Es gibt einen Satz, der alles erklärt. Eine israelische Touristin auf Koh Phangan wird gebeten, ihre Schuhe auszuziehen, bevor sie ein thailändisches Restaurant betritt – eine Selbstverständlichkeit, eine grundlegende Respektgeste gegenüber einer Jahrtausende alten Kultur. Ihre Antwort, die viral ging und seitdem auf Tausenden Bildschirmen in Thailand und weltweit zu sehen war: «My money built your country.» Kein Kommentar nötig. Der Satz kommentiert sich selbst.
«Save Koh Phangan» – wenn Einheimische um ihre Insel kämpfen
Was auf Koh Phangan geschieht, ist kein Missverständnis zwischen Kulturen. Es ist das Ergebnis eines jahrelangen, systematischen Prozesses, der inzwischen offizielle Untersuchungen ausgelöst hat. Der Tourismus auf Koh Phangan ist in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 200 Prozent gewachsen. 4030 israelische Staatsbürger befinden sich derzeit allein in der Provinz Surat Thani – 2548 auf Koh Phangan, 1279 auf Koh Samui.
Das wäre an sich kein Problem. Touristen kommen, Touristen gehen. Aber diese hier kommen und bleiben. Etwa 2000 israelische Staatsbürger leben derzeit auf Koh Phangan, rund 500 davon dauerhaft, viele im Immobilien-, Fahrzeugvermietungs- und Unternehmenssektor tätig. Lokale Einwohner haben eine Facebook-Seite namens «Save Koh Phangan» gegründet, weil sie befürchten, dass ihre Insel zu einem «zweiten Tel Aviv» wird. Das ist nicht Fremdenfeindlichkeit. Das ist die Verzweiflung von Menschen, die beobachten, wie ihr Lebensraum systematisch übernommen wird.
Die Methode ist dabei so simpel wie effektiv: Einige Israelis auf Koh Phangan betreiben Villen, Restaurants, Reiseunternehmen und andere Geschäfte, die überwiegend israelische Gäste bedienen – über thailändische Strohmänner, da Ausländer in Thailand kein Land besitzen dürfen. Man kauft Land, das man nicht kaufen darf. Man betreibt Firmen, die man nicht betreiben darf. Man beschäftigt burmesische Arbeiter ohne Genehmigung. Und man baut Luxusvillen im Nationalpark, begleitet von Berichten über illegale Bautätigkeiten, Abholzung und sogar Bestechung lokaler Beamter.
Kriegsstress als Freibrief
Nach dem 7. Oktober 2023 strömten israelische Touristen in Rekordzahlen nach Thailand. Zwischen Januar und September 2025 besuchten rund 300’000 israelische Touristen Thailand – ein Anstieg von 57 Prozent. Viele davon sind Militärreservisten, die nach dem Dienst im Gazastreifen Erholung suchen. Auf Koh Phangan entstanden «Heilungszentren», sechs Chabad-Häuser wurden eingerichtet, exklusive Gemeinschaften für Israelis, bei denen der Zugang für Nichtisraelis verweigert wird, angeblich aus Sicherheitsgründen.
Das klingt verständlich – PTBS ist real, Kriegserfahrungen sind traumatisch. Weniger verständlich ist, was gleichzeitig geschieht. Eine viral gegangene Aufnahme zeigt eine ausschliesslich israelische Party, die angeblich dem Stressabbau vom Krieg dienen sollte – und dabei erhebliche Schäden am Gebäude verursachte, die den Eigentümer zu Renovierungsarbeiten zwangen. Und dann gab es jene Gruppen, die öffentlich das Militärgeschehen in Gaza feierten – was bei Einheimischen und anderen Touristen auf Unverständnis und Abscheu stiess.
Kriegsstress als Freifahrtschein für Sachbeschädigung, Visaverstösse und Nichtbezahlen von Restaurantrechnungen: Das ist eine bemerkenswert elastische Definition von Erholung.
Die Strafverfolgung antwortet
Die thailändischen Behörden haben reagiert – mit der Entschlossenheit von Leuten, die zu lange zugeschaut haben. Zwischen 2023 und 2025 wurden 20 Fälle auf Koh Phangan registriert, darunter Arbeiten ohne Genehmigung, Visaverstösse, unerlaubter Geschäftsbetrieb, Diebstahl, Drogendelikte, Körperverletzung, Falschgeldnutzung und Amtsmissachtung.
In den vergangenen Monaten wurden mehr als 23 Israelis wegen illegaler Aktivitäten festgenommen. Eine Sonderkommission unter dem Gouverneur von Surat Thani untersucht Landbesitz, Geschäftstätigkeiten und Gesetzeseinhaltung. Die Polizei führte koordinierte Razzien durch, bei denen Strohmänner-Konstruktionen aufgedeckt wurden. Allein im Jahr 2025 wurden 3249 Visa von Ausländern widerrufen, die Straftaten begangen oder öffentliche Unruhe verursacht hatten.
In einem besonders surrealen Kapitel dieser Geschichte wandte sich der Koh-Phangan-Hotelverband an den lokalen Chabad-Rabbiner und bat ihn, Bekanntmachungen auf Hebräisch zu veröffentlichen, die israelische Besucher daran erinnern, sich respektvoll zu verhalten und die Gesetze einzuhalten.
Man ruft einen Rabbi, damit er seinen Leuten erklärt, dass man in fremden Ländern keine Schuhe in Restaurants trägt und Rechnungen bezahlt. Das ist der Punkt, an dem Deeskalation beginnt.
Das Muster, das sich wiederholt
Was in Thailand geschieht, ist kein Einzelfall. Israelische Touristen haben weltweit einen zweifelhaften Ruf, der sich über Jahrzehnte aufgebaut hat. In Indien, besonders in Goa und Pushkar, sind Berichte über respektloses Verhalten, Drogenkonsum und Konflikte mit Einheimischen seit den 1990ern dokumentiert. In Nepal, in Südostasien, auf den griechischen Inseln – überall dasselbe Muster: Massenanwesenheit, Parallelstrukturen für die eigene Community, minimale Integration in lokale Gepflogenheiten.
Erstaunlich ist, dass man in Thailand Israelis und ihr Verhalten offen kritisieren darf. Das wäre in Europa vollkommen unmöglich. Damit ist ein strukturelles Problem benannt, das über Thailand hinausgeht. In Europa schützt die Antisemitismus-Keule jede Verhaltensweise vor Kritik. In Thailand, wo dieses Instrument nicht existiert, kann man einfach feststellen: Manche Gäste benehmen sich miserabel. Unabhängig von ihrer Nationalität, ihrer Religion, ihrem Trauma.
Respekt ist keine westliche Spezialität. Er ist auch keine Schwäche. Er ist die Grundvoraussetzung dafür, dass man in einem fremden Land willkommen ist.
«My money built your country.» Nein. Euer Geld hat Hotelzimmer bezahlt. Den Rest haben die Thais selbst gebaut. Seit Jahrtausenden…
Es regnet wieder im Iran. Nach jahrelanger historischer Dürre füllen sich Stauseen, Tigris und Euphrat führen wieder Wasser, Dämme in der Türkei und im Irak quellen über, Saudi-Arabien verzeichnet Starkregen. Die Klimatologen sprechen von einem «natürlichen Shift» durch veränderte Drucksysteme. Schön. Beruhigend. Die Natur macht einfach mal so einen Schwenk, mitten im laufenden Irankrieg, just in dem Moment, in dem iranische Vergeltungsschläge milliardenteure US-«Radaranlagen» in Westasien zerstört haben. Welch ein Zufall. Die Natur hat wirklich ein ausgeprägtes Gespür für Timing.
In sozialen Medien kursiert seit Tagen eine brisante These: Die starken Niederschläge, die Dämme in der Türkei, im Iran und Irak füllen und die Flüsse Tigris und Euphrat nach jahrelanger Dürre wieder zum Strömen bringen, sollen nicht natürlichen Ursprungs sein – sondern die Folge der Zerstörung eines angeblichen US-israelischen Wettermanipulationssystems in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Und während man das reflexartig als Verschwörungstheorie abtun möchte, stolpert man über die unbehaglich konkreten Fakten darunter.
In der Türkei führten schwere Frühjahrsregen zu einem Anstieg der Wasserkrafterzeugung um 96 Prozent. Im Irak meldete das Wasserressourcen-Ministerium erhöhte Zuflüsse in Tigris, Euphrat und Diyala. Im Iran, der jahrelang unter historischer Dürre litt, füllen sich Stauseen plötzlich wieder, Teheran und andere Provinzen verzeichnen Rekordniederschläge und Schnee. Alles gleichzeitig. Alle auf einmal. Alle in einer Region, in der gerade Krieg geführt wird.
Fangen wir mit dem an, was unbestreitbar ist. HAARP — High-frequency Active Auroral Research Program — ist ein reales US-Projekt in Alaska zur Untersuchung und Beeinflussung der Ionosphäre. Es wurde Jahrzehnte von der US Air Force betrieben. Keine Erfindung, kein Phantom, kein Spinnerei aus dem Keller. Ein offizielles staatliches Programm, finanziert vom Militär, mit dem erklärten Ziel, die Ionosphäre zu beeinflussen. In einem Bericht der US Air Force von 1996 heisst es: «Die Modifizierung der Ionosphäre ist ein Bereich mit vielen potenziellen Anwendungen, und es gibt wahrscheinlich auch Nebenanwendungen, die bisher nicht absehbar sind.» Nebenanwendungen, die bisher nicht absehbar sind. Was für eine charmante Formulierung für ein Militärprogramm zur atmosphärischen Manipulation.
In den VAE ist Cloud Seeding offizielle Politik. Die Emirate betreiben seit Jahren ein staatliches Programm mit Flugzeugen und bodengestützten Ionisierern. 2026 wurden allein 80 Einsätze gemeldet, um Grundwasser aufzufüllen. Studien aus 2010 bis 2014 belegen, dass Ionisierer Niederschlag um bis zu 30 bis 35 Prozent steigern können – unter geeigneten Bedingungen. Dreissig bis fünfunddreissig Prozent mehr Regen durch technische Eingriffe. In einer Region, in der Regen über Ernte, Trinkwasser und Überleben entscheidet. Und Saudi-Arabien hält dafür Patente. Man beachte: Patente. Auf Regen.
Die Frage, die sich aufdrängt und die niemand im Mainstream laut stellen möchte, lautet schlicht: Wem gehört der Himmel? Wer hat die Hoheit über Wetter und Niederschlag – und wer entscheidet darüber, welches Land Regen bekommt und welches verdorrt?
Iranische und arabische Quellen behaupten, die VAE hätten im Auftrag der USA und Israels solche Anlagen betrieben, um Regenwolken vom Iran «abzuziehen». Nach iranischen Vergeltungsschlägen während des laufenden Angriffskrieges seien diese Systeme beschädigt worden – und prompt kehrte der Regen zurück. Von allen Seiten wird bestätigt, dass die milliardenteuren Radaranlagen in den US-Stützpunkten in Westasien zerstört wurden. Korrelation ist keine Kausalität – das stimmt. Aber die zeitliche Übereinstimmung ist von jener Qualität, die einen vernünftigen Menschen zumindest innehalten lässt. Jahrelange Dürre. Krieg. Zerstörung der Anlagen. Regen.
Das ENMOD-Übereinkommen der UN verbietet militärische Wetterkriegsführung – aber was ist «zivil» und was «militärisch»? Das ist die eigentliche Frage. Wenn ein Staat im Auftrag eines anderen Staates Ionisierer betreibt, die nachweislich Niederschlag beeinflussen, und diese Beeinflussung anderen Staaten das Wasser entzieht – ist das Meteorologie oder ist das Kriegsführung? Wenn Dürre eingesetzt wird, um einen Staat zu destabilisieren, seine Landwirtschaft zu ruinieren, seine Bevölkerung zu zermürben – ist das Geopolitik oder ist das ein Verbrechen?
Der Iran klagte übrigens seit 2011 über «gestohlene Wolken». Fünfzehn Jahre lang. Man kann sich vorstellen, wie diese Klagen in westlichen Hauptstädten aufgenommen wurden. Mit jenem milden Lächeln, das man für Leute reserviert, die Dinge sehen, die offiziell nicht existieren.
Hier liegt das fundamentale Problem des Zeitalters, in dem wir leben: Technologien, die real sind und reale Auswirkungen auf Millionen Menschen haben, werden so lange als Fantasiegebilde behandelt, bis ein Krieg die Anlagen zerstört und prompt das Wetter umschwenkt. Dann spricht man von «natürlichem Shift». Die Klimatologen haben eine Erklärung. Sie haben immer eine Erklärung. Das ist ihr Beruf.
Dabei liegt die Frage offen vor aller Augen: Wenn die VAE offiziell 80 Cloud-Seeding-Einsätze pro Jahr fliegen und Ionisierer betreiben, die Niederschlag um ein Drittel steigern können – was macht dieselbe Technologie im grossen Massstab, mit militärischem Budget und strategischem Interesse? Wenn Saudi-Arabien Patente auf Regenproduktion hält – wer hält die Patente auf Regenentzug?
Das ENMOD-Abkommen existiert seit 1977. Es verbietet Wetterkriegsführung. Es hat – wie alle Abkommen, die mächtige Staaten beim Nichtstun erwischen würden – die Wirksamkeit eines gut gemeinten Briefes.
Der Himmel ist das letzte grosse Gemeingut. Das Letzte, das man noch nicht vollständig privatisiert, militarisiert und als Machtinstrument eingesetzt hat – zumindest offiziell. Inoffiziell läuft seit Jahrzehnten eine Debatte über Geoengineering, Chemtrails, Cloud Seeding und ionosphärische Manipulation, die von der Mehrheit der Medien mit demselben überlegenen Lächeln abgetan wird, mit dem man früher die Abhörprogramme der NSA abgetan hat. Bis Edward Snowden kam.
Es regnet wieder im Iran. Die Dämme füllen sich. Tigris und Euphrat fliessen. Die Klimatologen erklären es mit Drucksystemen. Vielleicht haben sie recht. Vielleicht ist es wirklich Natur. Vielleicht ist die Übereinstimmung tatsächlich Zufall… aber wer die Patente auf den Regen hält, interessiert sich nicht für Zufall!
Man muss es ihnen lassen: Für eine Organisation, über die kaum jemand spricht, haben sie einen erstaunlich langen Arm. Chabad Lubawitch, eine chassidische Bewegung, gegründet im 18. Jahrhundert in Weissrussland, heute in über 900 Städten weltweit präsent, ist keine Synagogengemeinde, der man gelegentlich begegnet. Es ist ein globales Netzwerk mit einer Reichweite, die jeden PR-Strategen neidisch machen würde: Diplomatisch, finanziell, theologisch und politisch, dabei offiziell «apolitisch.» Dieses Bekenntnis zur Apolitizität ist eine der grossen Performance-Künste der Neuzeit.
Rabbi Levi Shemtov, Chabads Repräsentant in Washington, kennt nach Aussagen der Autorin Sue Fishkoff «praktisch jeden Kongressabgeordneten, Senator und ausländischen Botschafter in der Hauptstadt — sowie ihre Assistenten, Sekretärinnen und die Reinigungskräfte.» Das ist keine Übertreibung als Vorwurf, das ist ein Eigenlob. Chabad sagt das über sich selbst, stolz, weil Netzwerk in ihrer Welt ein Sakrament ist.
Die Kushner-Familie spendete zwischen 2003 und 2013 insgesamt 342’500 Dollar an verschiedene Chabad-Einrichtungen, darunter 150’000 Dollar an Harvards Chabad-Zentrum – die grösste Einzelspende der Kushner-Stiftung an eine Lubawitch-Institution. Jared Kushner, Schwiegersohn Trumps und zeitweise mächtigster Mann im Weissen Haus ohne Amtseid, ist ein bekennender Chabad-Anhänger. Das ist keine Verschwörungstheorie. Das steht in Steuerunterlagen.
Am 7. Oktober 2024 — dem Jahrestag des Hamas-Angriffs – besuchte Donald Trump das Grab des verstorbenen Chabad-Führers Rabbi Menachem Mendel Schneerson in New York, trug eine Kippa und hinterliess ein schriftliches Gebet. Das war kein zufälliger Abstecher. Das war Symbolpolitik mit Adresse.
Und dann war da noch der Staatsbesuch. Als Netanyahu im Juli 2025 das Weisse Haus besuchte, überreichte er Trump einen Dollar-Schein vom Rebbe Schneerson als Staatsgeschenk – plus eine Mesusa aus den Trümmern einer iranischen Rakete. Ein Dollar vom Rebbe. Als Staatsgeschenk. Von einem amtierenden Premierminister an einen amtierenden US-Präsidenten. Das Weisse Haus meldete keine Bedenken hinsichtlich des Protokolls.
Netanyahu selbst beschreibt seine erste Begegnung mit Schneerson 1984 mit den Worten: «Er sagte, du wirst in der Halle der Dunkelheit eine Kerze der Wahrheit anzünden.» Er bewahrt bis heute ein Foto von sich mit dem Rebbe in seinem Büro auf. Das ist kein Randdetail. Das ist das persönliche Koordinatensystem des israelischen Premierministers.
Ein Chabad-Vertreter erklärte 2025 öffentlich: «Wir sehen Weltführer – darunter Nicht-Juden – die öffentlich erklären, dass der Rebbe ihre Entscheidungen und ihr Leben beeinflusst.» Gesagt mit unverhohlenem Stolz. Bemerkt von praktisch niemandem.
Zum politischen Drift: Jahrelang pflegte Chabad das Image einer apolitischen Bewegung – dann begann eine zunehmende Allianz mit Itamar Ben-Gvir und seiner rechtsextremen Partei. Chabads messianische und rechtsgerichtete Ideologie trat dabei immer deutlicher in den Vordergrund. Israels Oppositionsführer Yair Lapid kritisierte das offen: «Man kann nicht das ganze Jahr behaupten, alle Juden zu vertreten, und dann zur Wahl zur politischen Bewegung werden.»
Das ist das Kernproblem. Nicht Theologie. Nicht Tradition. Sondern die Inkongruenz zwischen dem offiziellen Selbstbild – apolitische Gemeinschaft, Outreach-Bewegung, spirituelle Heimat für jeden Juden weltweit – und der dokumentierten Realität: Ein hochpolitisches Netzwerk mit Direktdraht in die weltweit mächtigsten Büros, das seine Einflusssphäre systematisch ausbaut und dabei religiöse Autorität als Deckmantel nutzt.
Hier muss eine Unterscheidung getroffen werden, die in der öffentlichen Debatte regelmässig kollabiert: Chabad Lubawitch ist nicht «die Juden.» Es ist eine spezifische ultraorthodoxe Bewegung mit einer spezifischen Ideologie – der messianischen Überzeugung, dass Schneerson der Moshiach war oder sein wird, und einer Weltsicht, in der das jüdische Volk eine besondere kosmische Rolle zu erfüllen hat. Diese Überzeugung prägt politische Positionen. Das zu benennen ist keine Feindseligkeit gegenüber Juden, so wie die Kritik an der Pius-Bruderschaft keine Feindseligkeit gegenüber Katholiken ist.
Was legitim zu fragen ist: Wie kommt es, dass eine religiöse Organisation mit einigen zehntausend Mitgliedern Zugang zu US-Präsidenten, israelischen Premierministern, argentinischen Staatschefs und russischen Oligarchen hat – und das alles weitgehend ausserhalb demokratischer Kontrolle, Rechenschaftspflicht oder öffentlicher Debatte?
Der Bewegungsanalytiker fasste es so zusammen: Die bescheidene Mitgliederzahl Chabads verbirgt eine Organisationsstruktur, die eine aussergewöhnliche Durchdringung der höchsten Ebenen internationaler Macht erreicht hat – durch dezentrale Netzwerke statt zentralisierter Institutionen, was es ihr erlaubt, Ereignisse zu beeinflussen und dabei weitgehend im Verborgenen zu bleiben.
Weitgehend im Verborgenen. Das ist die operative Zusammenfassung.
Die Frage ist nicht, ob Chabad existiert und Einfluss hat. Die Frage ist, warum dieser Einfluss so selten Gegenstand kritischer Berichterstattung wird – und wer sich daran gewöhnt hat, dass das so bleibt…
Es gibt Zahlen, die man nicht ignorieren kann. Und es gibt Institutionen, die es trotzdem versuchen. Das National Cancer Institute der USA – keine Telegram-Gruppe, keine Verschwörungsseite, sondern die offizielle US-Krebsstatistikbehörde – hat seine neuesten SEER-Daten veröffentlicht. Und die lesen sich wie das Drehbuch eines Horrorfilms, den niemand sehen will. Krebserkrankungen bei Amerikanern unter 50 Jahren stiegen zwischen 2021 und 2023 um 6,4 Prozent – von 109,45 auf 116,42 Fälle pro 100’000 Menschen. Zwei Jahre. 6,4 Prozent. Das ist keine statistische Delle, das ist ein Trendbruch. Aber der Gesamtwert ist noch das Harmloseste an dieser Datenveröffentlichung.
Die Einzelzahlen, die niemand erklären will
Gehirntumore bei unter 50-Jährigen: +19,5 Prozent. Kolon- und Rektumkrebs: +19,4 Prozent. Dünndarmkrebs: +15,5 Prozent. Eierstockkrebs: +12,8 Prozent. Magenkrebs: +7,3 Prozent. Brustkrebs: +3,6 Prozent.
Fast 20 Prozent mehr Gehirntumore in zwei Jahren. Fast 20 Prozent mehr Darmkrebs. Bei Menschen, die noch nicht 50 Jahre alt sind. In einem Land, das gerade die grösste Massenimpfkampagne seiner Geschichte durchgeführt hat. Und der Mainstream-Journalismus fragt: Hat das vielleicht mit Ernährungsgewohnheiten zu tun? Mit Stress? Mit dem Klimawandel?
Natürlich. Mit dem Klimawandel.
Frühonset-Krebserkrankungen stiegen bereits vor 2021 langsam an – das ist dokumentiert, das ist real, das hat multiple Ursachen. Aber die Post-2021-Beschleunigung ist unübersehbar – und sie fällt zeitlich exakt mit dem Rollout der mRNA-Massenimpfungen zusammen, der Ende 2020 und Anfang 2021 begann.
Korrelation ist keine Kausalität. Das ist richtig. Aber Korrelation, die man nicht untersucht, wird auch keine Kausalität. Und genau dort liegt das Problem.
Drei unabhängige Studien, ein Signal
Die SEER-Daten stehen nicht allein. In einer 30-monatigen bevölkerungsweiten Analyse von 296’015 Einwohnern in der Provinz Pescara, Italien, zeigten Personen, die mindestens eine Dosis eines Covid-19-Impfstoffs erhalten hatten, eine um 23 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für eine Krebshospitalisierung – verglichen mit Ungeimpften. Besonders erhöht waren die Risiken für Darmkrebs (HR 1,34), Brustkrebs (HR 1,54) und Blasenkrebs (HR 1,62).
Eine HR von 1,54 bedeutet: Geimpfte hatten ein 54 Prozent höheres Risiko, wegen Brustkrebs hospitalisiert zu werden. Das ist keine Randnotiz. Das ist ein Signal, das in einer anderen Zeit sofortige Behördenreaktionen ausgelöst hätte.
Eine separate, grossangelegte südkoreanische Studie mit über 8,4 Millionen Personen fand, dass Covid-19-Impfungen mit erhöhten Einjahresrisiken für sechs Hauptkrebsarten assoziiert waren: Schilddrüse (HR 1,35), Magen (HR 1,34), Kolorektal (HR 1,28), Lunge (HR 1,53), Brust (HR 1,20) und Prostata (HR 1,69).
Südkorea ist nicht irgendein Land. Die Gesundheitsdaten dort sind unter den präzisesten der Welt. 8,4 Millionen Personen sind keine Stichprobe – das ist eine Bevölkerungsstudie. Und Prostatakrebs mit einem HR von 1,69 – also 69 Prozent erhöhtes Risiko – ist eine Zahl, die in einem ordentlichen Wissenschaftsbetrieb sofortige Folgeuntersuchungen auslösen würde.
Eine unabhängige Analyse der CDC WONDER-Daten zeigt zudem über 138’000 Übersterbefälle durch Krebs in den USA seit Beginn der mRNA-Massenimpfung, mit einem klaren Inflektionspunkt in der Krebssterblichkeit ab Frühjahr 2021.
US-Inzidenzdaten. Italienische Hospitalisierungsdaten. Koreanische Risikodaten. CDC-basierte Übersterblichkeit. Vier unabhängige Datenquellen, alle konvergierend auf dasselbe beunruhigende Signal.
Was die Wissenschaft tut: Schweigen mit Würde
Die Reaktion der medizinischen Establishment-Institutionen auf diese Datenlage ist von bemerkenswerter Konsistenz: Man erklärt den Anstieg mit besserer Früherkennung, mit veränderten Lebensstilen, mit Long-Covid-Effekten, mit dem Einfluss von Übergewicht, verarbeiteten Lebensmitteln und pandemischem Stress. Jede dieser Erklärungen hat eine gewisse Plausibilität. Keine erklärt, warum der Anstieg exakt im Jahr 2021 beginnt, nachdem er jahrelang moderat war.
Und keine dieser Erklärungen wird mit derselben Energie verfolgt, mit der man 2020 und 2021 jeden alternativen Erklärungsversuch pathologisiert hat.
Die Impfung ist sicher. Nebenwirkungsfrei. Das hat man damals gesagt. Heute liegen Studien aus drei Kontinenten auf dem Tisch, die das infrage stellen – und die Behörden, die diese Sicherheit garantiert haben, verlangen einfach mehr Zeit, mehr Studien, mehr Daten. Dieselben Behörden, die 2021 keine Zeit für Sicherheitsstudien hatten.
Was 2024 zeigen wird
Die aktuellen SEER-Daten enden mit 2023. Das nächste Update wird entscheidend sein. Wenn der Aufwärtstrend in den 2024er Daten anhält oder sich verstärkt, wird die Evidenz für eine mRNA-induzierte Krebsbeschleunigung unübersehbar.
Das ist das eigentliche Problem mit diesen Zahlen. Nicht nur, dass sie beunruhigend sind. Sondern dass sie eine Vorhersage machen, die in wenigen Monaten überprüfbar sein wird. Wenn die 2024er Daten ebenfalls nach oben zeigen, ist die Erklärung «besser Früherkennung» nicht mehr haltbar. Dann gibt es eine Kurve, die an einem bestimmten Datum abbricht und eine andere Richtung nimmt.
Und dann stellen sich Fragen, auf die es keine bequemen Antworten gibt.
Nicht +6,4 Prozent gesamt. Nicht +19,5 Prozent Gehirntumore. Sondern: Wer hat gewusst, was diese Zahlen bedeuten – und wann?
Es gibt einen Satz, der sich durch die gesamte Geschichte der organisierten Gewalt zieht wie ein roter Faden, der nach Blut riecht. Er lautet nicht: «Tötet sie.» Er lautet: «Sie sind nicht wie wir.» Was danach kommt, folgt einem Drehbuch, das so alt ist wie die Fähigkeit des Menschen zur Sprache – und so aktuell wie der letzte Corona-Sommer, in dem Andersdenkende als «Virenschleudern», «Nazis» und «Covidioten» bezeichnet wurden, während das Innenministerium Strategiepapiere verfasste, die explizit «Schockwirkung» in der Bevölkerung als Kommunikationsziel definierten.
Forscher der Stanford Graduate School of Business haben die nationalsozialistische Propaganda von 1927 bis 1945 linguistisch analysiert und belegt: Im Vorfeld der Massenvernichtungen häuften sich Begriffe, die den Juden menschliche Regungen und Emotionen absprachen. «Dieses zunehmende Absprechen von menschentypischen Empfindungen und Erfahrungen passt zur Annahme, dass eine solche Dehumanisierung moralische Bedenken im Vorfeld einer Gewalttat verringert und diese so erleichtert.»
Moralische Bedenken verringern. Das ist der Kern. Das ist das Ziel. Das war es immer. Hier ist die Liste, die sich jeder einrahmen sollte, der sich heute noch für einen Gutmenschen hält:
– Während Corona wurden Andersdenkende als Virenschleudern, Nazis und Idioten dargestellt, und es wurde behauptet, dass es ihnen egal ist, wenn alte und schwache Menschen sterben.
– In Burma/Myanmar bezeichnete das Regime die Rohingya als illegale Bengalen und Parasiten.
– Im Iran unter Ayatollah Khomeini wurden die Bahai als Feinde Allahs und als Spione diffamiert.
– In Nordkorea werden Andersdenkende bis heute als Hunde und Schädlinge bezeichnet.
– Auf Kuba unter Fidel Castro nannte man Oppositionelle verächtlich Würmer.
– Im Chile unter dem Pinochet-Regime wurden Linke als Krebsgeschwür des Landes hingestellt.
– In der argentinischen Militärdiktatur bezeichnete man die Opposition als Subversive und als Krebs.
– In Indonesien wurden im Jahr 1965 Kommunisten als blutrünstige Dämonen dargestellt.
– Während des Ruanda-Genozids 1994 bezeichneten Hutu-Extremisten die Tutsis im Radio permanent als Kakerlaken.
– Unter Pol Pot und den Khmer Rouge in Kambodscha wurden Intellektuelle und Brillenträger als verfaulte Elemente und bourgeoise Parasiten entmenschlicht.
– In der Sowjetunion unter Leonid Breschnew diffamierte man Dissidenten als Schmarotzer.
– Während der Mao-Zeit in China brandmarkte man Klassenfeinde als Schädlinge und Verräter.
– In den lateinamerikanischen Diktaturen der 1970er Jahre wurden Oppositionelle systematisch als Krebs oder subversive Elemente dargestellt.
– Im Franco-Spanien nach dem Bürgerkrieg galten Republikaner als gottlose Teufel.
– In Mussolinis Italien wurden Oppositionelle als Krankheit am Volkskörper bezeichnet.
– Während der Nazi-Besatzung in Polen sah man die Polen als Untermenschen.
– Im Nazi-Deutschland stellte die Propaganda Juden als Ratten, Ungeziefer und Giftpilze dar.
– In der Sowjetunion unter Stalin diffamierte man Kulaken als Parasiten und Feinde des Volkes.
– Während der sowjetischen Schauprozesse wurden unschuldige Genossen als Spione und Saboteure hingestellt.
– In der sowjetischen Hungersnot von 1932/33 bezeichnete man hungernde Ukrainer als Saboteure.
– In der Türkei 1915 wurden Armenier als innere Feinde und gefährliche Mikroben bezeichnet.
– In der Jim-Crow-Ära der südlichen USA galten Schwarze als Rassenschänder.
– In den Südstaaten der USA vor dem Bürgerkrieg wurden Schwarze als tierische Unterrasse dargestellt.
– In der frühen Kolonialzeit bezeichnete man indigene Völker als kannibalische Wilde.
– Während der mittelalterlichen Hexenverfolgungen in Europa sah man Frauen als Satansbräute und Kindermörderinnen.
– In der Spanischen Inquisition behauptete man, Hexen und Ketzer würden mit dem Teufel schlafen.
– Während der Spanischen Reconquista galten Muslime und Juden als unreine Ungläubige.
– In der Französischen Revolution wurden Adlige als Blutsauger des Volkes diffamiert.
– Im Guatemala-Bürgerkrieg bezeichnete man die Maya als subversive Tiere.
Diese Liste ist kein Geschichtsbuch. Sie ist ein Spiegel.
Das Muster hat einen Namen
Dehumanisierung ist die ex- oder implizite Wahrnehmung oder Bezeichnung von Personen oder Gruppen als nicht- oder untermenschlich. Sie führt dazu, dass moralische Grundsätze für die Betroffenen nicht mehr gelten – und zur Duldung und zum Zuspruch von vergangener sowie zukünftiger Gewalt. Das ist nicht Philosophie. Das ist Psychologie. Und sie ist reproduzierbar, abrufbar, einsetzbar – in jedem Jahrhundert, auf jedem Kontinent, mit jedem Vorwand. Gesundheit. Klasse. Rasse. Religion. Immunstatus.
Die Dehumanisierung der Opfergruppen ist eine der letzten Stufen, die den Genozid vorbereiten und die Massengewalt begleiten. Die Fremdgruppe wird als Sündenbock herangezogen, eine destruktive Ideologie wird verbreitet, und die Auslöschung dieser Gruppe wird als einfache Lösung für komplexe gesellschaftliche Probleme dargestellt. Einfache Lösung für komplexe Probleme. Genau das wurde 2020 angeboten. Die Ungeimpften sind das Problem. Die Maskenverweigerer sind das Problem. Die Querdenker sind das Problem. Sperrt sie aus Restaurants, Zügen, Konzerten. Nennt sie Virenschleudern. Fragt öffentlich, ob sie auf einen Intensivplatz verzichten sollten.
Das eigentliche Problem liegt nicht in der Herabwürdigung selbst, sondern in ihrer Normalisierung. Was früher als Ausrutscher galt, wird heute als «klare Haltung» verkauft. Wer die obige Liste liest und danach noch sagen kann, das sei etwas anderes gewesen – weil es ja dieses Mal Wissenschaft, Demokratie und Fürsorge war – hat das Prinzip nicht verstanden. Oder will es nicht verstehen.
Das Muster benötigt keine Uniform. Es braucht nur ein Wort, das aus einem Menschen etwas anderes macht. Danach beginnt die Mechanik von selbst…
Demokratie ist ein wunderbares System. Besonders dann, wenn man weiss, wie man es bedient. Nicht für das Volk – das wäre naiv. Sondern gegen es. Effizient, medial abgesichert, parlamentarisch legitimiert und mit dem warmen Gefühl, das Richtige getan zu haben.
Es gibt eine Blaupause. Sie wird seit Jahrzehnten angewendet. Jedes Mal leicht aufgefrischtes Make-up, gleiche Knochen darunter. Und das Beste daran: Das Volk fällt jedes Mal wieder darauf herein, weil es jedes Mal glaubt, dieses Mal sei es anders. Dieses Mal sei es wirklich wichtig. Dieses Mal seien es wirklich sie, die entscheiden. Sie entscheiden nichts. Gar nichts. Aber der Reihe nach.
1) Der Skandalfall – massgeschneidert oder importiert
Zuerst braucht man ein Gesicht. Einen Fall, der empört. Idealerweise etwas Visuelles, etwas Emotionales, etwas, das sich in drei Sekunden erfassen lässt und sechs Wochen lang brennt. Entweder man greift auf einen bereits vorhandenen Prominenten zurück – Opfer oder Täter, je nach Bedarf – oder man produziert die Prominenz selbst. Die Mechanismen dafür sind wohlbekannt und werden nicht erklärt, weil sie nicht erklärt werden müssen. Wer Reichweite kontrolliert, kontrolliert, wer prominent ist. Der Rest ist Casting.
2) Die Experten – Wächter der vorbestimmten Meinung
Jetzt kommen die Fachleute. Juristen, Psychologen, Soziologen, Menschen mit Titel hinter dem Namen, die das sagen, was gesagt werden muss. Entweder ist der Fall noch nicht strafbar – dann braucht es ein neues Gesetz. Oder er ist bereits strafbar, aber nicht scharf genug – dann braucht es eine Verschärfung. Eine dritte Option gibt es nicht. Experten, die eine andere Einschätzung liefern, werden nicht eingeladen. Das nennt man Expertenkonsens.
3) Die Strassenumfrage – der kuratierte Volkswille-Simulator
Fünf Stimmen. Vier empören sich. Eine zögert leicht, wird aber sofort vom Schnitt erledigt. Das Volk hat gesprochen. Dass für jede eingefangene Empörung drei Menschen achselzuckend weitergegangen sind, ist für die Montage irrelevant. Die Strassenumfrage ist kein Meinungsforschungsinstrument. Sie ist Theaterdekoration. Aber sie sieht nach Realität aus und das ist alles, was zählt.
4) Der Aufmarsch – die inszenierte Mehrheit
Jetzt wird es aufwendig. Menschen auf der Strasse. Kerzen, Plakate, gelegentlich Tränen. Die Bilder gehen durch alle Kanäle. Was nicht gezeigt wird: Wer die Veranstaltung organisiert hat, wer die Logistik finanziert hat, wer die Claqueure mitgebracht hat, die sicherstellen, dass die Stimmung nicht kippt und die Botschaft einheitlich bleibt. Der Aufmarsch suggeriert: Die Mehrheit ist hier. Wer nicht hier ist, ist die Minderheit. Wer zweifelt, steht gegen das Volk. Gegen die Opfer. Gegen die Menschlichkeit selbst. Schöner Schachzug.
5) Das Versprechen – Rettung in Rekordzeit
Normalerweise dauert Gesetzgebung Monate. Jahre. Manchmal Jahrzehnte. Ausschüsse, Anhörungen, Debatten, Rückmeldungen, Überarbeitungen. Das alles kostet Zeit und produziert gelegentlich unerwünschte Einwände. Im Ausnahmezustand – und der wird hiermit erklärt – geht es schneller. Innerhalb von Tagen wird Rettung versprochen. Das erzeugt zwei Dinge gleichzeitig: Das Gefühl von Handlungsfähigkeit und das Gefühl von Dringlichkeit. Wer jetzt noch Fragen stellt, verzögert die Rettung. Wer verzögert, trägt Mitverantwortung. Die Logik ist wasserdicht – und vollkommen hohl.
6) Die Medienvorstellung – der Einheitschor
Das Gesetz wird vorgestellt. Gemeinsam mit Menschen, die ausnahmslos gleichreden. Gleiche Sprache, gleiche Empörung, gleiche Schlussfolgerung. Kein Dissens, keine abweichende Einschätzung, kein unbequemes «Aber». Das Studio ist eine Echokammer und die Echokammer ist die Demokratie. Wer in diesem Moment eine andere Meinung hat, schaltet ab und fragt sich, ob mit ihm etwas nicht stimmt. Das ist die gewünschte Wirkung.
7) Die Abstimmung – bevor die Vernunft zurückkommt
Zügig. Das ist das Schlüsselwort. Zügig beschlossen, bevor die Stimmung kippt. Bevor jemand nachfragt. Bevor Juristen, die nicht eingeladen wurden, ihre Einschätzungen veröffentlichen. Bevor das Volk merkt, dass das neue Gesetz nicht den Täter trifft, sondern es selbst. Bevor die Empörung sich gegen die Empörungsmaschine richtet.
Das Parlament beschliesst. Die Demokratie hat gesprochen. Der Rechtsstaat lebt.
Und irgendwo in einem Büro, das keine Kameras kennt, wird der nächste Fall vorbereitet. Das nächste Gesicht. Die nächste Empörung. Der nächste Schritt.
Sieben Schritte. Jedes Mal. Überall. Und das Volk schaut zu – und glaubt, es habe mitentschieden…
Manchmal braucht die Welt einen dritten Anlauf. 1994 bekam sie Jean-Claude Van Damme als Guile, einem Charakter, der in der Spielegeschichte für seinen ikonischen Flattop-Haarschnitt und amerikanischen Patriotismus bekannt ist und nun von einem Belgier mit Akzent gespielt wurde. Das war weniger Fanservice als mehr ein Beweis dafür, dass Hollywood die Spielereihe ungefähr so gut verstanden hatte wie ein Karate-Anfänger den Shoryuken.
2009 versuchte man es mit «The Legend of Chun-Li». Das Ergebnis landete auf diversen Worst-of-Listen und wurde von Time Magazine zu einem der schlechtesten Videospielfilme überhaupt gekürt. Kristen Kreuk als Chun-Li, keine Hadoukens, kein Turnier – man hatte einfach den Kern des Spiels vollständig ignoriert und einen generischen Actionfilm hingestellt, dem man nachträglich den Namen Street Fighter aufgeklebt hatte.
Und jetzt: Versuch Nummer drei. Directed by Kitao Sakurai, produziert von Legendary Entertainment gemeinsam mit Capcom, verteilt von Paramount Pictures. Starttermin: 16. Oktober 2026.
Das Casting-Sheet als Ereignis für sich
Der Film spielt im Jahr 1993 – eine Entscheidung, die unmissverständlich sagt: Wir wollen das Arcade-Core-Feeling, nicht das Gritty-Reboot-Feeling. Das ist klug. Street Fighter II war 1993 das Mass aller Dinge, der Masstab für ein ganzes Genre. Das Arcadeautomat-Zeitalter auf der Leinwand einzufangen ist ambitioniert – und für einmal die richtige Ambition.
Jason Momoa als Blanka. Curtis Jackson alias 50 Cent als Balrog. Roman Reigns als Akuma. Cody Rhodes als Guile. Niemand scheint sich zu schämen, dabei zu sein – und jedes merkwürdige Kostüm, jedes Knurren, jede absurde Haarpracht wird vollkommen ernst genommen. Was genau der richtige Ansatz für dieses Material ist.
Dazu kommen Andrew Koji als Ryu, Noah Centineo als Ken – die eigentlichen Hauptfiguren, die im Gegensatz zu früheren Adaptionen nun spielgetreu im Mittelpunkt stehen – Callina Liang als Chun-Li, David Dastmalchian als M. Bison und Vidyut Jammwal als Dhalsim. Andrew Schulz spielt Dan Hibiki, den wohl schlechtesten Kämpfer der gesamten Spielreihe, was entweder Selbstironie oder Grausamkeit ist. Wahrscheinlich beides.
Der Cast ist so divers und abgefahren wie das Roster des Spiels selbst – und das ist eigentlich das erste Mal in der Geschichte dieser Filmreihe, dass man das sagen kann.
Was der Trailer verspricht
Der Trailer zeigt Ken, der in der klassischen Autozertrümmer-Bonusrunde aus Street Fighter II ein Auto zerschmettert. Ryu lädt einen Hadouken auf. Chun-Li rekrutiert Kämpfer aus aller Welt für das World Warrior Tournament. Und M. Bison tut im Hintergrund sehr M.-Bison-hafte Dinge.
Das ist Fanservice. Echter, liebevoller, unentschuldigter Fanservice. Und nach dreissig Jahren Wartens darf man das ruhig zelebrieren.
Für Jahre haben Videospielfilme versucht, die merkwürdigen Teile abzuschleifen. Sie wollten dunkler sein, erdiger, glaubwürdiger. Was schwierig ist, wenn das Ausgangsmaterial grüne elektrische Bestien, Yoga-Feuerbälle und einen Mann enthält, dessen Haar von Natur aus in militärischer Aufmerksamkeitsstellung steht.
Sakurai – bekannt für «Bad Trip», einer absurden Actionkomödie – scheint begriffen zu haben, was seine Vorgänger nicht begreifen wollten: Street Fighter muss nicht realistisch sein. Es muss Street Fighter sein.
Ob es funktioniert, steht noch aus
Die Philippou-Brüder hätten wohl einen dunkleren, intensiveren Film gemacht – ihr Horrorfilm «Talk to Me» war eines der überzeugendsten Debüts der letzten Jahre. Dass sie ausgestiegen sind und Sakurai übernommen hat, verschiebt den Ton eindeutig Richtung Komödie und Spektakel. Ob das die richtige Entscheidung war, wird Oktober 2026 entscheiden.
Was sicher ist: Die Messlatte liegt auf dem Boden. 1994 Van Damme. 2009 Namenloser Actionfilm. Alles, was Ryu einen Hadouken werfen lässt und dabei nicht lächerlich aussieht, ist bereits ein Schritt nach vorne. Und wenn Jason Momoa als grünes Muskelmonster Blanka die erste Szene bestreitet, in der er jemanden mit Elektrizität traktiert – dann ist das Ziel bereits halb erreicht
Man muss ihnen wirklich Respekt zollen. Es ist keine leichte Aufgabe, gleichzeitig Demokratie zu predigen und sie zu demontieren, Aufarbeitung zu versprechen und zu verhindern, Transparenz zu fordern und Daten wegzusperren – und das alles mit einem so vollkommen unbeirrbaren Selbstbild des aufrechten Volksvertreters. Diese Leistung verdient Anerkennung. Nicht Applaus, aber Anerkennung.
Professor Dr. Stefan Homburg sitzt in der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags. Jener Kommission, die der Bevölkerung mit ernster Miene verkauft wurde als Ort der Aufarbeitung, der Wundheilung, der gesellschaftlichen Versöhnung nach Corona. Man wollte, so die offizielle Erzählung, verstehen, was vorgefallen ist. Transparenz. Verantwortung. Lehren ziehen. Was Homburg dort erlebt, ist eine Meisterklasse in institutioneller Selbstimmunisierung.
Zunächst: Grafiken. In einer Kommission, die Daten auswerten soll – dürfen Grafiken nicht gezeigt werden. Mehrheitsbeschluss. Begründung zunächst: Urheberrecht. Das Bundesinstitut RKI könnte den Deutschen Bundestag wegen Urheberrechtsverletzung verklagen. Als dieser juristische Blödsinn selbst den Wohlwollendsten nicht mehr überzeugte, kam die Abstimmung – und Union, SPD, Grüne und Linke stimmten gemeinsam: Keine Grafiken. In einem Land, in dem jede achte Schulklasse einen Beamer hat, entscheidet die parlamentarische Mehrheit, dass im Deutschen Bundestag keine Grafiken gezeigt werden dürfen. Über das grösste gesundheitspolitische Ereignis der Nachkriegszeit.
Dann: Daten. Das Paul-Ehrlich-Institut hatte damals eine App eingeführt – die SafeVac-App – mit der 700’000 Menschen ihren Impfstatus und Nebenwirkungen dokumentierten. Eine Vollerhebung, wie sie Forscher sonst nur in Träumen sehen. Homburg beantragt in der Kommission, diese Daten zu erhalten. Der Bundestag, höchstes Verfassungsorgan der Republik, bittet also seine eigenen Bundesbehörden um Herausgabe von Daten, die eigens zu Forschungszwecken erhoben wurden. Die Mehrheit der Kommission entscheidet: Man will diese Daten nicht sehen.
Nicht: Wir können sie nicht bekommen. Nicht: Die Datenschutzlage ist kompliziert. Man will sie nicht sehen. Das ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied. Es ist der Unterschied zwischen einer Kommission, die aufklären will, und einer Kommission, die aufklären soll, ohne etwas herauszufinden. 80 Prozent der Kommissionsmitglieder, sagt Homburg, haben sich selbst mit Impfpflicht und Lockdown profiliert. Sie sitzen nun in einem Gremium, das theoretisch nachweisen könnte, dass sie damals falsch lagen. Man staune nicht über ihr mangelndes Interesse an der Wahrheit. Man staune darüber, dass irgendjemand ernsthaft geglaubt hatte, es könnte anders sein.
Es kommt noch besser. Anträge werden nicht mehr mündlich begründet. Es gibt keine Aussprache. Der Antrag erscheint, die vier Blockparteien stimmen dagegen, fertig. Die Form der Demokratie ist gewahrt. Ihr Inhalt liegt irgendwo auf dem Boden zwischen den Stühlen.
4000 Seiten RKI-Protokolle, die ein Whistleblower 2024 herausgab, zeichnen ein Bild, das diese parlamentarische Verweigerungshaltung in ein noch bemerkenswerteres Licht rückt. Am 24. März 2020 – einen Tag nach Beginn des ersten Lockdowns in der Geschichte der Bundesrepublik – notierte das RKI intern sinngemäss: Die Grippewelle ist ohnehin zu Ende. Kliniken meldeten leere Stationen, während die Tagesschau täglich Triage-Szenarien beschwor. Die Robert-Koch-Protokolle zeigen, dass man intern wusste, was man extern bestritt. Und der damalige Bundesgesundheitsminister redete öffentlich von der «Pandemie der Ungeimpften» — einer Formulierung, die, wie das RKI intern festhielt, schlicht nicht stimmte. Man traute sich aber nicht, es ihm zu sagen. Er benutze sie in jeder Rede.
Demokratie, erklärte Homburg, und er weiss, wovon er spricht – er hat drei Bundesregierungen beraten, sass in Verfassungskommissionen, fuhr in Politikerlimousinen – Demokratie war das also nicht. Das war das Gegenteil. Totalitäre Systeme, sagt er, zeichnen sich dadurch aus, dass der Staat massiv in das Leben jedes Einzelnen eingreift. Irgendwann interessiert sich dann jeder für Politik – nicht weil er es will, sondern weil er muss.
Genau das ist passiert. Und die Leute, die das angerichtet haben, sitzen jetzt in einer Aufarbeitungskommission und verhindern die Aufarbeitung. Mit Mehrheitsbeschluss. Demokratisch legitimiert. Vollkommen überzeugt, die Guten zu sein. Das Muster ist nicht neu. Es ist die ewige Logik derer, die ihre eigene Machtausübung für Gemeinwohl halten und jede Frage danach für Angriff. Wer damals eine Grafik zeigte, die den Lockdown infrage stellte, wurde zum Staatsfeind. Wer heute in einer Kommission Grafiken zeigen will, wird überstimmt. Das Mittel wechselt. Das Ziel bleibt gleich: Keine unbequemen Daten, keine unbequemen Fragen, keine Verantwortung.
Vor der Bundestagswahl 2021 sagten 100 Prozent aller Spitzenpolitiker, sie seien gegen eine allgemeine Impfpflicht. Danach waren fast alle dafür. Scholz erklärte im Bundestag, er sei «wie schon immer» dafür gewesen. Eiskalt. Ohne Schamröte. Mit der ruhigen Selbstsicherheit von jemandem, der weiss, dass ihn niemand zur Rechenschaft zieht – schon gar nicht eine Enquete-Kommission, die keine Grafiken zeigen darf.
Das ist das eigentliche Ergebnis dieser Kommission. Nicht ein Bericht. Nicht eine Erkenntnis. Doch wie präsentiert sich eine Demokratie, wenn jene, die sie beschützen sollten, vor ihr erzittern? Wer sich als Verfechter der Demokratie ausgibt, jedoch Daten versteckt wie ein Eichhörnchen Nüsse im Herbst, der hat wohl eher eine Vorliebe für Geheimniskrämerei als für demokratische Prinzipien. Wer Aufarbeitung verspricht und Grafiken verbietet, will keine Aufarbeitung. Und wer sich dabei noch als Hüter der Wahrheit fühlt, hat entweder ein aussergewöhnliches Talent zur Selbsttäuschung – oder er hofft schlicht darauf, dass die Leute vergessen.
Erfahrungsgemäss haben sie damit recht…
Demokratieschützer, die Angst vor der Demokratie haben
Es war ein bequemer Satz. Praktisch. Allwettertauglich. Universell einsetzbar in jeder Situation, in der Verantwortung droht, die eigene Tür zu finden. «Ich wusste es nicht.» Drei Wörter. Null Konsequenzen. Tadelloser Service seit Jahrzehnten – für Politiker, Behörden, Ärzte, Journalisten und alle, die es vorzogen, nicht hinzuschauen, weil Hinschauen unbequem ist und Wegschauen so schön warm. Professor Dr. Sucharit Bhakdi hat diesem Satz soeben den Totenschein ausgestellt.
Zusammen mit dem Ex-Cheftoxikologen von Pfizer Europa, Dr. Helmut Sterz, sowie weiteren Autoren hat Bhakdi ein Kompendium vorgelegt – 120 Seiten, sieben Kapitel, für jeden verständlich, für jeden zugänglich, für jeden ohne Ausrede. Der Titel des Gesamtwerks: «mRNA-Impfungen — das grösste organisierte Verbrechen gegen die Menschheit.» Kein Konjunktiv. Kein «möglicherweise». Kein «aus heutiger Sicht könnte man kritisch anmerken.»
Ein Verbrechen. Organisiert. Gegen die Menschheit. Willkommen in der Stunde der Wahrheit — die, wie bei allen wirklich wichtigen Stunden, niemand im Mainstream-Kalender eingetragen hat.
Was liegt auf dem Tisch? Fangen wir beim Herstellungsverfahren an, weil es so wunderbar exemplarisch für das Gesamtprojekt ist. Biontech hatte für die Zulassung ein teures, sauberes Verfahren angegeben – Prozess 1. Schön dokumentiert, abgesegnet, unterschrieben. Als es dann in die Massenproduktion ging, war Prozess 1 plötzlich zu teuer. Also nahm man Prozess 2. Nicht zugelassen. Nicht kommuniziert. Einfach gemacht.
Prozess 2 hinterliess DNA-Fragmente im Endprodukt – Überreste von Plasmiden, also Minichromosomen aus Bakterien. Darunter ein Element des Simian Virus 40, eines Affenvirus, das die bekannte Eigenschaft besitzt, DNA direkt in den Zellkern zu transportieren. Also genau dorthin, wo sie das Potenzial hat, Insertionsmutagenesen auszulösen – sprich: Krebs. Als Forscher Kevin McKernan das entdeckte und meldete, lautete die offizielle Antwort der Behörden sinngemäss: Wir sind eigentlich nicht zuständig und ausserdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, praktisch null.
Praktisch null. Bis jemand in einem Turbokrebs-Patienten exakt jene 20-Basen-Sequenz des Spike-Proteins in der chromosomalen DNA nachwies – eine Sequenz, die statistisch mit einer Wahrscheinlichkeit von weniger als eins zu 1’000’000’000’000 durch natürliche Punktmutationen entstehen kann. Für alle, die mit grossen Zahlen Mühe haben: Das ist unmöglich. Das ist ein Beweis.
Dann die Lipid-Nanopartikel — die Verpackung. Auch nicht zugelassen in der verwendeten Form. Und, wie Bhakdi darlegt, selbst ohne Inhalt hochwirksam: Sie imitieren in ihrer Wirkung das Endotoxin von Bakterien, jenen legendären Giftstoff, der septischen Schock auslöst, weil er im gesamten Körper Entzündungsreaktionen zündet – im Herzen, in der Niere, in der Leber. Und im Gehirn. Wo entstehende Schäden, anders als in anderen Organen, nicht repariert werden können. Niemand weiss, wohin sich diese Partikel verteilen. Milliarden davon. Pro Injektion. In jeden Körper.
Wer als Arzt behauptet, das sei unbedenklich, dem, so Bhakdi, sei die Approbation sofort zu entziehen. Sofort.
Dazu der Nachweis, dass das Spike-Gen noch Jahre nach der letzten Impfung aktiv im Körper vorhanden ist. Dass die Impfstoffe die Plazenta passieren und funktionsfähige Gene im ungeborenen Kind hinterlassen. Dass, wie ein deutscher Professor dazu anmerkte: «Es hätte mich nicht gewundert, wenn das nicht der Fall wäre.» Was – man muss das langsam lesen – bedeutet, er ist nicht verwundert. Es macht nichts, sagt er. Ein Schweizer, so hofft Bhakdi, wird das nicht sagen. Wir dürfen gespannt sein.
Das Gesamtbild: Ein Impfstoff, dessen Zulassungsunterlagen ein anderes Herstellungsverfahren beschreiben als das verwendete. Mit einer Verpackung, die nicht zugelassen war. Mit DNA-Kontaminationen, die nicht hätten sein dürfen. Mit einem Virus-Genelement ohne erklärbaren Herstellungsgrund, das Krebspotential besitzt. Mit einer Wirkdauer, die alle Versprechungen der Hersteller weit übersteigt. Und mit dem Nachweis, dass all das nicht im Muskel bleibt, wie man uns versicherte, sondern sich ungehindert durch jeden Körper verteilt.
Das liegt alles auf dem Tisch. Dokumentiert. Publiziert. Peer-reviewed. Kompiliert in einem Buch, das, so Bhakdi, nun ins Englische übersetzt wird – damit auch jene Länder, die auf Deutsch keine Ausrede hatten, auf Englisch keine mehr haben.
Und die Justiz? Die Staatsanwaltschaften? Bhakdis Botschaft ist klar: Wer jetzt nicht aktiv wird, macht sich selbst strafbar. Wer jetzt die Augen schliesst, kann nicht mehr auf Unwissen plädieren. Das Kompendium existiert. Die Beweise liegen auf der Strasse. Man muss sie nur aufheben.
Währenddessen sitzt Dr. Bianca Wöltje, die aufgestanden ist und Nein gesagt hat, nach eineinhalb Jahren Untersuchungshaft nun in regulärer Haft. Eineinhalb Jahre. Für das Verbrechen, Patienten schützen zu wollen. «Ich wusste es nicht» war gestern. Heute ist der Satz gestrichen. Was danach kommt, entscheidet, wer wir sind…
Professor Bhakdi eskaliert – «Niemand kann mehr sagen: Ich wusste es nicht»
Man muss Donald Tusk wirklich dankbar sein. Nicht für seine Politik – aber für seine seltene Begabung, in einem einzigen Satz das gesamte Selbstverständnis eines politischen Systems zu offenbaren. «Das erste Mal seit Jahren waren keine Russen im Raum, wenn Sie wissen, was ich meine», sagte der polnische Ministerpräsident am zweiten Tag des EU-Gipfels in Nikosia zu Journalisten. Man weiss, was er meint. Und genau das ist das Problem.
Mit «Russen» meinte Tusk natürlich Viktor Orbán, den ungarischen Ministerpräsidenten, der nach dem Sieg der Tisza-Partei sein Amt verliert und dem Gipfel auf Zypern fernblieb. Orbán – der Mann, der in Brüssel seit Jahren als Persona non grata gilt. Nicht weil er korrupt wäre – das wäre in der EUdSSR kein Ausschlusskriterium, sondern eher eine Zugangsvoraussetzung. Sondern weil er die dreiste Angewohnheit hatte, bei Entscheidungen über Ukraine-Milliarden nicht einfach die Hand zu heben, sondern Fragen zu stellen. Unbequeme Fragen. Die schlimmste aller Sünden im Konsenstheater Brüssel.
Jetzt ist er weg. Orbán hatte beim EU-Gipfel im März einen 90-Milliarden-Euro-Kredit blockiert. Dieser Kredit floss nun. Und der Jubel in den Hauptstädten hatte jene besondere Qualität, die man sonst nur aus totalitären Systemen kennt: Die Erleichterung darüber, dass der Störenfried endlich verstummt ist. Endlich Einigkeit. Endlich kein Widerspruch mehr. Endlich Demokratie – richtig funktionierend, wie man in Brüssel sagt.
Der belgische Premierminister Bart De Wever immerhin behielt einen Rest Beisshemmung. Er sagte, es gebe «ein bisschen zu viel Euphorie» über Orbáns Abschied, und Orbán sei «natürlich ein schwieriger Partner» gewesen, «aber niemals ein unmöglicher Partner». Ein einsamer Einwand in einer Runde, die gerade dabei war, sich kollektiv auf die Schulter zu klopfen, weil das Quorum endlich störungsfreier funktioniert. Den Hinweis notiert man sich. Er wird keine Konsequenzen haben.
90 Milliarden Euro für Kiew. Ein «grossartiger historischer Beschluss», wie das Empfängerland wissen liess. Historisch – das Wort ist gut gewählt. Denn die Geschichte dieses Geldes wird noch eine Weile andauern und zwar für die Steuerzahler jener 24 EU-Staaten, die bei einem Zahlungsausfall der Ukraine einspringen. Ungarn, Slowakei und Tschechien sind raus – sie hatten offensichtlich einen hinreichend ausgeprägten Selbsterhaltungsinstinkt, um diesem Beschluss fernzubleiben. Der Rest steht gerade: Deutschland für 22,5 Milliarden, Frankreich für 17 Milliarden, die übrigen Staaten aufgeteilt nach Schlüssel.
Und die Kontrollmechanismen? Der luxemburgische Premierminister betonte, dass die Ukraine zunächst die Bedingungen für eine EUdSSR-Mitgliedschaft erfüllen müsse: «Es gibt keine Abkürzungen» – was bei 90 Milliarden frischem Kredit ohne wirksames Kontrollverfahren eine bemerkenswerte Aussage ist. Denn laut EUdSSR-Auskunft «sollte» die Ukraine Unregelmässigkeiten selbsttätig der Kommission melden. Sollte. Selenski. Von selbst. Der Mann, dessen Land regelmässig in Korruptionsindizes zu den auffälligsten Europas zählt, soll die zweckgemässe Verwendung von 90 Milliarden Euro eigenverantwortlich überwachen. Diese Konstruktion ist entweder naiv bis zur Groteske oder berechnet bis zur Dreistigkeit. Eine dritte Möglichkeit ist schwer vorstellbar.
Aber zurück zu Orbán, dem «Russen im Raum». Der Begriff ist instruktiv. In der Brüsseler Taxonomie der Gegenwart bedeutet «russisch» nicht: Russischer Staatsbürger, russischer Geheimagent, Träger eines russischen Passes. «Russisch» bedeutet: Skeptisch gegenüber der Ukraine-Politik, nicht bereit zur bedingungslosen Finanzierung, abweichend von der Mehrheitsmeinung. Es ist ein politisches Adjektiv, das denjenigen trifft, der anderer Ansicht ist. Wer nicht mitzieht, ist ein Russe. Wer bremst, ist Putins verlängerter Arm. Wer fragt, verrät Europa.
Das ist keine neue Rhetorik. Es ist die älteste Rhetorik der Welt: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Wer zweifelt, ist Feind. Und wenn der Feind schliesslich aus dem Raum entfernt ist – durch Wahlen, politischen Druck oder schlichten Ausschluss – dann nennt man das Demokratie. Dann atmet man auf. Dann macht man Fotos und gibt Statements über die wiedergefundene Einheit Europas.
Mit wieder ernsterem Gesichtsausdruck sagte Tusk, die Wahl in Ungarn sei «ein sehr deutliches Zeichen dafür, dass Demokraten keine Verlierer sind». Das ist ein bemerkenswerter Satz. Er setzt voraus, dass der Demokrat per Definition der ist, der die EUdSSR-Mehrheitslinie stützt. Wer dagegen ist, ist kein Demokrat – sondern eben ein Russe. Der Kreis schliesst sich. Die Logik ist wasserdicht, weil sie tautologisch ist: Demokratie ist, wenn die Richtigen gewinnen. Wenn die Richtigen verlieren, war es keine richtige Demokratie.
Selenski sitzt inzwischen auf Zypern und lehnt eine Teil-Mitgliedschaft der Ukraine in der EUdSSR ab. «Die Ukraine verteidigt gemeinsame europäische Werte», sagte er und verdiene daher eine Vollmitgliedschaft. Welche Werte genau das sind, lässt sich inzwischen hervorragend an Tusks Satz ablesen: Keine unbequemen Fragen, keine abweichenden Stimmen, keine Russen im Raum. Das sind die Werte. Knapp formuliert, ehrlich gemeint und so entwaffnend offen, dass man fast Respekt hätte – wenn einem dabei nicht so kalt den Rücken runterliefe.
Die EUdSSR hat ihre Identität gefunden. Nicht in Charta, nicht in Vertrag, nicht in mühsam ausgehandeltem Kompromiss. Sondern in einem Nebensatz an Journalisten auf Zypern, gesprochen von einem polnischen Premierminister, der gerade dabei war, die Abwesenheit eines demokratisch gewählten Amtskollegen zu feiern. So ehrlich war Brüssel selten. So beunruhigend ehrlich…
«Keine Russen im Raum» oder: Wie die EUdSSR ihre Werte auf eine Formel brachte
Es gibt Neuigkeiten aus dem Berliner Kompetenzzentrum. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner – protokollarisch die Nummer zwei im Staat – hat auf eine Nachricht eines angeblichen «Signal-Supports» reagiert, ihre PIN eingegeben und damit ihr Konto an Unbekannte übergeben. Bildungsministerin Karin Prien hat dasselbe getan. Bauministerin Verena Hubertz ebenfalls. Drei Spitzenpolitikerinnen, drei PINs, eine Methode, die so alt ist wie das Internet selbst und so simpel, dass man sie in jedem Aufklärungsvideo für Senioren erklärt findet. Willkommen im digitalen Deutschland.
Zunächst zur technischen Klarstellung, die die meisten Medien verschämt umgehen: Signal selbst wurde nicht geknackt — die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist weiterhin intakt. Was hier stattfand, war kein Hack. Es war Phishing. Das ist der Unterschied zwischen einem Einbrecher, der das Schloss knackt, und jemandem, der einfach klingelt, sagt «Ich bin von der Schlüsselgilde, bitte den Schlüssel kurz reingeben» — und dem man den Schlüssel gibt. Freiwillig. Mit beiden Händen.
Die Angreifer schicken eine Nachricht, in der sie den Nutzer auffordern, eine PIN einzugeben. Als Absender erscheint dabei etwa «Signal-Support». Das war es. Das war der gesamte Angriff. Kein Exploit, keine Zero-Day-Lücke, keine ausgefeilte Schadsoftware. Eine gefälschte Nachricht mit der Aufforderung, die PIN einzugeben. Klassischstes Social Engineering, das bereits in den 1990ern als Angriffsmethode beschrieben wurde – damals noch per Fax.
Der Vorgang ist ein klassischer Layer-8-Angriff: Der Mensch ist das Ziel. Weshalb fast jede Firma, die mehr als zwei Mitarbeiter hat, inzwischen auch Phishingangriffe simulieren lässt. Fast jede Firma. Nicht der Deutsche Bundestag. Nicht das Bundesbildungsministerium. Nicht das Bundesbauministerium. Denn dort herrscht, wie Heise online trocken feststellt, kein gesteigertes Problembewusstsein. Das ist eine höfliche Umschreibung für einen Befund, der sich in einer Zeile zusammenfassen lässt: Die Leute, die über Cybersicherheit in Deutschland mitentscheiden, können einen Phishing-Versuch nicht erkennen.
Nach bisherigem Kenntnisstand sind mindestens 300 Fälle in Deutschland bekannt – darunter Abgeordnete aller Fraktionen, NATO-Militärs, Beamte, Diplomaten und Investigativjournalisten. Dreihundert. Das Bundesamt für Verfassungsschutz geht von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Dreihundert Menschen in Schlüsselpositionen des deutschen Staates, die auf eine gefälschte «Hallo, bitte PIN eingeben»-Nachricht hereingefallen sind. Das ist keine Panne. Das ist ein Zustand.
Die Reaktion der Betroffenen auf Anfragen der Presse ist dabei von jener Würde, die man von Menschen erwartet, die gerade beim digitalen Erstsemesterfehler ertappt wurden. Eine Sprecherin von Prien erklärte: «Zu Kommunikationsmitteln der Bundesregierung können wir keine Auskunft geben.» Ein Sprecher von Hubertz verwies auf die geltenden Grundsätze für die Kommunikation des Ministeriums und erklärte, man äussere sich grundsätzlich nicht zu möglichen oder tatsächlichen Sicherheitsvorfällen. Klare Grundsätze. Man äussert sich nicht. Das ist die institutionelle Version von «ich sage nichts dazu, und wenn doch, dann auch nicht».
Nun aber zum eigentlichen Kern der Angelegenheit, dem Widerspruch, der so gross ist, dass man ihn eigentlich nicht übersehen kann – und der trotzdem von der Mehrheit der Berichterstattung so behandelt wird, als wäre er nicht vorhanden. Diese Klasse von Politikern – Klöckner, Prien und ihre Gesinnungsgenossen quer durch die Fraktionen – ist dieselbe, die mit ernstem Gesicht über die Regulierung des digitalen Raums redet. Über Plattformverbote. Über Netzsperren. Über die Notwendigkeit, soziale Medien zu kontrollieren, zu überwachen, einzuschränken. Die EUdSSR hat den Digital Services Act verabschiedet. Deutschland bastelt fleissig an Zensurgesetzen. Das Schlagwort «Hass im Netz» dient als Universalschlüssel für jeden Eingriff in die freie Kommunikation.
Und die Architekten dieser Regulierungsvorhaben können eine Phishing-Nachricht nicht von einer echten Support-Meldung unterscheiden. Sie geben ihre PIN ein, wenn eine gefälschte Nachricht es verlangt. Sie vertrauen einem «Signal-Support», der kein Signal-Support ist. Sie sind, in der präzisen Sprache der IT-Sicherheit, die schwächste Stelle im System – der Mensch als Einfallstor.
Zugespitzt gefragt: Wer würde Julia Klöckner als Admin für seine IT-Sicherheitsinfrastruktur einstellen? Niemand. Absolut niemand. Und trotzdem erklärt sie als Bundestagspräsidentin – zweithöchstes Staatsamt der Republik – Millionen Deutschen, wie sie das Internet zu nutzen haben. Welche Inhalte zulässig sind. Welche Plattformen reguliert werden müssen. Was Desinformation ist und was nicht.
CDU-Abgeordneter Marc Henrichmann, Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums, erklärte: «Der jüngste Phishingversuch aus Russland gegen deutsche Politiker und Journalisten ist ein Weckruf für uns alle.» Ein Weckruf. Für uns alle. Wonach die Lösung, man ahnt es, nicht in mehr Medienkompetenz der eigenen Fraktion bestehen wird, sondern in mehr Befugnissen für Behörden, mehr Überwachung, mehr Kontrolle – über das Netz, über Plattformen, über Kommunikation. Der Phishing-Vorfall als Begründung für den nächsten Regulierungsschub. Das Versagen der Nutzer als Argument für die Einschränkung aller anderen.
Das ist das eigentliche Muster. Nicht die Dummheit – die ist menschlich und verzeihlich. Das eigentliche Muster ist die Unverfrorenheit, mit der Menschen, die auf «PIN eingeben»-Nachrichten hereinfallen, anderen erklären, wie das Internet zu funktionieren hat. Man sollte meinen, das erzeugt wenigstens ein Minimum an Scham. Aber Scham setzt Selbstwahrnehmung voraus…
Etwas Grosses bewegt sich. Du spürst es – im Wind, im Flackern, im unruhigen Puls der Erde. Der Wandel hat begonnen. Nicht als lautes Spektakel, sondern als stilles, tiefes Zittern im Innersten der Welt. Und kaum jemand versteht, dass dies kein Chaos ist, sondern eine Geburtswehe.
Die alten Systeme bröckeln – die Machtstrukturen, die Sicherheiten, die Definitionen von «richtig» und «falsch». Sie lösen sich auf wie Nebel im Morgenlicht. Und während draussen die Stürme toben, beginnt in uns etwas Neues zu erwachen: Ein Bewusstsein, das erinnert, wer wir wirklich sind.
Viele suchen Halt im Aussen, doch die wahre Stabilität entsteht im Inneren. Nicht Mauern, nicht Konten, nicht Systeme schützen dich – sondern die Klarheit deines Geistes, die Weite deines Herzens. Wer in sich verwurzelt ist, wird selbst im Sturm zu einem ruhenden Pol.
Vielleicht ist das, was wir für den Untergang halten, in Wahrheit nur der Übergang – das Ende einer Epoche, die im Materiellen gefangen war. Jetzt ruft das Leben uns auf, tiefer zu sehen, stiller zu werden, bewusster zu handeln.
Bereite dich vor – nicht mit Angst, sondern mit Liebe. Denn der Wandel braucht keine Helden. Er braucht Erwachte. Und vielleicht bist du einer von ihnen…
Draven präsentiert Geschichten aus der Gruft mit allerlei Geheimnisvollem aus den unheimlichen Tiefen des Netzes und aus jeder Ecke der Welt. Seit dem Jahre 2007 wird Dir hier ein cooler Weblog-Mix aus Musik, Movies, Comics, Horror, Games, Kunst, Radio, Trash, Punk und Heavy Metal geboten – genau so wie es sein soll! Denn glaube mir, nichts ist trivial.
When there’s no more room in hell, the dead will dance on earth! Freunde, die Gruft präsentiert: Dravens Radio from the Crypt! Hier wird Euch ein handverlesenes Musikprogramm geboten, welches von Draven speziell für die besten Leser des Internetz zusammengestellt wurde. Von Punk bis Rock, von Folk- bis Thrash-Metal, für jeden finsteren Musikgeschmack das Richtige. Natürlich immer noch ein Stückchen lauter und besser!
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Immunitätsleugner, Impfschädenverharmloser und diejenigen, die das unendliche Leid von Kindern und alten Menschen negieren, sicher nicht!
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