In der Schweiz läuft es nach bekanntem Muster: Wenn ein Problem zu gross, zu heikel oder schlicht zu unbequem ist, dann wird nicht an der Wurzel gesägt – man pinselt lieber die Blätter an, damit sie in der Abendsonne schön glänzen. Begrenzung der Zuwanderung? Zu viel Streit mit Brüssel. Schluss mit Open Borders für Migranten? Klingt nach Rassismus, das kann keiner riskieren. Abriss von günstigem Wohnraum stoppen, damit Renditejäger nicht noch mehr auspressen? Um Himmels willen, da würde man ja die Baulobby verärgern – und die finanziert schliesslich den einen oder anderen Wahlkampf.
Symptombekämpfung im Hochglanzformat
Also macht man, was in der Politik seit Jahrzehnten am besten funktioniert: Symptombekämpfung und Ablenkung. Das Ganze wird natürlich in die hübsche Verpackung „verantwortungsvolle Politik“ gesteckt, um dann medial auf allen Kanälen durch die Republik geblasen zu werden. Denn die Medien sind inzwischen nicht mehr der berühmte „vierte Pfeiler der Demokratie“, sondern das Lautsprecherhorn für den gerade gültigen Auftrag. „Framing“ heisst das Zauberwort – früher nannte man es Propaganda, heute klingt es hipper.
Neue Feindbilder braucht das Land
Anstatt über die wirklichen Ursachen zu sprechen, wird die Bevölkerung darauf getrimmt, die falschen Feindbilder zu hassen. Rentner in ihren schuldenfreien Häuschen – was für ein Skandal! Da sitzen die Alten gemütlich im Eigenheim, während die Jugend in der Mietfalle darbt. Double Income, No Kids-Paare mit grosszügigen Wohnungen – auch verdächtig. Die haben Platz und Ruhe, während der brave Mittelstand mit Kindern zwischen IKEA-Schränken zusammengepfercht lebt. Voilà, die neuen Hassobjekte für die Schlagzeilen.
Ablenkung ist billiger als Konfrontation
So einfach lässt sich die Wut kanalisieren. Denn wenn die breite Masse irgendwann merkt, dass sie systematisch ausgenommen wird – steigende Lebenshaltungskosten, sinkende Reallöhne, explodierende Wohnpreise –, dann könnte sie auf die ungemütliche Idee kommen, die wirklichen Profiteure zu benennen: die Asylindustrie, die von jedem Antrag lebt wie der Wirt von der Stammkundschaft; die EU, die Grenzen am liebsten nur noch im Atlas kennt; die Bau- und Finanzlobby, die günstigen Wohnraum lieber abreisst, um Luxusbunker für Besserverdienende hinzustellen.
Karriere zuerst, Wahrheit zuletzt
Doch genau diese Konfrontation ist Gift für jede Politkarriere. Also lieber ein paar einfache Geschichten erzählen, die man dem Volk mit Schlagzeilen einhämmern kann. Das hat Tradition: Wenn es wirtschaftlich bergab geht, wenn Druck auf den Mittelstand wächst, dann braucht die Menschheit ihre Sündenböcke. Und weil das direkte Anklagen der wahren Machtzentren gefährlich ist, werden eben harmlose Zielgruppen zum Abschuss freigegeben.
Teile und herrsche – die ewige Erfolgsformel
Das Drehbuch ist altbekannt: Teile und herrsche. Hetze Jung gegen Alt, Mieter gegen Eigentümer, Familien gegen Kinderlose – Veganer gegen Fleischesser, «Klimalügner gegen «Klimaretter», «Putinversteher» gegen Kriegsbefürworter, Ungeimpfte gegen Geimpfte, Rechts gegen Links die Liste kann endlos weitergeführt werden. Während die Leute sich gegenseitig zerfleischen, lachen sich die wahren Profiteure ins Fäustchen – und zählen weiter ihre Rendite.
Schweiz 2025: Symptome statt Lösungen
Die Pointe? Wir alle wissen es. Aber wir spielen brav mit. Denn es ist einfacher, über den Nachbarn zu schimpfen, der „zu viel Platz“ hat, als jene zu hinterfragen, die uns systematisch den Boden unter den Füssen wegziehen. Willkommen in der Schweiz 2025: die Alpenrepublik der Symptombekämpfer – mit Sündenbockgarantie.
Frank Castle ist zurück. Nicht weil die Welt ihn braucht. Nicht weil irgendjemand gebeten hat. Sondern weil die Unterwelt von New York offenbar noch nicht vollständig ausgeblutet ist – und Castle dieses Problem auf seine Weise löst.
«The Punisher: One Last Kill» erscheint am 12. Mai 2026 auf Disney+ – in Deutschland einen Tag später, weil der Algorithmus offenbar auch beim Rachefeldzug auf Bürokratie besteht. Es ist das dritte sogenannte «Marvel Special Presentation», also jenes Format, das Marvel immer dann aus der Schublade zieht, wenn eine Geschichte zu brutal, zu dunkel oder zu erwachsen für das übliche Serienformat ist. Oder schlicht zu gut, um in neunzehn Folgen zur Bedeutungslosigkeit gestreckt zu werden.
Jon Bernthal kehrt zurück als Frank Castle – ein Mann, der in der Summe seines Seins aus Trauma, Schuldgefühlen und einer bemerkenswerten Fähigkeit besteht, Feinde durch Wände zu werfen. Der Trailer zeigt Castle in dem Versuch, jenseits der Rachsucht einen Sinn zu finden – bis ihn eine unerwartete Macht wieder in den Kampf zieht. Dass dieser «Sinn» vermutlich wieder in Form einer zertrümmerten Kinnlade endet, versteht sich von selbst. Der Trailer zeigt Bernthal unter anderem in Flammen stehend, während ihn Halluzinationen heimsuchen – was gleichzeitig die brutalste und die psychologisch ehrlichste Darstellung eines PTSD-geplagten Kriegsveteranen ist, die das MCU je gewagt hat.
Die Antagonistin: Ma Gnucci. In den Comics ist sie die skrupellose Anführerin der Gnucci-Verbrecherfamilie – im Rollstuhl, körperlich verwundbar, aber intellektuell und organisatorisch eine der gefährlichsten Figuren in Castles Geschichte. Dass ausgerechnet sie als Gegnerin gewählt wurde, ist kein Zufall. Ma Gnucci steht für das, was Castle am meisten hasst: Strukturierte, institutionalisierte Gewalt. Keine Chaos-Schläger, sondern ein ganzes System, das zertrümmert werden will.
Das Special wurde im Sommer 2025 in New York City gedreht und bereits das verrät die Absicht: Kein CGI-Fantasyreich, keine kosmische Bedrohung, keine Infinity-Stones. Nur Beton, Blut und Bernthal. Regie führt Reinaldo Marcus Green, das Drehbuch haben Green und Bernthal gemeinsam verfasst – und das ist der vielleicht wichtigste Satz des gesamten Projekts. Weil es bedeutet, dass jemand hinter der Kamera steht, der die Figur nicht als Verwertungsmaschine begreift, sondern als Charakter mit echtem moralischen Gewicht.
Zeitlich ist das Special zwischen dem Finale von «Daredevil: Born Again» Staffel 2 und «Spider-Man: Brand New Day» angesiedelt – womit Marvel eine erzählerische Brücke baut zwischen dem Dunkelsten, was die Plattform anbietet, und dem Freundlichsten. Ironie hat ihren eigenen Terminkalender.
Was bleibt: Marvel hat verstanden, zumindest vorübergehend, dass nicht jede Geschichte mit einem Gruppenumarmungsbild enden muss. «One Last Kill» klingt nicht wie ein Versprechen. Es klingt wie eine Drohung. Und Frank Castle macht keine leeren Drohungen.
A Marvel Television Special Presentation: The Punisher: One Last Kill | Official Trailer
Phillip Buckhaults ist kein Randerscheinung. Er ist Professor für Molekularbiologie und Genetik an der University of South Carolina, Experte für Krebsgenomik – und bekannt dafür, während der Pandemie den Covid-Speicheltest entwickelt zu haben. Ein Mann also, dem man zugetraut hat, nützliche Wissenschaft zu betreiben. Bis er anfing, unbequeme Wissenschaft zu betreiben. Am 12. September 2023 sagte er vor dem Medical Affairs Ad-Hoc Committee des Senats von South Carolina aus. Seine Aussage war von bestechender Klarheit: Der Pfizer-Impfstoff ist mit Plasmid-DNA kontaminiert. Es handelt sich nicht nur um mRNA. Er enthält DNA-Fragmente – und er weiss das, weil er ihn in seinem eigenen Labor sequenziert hat. Man lasse das kurz wirken.
Was Plasmid-DNA bedeutet – und was nicht sein sollte
mRNA-Impfstoffe funktionieren nach einem simplen Prinzip: Boten-RNA wird injiziert, gibt Bauanleitung für ein Protein, wird abgebaut, fertig. Das war das Versprechen. Das war die Grundlage der Zulassung. Das war der Unterschied zu klassischen Impfstoffen, den man dem Publikum als revolutionären Vorteil verkaufte.
Was Buckhaults gefunden hat, ist etwas anderes: Plasmid-DNA – also zirkuläre DNA-Fragmente, die bei der Herstellung des mRNA-Templates verwendet werden und eigentlich vollständig entfernt sein sollten. Nicht in Spuren. In Mengen, die über den von der EMA und FDA gesetzten Grenzwerten lagen.
DNA ist stabiler als mRNA. DNA kann in den Zellkern eindringen. Die Frage, ob und wie injizierte DNA-Fragmente mit dem menschlichen Erbgut interagieren können, ist keine esoterische Spinnerei – sie ist eine legitime molekularbiologische Frage, die beantwortet werden müsste, bevor man einen Impfstoff milliardenfach verabreicht. Sie wurde nicht beantwortet. Sie wurde nicht gestellt. Zumindest nicht laut.
Die Zulassungsbehörden und ihre blinden Flecken
Hier beginnt die eigentliche Geschichte. Pfizer wusste von der DNA-Kontamination. Das ist keine Spekulation – es ist aus Dokumenten hervorgegangen, die im Rahmen von FOIA-Anfragen veröffentlicht wurden. Die Frage ist, ob die Zulassungsbehörden – FDA, EMA, Swissmedic – bei der Prüfung der Herstellungsqualität ausreichend hingeschaut haben.
Die Antwort, die sich aus Buckhaults‘ Testimony ergibt, ist ernüchternd: Offenbar nicht gründlich genug. Oder die Grenzwerte wurden so gesetzt, dass das Ergebnis von vornherein akzeptabel aussah. Das ist kein kleines Detail. Qualitätskontrolle bei Impfstoffen existiert nicht als bürokratische Pflichtübung – sie existiert, weil injizierte Substanzen in den menschlichen Körper gelangen und dort Dinge tun können, die man nicht vollständig vorhersehen kann. DNA-Kontamination über Grenzwerten in einem Massenimpfstoff ist ein regulatorisches Versagen. Punkt.
Die Reaktion – schweigen, ablenken, weitermachen
Buckhaults‘ Aussage vor dem South Carolina Senat ist seit September 2023 öffentlich zugänglich. Die grossen Medien haben sie mit jener Gründlichkeit aufgegriffen, die inzwischen zum Markenzeichen ihrer Wissenschaftsberichterstattung geworden ist: Kaum. Kein Spiegel-Titelthema. Kein ARD-Brennpunkt. Keine dringende Nachfrage an Pfizer, die EMA oder das RKI.
Stattdessen das übliche: Der Mann sei nicht repräsentativ. Die Befunde seien umstritten. Man solle keine Panik verbreiten. Umstritten unter wem? Von wem widerlegt? Mit welchen Daten? Das sind Fragen, die der Wissenschaftsjournalismus stellen müsste – und nicht stellt, weil die Antworten unbequem werden könnten.
Fazit ohne Schleifchen
Buckhaults ist kein Impfgegner. Er hat das in seiner Aussage explizit betont. Er ist ein Wissenschaftler, der ein Problem gefunden hat – und der die institutionelle Reaktion darauf beschreibt: Schweigen, Ignorieren, Weitermachen.
Das ist der eigentliche Skandal. Nicht die Kontamination allein – Herstellungsprobleme können passieren. Sondern die Tatsache, dass ein ausgewiesener Experte vor einem parlamentarischen Gremium aussagt, er habe einen zugelassenen Massenimpfstoff auf DNA-Kontamination untersucht und sei fündig geworden – und die zuständigen Behörden reagieren mit dem Enthusiasmus einer Stadtverwaltung auf einen Antrag zur Parkplatzneugestaltung.
Was im Impfstoff war - und warum niemand danach gefragt hat
Es beginnt nie mit dem lauten Knall, den die Masse erwartet. Keine Sirenen, keine dramatischen Schlagzeilen, kein apokalyptischer Moment, an dem alle gleichzeitig aufschrecken und sagen: «Jetzt.» Systeme sterben leise. Fast höflich. Wie ein alter Gott, der längst vergessen wurde, aber noch in den Ritualen weiterlebt, die niemand mehr versteht.
Denn jedes System ist mehr als nur Struktur. Es ist ein unsichtbares Geflecht aus Überzeugungen, ein kollektiver Zauber, gespeist aus Vertrauen, Angst und Gewohnheit. Man könnte sagen: Eine Art moderner Okkultismus. Kein Weihrauch, keine schwarzen Kerzen, dafür Bildschirme, Narrative und das stille Einverständnis der Vielen. Der wahre Träger eines Systems ist nicht seine Macht, sondern der Glaube an seine Legitimität. Und genau dort beginnt der Zerfall.
Nicht sichtbar, nicht messbar, aber spürbar für jene, die zwischen den Zeilen lesen. Ein feiner Riss im Bewusstsein. Ein Zweifel, der sich nicht mehr ganz verdrängen lässt. Ein Gefühl, dass etwas nicht stimmt, auch wenn alle Zahlen und Experten das Gegenteil behaupten. Es ist, als würde ein alter Bann schwächer werden. Die Worte wirken noch, aber die Energie dahinter ist versiegt.
Unsere Zeit ist durchzogen von solchen Rissen. Man spürt es im Ton der Debatten, in der Gereiztheit, in diesem unterschwelligen Misstrauen, das sich durch alle Schichten zieht. Die Oberfläche zeigt Geschäftigkeit, Fortschritt, Kontrolle. Doch darunter pulsiert etwas anderes: Ein kollektives Unbehagen, das sich nicht mehr in einfache Erzählungen pressen lässt.
Der Zeitgeist selbst wirkt zerrissen. Auf der einen Seite das Festhalten an alten Strukturen, als könne man durch Wiederholung die Realität stabilisieren. Auf der anderen Seite ein wachsendes Gefühl, dass diese Strukturen nur noch Hüllen sind. Symbole ohne Substanz. Rituale ohne Glauben.
Es ist fast mystisch, wie dieser Prozess verläuft. Kein klarer Anfang, kein definierter Endpunkt. Eher ein langsames Ausfransen der Wirklichkeit. Als würde ein Schleier dünner werden, durch den man plötzlich Dinge erkennt, die vorher unsichtbar waren. Nicht weil sie neu sind, sondern weil man sie nicht mehr ignorieren kann.
Gesellschaftlich zeigt sich das in einer merkwürdigen Spannung: Die Institutionen sprechen weiterhin mit der Stimme der Autorität, doch ihre Worte hallen anders. Leerer. Fragiler. Gleichzeitig wächst die Sehnsucht nach etwas Echtem, etwas, das nicht nur behauptet, sondern trägt. Doch diese Sehnsucht wird oft fehlgelenkt, kanalisiert in Ersatzrituale, in neue Dogmen, die kaum stabiler sind als die alten.
Vielleicht ist das der eigentliche Übergang, den wir erleben: Kein einfacher Zusammenbruch, sondern eine Entzauberung. Der Moment, in dem sichtbar wird, dass die Macht nie absolut war, sondern geliehen. Gebunden an die innere Zustimmung derer, die sie anerkennen. Wenn dieser innere Konsens schwindet, verliert selbst das scheinbar Unerschütterliche seine Schwerkraft.
Und dann geschieht das Paradoxe: Von aussen sieht noch alles stabil aus. Die Fassaden stehen, die Regeln gelten, die Abläufe funktionieren. Doch innerlich ist das Fundament bereits porös. Der eigentliche Einsturz hat längst begonnen, nur noch nicht im Sichtbaren.
Man könnte sagen: Wir leben nicht im Anfang des Endes, sondern im Ende des Glaubens. Und das ist der Moment, in dem Systeme wirklich sterblich werden.
Alle vier oder fünf Jahre dasselbe Ritual. Seit Jahrzehnten dieselben Plakate, dieselben Versprechen, dieselben Gesichter in neuen Anzügen. Du gehst hin, machst dein Kreuzchen, gehst nach Hause – und das System atmet erleichtert auf. Denn du hast soeben das Wichtigste getan, was eine korrupte Ordnung von dir benötigt: Du hast ihr zugestimmt. Nicht mit Begeisterung, vielleicht. Nicht aus Überzeugung, wahrscheinlich. Aber du hast mitgespielt. Und das genügt. Willkommen in der Demokratie. Sie funktioniert wunderbar – für jene, die von ihr profitieren.
Die Grundlüge des westlichen Parlamentarismus ist nicht, dass er offen tyrannisch wäre. Das wäre zu einfach, zu erkennbar, zu angreifbar. Die Grundlüge ist subtiler und deshalb wirksamer: Sie lautet, dass du eine Wahl hast. Dabei hast du seit Jahrzehnten keine mehr. Was du hast, ist eine Auswahl – zwischen Pest und Cholera, zwischen zwei Varianten desselben Programms, zwischen Parteien, die sich in Nuancen unterscheiden und in allem Wesentlichen identisch sind. Steuerpolitik für die Oberschicht, Symbolpolitik für die Masse, Militärausgaben für alle, Sparprogramme für die Schwachen. Links oder rechts der Mitte – das Ziel bleibt dasselbe. Nur die Verpackung wechselt.
Und du? Du wählst die Verpackung. Und nennst das Demokratie.
Der Anarchismus stellt an dieser Stelle eine Frage, die das System nicht beantworten kann und deshalb lieber nicht hört: Was legitimiert eine Regierung eigentlich? Die Antwort, die man uns beigebracht hat, lautet: Die Mehrheit. Die Stimmen. Das Mandat. Aber was bedeutet dieses Mandat konkret? Es bedeutet, dass die Gewählten machen können, was sie wollen – für vier Jahre unantastbar, für vier Jahre mit dem Segen der Bevölkerung ausgestattet, für vier Jahre befreit von echter Rechenschaftspflicht. Du hast gewählt. Du hast mitgemacht. Du hast das Spiel akzeptiert. Das Ergebnis liegt jetzt bei ihnen – und deine nächste Einflussmöglichkeit kommt in vier Jahren, wenn du wieder zwischen Pest und Cholera wählen darfst. Das ist der Freibrief. Unterschrieben von dir. Persönlich.
Wer nicht wählt, entzieht diesem Mechanismus die Grundlage. Nicht aus Gleichgültigkeit – das ist der Reflex, mit dem das System Nichtwähler diskreditiert, weil es sie fürchtet. Sondern aus der Weigerung, eine Legitimation zu erteilen, die man nicht erteilen will. Eine Regierung, die mit dreissig Prozent Wahlbeteiligung an die Macht kommt, hat kein Mandat. Sie hat eine statistische Restgrösse. Sie kann nicht behaupten, im Namen des Volkes zu sprechen, wenn das Volk mehrheitlich den Raum verlassen hat. Die Enthaltung ist keine Passivität – sie ist eine Aussage. Eine, die das System nicht einpreisen kann, weil es keine Schublade dafür hat.
Und was kommt stattdessen? Verantwortung. Die eigene, persönliche, unbequeme Verantwortung, das eigene Leben und das der eigenen Gemeinschaft selbst zu gestalten. Nicht delegiert an Berufspolitiker, die noch nie einen echten Arbeitstag erlebt haben. Nicht abgegeben an Parteifunktionäre, deren Karriere davon abhängt, dass alles bleibt, wie es ist. Sondern behalten – in den Händen derer, die tatsächlich betroffen sind. Lokale Strukturen. Direkte Solidarität. Gemeinschaften, die funktionieren, weil Menschen sich gegenseitig Verantwortung übernehmen, nicht weil ein Staat es per Gesetz anordnet.
Das ist die anarchistische Kernthese – und sie ist unbequemer als jede Wahlempfehlung: Das System repariert sich nicht von innen. Wer wählt, in der Hoffnung, damit etwas zu verändern, gibt dem System genau die Energie, die es braucht, um weiterzumachen wie bisher. Die Geschichte der letzten fünfzig Jahre parlamentarischer Demokratie in Westeuropa ist der Beweis: Die Parteien wechseln, die Probleme bleiben. Die Versprechen kommen, die Lösungen nicht. Der Apparat wächst, die Bürger schrumpfen.
Nicht wählen bedeutet nicht aufgeben. Es bedeutet aufhören, das Falsche zu legitimieren – und anfangen, das Richtige selbst zu tun. Ohne Erlaubnis. Ohne Mandat von oben. Ohne zu warten, dass irgendein Parteihampelmann, der auf Kosten der Allgemeinheit in Berlin oder Bern oder Brüssel residiert, gnädigerweise entscheidet, wann du frei genug bist.
Die Demokratie hat nicht versagt, weil die falschen Leute gewählt wurden.
Sie hat versagt, weil das Wählen selbst das Problem ist…
In Kalifornien existiert ein Gesetz. Selbstverständlich verfügt Kalifornien über gesetzliche Regelungen. In Kalifornien gab es stets Regeln. Dieses Exemplar stellt eine wahrlich prächtige Manifestation jener Gattung staatlicher Übergriffigkeit, ja behördlicher Bevormundung dar, die sich gerne als Wohltäter inszeniert, sich selbst für Fürsorge hält und dabei das Gesicht von jemandem trägt, der gerade verkündet hat, er handle einzig zum Wohle der Sprösslinge. Doch in Wahrheit schert er sich keinen Deut um Kinder!
Assembly Bill 1043, unterzeichnet von Gouverneur Gavin Newsom im Oktober 2025, in Kraft ab dem 1. Januar 2027, verpflichtet jeden Betriebssystem-Anbieter dazu, beim Account-Setup ein Altersverifikations-Interface einzubauen – und diese Altersdaten in Echtzeit per API an jeden App-Entwickler weiterzuleiten, der danach fragt. Jeder. Entwickler. Der. Danach. Fragt.
Man muss das kurz sacken lassen. Dein Betriebssystem – das Fundament, auf dem dein Computer läuft, das Werkzeug, das dir gehört, das du selbst installiert hast – soll künftig wissen, wie alt du bist. Und es soll dieses Wissen weitergeben. An Dritte. In Echtzeit. Weil: Kinder.
76 zu 0. Einstimmig. Kein Dissens.
Das Gesetz passierte beide Kammern des kalifornischen Parlaments einstimmig – 76 zu 0 in der Assembly, 38 zu 0 im Senat. Nicht eine einzige Gegenstimme. Nicht ein einziger Abgeordneter, der aufgestanden wäre und gefragt hätte: Warte mal – wir verpflichten jetzt also Betriebssysteme zur Alterskontrolle? Freiwillige Communityprojekte ohne Rechtsabteilung, ohne Budget, ohne Firmenstruktur? Haben wir das zu Ende gedacht?
Niemand hat gefragt. Die OSI, die FSF, die Software Freedom Conservancy und die Linux Foundation – sie alle schwiegen während des Gesetzgebungsverfahrens. Keine Stellungnahme, keine öffentliche Analyse, kein formeller Widerspruch. Die Open-Source-Welt schaute zu, während ein Gesetz verabschiedet wurde, das ihre gesamte Infrastruktur in potenzielle Strafbarkeit katapultierte. Bravo, kollektive Zivilgesellschaft.
Für Verstösse drohen Bussen von bis zu 7500 Dollar pro betroffenem Kind bei vorsätzlichen Verstössen – ohne jede Ausnahme für Projekte, die gar nicht die Mittel haben, eine Compliance-Infrastruktur aufzubauen. Ein Debian-Maintainer in seiner Freizeit, finanziert durch Spenden und Enthusiasmus, soll jetzt die gleichen Anforderungen erfüllen wie Microsoft. Hervorragend durchdacht.
Der Witz mit der Selbstauskunft
Und jetzt kommt der schönste Teil. Das Gesetz basiert nicht auf Gesichtserkennung oder staatlicher ID-Kontrolle – sondern auf Selbstauskunft. Nutzer geben einfach ihr Geburtsdatum an. Ein Kind, das «erwachsen» sein will, tippt eine andere Zahl. Fertig. Problem gelöst. Kinder geschützt.
Man hat also eine flächendeckende Überwachungsinfrastruktur gebaut, die das eigentliche Problem – Kinder, die lügen – mit Bravour ignoriert, aber sehr gründlich das Nebenprodukt sicherstellt, dass Altersdaten aller Nutzer in Echtzeit durch ein API-System fliessen, das theoretisch von jedem App-Entwickler abgefragt werden kann, der danach fragt.
Das ist kein Kinderschutzgesetz. Das ist ein Datenerhebungsgesetz mit Kinderschutz-Branding.
Ageless Linux: Das Nein in Debian-Verkleidung
Und hier betritt Ageless Linux die Bühne. Kein Startup. Kein Venture-Capital-Projekt. Kein PR-Stunt. Eine neue Linux-Distribution, basierend auf Debian, motiviert von politischem Kommentar und zivilem Ungehorsam – und mit dem erklärten Ziel, jede Form von Altersverifikation konsequent zu vermeiden.
Das Projekt schreibt auf seiner Website ohne Umschweife: Es verstösst wissentlich und vorsätzlich gegen die Altersverifikationsvorschriften des kalifornischen Zivilgesetzbuches. Es registriert sich dabei ausdrücklich als Betriebssystem gemäss den gesetzlichen Definitionen – und stellt sich damit absichtlich ins Visier der Strafverfolger. Das ist kein Versehen. Das ist Strategie.
Die Ageless-Entwickler betonen: «Wir sind nicht gegen Kinderschutz. Wir sprechen uns dagegen aus, Überwachungsinfrastruktur aufzubauen und dies als Kinderschutz zu bezeichnen.» Der Unterschied ist fundamental und er wird in der politischen Debatte mit atemberaubender Konsequenz ignoriert.
Was würden sie stattdessen unterstützen? Gesetze, die Plattformen für algorithmische Weiterleitung schädlicher Inhalte an Minderjährige zur Rechenschaft ziehen. Gesetze, die digitale Kompetenz an Schulen fördern. Gesetze, die Apps mit echtem Risikoprofil zu transparenten Sicherheitshinweisen verpflichten. Also Massnahmen, die tatsächlich etwas mit dem Problem zu tun haben.
Die Klage, die sich jeder leisten kann – und niemand überlebt
Das Gesetz wirkt, weil die Kosten für die Verteidigung gegen eine unbegründete Klage der Generalstaatsanwaltschaft das gesamte Jahresbudget der meisten Open-Source-Projekte übersteigen. Man muss nicht mit Gewalt vorgehen. Man muss es nur öffentlich sichtbar machen.
Das ist der eleganteste Teil des staatlichen Übergriffs: Man braucht gar nicht zu klagen. Die Androhung reicht. Die Möglichkeit reicht. Das Risiko reicht. Wer kein Geld für Anwälte hat, kapituliert prophylaktisch. Compliance durch Angst. Rechtsstaatlichkeit als Druckmittel.
Ageless Linux existiert, weil das jemand aufhalten muss. Und das Versprechen ist klar: Solange es Linux-Distributionen gibt, die staatliche Altersverifikationsinfrastruktur implementieren, wird Ageless Linux Werkzeuge bereitstellen, um diese Infrastruktur zu entfernen, zu ersetzen oder zu umgehen. Es wird immer eine Distribution geben, die ihre Nutzer als Personen unbestimmten Alters behandelt.
In einer Welt, in der die EU parallel ihre eigene Altersverifikation-App entwickelt – natürlich «datenschutzfreundlich», natürlich kompatibel mit der EUDI-Wallet, die ab 2027 obligatorisch werden soll – ist Ageless Linux nicht Paranoia. Es ist Vorsorge.
Henry David Thoreau verweigerte 1849 die Steuer, weil er sich nicht zum Arm des Unrechts machen lassen wollte. Ageless Linux verweigert 2026 die API. Die Logik ist dieselbe. Die Reaktion des Staates wird wahrscheinlich auch dieselbe sein.
Willkommen im Jahr 2025, wo der fortschrittlichste Überwachungsapparat der Menschheitsgeschichte freiwillig, begeistert und auf Ratenzahlung in jeder Hosentasche steckt. Gestapo und Stasi haben Jahrzehnte gebraucht, um Millionen Menschen zu bespitzeln – und sind dabei gescheitert, weil es schlicht nicht genug Spitzel gab. Das hat sich erledigt. Das Problem hat sich in Luft aufgelöst, weil wir das Problem jetzt selbst sind. Wir tragen es mit uns. Wir laden es auf, wenn der Akku leer ist. Wir streicheln es morgens als Erstes und abends als Letztes. Es heisst Smartphone und es liebt uns auf eine Weise, die jede gesunde Beziehung weit hinter sich lässt.
Ein Rechercheteam aus Bayerischem Rundfunk, netzpolitik.org, Le Monde und weiteren Medien hat sich die Mühe gemacht, rund zehn Milliarden Standortdaten auszuwerten. Zehn Milliarden. Man muss diese Zahl kurz sacken lassen, während man dabei ist, seinen Kaffee zu trinken und sein Handy zu entsperren, das gerade den Fingerabdruck scannt, den Puls misst und die Raumtemperatur protokolliert. Das Ergebnis dieser Recherche ist so überraschend wie der nächste Marvel-Film: Die Daten, die deine Apps sammeln, landen in einem weltweiten Netzwerk aus Datenhändlern und Werbefirmen. Vermeintlich anonym natürlich. Anonym wie ein Mensch mit Namensschild, Wohnadresse, Arbeitsplatz, Bordellbesuch und psychiatrischem Klinikaufenthalt – alles im Datensatz, alles abrufbar, alles käuflich.
Bis nach Florida hat die Spur geführt, zu einem Händler, der munter Standortdaten deutscher und französischer Nutzer vertickt. Nicht an irgendjemanden natürlich – an alle, die zahlen. Stalker, Kriminelle, Geheimdienste. Eine ägyptische Exiljournalistin in Berlin wird bedroht – ihre Bewegungen sind im Datensatz. EU-Kommissionsmitarbeiter in Brüssel, ebenfalls drin. Ukrainische Soldaten an der Front, die in den Daten ihre eigenen Stellungen wiedererkennen: Natürlich auch dabei. Das Milliardengeschäft mit Standortdaten ist demokratisch. Es diskriminiert niemanden. Es verkauft jeden.
Aber das Schöne – das wirklich Bezaubernde an dieser ganzen Misere – ist, dass die öffentliche Diskussion immer noch bei Standortdaten stehenbleibt. Als wäre das die einzige Bedrohung. Als wäre ein Smartphone lediglich ein sehr teures GPS-Gerät. In Wirklichkeit ist das Gerät in deiner Tasche ein sensorisches Gesamtkunstwerk der Überwachung, gegen das der KGB aussieht wie ein gelangweilter Nachbar mit Fernglas.
Fangen wir der Vollständigkeit halber an: Dein Smartphone misst deine Bewegungen via Akzelerometer und Gyroskop auf drei Achsen. Es kennt deinen genauen Standort per GPS. Es weiss, in welche Himmelsrichtung du schaust, weil der Magnetometer das protokolliert. Es misst den Luftdruck und kann damit Höhenunterschiede bestimmen – du könntest also theoretisch nachverfolgt werden, in welchem Stockwerk eines Gebäudes du dich befindest. Es scannt deinen Fingerabdruck. Es hört mit – das eingebaute Mikrofon ist jederzeit aktivierbar. Es schaut hin – die Kamera ebenso. Und sobald du es in die Hand nimmst, erkennt es deinen Puls und deine Körpertemperatur.
Du bist nicht Kunde. Du bist Datenpunkt. Du bist Produkt. Du bist das Geschäftsmodell.
Und falls das noch nicht reicht, gibt es im Google Play Store eine App namens «Sensor Box for Android Sensors», die dir in Echtzeit zeigt, welche Sensordaten dein Gerät gerade überträgt. Lehrreich. Verstörend. Und nach zehn Minuten Nutzung auch der Moment, in dem man versteht, warum der Begriff «Smart»-Phone in Anführungszeichen gehört — denn smart ist dabei einzig und allein das System, das dich auswertet. Du selbst bist in dieser Gleichung die Variable mit dem geringsten Informationsstand.
Das europäische Datenschutzrecht, die viel gerühmte DSGVO, das grosse Versprechen an den mündigen EU-Bürger: Es existiert. Es wird verletzt. Täglich. Millionenfach. Und der Händler in Florida, der deine Daten vertickt, schert sich um europäisches Recht ungefähr so viel wie ein Algorithmus um Gefühle. Nämlich gar nicht. Weil es schlicht keine wirksame Durchsetzung gibt. Weil die Datenwirtschaft schneller ist als jeder Gesetzgeber. Weil das Geschäft zu lukrativ ist, als dass irgendjemand mit ernsthaftem Interesse an seinem Erhalt ein Interesse an seiner Einschränkung hätte.
Und hier liegt das eigentliche Problem, das weit über Datenpunkte und Bewegungsprofile hinausgeht: Es ist kein technisches Problem. Es ist ein politisches. Die Infrastruktur zur vollständigen Überwachung jedes Menschen auf diesem Planeten existiert bereits. Sie ist im Einsatz. Sie wird täglich verfeinert. Und die Gesellschaft diskutiert derweil darüber, ob die neue KI-Funktion in der Kamera-App wirklich so gut ist wie die der Konkurrenz.
Ziad K. Abdelnour hat es treffend formuliert: «We live in an era of smart phones and stupid people.» Man muss das nicht mögen. Man kann es als elitär abtun. Aber man kommt nicht daran vorbei, dass zehn Milliarden ausgewertete Standortdatensätze eine Antwort auf die Frage sind, wie bewusst der durchschnittliche Nutzer mit seinem digitalen Hosentaschenspion umgeht.
Gestapo und Stasi werden nicht mehr benötigt. Wir haben die Arbeit übernommen. Freiwillig. Begeistert. Inklusive Cloud-Backup.
Und jetzt entschuldige dich bitte — dein Smartphone möchte wissen, ob du gut geschlafen hast…
…wer übrigens dem Abgreifen von Daten etwas Einhalt gebieten möchte, kann sich z.B. die App Micro Guard Mikrofon Blocker installieren, welche das Mikrofon bei Nichtgebrauch bei Telefonaten oder Calls, automatisch ausschaltet. Wer dies umfangreicher haben möchte, findet von derselben Firma, Protectstar Inc., die App Anti-Spy App – Anti-Spyware, welche neben dem Mikrofon auch die Kamera prüft und sperrt, jede App bei der Installation auf Datenschutzverletzungen prüft und Echtzeitschutz bietet. Leider sind die letztgenannten Funktionen in der kostenlosen Variante nicht freigeschaltet, man kann diese aber 7 Tage kostenlos testen. Mir ist bei der Nutzung der kostenlosen Variante aufgefallen, dass massiv weniger Werbung auf verschiedenen Kanälen geschaltet wurde, welche nur durch Mithorchen generiert werden konnte. Wer also schon früher das Gefühl hatte, dass das Produkt-Marketing nur durch Lauschen stattfinden konnte, findet in diesen Apps Hilfe. Meiner Ansicht nach ist es sinnvoll, sich die bezahlte Option für die wenigen Kröten zuzulegen.
Nichts in der Politik passiert zufällig. Wenn es doch passiert, war es so geplant. Franklin D. Roosevelt hat das gesagt – ausgerechnet jener Mann, dessen Land kurz darauf in Bretton Woods der gesamten Welt ein Geldsystem aufzwang, das niemand bestellt hatte. Aber wer zählt schon nach, wenn die Sieger die Geschichte schreiben und die Besiegten die Rechnung begleichen?
1944. Die USA produzieren jede zweite Ware der Welt, besitzen als einziges Land Atomwaffen und sind dabei, den Zweiten Weltkrieg zu gewinnen. Was macht man in einer solchen Position? Man lädt die Welt zu einer Konferenz in einen Skiort in New Hampshire ein und erklärt ihr freundlich, wie das Geld fortan zu funktionieren hat. Dollar an Gold gebunden. Alle anderen Währungen sind an den Dollar gebunden. Wer nicht mitmachen will, darf das gerne tun – solange er nicht auf amerikanische Unterstützung angewiesen ist. Also: Alle.
Das nannte man damals Multilateralismus. Heute würde man es schlicht Erpressung nennen, aber das klingt weniger nach Marshall-Plan.
Der raffinierte Fuchs und das Geheimabkommen
Das System funktionierte prächtig – für die Banken. Für alle anderen war es ein Wirtschaftswunder, solange die Märkte wuchsen. Als sie gesättigt waren, begann das grosse Jonglieren. Nixon hob 1971 die Goldbindung auf – «vorübergehend», wie er betonte. Diese vorübergehende Massnahme dauert inzwischen 55 Jahre. So viel zur Glaubwürdigkeit von Politikern, wenn sie das Wort «vorübergehend» benutzen.
Aber ein System ohne Golddeckung ist ein System ohne Rückhalt. Was tun? Ganz einfach: Einen Krieg anzetteln, eine Ölkrise erzeugen und dann den amerikanischen Aussenminister nach Riad schicken. Das Ergebnis war ein Geheimabkommen, das offiziell jahrelang nicht existierte – Öl wird fortan nur noch in Dollar gehandelt. Die Saudis bekommen dafür Waffen, obwohl sie Israels Feinde sind. Amerika bleibt mit Israel verbündet. Logik? Irrelevant. Petrodollar? Etabliert.
Das war der Geburtsakt jenes Systems, das bis heute die Weltwirtschaft in einem eisernen Würgegriff hält – und das gerade vor unseren Augen stirbt.
Wer dem Dollar trotzt, stirbt
Der Petrodollar hatte nur eine Regel, die wirklich galt: Du handelst in Dollar, oder du wirst zum Problem. Saddam Hussein wollte sein Öl in Euro verkaufen. Sein Land liegt heute in Trümmern und er selbst wurde öffentlich gehängt. Gaddafi wollte einen goldgedeckten afrikanischen Dinar einführen – Libyen war damals das wohlhabendste Land Afrikas, mit kostenloser Gesundheitsversorgung, kostenloser Bildung, ohne Mietverpflichtungen. Das war sein Todesurteil. Man hat ihn auf einer Strasse erschossen und es live im Fernsehen übertragen. «We came, we saw, he died» – Hillary Clinton, lachend.
Das ist kein Komplott. Das ist Aussenpolitik. Und jetzt bricht dieses System zusammen. Nicht weil irgendein Rebell es zerstört, sondern weil es sein natürliches Ende erreicht hat – überladen von Schulden, ausgeplündert von Hedgefonds, unterhöhlt von den eigenen Architekten.
Blackrock oder: Wer wirklich regiert
Man muss verstehen, dass Donald Trump nicht wichtig ist. Dass kein Präsident der USA seit über 100 Jahren wirklich wichtig war. Die Macht lag zuerst an der Wall Street – bei JP Morgan, Goldman Sachs, Bank of America. Heute liegt sie woanders. Bei Blackrock. Bei Vanguard. Bei vier Unternehmen, die gemeinsam mehr Kapital verwalten, als die meisten Staaten der Welt jemals besessen haben.
1988 gründete Larry Fink Blackrock und baute nebenbei eine Finanzdatenanalyseplattform namens Aladdin. Als 2007 das Weltfinanzsystem kollabierte und die grossen Zentralbanken – langsam, schläfrig, bürokratisch – nicht mehr wussten, welche Anleihe welcher Bank wie viele Leichen im Keller hatte, wusste Blackrock es. Seitdem sind die Bank of England, die EZB und die Fed alle an das System Aladdin angeschlossen. Offiziell ist Blackrock ihr «Berater». Inoffiziell: Wer die Daten hat, hat die Macht.
Und die Daten hat Blackrock. Zusammen mit Microsoft, in deren Cloud Aladdin inzwischen läuft. Siamesische Zwillinge. Die einen verwalten das Geld der Welt, die anderen speichern alles, was man je darüber wissen muss. Schöner hätte man es kaum bauen können.
Das programmierbare Sklavengeld
Was kommt nach dem Petrodollar? Der Genius Act gibt eine klare Antwort. Stable Coins – digital, an US-Staatsanleihen gebunden, vollständig kontrollierbar. Die Unternehmen, die sie ausgeben, müssen Guthaben einfrieren, Transfers blockieren, Tokens vernichten und Konten auflösen können. Das steht schwarz auf weiss im Gesetz, unterschrieben von Trump, dem Mann, der sich selbst mit seinem Unternehmen World Liberty Financial an exakt diesen Stable Coins bereichert.
80% aller Stable Coins werden ausserhalb der USA gehandelt. Leute, die glauben, sich damit dem Finanzsystem entzogen zu haben, finanzieren in Wirklichkeit amerikanische Staatsanleihen – und damit amerikanische Kriege. Russland umgeht damit amerikanische Sanktionen und finanziert damit gleichzeitig das Land, das die Sanktionen verhängt. Man muss das zweimal lesen, um zu verstehen, wie absurd die Situation ist.
Das ist kein Fehler im System. Das ist das System.
Der Iran-Krieg, die Schliessung der Strasse von Hormus, die drohende Hungerkatastrophe – Kenia mit 90% Abhängigkeit von ausländischen Düngemitteln, Somalia mit 87% – all das sind nicht Ursachen einer Krise. Es sind Werkzeuge, um den Druck zu erzeugen, der nötig ist, damit Menschen ein digitales Zentralbankgeld akzeptieren, das sie jederzeit abschalten können.
Das Zweiklassengeldsystem ist bereits fertig. Die Wholesale-CBDC für Konzerne, Hedgefonds und Zentralbanken liegt im Schrank. Die Retail-CBDC für den Rest von uns kommt, sobald die Verzweiflung gross genug ist.
Nichts davon passiert zufällig.
Das Petrodollar System bricht zusammen - was danach kommt, ist brutal! | Vortrag von Ernst Wolff
Wer gehofft hat, 2026 würde ruhiger werden, hat die Rechnung ohne Bloodride gemacht. Die finnischen Thrash-Veteranen haben Ende 2025 Finnland zerlegt, Deutschland besucht und beim Nuclear Intervention Fest in Tschechien bewiesen, dass Old-School-Thrash keine Nostalgie ist, sondern eine Überlebensstrategie. Bassist Esa fasst es mit der Eloquenz eines Mannes zusammen, dem Subtilität fremd ist: «Mosh» Mehr braucht es nicht.
Bloodride existieren seit 2000. Das bedeutet 25 Jahre Nackenbruch-Intensität, vier Alben – darunter das gefeierte «Idiocracy» von 2021 – und Bühnen quer durch Europa, auf denen sie neben Exodus, Exhumed, Toxic Holocaust und Whiplash standen, ohne auch nur einen Dezibeleinbruch zu riskieren. Ihr Sound: Old-School-Thrash, Death-Metal-Finsternis und Hardcore-Rohheit – zusammengerührt zu etwas, das Ärzte als «akute Halswirbelgefährdung» klassifizieren würden.
Bloodride - Kill without Hate (official music video)
Am 8. April veröffentlichte RFK Jr. über seinen offiziellen Regierungsaccount auf X eine Ankündigung, dass er als HHS Scy einen Podcast startet. Die Ankündigung ist bizarr. Zu Beginn des Clips sagt RFK Jr.: «Die Regierung lügt uns tatsächlich an.»
Ich möchte RFK Jr. dem aktuellen Leiter einer sehr mächtigen Regierungsbehörde vorstellen, dem Gesundheitsministerium (HHS), dessen Budget doppelt so hoch ist wie das des Militärs. Ich kenne den Mann! RFK Jr. kann sich bei RFK Jr. über die Lügen der Regierung auslassen. Leute, ich weiss einfach nicht, wie ich das deuten soll – ihr? Ist ihm nicht bewusst, dass er selbst die Regierung ist? Wenn ja, gibt er dann zu, uns anzulügen, oder macht er sich über uns lustig?
Stilistische Anmerkungen: RFK Jr. trägt in dieser Ankündigung eine Krawatte mit Corona-Motiv. Was soll das denn? Ausserdem lässt das Licht im Hintergrund ihn aussehen, als hätte er Hörner. Dieser Hintergrund wurde von den Regierungsvideoproduzenten mit riesigen Budgets und einem professionellen Styling-Team sorgfältig inszeniert. Ich versichere Ihnen, nichts in dieser Szene ist zufällig, alles wurde aus einem bestimmten Grund ausgewählt und platziert. Laut der Epoch Times, die RFK Jr. zitieren:
«In diesem Podcast geht es darum, die Wahrheit zu sagen, insbesondere wenn sie unangenehm ist», sagte Kennedy.
In dem Podcast, der den Namen «The Secretary Kennedy Podcast» trägt, kündigte Kennedy an, sich in «unerschrockene Gespräche mit kritischen Denkern» zu verwickeln, darunter unabhängige Ärzte, Wissenschaftler und Personen, die an medizinischen Innovationen beteiligt sind, über Themen wie den Anstieg chronischer Krankheiten.
«Ich werde die Fragen stellen, die Tabus brechen und die Heuchelei, die Konflikte und die Korruption aufdecken», sagte Kennedy, die 2025 Gesundheitsministerin wurde, nachdem sie jahrelang mit Nichtregierungsorganisationen an Gesundheitsprojekten wie der Sanierung von kontaminiertem Wasser gearbeitet hatte.
«Wir werden den Beweisen folgen, wohin sie auch führen, und wir werden die Kräfte benennen, die den Weg zu einer besseren öffentlichen Gesundheit versperren. Hier geht es nicht um Politik. Es geht um unsere Familien, um unsere Kinder, und es geht darum, die spirituelle Krise zu überwinden und die Wahrheit anzunehmen. Wenn wir eine gesunde Nation wollen, müssen wir uns den Lügen stellen, die uns spirituell, moralisch und körperlich krank gemacht haben. Die Zeit für halbe Sachen ist vorbei.»
Kühn, mutig, entschlossen! Die Wahrheit sagen! Egal wohin es führt! Ich kenne einige Bereiche, in denen es definitiv nicht führen wird: Impfstoffe als Ursache chronischer Krankheiten, Covid als Militäroperation und das monströse PREP-Gesetz als dessen fortwährenden Schutzschild. Es wird auch nicht zu Diskussionen über Massenmorde in Krankenhäusern, Opfer von mRNA-Impfungen und alles andere führen, was tatsächlich dazu beitragen könnte, das von RFK Jr. in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit gründlich zerstörte Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen. Selbst die Epoch Times lässt sich hier nicht täuschen:
Bislang wurden noch keine Folgen veröffentlicht, und es ist unklar, ob Kennedy in seinen Gesprächen auf Impfungen eingehen wird. Der Gesundheitsminister hatte mehrere Änderungen an den bundesstaatlichen Impfempfehlungen umgesetzt oder unterstützt, bevor ein Bundesrichter im März urteilte, dass er und andere Beamte bei der Umsetzung der Aktualisierungen gegen Gesetze und Verordnungen verstossen hatten. Seitdem beschränkte sich die Massnahme der Regierung in Bezug auf Impfungen auf die Anpassung der Kriterien für den Impfbeirat der Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Die Regierung hat gegen die Entscheidung des Richters keine Berufung eingelegt.
Und natürlich wird auch Robert Malone, der kürzlich im Zorn ACIP verliess und sich in einen falschen Professor für Ernährungswissenschaften an der Louisiana State University verwandelte, mit folgenden Worten zitiert:
«Wie kann es sein, dass Bobby bei Joe Rogan zu Gast ist und das Wort ‚Impfstoff‘ kein einziges Mal über seine Lippen kommt?», fragte Malone. «Das ist doch eindeutig.»
Beamte der Trump-Regierung erklärten, Kennedys Podcast werde dazu beitragen, eine Botschaft über chronische Krankheiten und die Verbesserung der Gesundheit einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
«Dies ist Teil unserer umfassenderen Strategie, die Botschaft ‚Make America Healthy Again‘ einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen», sagte Liam Nahill, Digitaldirektor des US-Gesundheitsministeriums.
Ich kann es kaum erwarten, dass mir dieser Podcast erzählt, dass Zucker schlimmer ist als Kokain, dass wir richtige Lebensmittel essen müssen, dass Handys Krebs verursachen und ein paar weitere abgedroschene Schlagzeilen über Mikroplastik und die Gefahren von Coca-Cola in Krankenhäusern wiederholt. Impfstoffe? Welche Impfstoffe? Alles, nur keine Impfstoffe!!
Ich verspreche und schwöre feierlich, dass ich mich umgehend formell entschuldigen werde, falls der Inhalt dieses Podcasts nicht meinen Prognosen entspricht und tatsächlich die oben genannten verbotenen Themen behandelt.
Apropos Impfstoffe: Wie du wahrscheinlich weisst, hat die Amerikanische Akademie für Pädiatrische Iatrogenozid (AAP) in ihrem fingierten Prozess gegen das US-Gesundheitsministerium (HHS) obsiegt und die aktuelle ACIP-Kommission faktisch aufgelöst. Sämtliche «MAHA-Erfolge» im Zusammenhang mit dem CDC-Impfplan wurden zunichtegemacht. Wie die New York Times nun berichtet:
Die Trump-Administration veröffentlichte am Donnerstag eine neue Satzung für den bundesweiten Impfstoffberatungsausschuss, die es Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. ermöglichen würde, seine Änderungen an der nationalen Impfstoffpolitik zurückzufordern, obwohl ein Bundesrichter diese im vergangenen Monat per Urteil blockiert hatte.
Die neue Satzung, die auf der Website der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) veröffentlicht wurde, ändert die Zusammensetzung und den Zweck des Gremiums, des sogenannten Beratungsausschusses für Impfpraktiken (Advisory Committee on Immunization Practices). Die Änderungen könnten es Herrn Kennedy ermöglichen, den Ausschuss mit einigen oder allen seiner bisherigen Mitglieder neu zu besetzen und zumindest einige ihrer Beschlüsse wieder in Kraft zu setzen.
Sowohl Aaron Siri als auch Kirk Milhoan werden mit der Aussage zitiert, dass die Impfempfehlungen auf eine optionale, der Familie überlassene Entscheidung umgestellt werden sollten. Nun, ich hoffe, das wird sich ändern, aber ich bin da eher skeptisch. Es ist unklar, wie das Gesundheitsministerium (HHS) vorgehen wird, ob neue Mitglieder für den Beirat für Immunisierung (ACIP) ernannt werden und was in den zukünftigen Sitzungen besprochen wird. Meine bevorzugte Methode, mit der Entscheidung des eigenmächtigen Bundesrichters umzugehen, wäre gewesen, eine «neue Satzung» zu verfassen, die besagt, dass weder das HHS noch die CDC das Recht haben, Amerikanern irgendetwas zu spritzen, den Beirat für verfassungswidrig zu erklären und ihn für immer aufzulösen und einen ellenlangen juristischen Text zu verfassen, damit diese Entscheidung in Zukunft nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Aber was weiss ich schon von der Kunst des Lügens und der Massenvergiftung der Bevölkerung, während ich vorgebe, die Krise zu lösen, die ich selbst verursacht habe?
Es war einmal eine Nation, die sich den Weltpolizisten nannte. Sie patrouillierte die Meere, sicherte die Handelswege, schützte die freie Welt – und kassierte dafür selbstverständlich in Dollar. Das war das Arrangement. Ordnung gegen Währungshegemonie. Pax Americana gegen Petrodollar. Alle wussten es, niemand sagte es laut und es funktionierte prächtig. Das war damals.
Heute sabotieren die USA laut dem chinesischen Analysten Jiang Xueqin absichtlich die globalen Energiemärkte, um Europa und Asien zum Kauf von amerikanischem Öl zu zwingen. Der Weltpolizist hat die Uniform ausgezogen, die Totenkopfflagge gehisst und erklärt, dass die Meeresstrassen ab sofort Maut kosten – zahlbar in jenem Dollar, den man so verzweifelt am Leben erhalten will, dass man bereit ist, die gesamte Weltwirtschaft als Geisel zu nehmen.
Piraterie. Nicht als Metapher, sondern als Geschäftsmodell.
Das Ironie-Potenzial dieser Entwicklung ist kaum zu überschätzen. Dasselbe Land, das Saddam Hussein hinrichten liess, weil er sein Öl in Euro verkaufen wollte, dasselbe Land, das Gaddafi beseitigte, weil er einen goldgedeckten afrikanischen Dinar einführen wollte, rettet seinen Dollar jetzt mit denselben Methoden, die es bei anderen als Terrorismus bezeichnet hätte.
Kurzfristig funktioniert das, sagt Jiang. Langfristig wird sich die Welt zusammenschliessen.
Langfristig. Das ist das Schlüsselwort. Imperien haben immer langfristig gedacht – bis zu dem Moment, in dem sie es nicht mehr mussten, weil jemand anderes das Denken übernahm. Der Petrodollar stirbt nicht laut. Er stirbt, indem er zum Piratengold wird…
Vom Weltpolizisten zum Weltpiraten: Amerika und sein sterbender Petrodollar
Es gibt Filmtheorien, die werden an Universitäten diskutiert. Montage. Der männliche Blick. Alles Zeitverschwendung. Die einzige Filmtheorie, die zählt, lautet: Jeder Film wird besser, sobald Chuck Norris darin auftaucht. Das ist keine Meinung. Das ist Physik.
Chuck Norris macht keine Gastauftritte. Er gastritt. Chuck Norris schleicht sich nicht in berühmte Filme – berühmte Filme schleichen sich in seinen Roundhouse Kick. Und weil die KI inzwischen alles kann ausser Kaffee kochen, hat sie diese kosmische Wahrheit nun endlich visuell bewiesen.
Wir sehen Chuck Norris in «Karate Kid» – der Film endet in der ersten Szene. Wir sehen ihn in «Jurrassic Park» – die Dinosaurier laufen weg. In «Der weisse Hai» dreht sich der Hai um und sucht einen anderen Ozean. Im «Shining» checkt Jack Torrance sofort aus. Bei «Nightmare on Elm Street» hat Freddy Krueger Albträume. In «Dirty Dancing» tanzt niemand, alle stehen stramm. Im «Terminator» fährt die Maschine zurück in die Zukunft und meldet: Mission nicht durchführbar. «Ferris macht blau»? Ferris geht zur Schule. Freiwillig. «Die unendliche Geschichte» endet auf Seite drei. «Rocky» geht in Frührente. «Rambo» holt sich Verstärkung. In «Star Wars» braucht die Macht keine dunkle Seite mehr. In «Big Trouble in Little China» gibt es nur noch kleinen Trouble. Und in «Bloodsport» erscheint Chuck Norris – und der Rest des Films wird aus Respekt einfach abgebrochen.
Das Fazit ist simpel und unwiderlegbar: Hollywood hat Jahrzehnte damit verschwendet, Drehbücher zu schreiben, Schauspieler zu casten und Millionen zu versenken. Dabei war die Lösung immer dieselbe. Chuck Norris. Szene eins. Abspann…
Chuck Norris verbessert jeden Film – mit einem süffisanten Lächeln
Im Jahr 2002 zeigte Steven Spielberg eine Welt, in der Menschen verhaftet werden, bevor sie eine Tat begehen. Das Publikum verliess das Kino beunruhigt beruhigt: «Das ist nur Science-Fiction. Eine Dystopie. Wird schon nicht so weit kommen.» Zwanzig Jahre später sitzt Palantir Technologies in den Serverräumen des FBI, der NSA, des britischen Gesundheitsministeriums, der israelischen Armee und Polizeidepartments rund um die Welt – und niemanden interessiert es sonderlich. Weil es keine Psychics gibt, sondern nur Daten. Und Daten klingen halt so angenehm neutral.
Minority Report, im realen Leben? Im Film Minority Report setzt die Polizei Hellseher ein, um Menschen zu verhaften, bevor sie ein Verbrechen begehen. Palantir ist die reale Version davon, verwendet aber Daten anstelle von Hellsehern. Dies wird als präventive Polizeiarbeit oder Predictive Policing bezeichnet. Die Software analysiert riesige Datenmengen, um vorherzusagen, wer wahrscheinlich ein Gesetz brechen oder eine Bedrohung für die Regierung darstellen wird. Während der Film zeigt, wie die Polizei Menschen für Verbrechen verhaftet, die sie noch nicht begangen haben, besteht die Rolle von Palantir darin, Sie als Hochrisikoziel zu kennzeichnen. Dies ermöglicht es den Behörden, Sie ständig zu überwachen, Sie zu Verhören anzuhalten oder Ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken, bevor Sie überhaupt etwas Falsches getan haben. Dies geschieht bereits heute; lokale Polizeibehörden und Geheimdienste nutzen diese Software, um Beobachtungslisten zu erstellen und zu analysieren, mit wem Sie sprechen und was Sie online posten, um zu entscheiden, ob Sie ein Risiko für die Gesellschaft darstellen.
Palantir – ausgesprochen wie der Sehstein aus Tolkiens Mittelerde, was an Chuzpe kaum zu überbieten ist – wurde 2003 von Peter Thiel und Alex Karp gegründet. Das Startkapital kam von In-Q-Tel, dem Investitionsarm der CIA. Man muss das kurz sacken lassen: Ein privates Unternehmen, finanziert vom Geheimdienst, das Überwachungssoftware an Geheimdienste verkauft. Der Interessenkonflikt ist so monumental, dass er schon wieder elegant wirkt. Thiel selbst hat freimütig erklärt, er halte Demokratie für ineffizient – die Gesellschaft solle von kompetenten Eliten gemanagt werden, die Daten nutzen, um Ordnung zu sichern und Widerspruch zu unterbinden, bevor er entsteht. Das ist kein Zitat aus einem Bösewicht-Monolog. Das ist die erklärte Philosophie eines Mannes, dessen Software heute in den Datenbanken von Strafverfolgungsbehörden auf drei Kontinenten läuft.
Was Palantir tut, ist im Kern simpel und im Effekt totalitär: Es verknüpft Datenpunkte, die bislang getrennt existierten. Deine Bankbewegungen. Dein GPS-Standort, abgerufen über dein Smartphone. Deine Social-Media-Posts. Deine Strafakte, falls vorhanden – und falls nicht vorhanden, deine Verbindungen zu Personen, die eine haben. Das System baut eine digitale Landkarte deines Lebens, deiner Beziehungen, deiner Bewegungen, deiner Überzeugungen. Und dann berechnet es einen Risikoscore. Nicht öffentlich sichtbar, nicht anfechtbar, nicht transparent – aber wirksam. Vollkommen wirksam.
Das nennt sich Predictive Policing. Auf Deutsch: Du wirst verdächtig, bevor du irgendetwas getan hast. Wenn du auf einer Demonstration warst. Wenn du mit jemandem befreundet bist, der bereits im System ist. Wenn du online etwas gepostet hast, das der Algorithmus als auffällig klassifiziert. Der Algorithmus vergisst nie. Die Datenbank auch nicht. Und die Konsequenzen musst du nicht mal erfahren, um sie zu spüren: Ein Kredit wird abgelehnt, ohne Begründung. Du wirst am Flughafen regelmässig herausgegriffen, ohne Erklärung. Die Polizei hält dich öfter an als den Durchschnitt, ohne nachvollziehbaren Grund. Du verlierst den Job, weil irgendjemand irgendetwas über dich gehört hat. Und du hast keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen, weil du offiziell nicht weisst, dass du in einem System bist.
Palantir Benannt nach den «Sehersteinen» aus «Der Herr der Ringe», bedeutet Palantir in Tolkiens Elbensprache «das, was in die Ferne blickt». Mitbegründer Peter Thiel wählte den Namen, weil die Software des Unternehmens wie eine magische Linse funktioniert und es Regierungsbehörden ermöglicht, riesige Mengen unübersichtlicher Daten zu «durchschauen», um verborgene Muster zu erkennen. Der Name ist jedoch auch eine düstere Warnung; In den Büchern wurden die Steine schliesslich vom Bösewicht Sauron entführt, um Mittelerde auszuspionieren und seine Feinde zu manipulieren. Die Steine waren gefährlich, weil sie einer Person eine «Wahrheit» ohne den richtigen Kontext zeigen konnten, wodurch sie leicht getäuscht oder von einem mächtigeren Feind, der immer zusah, in die Verzweiflung getrieben werden konnte.
Das Elegante – das wirklich Perverse – an dieser Konstruktion ist, dass sie kein neues Gesetz benötigt. Palantir ist ein privates Unternehmen. Behörden kaufen die Software als Dienstleistung. Damit umgehen sie sämtliche Datenschutzregeln, die eigentlich verhindern sollen, dass der Staat seine Bürger systematisch ausspioniert. Das ist kein Bug. Das ist das Geschäftsmodell. Privatisierte Totalüberwachung, juristisch sauber verpackt in einen Kaufvertrag.
Die Anwendungsfälle sind inzwischen öffentlich bekannt und werden trotzdem von der Mehrheit der Bevölkerung mit der Gleichgültigkeit zur Kenntnis genommen, die man sonst nur bei Wetterberichten beobachtet: Die US-Einwanderungsbehörde ICE nutzt Palantir, um Datenbanken zu verknüpfen und Abschiebungen zu koordinieren. Das FBI und die NSA setzen es zur Inlandsüberwachung ein. Der britische National Health Service hat umfangreiche Verträge abgeschlossen, um Patientendaten – medizinische Daten, intimste Informationen – in Palantir-Systeme zu überführen. Das israelische Verteidigungsministerium nutzt es als KI-Rückgrat für militärische Operationen. Und das LAPD hat es eingesetzt, um Watchlists zu erstellen: Listen von Menschen, die noch nichts getan haben, aber vielleicht irgendwann etwas tun könnten.
Vielleicht. Irgendwann. Möglicherweise. Das reicht. Das reicht vollkommen, um in einer Datenbank zu landen, die kein Ablaufdatum kennt.
Der Staat, der offiziell keine sozialen Kreditsysteme betreiben darf, betreibt de facto ein soziales Kreditsystem – ausgelagert an ein Privatunternehmen, das sich um Grundrechte nicht schert, weil es dazu nicht verpflichtet ist. Die Bevölkerung, die lautstark empört wäre, wenn die Regierung ankündigte, jeden Bürger zu überwachen, stört sich nicht daran, weil es nach Technologie klingt und nicht nach Diktatur. Dabei ist der Unterschied nur semantischer Natur.
Thiel hat recht, dass Demokratie ineffizient ist – sie ist ineffizient, weil sie Rechte schützt, Kontrolle verteilt und Macht begrenzt. Genau das ist ihre Funktion. Wer Demokratie als Ineffizienz betrachtet, hat verstanden, worum es geht – und steht auf der falschen Seite. Die Frage ist nicht, ob Palantir existiert. Die Frage ist, wann die Gesellschaft aufhört, so zu tun, als wäre das jemand anderes Problem.
Minority Report endete mit dem Zusammenbruch des Programms, weil sich herausstellte, dass es fehlbar war. Ungerecht. Missbrauchbar. Palantir wird nicht zusammenbrechen. Nicht weil es fehlerlos ist, sondern weil niemand dabei ist, der den Stecker zieht. Gestapo und Stasi haben davon geträumt. Silicon Valley hat es gebaut. Und wir haben dafür bezahlt…
Der Fall der «geheimen Polizeiarbeit» in New Orleans Im Jahr 2018 wurde bekannt, dass die Stadt New Orleans Palantir in einer geheimen, sechsjährigen «philanthropischen» Partnerschaft eingesetzt hatte, die die öffentliche Aufsicht umging. Die Software erstellte eine Liste von etwa 3900 Einwohnern (etwa 1 % der Stadt), die als «hochriskant» für Gewalt eingestuft wurden. Das Alarmierende daran war, dass viele der Personen auf dieser Liste nicht wegen begangener Straftaten, sondern aufgrund ihrer sozialen Verbindungen ins Visier genommen wurden. Wenn man in einer bestimmten Gegend aufgewachsen war und in sozialen Medien mit jemandem «verbunden» war, der markiert wurde, erhöhte die Software automatisch den Risikowert. Dies führte zu «verstärkter Strafverfolgung» und ständigen Polizeikontrollen von Personen, die im Wesentlichen durch ihre Verbindung schuldig waren, basierend auf Daten, von deren Erhebung die Öffentlichkeit nicht einmal wusste.
In einem E-Mail-Austausch schrieb Jeffrey Epstein an Peter Thiel, Mitbegründer von PayPal und Palantir: «Wie Sie wahrscheinlich wissen, vertrete ich die Rothschilds. Ich hatte gehofft, einen Weg zu finden, wie die Bank mit 160 Milliarden im Management etwas im Technologiebereich erreichen kann. Beste Kundenliste der Welt, prähistorische Produkte. Das kann warten… Viel Glück in China. Ich bin vom 20. bis 28. wieder in Europa. Danach auf der Insel. Wenn Sie also um die Welt reisen und nach Westen fahren möchten, kommen Sie auf die Insel. Oder möchten Sie sich Ende des Monats in Saudi-Arabien treffen?»
Draven präsentiert Geschichten aus der Gruft mit allerlei Geheimnisvollem aus den unheimlichen Tiefen des Netzes und aus jeder Ecke der Welt. Seit dem Jahre 2007 wird Dir hier ein cooler Weblog-Mix aus Musik, Movies, Comics, Horror, Games, Kunst, Radio, Trash, Punk und Heavy Metal geboten – genau so wie es sein soll! Denn glaube mir, nichts ist trivial.
When there’s no more room in hell, the dead will dance on earth! Freunde, die Gruft präsentiert: Dravens Radio from the Crypt! Hier wird Euch ein handverlesenes Musikprogramm geboten, welches von Draven speziell für die besten Leser des Internetz zusammengestellt wurde. Von Punk bis Rock, von Folk- bis Thrash-Metal, für jeden finsteren Musikgeschmack das Richtige. Natürlich immer noch ein Stückchen lauter und besser!
Duldest du Leugner auf deiner Seite?
Nein.
Immunitätsleugner, Impfschädenverharmloser und diejenigen, die das unendliche Leid von Kindern und alten Menschen negieren, sicher nicht!
Stubenhockers WICHTIGER Beitrag zu Politik, Kultur, Wissenschaft und Popeln
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Dass das Betreiben von dravenstales.ch mit erheblichem Zeitaufwand und auch einigen Kosten verbunden ist, dürfte klar sein. Damit Kosten und vielleicht noch ein, zwei Freigetränke gedeckt sind, könnte ich den ganzen Laden hier mit Werbung vollkleistern. Ich mag aber meine Leser, weshalb ich ihnen ein (weitgehend) werbefreies Leseerlebnis bieten möchte. Wenn dir das und/oder das Treiben auf dieser Webseite gefällt, dann wäre es nett, wenn du den Spass hier irgendwie unterstützen würdest. Danke!