Alterskontrollen im Internet – und nun offenbar auch der Kauf eines Laptops. Schritt für Schritt entsteht eine neue Normalität: Ohne Identität kein Zugang. Man könnte fast glauben, das Ziel sei ein Alltag, in dem jede Handlung sauber einer Person zugeordnet werden kann.

Ein Traum für Datenanalysten. Ein Traum für Behörden. Und natürlich auch ein Traum für Unternehmen, die immer mehr Informationen über ihre Kunden sammeln können. Denn Daten sind die neue Währung. Wer weiss, wer du bist, was du kaufst, wann du kaufst und wo du kaufst, besitzt ein ziemlich wertvolles Profil über dein Verhalten. Die eigentliche Ironie liegt allerdings woanders. Der Einzelhandel kämpft seit Jahren ums Überleben. Onlineplattformen drücken die Preise, Kunden bleiben weg, Innenstädte veröden langsam. Und die brillante Idee, um Menschen wieder ins Geschäft zu locken, lautet offenbar: «Bitte zuerst Ihre Personalien.»

Man kann sich vorstellen, wie diese Szene im Laden abläuft. Der Kunde: «Ich hätte gern dieses Notebook.» Der Verkäufer: «Sehr gerne. Vorher brauche ich noch Ihren Namen, Ihre Adresse und vermutlich bald Ihr Sternzeichen.» Der Kunde: «Warum?» Der Verkäufer: «Betrugsprävention.» Ein magisches Wort. Es funktioniert ähnlich wie «Sicherheit» oder «Kinderschutz». Sobald es fällt, soll jede kritische Nachfrage automatisch verstummen.

Dabei zeigt sich hier ein bekanntes Muster: Für jedes noch so kleine Problem wird eine maximale Datensammlung installiert. Ein paar Betrugsfälle? Dann erfassen wir eben alle Käufer. Ein paar Missbrauchsfälle? Dann identifizieren wir einfach jeden Nutzer. Das Problem wird selten wirklich gelöst. Aber die Datenbank wächst zuverlässig. Und so entsteht langsam ein System, in dem Privatsphäre nicht mehr der Ausgangspunkt ist, sondern eine Ausnahmegenehmigung.

Der Käufer, der seine Daten nicht preisgeben wollte, verliess das Geschäft ohne Laptop. Ein kleiner Vorgeschmack auf eine mögliche Zukunft: Wer anonym bleiben möchte, kann irgendwann schlicht nicht mehr teilnehmen. Nicht am Onlineleben. Nicht am Zahlungsverkehr. Nicht am Konsum. Man könnte sagen: Ein erstaunlich effizienter Weg, Anonymität aus dem Alltag zu entfernen. Und das Beste daran ist die Verpackung. Niemand nennt es Überwachung. Niemand nennt es Identitätszwang.

Es heisst einfach: «Risikobasierte Schutzmassnahmen.» Ein wunderschöner Begriff. Klingt technisch. Klingt verantwortungsvoll. Klingt völlig harmlos. Fast so harmlos wie die Frage an der Kasse: «Dürfte ich noch kurz Ihren Namen und Ihre Adresse haben?»

Einkaufen mit Ausweispflicht: Der Kunde unter Generalverdacht

Heimat in der Seele finden

Zunehmend erleben wir, dass Familien, die aus anderen Herkunftsländern in die Schweiz ziehen, Unterstützung brauchen, um sich in den ungewohnten Strukturen und Systemen zurechtzufinden. Den Schmerz, den die Entwurzelung mit sich bringt, ist gross, das Gefühl am falschen Ort zu sein, nicht dazuzugehören, schafft Orientierungslosigkeit, das Fehlen des grossen Familienclans, von dem man von früh an wusste: «ich bin eine von denen» fehlt völlig, das Gefühl von Heimat und Identität, welches früher auch in der Schweiz noch sehr bekannt war, ist heute Schall und Rauch.

Das, was sich so viele heute wünschen. Wovon viele träumen und visionieren: Eine Sippe, eine Gruppe von Menschen die die «eigenen» sind. Menschen sind sogar biologisch darauf ausgerichtet, in Rudeln zu leben. Doch kann auch so viel Unheil genau dort entspringen. Die unheile Sippe kann dann zur grossen Last werden. Zum Ursprung jegliches seelischen Leides. Zum verseuchten Umfeld, welches noch mehr Isolation verursachen kann, als das Leben in einer Grossstadt, in den eigenen vier Wänden alleine zu leben. Die traumatisierte Gruppe kann dem Einzelnen jegliches Wachstumspotenzial abschneiden, die Flügel stutzen und die eigenen Grenzen beschädigen.

Der Verrat schmerzt dann am meisten, wenn er von jenen kommt, denen man blind vertraut hätte. Vielleicht braucht es dann diese komplette Entwurzelung, damit etwas ganz Neues entstehen kann. Um neue Werte zu schaffen, sich selber kennenzulernen. Das eigene überhaupt wieder zu spüren und neue Bahnen zu legen für nächste Generationen. Um Möglichkeiten zur Heilung zu entdecken.

Vielleicht wird das Sippenleben, so wie es sich so viele von uns wünschen, erst dann möglich sein, wenn wir unsere Bindungswunden in Heilung gebracht haben und wissen/fühlen wie Verbindung wirklich geht. Bis dahin bleibt nur abzuwarten, was daraus werden wird und die Ungewissheit der Wege, die das Leben schreibt auszuhalten, sie sein zu lassen… sich vielleicht sogar darin entspannen zu können. Mit dem Schmerz des Verlustes in einem Teil des Herzens und der Dankbarkeit für das Neugewonnene im anderen Teil.

Heimat in der Seele finden

Alladin Akbar

Es ist schön, mal etwas zu sehen, das nicht KI ist… ;)

Alladin Akbar
Alladin Akbar

Wer sind sie?

Sie sind die Dirigenten der Matrix – diejenigen, die hinter der Illusion die Fäden ziehen.
Blutlinienfamilien, die die Macht nie aufgaben.
Zentralbanker, die beide Seiten des Krieges finanzieren.
Architekten von False Flags und Resets.
Think Tanks, die globale Narrative entwerfen.
Medienmogule, die die Realität verzerren und umschreiben.
Tech-Lords, die Gedanken und Aufmerksamkeit ernten.
Schattenregierungen hinter jeder Marionette.
Bildungskartelle, die den Gehorsam fördern.
Pharmasyndikate, die Krankheiten verkaufen.
Unterhaltungsmaschinen, die die Massen ablenken und unterhalten.

Sie dienen nicht Nationen – sie dienen der Kontrolle.
Das ist keine Verschwörung.
Es ist Struktur.
Und es funktioniert nur, wenn man schläft…

Wer sind sie?

Der Kinderschutz, der das ganze Internet kontrolliert

Man kennt das Muster inzwischen ziemlich gut. Es beginnt immer mit Kindern. Kinder sind politisch das perfekte Argument: Wer widerspricht schon, wenn etwas angeblich «zum Schutz der Kinder» eingeführt wird? Niemand möchte schliesslich öffentlich der Typ sein, der gegen Kinderschutz argumentiert. Und genau hier beginnt die kleine, elegante Operation namens Internet-Alterskontrolle.

In Grossbritannien arbeitet die Regierung derzeit daran, das Internet ein kleines bisschen «sicherer» zu machen. Offiziell geht es darum, Minderjährige vor schädlichen Inhalten zu schützen. Pornografie, gefährliche Inhalte, all diese Dinge, die Politiker in Interviews gern mit ernster Miene aufzählen. Klingt vernünftig. Klingt verantwortungsvoll. Klingt wie etwas, das niemand infrage stellen sollte. Nur hat diese Geschichte einen kleinen Haken.

Der Schutz der Kinder ist offenbar nur das hübsche Geschenkpapier. Darunter liegt etwas deutlich Interessanteres: eine de-facto-Ausweispflicht für das gesamte Internet. Das funktioniert erstaunlich simpel. Neue Gesetzesänderungen im Vereinigten Königreich erlauben es der Regierung, Internetanbieter dazu zu verpflichten, Zugriffe von Minderjährigen auf bestimmte Plattformen zu blockieren oder zeitlich einzuschränken. Gleichzeitig können praktisch alle Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten gezwungen werden, Altersverifikation einzubauen.

Und «Altersverifikation» bedeutet im Jahr 2026 natürlich nicht mehr: «Klick hier, wenn du über 18 bist.» Nein. Heute bedeutet es: Ausweis hochladen. Selfie mit Gesichtserkennung. Kreditkarte verifizieren. Kurz gesagt: Willkommen im Zeitalter des digitalen Personalausweises fürs Surfen. Der Trick ist dabei ziemlich elegant. Wenn Plattformen nicht mitspielen, drohen Bussgelder von bis zu zehn Prozent des Umsatzes oder sogar komplette Sperren durch Internetanbieter.

Man könnte sagen: Kooperation ist freiwillig. So freiwillig wie Steuerzahlen. Die Konsequenz ist ziemlich offensichtlich. Wenn ein Haushalt nur einen Internetanschluss hat, kann der Provider nicht unterscheiden, ob gerade der Teenager oder der Vater vor dem Bildschirm sitzt. Also passiert etwas Wunderbares: Die Alterskontrolle trifft einfach alle. Kinder sollten geschützt werden.
Ergebnis: Erwachsene müssen sich identifizieren. Eine beeindruckende logische Leistung.

Bürgerrechtsgruppen schlagen inzwischen Alarm. Sie warnen davor, dass solche Regeln das anonyme Surfen praktisch unmöglich machen könnten und das gesamte Internet eingeschränkt wird. Aber natürlich ist das alles nur ein Missverständnis. Es geht nicht um Kontrolle. Es geht um Sicherheit. Zumindest offiziell. Inoffiziell entsteht gerade etwas, das Regierungen schon seit Jahrzehnten heimlich lieben würden: eine Infrastruktur, in der jeder Internetnutzer eindeutig identifizierbar ist.

Ein Traum für Behörden. Ein Traum für Regulierung. Ein Traum für jeden, der der Meinung ist, dass Bürger im Netz eigentlich genauso registriert sein sollten wie beim Einwohnermeldeamt. Parallel dazu arbeitet Grossbritannien an einem digitalen Identitätssystem. Offiziell freiwillig, versteht sich. Freiwillig in dem Sinne, dass man natürlich darauf verzichten kann. Man muss dann nur damit leben, dass man große Teile des Internets nicht mehr nutzen kann. Die klassische Wahlfreiheit moderner Demokratien.

Und natürlich bleibt dieses Experiment nicht auf Grossbritannien beschränkt. Auch in der EU wird bis Ende 2026 eine European Digital Identity Wallet eingeführt, die ebenfalls als Grundlage für Altersverifikation dienen soll. Mit anderen Worten: Die technische Infrastruktur für eine globale digitale Identität wird gerade aufgebaut. Stück für Stück. Gesetz für Gesetz. Immer mit der gleichen Begründung. Kinder. Sicherheit. Schutz.

Es ist ein bisschen wie beim Bau einer Autobahn, die angeblich nur für Fahrräder gedacht ist. Zuerst kommen ein paar harmlose Radwege. Dann ein paar breitere Spuren. Und irgendwann merkt man plötzlich, dass dort Lastwagen fahren. Die Ironie ist kaum zu übersehen. Das Internet wurde einst als Raum gedacht, in dem Ideen frei zirkulieren. Ein Ort, an dem Menschen diskutieren konnten, ohne sofort mit ihrem echten Namen, ihrer Adresse und ihrer Passnummer aufzutreten.

Ein chaotischer, manchmal anstrengender, aber erstaunlich freier Raum. Jetzt verwandelt sich dieses System langsam in etwas anderes: eine digital verwaltete Infrastruktur, in der jede Bewegung potenziell einer Identität zugeordnet werden kann. Natürlich passiert das alles aus den besten Gründen. Zum Schutz der Kinder.

Denn wenn die Geschichte der Politik eines zeigt, dann dieses: Wenn Regierungen mehr Kontrolle wollen, beginnen sie selten mit der Wahrheit. Sie beginnen mit einem sehr emotionalen Argument. Und danach kommt der Rest fast von selbst…

Der Kinderschutz, der das ganze Internet kontrolliert

Wenn alles rassistisch ist, ist nichts mehr ernst zu nehmen

Es gibt diese faszinierende Spezies Mensch, die morgens aufwacht, sich im Spiegel betrachtet und denkt: Heute rette ich wieder die Welt. Nicht vor Krieg, nicht vor Armut, nicht vor echtem Hass. Nein. Vor einem Satz. Einem einzigen, geradezu kriminellen Satz: «Wo kommst du her?» Willkommen im Zeitalter des Phantom-Rassismus.

Der moderne Moralathlet erkennt Diskriminierung mittlerweile in denselben Dimensionen, in denen früher Gespenster gesichtet wurden. Schatten? Rassismus. Neugier? Rassismus. Smalltalk? Hochgradig verdächtig. Man stelle sich vor: Zwei Menschen unterhalten sich, einer fragt nach der Herkunft des anderen. Skandal. Alarmstufe Rot im Seminarraum für angewandte Empörung.

Diese neue Empfindlichkeit trägt die Selbstgewissheit wie ein Designer-Accessoire. Endlich steht man auf der richtigen Seite der Geschichte. Endlich darf man sich als moralischer Endgegner des Bösen inszenieren. Der historische Bezug ist dabei nie weit. Man hat das Gefühl, je länger das Dritte Reich zurückliegt, desto heroischer wird der Widerstand im Bioladen.

Und während man sich mit Hafermilch und Haltung ausstattet, werden Begriffe wie «Rassismus» inflationär verteilt, als wären es Rabattcoupons. Das Problem ist nur: Wenn alles Rassismus ist, ist irgendwann nichts mehr Rassismus. Und dann verlieren jene, die tatsächlich Opfer sind, ihre Sprache.

Mein Lieblingsbeispiel: «Wo kommst du her?» Laut manchen universitären Oberseminaren ist diese Frage ein kolonialer Übergriff in Satzform. Man unterstelle damit, dass jemand nicht dazugehört. Dass er nicht «wirklich» hier sei. Dass seine Existenz erklärungsbedürftig ist. Interessant nur: In der Realität passiert etwas ganz anderes.

Ich reise viel. Und ich habe mir irgendwann den Spass erlaubt, genau diese angeblich toxische Frage bewusst zu stellen. Nicht aggressiv. Nicht bohrend. Sondern interessiert. Neugierig. Menschlich. Was dann geschieht, ist erstaunlich unspektakulär: Menschen erzählen. Von Syrien, von Spanien, von Serbien. Von Heimweh, von Neubeginn, von Chaos und Hoffnung. Man lacht. Man tauscht Geschichten aus. Man merkt, dass Identität kein Minenfeld ist, sondern ein Gesprächsanlass.

Kein einziges Mal wurde ich empört angefaucht. Kein einziger Vortrag über Mikroaggressionen. Stattdessen offene Augen und oft ein Lächeln. Vielleicht, ganz vielleicht, liegt der Unterschied nicht im Satz, sondern in der Haltung.

Jüngstes Beispiel: Hotel. Frühstück. Der Portier hat dunklere Haut als der Durchschnitt der Umgebung. Ich frage nach seinem Namen. Yussuf. Ich frage, woher er kommt. Syrien. Er fragt zurück. Ich erzähle von meiner Herkunft. Wir geben uns die Hand. Zwei Menschen. Kein Tribunal, kein moralisches Schnellgericht.

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Wer mir in diesem Moment Rassismus unterstellt, unterstellt Yussuf implizit, er sei nicht in der Lage, selbst zu entscheiden, ob er eine Frage als respektvoll oder verletzend empfindet. Man erklärt ihn zum ewigen Schutzobjekt. Zum permanent Gefährdeten. Das ist keine Wertschätzung. Das ist paternalistische Bevormundung im moralischen Kostüm.

Der Phantom-Rassismus funktioniert wie eine Nebelmaschine. Er erzeugt Sichtbehinderungen. Plötzlich werden Unbeteiligte zu Tätern erklärt, während echte Opfer im Dunst verschwinden. Wer sich nicht an das jeweils aktuelle Sprachregelwerk hält, gilt als verdächtig. Wer eine Frage stellt, die nicht durch drei Diversity-Workshops gelaufen ist, steht unter Generalverdacht.

Dabei wäre Demut angebracht. Die schlichte Möglichkeit, sich zu irren. Die Einsicht, dass nicht jede unbeholfene Formulierung ein ideologisches Manifest ist. Dass Menschen reden, stolpern, nachfragen, lernen.

Stattdessen erleben wir eine neue moralische Hierarchie. Die selbsternannten Letztentscheider definieren, was sagbar ist und was nicht. Sie helfen der alten Dame über die Strasse, auch wenn sie gar nicht hinüberwollte. Hauptsache, man konnte helfen. Hauptsache, man konnte Haltung zeigen.

Das Tragische daran ist nicht die Komik. Die ist manchmal unfreiwillig brillant. Tragisch ist, dass durch diese Dauerempörung echte Diskriminierung relativiert wird. Wenn die harmlose Herkunftsfrage auf einer Stufe mit strukturellem Ausschluss steht, verliert das Wort «Rassismus» seine Schärfe. Und damit verlieren jene, die tatsächlich unter rassistischen Strukturen leiden, ein wichtiges Instrument.

Man kann die Welt nicht verbessern, indem man jedes Gespräch unter Verdacht stellt. Man kann sie nicht humaner machen, indem man Menschen pauschal Misstrauen entgegenbringt. Und man kann keine offene Gesellschaft schaffen, wenn man Neugier als moralisches Risiko brandmarkt.

Vielleicht ist die eigentliche Provokation heute nicht die Frage nach der Herkunft. Vielleicht ist es die schlichte Annahme, dass Menschen selbstständig denken, fühlen und antworten können. Dass sie nicht permanent von sprachlichen Bodyguards begleitet werden müssen.

Der Phantom-Rassismus ist bequem. Er kostet nichts ausser Empörung. Er erlaubt es, sich als Teil des Guten zu fühlen, ohne sich mit den harten Realitäten auseinanderzusetzen. Er ist der Aschenbecher auf dem Motorrad: Symbolisch, dekorativ, aber vollkommen wirkungslos.

Echte Opfer brauchen keine sprachpolizeilichen Debatten. Sie brauchen Sicherheit, Bildung, Chancen, Gerechtigkeit. Sie brauchen eine Gesellschaft, die Unterschiede aushält, ohne sofort den Alarmknopf zu drücken.

Und vielleicht brauchen wir alle ein wenig weniger Selbstgewissheit. Ein bisschen mehr Zweifel an der eigenen moralischen Überlegenheit. Und die Bereitschaft, eine einfache Frage wieder als das zu sehen, was sie meistens ist: Der Beginn eines Gesprächs, nicht das Ende der Zivilisation.

Wenn alles rassistisch ist, ist nichts mehr ernst zu nehmen

Wenn die Krähe ruft, spricht das Schicksal

Die Praxis, Krähenrufe als Wegweiser oder Antworten zu interpretieren, steht im Einklang mit verschiedenen Volksglauben und Aberglauben rund um Krähen und Raben in verschiedenen Kulturen.
Krähen wurden im alten Rom zu Wahrsagungszwecken verwendet.
In vielen Legenden der amerikanischen Ureinwohner gelten Krähen als Symbole für Weisheit, Glück und Boten.
Krähen sind aufgrund ihrer Intelligenz und Anpassungsfähigkeit weithin als Symbole für Weisheit, Intuition und Verwandlung anerkannt.

Die Antwort der Krähe
Stelle laut eine Frage, wenn niemand in der Nähe ist.
Warte auf das nächste Krähenkrächzen.
Wenn es schrill klingt, handle schnell.
Wenn es langsam und rasselnd ist, warte.
Wenn Stille herrscht, weisst du es bereits.

Wenn die Krähe ruft, spricht das Schicksal

Diejenigen, die gebrochen wurden, kennen den Weg

Es gibt eine Weisheit, die nicht lehrt, sondern erinnert. Sie spricht nicht laut, sie drängt sich nicht auf, sie erklärt nichts. Sie sitzt still in jenen Menschen, die gefallen sind, liegen geblieben wären und dennoch wieder aufgestanden sind. Nicht aus Optimismus. Sondern aus Notwendigkeit. Aus einem inneren Wissen heraus, das man sich nicht aneignen kann, ohne zuvor zerbrochen zu sein.

Die Gebrochenen tragen kein spirituelles Kostüm. Sie zitieren keine Lehren. Sie haben den Abstieg erlebt. Sie kennen die dunklen Kammern des eigenen Wesens, jene Orte, an denen Masken nutzlos werden und Geschichten aufhören zu funktionieren. Dort, wo man allein ist mit dem, was bleibt, wenn alles andere wegfällt. Wer diesen Ort kennt, spricht anders. Langsamer. Wahrhaftiger.

Diese Menschen reden nicht über Verlust, sie haben ihn erlebt. Sie wissen, was endet, weil sie Abschiede durchlitten haben, die nicht verhandelbar waren. Träume, Identitäten, Sicherheiten. Sie haben erlebt, wie etwas stirbt, ohne dass etwas Neues bereitsteht. Und genau dort, im Vakuum, beginnt ihre eigentliche Einweihung.

Denn das Zerbrechen ist kein Fehler im System. Es ist ein Übergang. In alten Mysterienkulten wurde der Adept symbolisch zerschlagen, entkleidet, in die Unterwelt geschickt. Nicht zur Strafe, sondern zur Reinigung. Was nicht echt ist, überlebt den Abstieg nicht. Was bleibt, ist Essenz.

Die Gebrochenen kennen den Wert der Stille. Sie haben mit ihren Gedanken gesessen, ohne Ablenkung, ohne Flucht. Sie haben gelernt, dass man nicht allem entkommen kann. Manche Dinge müssen durchlebt werden, damit sie ihre Macht verlieren. Aus dieser Konfrontation entsteht eine leise Kraft. Keine, die imponieren will. Eine, die trägt.

Wer wirklich hören will, was wahr ist, sollte diesen Menschen zuhören. Nicht den Lauten, nicht den Unversehrten, nicht jenen, die ihr Leben wie ein Schaufenster ausstellen. Sondern denen, die offen geblieben sind, obwohl sie allen Grund gehabt hätten, sich zu verschliessen. Offenheit nach dem Bruch ist keine Naivität. Sie ist Mut auf einer anderen Frequenz.

Die Gebrochenen erinnern sich. Sie verdrängen nicht. Erinnerung ist ihr Ritual. Sie wissen, dass Heilung nicht bedeutet, nichts mehr zu spüren, sondern alles halten zu können. Licht und Schatten. Hoffnung und Müdigkeit. Glauben und Zweifel. Sie haben aufgehört, sich selbst zu belügen, und genau darin liegt ihre Klarheit.

Philosophen nennen es Erkenntnis durch Leiden. Mystiker nennen es Initiation. Die Alchemisten sprachen von Nigredo, der schwarzen Phase, in der alles zerfällt, bevor es neu geordnet werden kann. Der moderne Mensch nennt es Krise. Der Name ändert nichts am Gesetz.

Wer zerbrochen war und weitergeht, trägt ein inneres Navigationssystem. Er erkennt falsche Versprechen, leere Worte, hohle Wahrheiten. Nicht aus Zynismus, sondern aus Erfahrung. Er weiss, dass das Wesentliche leise ist und echte Stärke nichts beweisen muss.

Die Gebrochenen kennen den Weg, weil sie ihn nicht gesucht haben. Er hat sie gefunden. In der Nacht. Im Verlust. In der Stille. Und sie sind gegangen. Schritt für Schritt. Nicht geheilt, sondern wahr.

Diejenigen, die gebrochen wurden, kennen den Weg

Wert statt Leistung: Vom Streben zum Sein

Vielleicht ist es nicht so wichtig, welchen Weg du gegangen bist und ob du die Welt bereist hast, sondern viel mehr, mit welcher Absicht du deine Wege wählst und ob du in die Tiefen deiner Seele vordringen kannst.
Vielleicht geht es gar nicht so sehr darum, was du erreicht hast im Leben und ob du den tollsten Job ausübst, sondern viel mehr darum, morgens gerne aufzustehen, wenigstens einem Menschen zu dienen und in Liebe zu leben.
Vielleicht ist es nicht so wichtig, wie viele Kinder du aufgezogen hast und wie viele Menschen du deine Freunde nennst, solange du deinem inneren Kind eine Heimat gegeben hast und die unterschiedlichsten Aspekte deines Seins annehmen kannst.
Vielleicht geht es gar nicht so sehr darum, die Welt zu retten und die Zukunft zu beeinflussen, sondern viel mehr darum, diesen einen Baum zu pflanzen und den heutigen Tag, den gegenwärtigen Moment bewusst zu gestalten.
Vielleicht ist es nicht so wichtig, wie oft du versagt hast, wie viele Ziele du verpasst hast und welche Träume geplatzt sind, solange du die Sehnsucht und Ausdauer in dir trägst, um neue zu schaffen und zu verfolgen.
Vielleicht geht es gar nicht so sehr darum, wie viele Fehler du gemacht hast, wie oft du verletzend und ungerecht warst, sondern ob du in der Lage bist, für dich selbst geradezustehen und zu wachsen.
Vielleicht ist es nicht so wichtig, wie oft deine Hoffnung enttäuscht, dein Vertrauen verraten und dein Herz gebrochen wurde, solange du den Mut und die Liebe in dir hast, offenzubleiben und zu heilen.
Vielleicht geht es gar nicht so sehr darum, wie viele deiner Wunden du tatsächlich heilen konntest und welche Erlebnisse Vergebung erfahren durften, sondern viel mehr darum, mit welcher Entschlossenheit du dich ihrer angenommen hast und bereit bist loszulassen.
Vielleicht kommt es nicht so sehr darauf an, was dir widerfahren ist, wie oft du verachtet und verletzt worden bist und was du getan hast, wie oft du versagt und verraten hast, solange du nur selbst nie vergisst, wie wertvoll du bist.

Wert statt Leistung: Vom Streben zum Sein

Kerzers: Der Moment, in dem Normalität verbrannte

Menschen steigen in einen Bus, weil sie irgendwo hinmüssen. Arbeit, Einkauf, Arzttermin, Alltag. Kein heroischer Akt, kein Abenteuer, nur das banale Ritual moderner Mobilität. Einsteigen, Platz suchen, vielleicht kurz aufs Handy schauen, vielleicht aus dem Fenster. Die Erwartung ist simpel: Man steigt später wieder aus. Lebend. Am Dienstag in Kerzers lief dieses kleine, selbstverständliche Versprechen der Zivilisation nicht ganz nach Plan.

Ein Postauto ging in Flammen auf. Sechs Menschen starben. Fünf weitere wurden verletzt. Ein Bus voller Menschen verwandelte sich innerhalb weniger Minuten in einen brennenden Käfig aus Glas, Plastik und Metall. Eine jener Situationen, in denen die dünne Schicht, die wir «Gesellschaft» nennen, plötzlich wie billige Farbe von der Wand blättert. Aber keine Sorge. Die wichtigste Frage wurde schnell geklärt. Es war kein Terrorakt.

Die Behörden beeilten sich, das gleich zu Beginn klarzustellen. Keine Ideologie, kein politisches Motiv, kein radikaler Hintergrund. Stattdessen ein Begriff, der mittlerweile zuverlässig wie ein sprachliches Pflaster über jede grausame Realität geklebt wird: Der Täter war «psychisch instabil». Ein etwa sechzigjähriger Schweizer, wohnhaft im Kanton Bern, von seiner Familie als vermisst gemeldet, laut Polizei eine Person «am Rande der Gesellschaft».

Ein Mann mit Problemen. Ein Mann, der offenbar aus einem Spital verschwunden war. Ein Mann, nach dem sogar gefahndet wurde. Ein Mann, der wenige Stunden später in ein Postauto stieg. Und dann brannte ein Bus. Man könnte fast glauben, diese Ereignisse hätten etwas miteinander zu tun. Aber solche Gedanken sind vermutlich zu kompliziert für eine Welt, in der jedes Drama möglichst schnell in eine bequeme Schublade sortiert werden muss.

Psychisch instabil.
Rand der Gesellschaft.
Kein ideologisches Motiv.
Fall erledigt.

Natürlich bleibt die zentrale Frage im Raum: Wie konnte ein Mensch in diesem Zustand überhaupt in der Lage sein, sechs andere Menschen mit in den Tod zu nehmen? Aber diese Frage ist unbequem. Sie führt zu unangenehmen Diskussionen über Verantwortung, über Systeme, über Versagen. Also konzentriert man sich lieber auf etwas anderes. Zum Beispiel auf das Material. Ein Materialexperte erklärte inzwischen geduldig, warum Busse so schnell brennen können. Kunststoff, Energie, Hitzeentwicklung, physikalische Prozesse. Alles korrekt, alles wissenschaftlich, alles wunderbar technisch. Wenn genug Energie freigesetzt wird, entsteht ein grosses Feuer.

Eine Erkenntnis von fast poetischer Banalität. Feuer brennt. Hitze zerstört. Menschen sterben. Die Physik funktioniert tadellos. Der Teil der Geschichte, der weniger gut funktioniert, ist der menschliche. Denn hinter der nüchternen Formel «vorsätzliche Tat ohne ideologisches Motiv» steckt etwas, das weit unangenehmer ist als Terrorismus. Terror hat zumindest ein Ziel. Eine Botschaft, so pervers sie auch sein mag. Hier gibt es nichts davon.

Keine Parole.
Keine Forderung.
Keine Ideologie.
Nur rohe, nackte Menschenverachtung.

Ein Mensch, der offenbar so weit von jeder sozialen Verbindung entfernt war, dass sechs fremde Leben zu Brennstoff für einen letzten Akt persönlicher Verzweiflung wurden. Menschen, die zur falschen Zeit im falschen Bus sassen. Menschen, die schlicht Pech hatten, im selben Raum zu sein wie jemand, der innerlich längst abgebrannt war. Der Unterschied zwischen Terror und dieser Art von Tat ist beinahe philosophisch.

Der Terrorist glaubt an etwas.
Der Nihilist glaubt an gar nichts.
Und nichts ist manchmal gefährlicher.

Währenddessen läuft der vertraute gesellschaftliche Reflex an. Blumen am Tatort. Kerzen. Kondolenzbücher. Ein improvisierter Gedenkplatz. Menschen legen Rosen nieder, schreiben ein paar Worte, stehen schweigend da und versuchen, aus dem Chaos eine Form von Bedeutung zu destillieren. Auch der Bundespräsident erschien, sprach von Solidarität, von Zusammenhalt, von Mitmenschlichkeit. Worte, die bei jeder Tragödie zuverlässig aus dem politischen Werkzeugkasten geholt werden. Worte, die korrekt sind, würdevoll, angemessen.

Und gleichzeitig ein wenig hilflos. Denn während wir Kerzen anzünden und über Zusammenhalt sprechen, bleibt eine unbequeme Wahrheit bestehen: Unsere Gesellschaft wird nicht nur von Ideologen bedroht. Nicht nur von Extremisten. Nicht nur von organisierten Tätern. Manchmal reicht ein einzelner Mensch.

Ein Mensch, der innerlich kollabiert ist.
Ein Mensch, der aus irgendeinem Grund durchs Raster gefallen ist.
Ein Mensch, der nichts mehr zu verlieren glaubt.

Der Terror dieser Tat liegt genau darin. In ihrer völligen Sinnlosigkeit. Es gibt keinen politischen Kontext, der erklärt, warum sechs Menschen sterben mussten. Kein Manifest, das man analysieren kann. Kein Netzwerk, das man zerschlagen könnte. Nur ein brennender Bus auf einer Schweizer Strasse. Und die unangenehme Erkenntnis, dass die grösste Gefahr manchmal nicht aus fanatischem Glauben entsteht, sondern aus dem völligen Fehlen von Sinn.

Der moderne Staat ist erstaunlich gut darin, Ideologien zu bekämpfen. Geheimdienste beobachten, Polizei ermittelt, Gesetze werden verschärft. Gegen organisierte Bedrohungen hat man Strategien. Gegen menschlichen Zerfall weniger. Die Realität ist unverblümt simpel: Eine hochentwickelte Gesellschaft kann Raketenabwehrsysteme bauen, Milliardenströme überwachen und digitale Kommunikation analysieren. Aber sie schafft es nicht immer, einen einzelnen verzweifelten Menschen daran zu hindern, in einen Bus zu steigen und ihn in Brand zu setzen.

Am Ende bleibt ein Bild, das schwer aus dem Kopf geht. Ein Postauto, Symbol schweizerischer Zuverlässigkeit, ländlicher Normalität, täglicher Routine. Ein Verkehrsmittel, das Menschen seit Jahrzehnten von Dorf zu Dorf bringt. Und darin ein Feuer. Sechs Menschen, die nie wieder aussteigen.

Kein Terror.
Keine Ideologie.
Nur ein brennender Beweis dafür, wie dünn die Schicht der Zivilisation manchmal wirklich ist…

Kerzers: Der Moment, in dem Normalität verbrannte

Das wahrscheinlich gefährlichste Sommerfest der Welt

Es gibt Menschen, die versuchen Kriege zu beenden. Andere versuchen zumindest, sie für ein paar Stunden zu ignorieren. Und dann gibt es offenbar jemanden, der seit zwei Jahren versucht, in Damaskus Süd ein Sommerfest zu organisieren.

Kein politischer Gipfel. Kein Friedensplan. Einfach ein Grill. Ein paar Kisten Cola, Fanta und Mezzo Mix. Vielleicht ein Fernseher für ein bisschen Fussball. Zwei- bis dreihundert Leute, ein paar Erdnussflips, Ferrero Küsschen, Babybel. Kurz gesagt: Der verzweifelte Versuch, für einen Abend so zu tun, als wäre die Welt nicht komplett durchgedreht.

Die Gästeliste war beeindruckend. Wirklich inklusiv. Mulomo, Gaza Günther, Saudi Achin, sogar Nathan Yahudi und irgendein Trump Boy. Offenbar sollte das Ganze eine Art Nahost-Version eines Gartenfests werden. Ein Tisch, ein paar Plastikstühle, vielleicht eine Diskussion über die Power Rangers statt über Raketen.

Eine naive Idee, zugegeben.

Denn jedes Mal, wenn die Planung halbwegs steht, brennt plötzlich wieder die halbe Gegend. Raketen hier, Explosionen da, bum bum zack, Sommerfest abgesagt. Der Grill bleibt kalt, der Fernseher dunkel und irgendwo sitzt ein Typ vor einer PlayStation und merkt, dass die reale Welt inzwischen schlechter programmiert ist als jedes GTA-Level.

Man muss sich das kurz vorstellen: Während irgendwo wieder Sirenen heulen, stehen vermutlich hunderte Liter Mezzo Mix herum und niemand denkt daran. 200 Liter Softdrink. Ein logistisches Meisterwerk des Optimismus.

Das Tragische ist fast schon absurd. Menschen, die eigentlich nur grillen wollten, werden wieder einmal daran erinnert, dass sie in einer Region leben, in der selbst ein Sommerfest geopolitisch instabil ist.

Der Shisha-Tabak liegt bereit. Die Snacks auch. Vielleicht nächstes Jahr. Wenn bis dahin nicht wieder jemand beschliesst, statt Ananas lieber Raketen zu servieren…

Getränke-Salim äußert sich zum Irankrieg (seriös!)
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