Bereits nach den ersten gesehenen Trailern stockte einem der Atmen und man war neugierig auf die Story dahinter. «A Cure for Wellness» startet zunächst mit einer typischen New Yorker Firmen-Szenerie, welche die Hektik und den Stress des Alltags widerspiegelt. Besessen vom Aufstieg in die höheren Etagen, scheint Mr. Lockhart sich keiner Sache zu schade zu sein. So erklärt er sich dazu bereit, seinen Chef und CEO der Firma, Mr. Pembroke, aus einer Art Wellnessurlaub zurückzuholen. Seine Reise führt ihn in die weit entfernte Schweiz. Und genau diese Reise ist dem Regisseur auch perfekt gelungen, es findet ein direkter und harter Cut zwischen dem unruhigen New York und der bilderbuchartigen Schweiz statt.
Die Landschaftsaufnahmen sind besonders gut gelungen und der Zuschauer taucht in eine völlig gegensätzliche Welt ein. Gezeichnet von Burgen, Wäldern und ganz viel Ruhe und Erholung. Dort eingetroffen stösst Mr. Lockhart auf die mysteriöse Spa-Klinik, deren Patienten dem jungen Amerikaner bereits von Anfang an nicht geheuer sind. Da wäre die alte Dame, die mysteriöse Botschaften mit Hilfe von Kreuzworträtseln puzzelt oder eine Vielzahl an verwirrten, aber sehr glücklich wirkenden Menschen, denen das Wasser trinken ziemlich wichtig scheint. Bereits hier wittert der Zuschauer, dass es mit dem Wasser etwas auf sich haben muss. Allerdings ist die Story so komplex, dass man kurze Zeit später wieder andere unheimliche und ungeklärte Dinge in den Vordergrund schiebt. Diese Spannung hält sich den ganzen Film lang und führt den Zuschauer durch eine atemberaubende Kulisse aus Schlossmauern, die teilweise auf der Burg Hohenzollern gedreht wurden und Spa-Räumen, deren Funktionen und Sinn nicht nur den Zuschauer verwirren. Sei es eine Gruft unter den Schlossmauern oder die herrlich skurrile Dorfbar, deren Bewohner ebenfalls extremst merkwürdig scheinen.
Der komplette Film beschert dem Kinobesucher einen unfassbar langen Spannungsbogen, der sich auch erst gegen Ende des Films – und das bei zweieinhalb Stunden – aufklärt. Was nun genau die Klinik zu einem mysteriösen und unheimlichen Ort zugleich macht, bleibt hier den Filmfans zuliebe mal noch ungeklärt, allerdings bleibt nur so viel zu sagen – der Schluss hat es in sich, ist etwas trashig. Jeder Horrorfilm-Liebhaber wird mit klassischen Szenen seinen Spass haben (Spiegel, Höhle, unter Wasser, dunkle Räume, Wassertanks). Jeder Thriller-Liebhaber mit einer komplexen Personenkonstellation seinen Adrenalinspiegel steigen lassen (junge gruselige Frau, besessener Klinikleiter). Und jeder Filmfan des guten Geschmacks wird sowieso auf seine Kosten kommen (Wasser, Aale, Urinproben, Gruft, Leichen, Behandlungen, Liebesgeschichte). Und dann auch noch die Besetzung mit Dane DeHaan, der bereits in Filmen wie Chronicles den mysteriösen Buben gespielt hat – genial. Was bleibt da noch mehr zu sagen, als ab ins Kino!



«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








