Gunnar Kaiser bringt es echt auf den Punkt wie wir zu Opfern einer kollektiven Massenpsychose werden. Unser aller Problem ist nicht die Erkenntnis in einer Illusion aus lauter Lug und Betrug zu leben. Die wahre Herausforderung besteht vielmehr darin, einzusehen, dass unser gesamtes bisheriges Leben auf Illusionen gebaut war und unser Weltbild mit unserer verbundenen Identität nicht der Wirklichkeit entspricht.
Die sogenannte Spaltung der Gesellschaft, ist bei genauerem Hinsehen eine kollektive Spaltung aller Persönlichkeiten. Zurückgeworfen auf den Zwang, jedes einzelnen Individuums, sich zu positionieren. Es gibt rote Linien und erschreckender Weise viele Menschen, die ihren roten Linien bisher noch nicht begegneten. Die komplexe Situation wirkt auf jeden Menschen. Mittlerweile ist ein Maximum an Verwirrung und Verunsicherung erreicht. Gleichgültigkeit und Resignation zeigen sich in ihren prächtigsten Formen. Ebenso Verzweiflung, Wut und Depression. Verwundert kann festgestellt werden, wie sich die Denkrahmen verschoben haben. Grenzen werden überschritten ohne Grenzen zu überschreiten. Paradoxien stellen Werte in Frage und sich kontinuierlich ändernde Vorgaben, entziehen jeder Sicherheit die Grundlage. Wer an seinen Werten festhält wird vor Herausforderungen gestellt, die essenziell bedrohlich scheinen. Wie viel Zweifel ist erlaubt? An welchen Stellen ist Rebellion wirksam und an welchen schädigend? Welche Schritte gehe ich mit, ohne mich von meinen Grundwerten tief im Inneren abzuspalten. Mit jedem Kompromiss, schneiden wir ein Stück unserer Persönlichkeit ab. Die immer kleiner werdenden Teile sind ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch atomar teilbar. Sie werden zu einem Brei, einer einheitlichen, formbaren Masse. Mit dem Brei füllt sich dann die Leere Hülle. So tief die innere Spaltung, bis ins letzte kleine Teilchen. Die Zerstörung der individuellen Persönlichkeit führt zur symptomatischen Spaltung der Gesellschaft. Viele durch Angst und Unsicherheit zerrissene Wesen. Zweifel. Einheitsbrei.
Dieser Prozess ist nicht neu, hat nicht erst vor kurzem begonnen. Das Bewusstsein war blind. Kritiker wissen das seit Jahren. Wieviele warnende Rufe wurden überhört? Der Impuls zur Handlung blieb aus. Fehlanreize fütterten die emsige Maschine. Viele kleine Rädchen und Zähne, die ineinander greifen und die Maschinerie unaufhaltsam antreiben. Das ins Getriebe geworfene Stöckchen, zerbirst angesichts der immer grösser werdenden Räder. Die langfristige Spaltung der Menschen wird sich demnach allem Anschein nach fortsetzen, resp. ergänzen:
Zwischen Menschen, die ihr altes Leben, die alte Normalität wieder zurück haben wollen und dafür bereit sind sich wie Hunde abrichten zu lassen und den Menschen, die nach der Einsicht ihr Urvertrauen zurück erlangt haben und eigenverantwortlich losgelassen haben, um nun endlich das Leben zu leben welches bereits auf sie wartet. Es ist an der Zeit die Ruhe wiederzufinden. Verantwortlich zu sein und verantwortlich zu bleiben. Es ist nur aufzuhalten, wenn wir uns treu bleiben. Keine Kompromisse schließen, die uns auf Dauer schaden. Grenzen aufzeigen, damit andere die Chance haben, sie ebenfalls wieder erkennen zu können.






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